Die Arbeit beschäftigt sich der sogenannten „Berliner Didaktik“, wie sie von ihren Erfindern den Hochschullehrern Paul Heimann, Gunter Otto und Wolfgang Schulz Anfang der 1960er Jahre veröffentlicht wurde. Die theoretischen Überlegungen dieser „Didaktik“ wurden zur Grundlage der „Lerntheoretischen Didaktik“ und waren eine neue didaktische Theorie zu dieser Zeit. Die „Berliner Didaktik“ wurde zur theoretischen Fundierung der praktischen Lehrerausbildung in Berlin entwickelt. Sie war aber auch ein Gegenentwurf zur bis dahin vorherrschenden „Bildungs-theoretischen Didaktik“ von Wolfgang Klafki. Da die Entstehung und Anlage der „Berliner Didaktik“ unbedingt aus diesen beiden Intentionen heraus gesehen werden muss, soll in dieser Arbeit auch ein kurzer Überblick über die „Bildungstheoretische Didaktik“ und über die Entstehungsgeschichte der „Berliner Didaktik“ gegeben werden.
Die lerntheoretische Didaktik Berliner Herkunft ist eine didaktische Theorie, die eher zur allgemeinen Erfassung von Unterricht dient und zur Einarbeitung neuer didaktischen Überlegungen und zur Theoriebildung über Unterricht befähigen soll. Deshalb ist ihr Einfluss auf die Theoriebildung in den Fachdidaktiken wie auch in der Allgemeinen Didaktik von großer Bedeutung. Aus diesem Grunde soll die „Berliner Didaktik“ in dieser Arbeit auch Gegenstand einer näheren Beschreibung und Erläuterung sein.
Am Ende dieser Arbeit soll die Anwendung des Strukturmodells der „Berliner Didaktik“ zur Planung einer Unterrichtsstunde im Sozialkundeunterricht den Bezug zur Fachdidaktik Sozialkunde herstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtliche Einordnung in didaktischer Hinsicht
2.1. Was sind Theorien und Modelle in der Didaktik
2.2. Die „Didaktische Analyse“
3. Die „Berliner Didaktik“ nach Heimann/Otto/Schulz
3.1. Entstehung und Intention der „Berliner Didaktik“
3.2. Die „Berliner Didaktik“
3.2.1. Strukturanalyse
3.2.2. Faktorenanalyse
4. Strukturplanung einer Unterrichtsstunde im Sozialkundeunterricht
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen detaillierten Überblick über die Entstehung, die theoretischen Grundlagen und die Anwendung der „Berliner Didaktik“. Dabei wird insbesondere der Kontrast zur bildungstheoretischen Didaktik von Wolfgang Klafki herausgearbeitet, um die lerntheoretische Ausrichtung des Berliner Modells zu verdeutlichen und dessen praktischen Nutzen für die Unterrichtsplanung aufzuzeigen.
- Historische Einordnung didaktischer Modelle
- Die „Didaktische Analyse“ nach Klafki als Vorgängermodell
- Die „Berliner Didaktik“ nach Heimann, Otto und Schulz
- Strukturanalyse und Faktorenanalyse als zentrale Reflexionsebenen
- Praktische Anwendung des Modells im Sozialkundeunterricht
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Strukturanalyse
Eine Kernthese der „Berliner Didaktik“ ist es, dass Unterricht trotz aller Verschiedenheiten immer gleichbleibende Strukturelemente besitzt. Diese Erkenntnis hat Heimann durch Beobachtung und Aufzeichnung von Unterricht gewonnen und verweist dabei zusätzlich auf Winnfeld. So hat Unterricht immer formal gleiche Strukturelemente, die sich nur inhaltlich von Unterrichtsstunde zu Unterrichtsstunde unterscheiden.
Mit Hilfe dieser kann man Unterricht strukturell analysieren und didaktische Entscheidungen bewerten, was ja auch ein wesentlicher Sinn bei der schulpraktischen Ausbildung von Lehramtsstudenten ist. Es werden sechs Strukturelemente vorgeschlagen, mit denen alle den Unterricht betreffende Dinge erfasst werden sollen. Heimann unterscheidet diese noch mal in Elemente, die der Lehrer entscheiden kann (Entscheidungsfelder) und Elemente, die ihm bestimmte unbeeinflussbare Bedingungen (Bedingungsfelder) diktieren. Entscheidungsfelder sind die Intentionalität, die Thematik oder Inhalt, Methodik und Medienwahl.
Die Bedingungsfelder sind die sozialkulturellen Voraussetzungen und die anthropologischen-psychologischen Voraussetzungen von Unterricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Berliner Didaktik ein, bettet sie in den Kontext der 1960er Jahre ein und skizziert die methodische Zielsetzung der Arbeit.
2. Geschichtliche Einordnung in didaktischer Hinsicht: Hier werden grundlegende Definitionen von Theorien und Modellen erörtert und die Didaktische Analyse von Klafki als zentraler Vorläufer und Gegenentwurf zur Berliner Didaktik beschrieben.
3. Die „Berliner Didaktik“ nach Heimann/Otto/Schulz: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte, die lerntheoretischen Grundlagen sowie die zentralen Konzepte der Strukturanalyse und Faktorenanalyse.
4. Strukturplanung einer Unterrichtsstunde im Sozialkundeunterricht: Das letzte inhaltliche Kapitel demonstriert anhand eines konkreten Praxisbeispiels zur Bundestagswahl die Anwendung des Berliner Strukturmodells.
Schlüsselwörter
Berliner Didaktik, Lerntheoretische Didaktik, Unterrichtsplanung, Paul Heimann, Didaktische Analyse, Wolfgang Klafki, Strukturanalyse, Faktorenanalyse, Sozialkundeunterricht, Interdependenz, Unterrichtsmodell, Bildungstheorie, Methodik, Entscheidungsfelder, Bedingungsfelder
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die „Berliner Didaktik“, eine einflussreiche lerntheoretische Strömung, und untersucht deren theoretische Wurzeln sowie deren praktische Anwendungsmöglichkeiten in der Unterrichtsplanung.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen der Vergleich zwischen der bildungstheoretischen Didaktik (Klafki) und der lerntheoretischen Didaktik (Heimann/Otto/Schulz) sowie die Analyse der Struktur- und Faktorenmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Strukturmodell der Berliner Didaktik detailliert zu erläutern und dessen Handhabung für die Planung einer Sozialkundestunde praktisch aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse didaktischer Fachliteratur sowie der Anwendung eines deduktiven Strukturmodells auf ein unterrichtspraktisches Beispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der geschichtlichen Einordnung der Didaktik, den Begriffsbestimmungen von Theorie und Modell, sowie der ausführlichen Beschreibung der Strukturelemente des Berliner Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Berliner Didaktik“, „Strukturanalyse“, „Lerntheoretische Didaktik“ und „Unterrichtsplanung“ bestimmt.
Wie unterscheidet sich die Berliner Didaktik von Klafkis Ansatz?
Während Klafki das Primat des Inhalts betont, stellt die Berliner Didaktik das Lernen und die Interdependenz der Strukturelemente in den Mittelpunkt, um eine wertneutrale Analyse zu ermöglichen.
Warum spielt das Beispiel zur Bundestagswahl eine Rolle?
Das Fallbeispiel dient als konkrete Anwendung des theoretisch erläuterten Strukturmodells, um zu illustrieren, wie Lehrer Entscheidungs- und Bedingungsfelder in einer echten Unterrichtsplanung berücksichtigen können.
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- Martin Hewner (Author), 2002, Die Berliner Didaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58865