Die vorliegende Arbeit gibt zunächst einen Überblick über die untersuchten Themenfelder historisch-politische Bildung und die Institution "berufsbildende Schule". Auf die in der Forschung diskutierten Schwierigkeiten der historisch-politischen Bildung wird explizit eingegangen.
Anschließend wird der Forschungsstand dargelegt und daraus die zu überprüfenden Hypothesen ab-geleitet. Der Studienaufbau soll Transparenz schaffen und dem Rezipienten dieser Arbeit die Kriterien der Studie näherbringen. Vorab sei erwähnt, dass die vorliegende Arbeit keine absolut zuverlässigen Ergebnisse nach den Gütekriterien quantitativer Forschung, sondern nur Tendenzen aufzeigen kann. Diese Tendenzen werden im achten Kapitel als Ergebnisse visualisiert und auf die Hypothesen bezogen. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Untersuchung reflektiert.
Die Marginalisierung von historisch-politischer Bildung an Deutschlands Schulen ist in der Forschung ein großes Thema. Die MINT-Fächer drängen die Sozialwissenschaften an den Rand, so heißt es, obwohl die heutige Zeit in Aufruhr ist. Globalisierung, Klimawandel, Migration, Populismus und Terrorismus. Die Liste der Herausforderungen ist lang. Um diesen Herausforderungen begegnen zu können, benötigt man eine Bevölkerung, die mündig ist. Eine die den Mehrwert einer offenen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaft verstanden hat und zur Lösung der Herausforderungen beitragen kann.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, den Stand von historisch-politischer Bildung an Schulen zu evaluieren. Als angehende Lehrkraft für berufsbildende Schulen in Schleswig-Holstein, habe ich diese als Untersuchungsobjekt ausgewählt. Berufsbildende Schulen beherbergen die größte Gruppe an Lernenden aller Schularten. Viele davon wahlberechtigt. Zudem findet dort für die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler "die letzte geplante Bildungsveranstaltung [zur] Vermittlung gesellschaftlicher und politischer Gegenstandsbereiche" statt. Umso wichtiger, dass an jenem Platz historisch-politische Bildung nicht vernachlässigt wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Bedeutung und Zusammenhang von historischer- und politischer Bildung
3 Historisch-politische Bildung an berufsbildenden Schulen
4 Marginalisierung von historischer und politischer Bildung im (berufs-) Schulwesen
5 Forschungsstand
6 Studienaufbau
6.1 Untersuchungsdesign
6.1.1 Wissenschaftstheoretischer Ansatz und Datengrundlage
6.1.2 Stichprobe und Erhebung
6.2 Zielsetzung/Hypothesen
6.3 Konstruktion des Fragebogens
6.3.1 Allgemein
6.3.2 Berücksichtigung der Möglichkeit von Kategorisierung
6.3.3 Entscheidung für die Aufnahme von Erfahrungsstufen
6.3.4 Items zur Überprüfung von H1 und H2
6.3.5 Item zur Überprüfung von H3
6.3.6 Items zur Überprüfung von H4
6.3.7 Exemplarischer Fragebogen
6.4 Distribution der Fragebögen
7 Auswertung
7.1 Daten zum Rücklauf
7.2 Repräsentativität
7.3 Auswertungsverfahren und Aufbereitung
8 Ergebnisse
8.1 Kategorie: Allgemein (alle teilnehmende Personen)
8.1.1 Datenaufbereitung
8.1.2 Bezugnahme auf Hypothesen
8.2 Kategorie: Erfahrung
8.2.1 Datenaufbereitung
8.2.2 Bezugnahme auf Hypothesen
8.3 Kategorie: Qualifikation
8.3.1 Datenaufbereitung
8.3.2 Bezugnahme auf Hypothesen
8.4 Kategorie: Fachbezug
8.4.1 Datenaufbereitung
8.4.2 Bezugnahme auf Hypothesen
9 Zusammenfassung der Ergebnisse
10 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das primäre Ziel, den Stellenwert von Fächern der historisch-politischen Bildung aus der subjektiven Perspektive von Lehrkräften an berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein zu eruieren. Angesichts der gesellschaftlichen Relevanz mündiger Bürger und einer vermuteten Marginalisierung dieser Fächer gegenüber MINT-Disziplinen, soll die Untersuchung mittels einer quantitativen Befragung Tendenzen aufzeigen und bestehende Forschungsdefizite adressieren.
- Stellenwert der historisch-politischen Bildung vs. MINT-Fächer
- Einfluss von Erfahrung und Qualifikation auf die Fächerwahrnehmung
- Häufigkeit und Problematik fachfremden Unterrichts
- Vergleich zwischen historisch-politischen Fächern und technischen Lerninhalten
Auszug aus dem Buch
1 Einführung
„Sie studieren Geschichte? Das ist aber nicht gut. Dann würden Sie nur im Fach Wirtschaft/Politik eingesetzt. Wichtiger wäre Mathe oder Informatik. Wirtschaft/Politik kann jeder“.
Sinngemäße Aussage einer Lehrkraft in einer Führungsposition während meines Praktikums.
Die Marginalisierung von historisch-politischer Bildung an Deutschlands Schulen ist in der Forschung ein großes Thema. Die MINT-Fächer drängen die Sozialwissenschaften an den Rand, so heißt es, obwohl die heutige Zeit in Aufruhr ist. Globalisierung, Klimawandel, Migration, Populismus und Terrorismus. Die Liste der Herausforderungen ist lang. Um diesen Herausforderungen begegnen zu können, benötigt man eine Bevölkerung, die mündig ist. Eine die den Mehrwert einer offenen, pluralistisch- und demokratischen Gesellschaft verstanden hat und zur Lösung der Herausforderungen beitragen kann.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, den Stand von historisch-politischen Bildung an Schulen zu evaluieren. Als angehende Lehrkraft für berufsbildende Schulen in Schleswig-Holstein, habe ich diese als Untersuchungsobjekt ausgewählt. Berufsbildende Schulen beherbergen die größte Gruppe an Lernenden aller Schularten. Viele davon wahlberechtigt. Zudem findet dort für die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler „die letzte geplante Bildungsveranstaltung [zur] Vermittlung gesellschaftlicher und politischer Gegenstandsbereiche“ statt. Umso wichtiger, dass an jenem Platz historisch-politische Bildung nicht vernachlässigt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz und die problematisierte Marginalisierung historisch-politischer Bildung und definiert den Fokus auf berufsbildende Schulen.
Bedeutung und Zusammenhang von historischer- und politischer Bildung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Politik- und Geschichtsbewusstseins und deren Notwendigkeit für die Mündigkeit des Bürgers.
Historisch-politische Bildung an berufsbildenden Schulen: Hier werden der Bildungsauftrag und die Umsetzung der „Schlüsselfragen der Menschheit“ in den schulischen Alltag von Berufsschulen analysiert.
Marginalisierung von historischer und politischer Bildung im (berufs-) Schulwesen: Der Abschnitt diskutiert die Konkurrenz zwischen gesellschaftswissenschaftlichen Fächern und MINT-Disziplinen sowie die Folgen fachfremden Unterrichts.
Forschungsstand: Die Arbeit gibt einen Überblick über bisherige Studien und stellt fest, dass empirische Evaluationen zum Thema in der aktuellen Forschung rar sind.
Studienaufbau: Dieser Teil legt das quantitative Untersuchungsdesign, die methodische Vorgehensweise und die Konstruktion des Fragebogens dar.
Auswertung: Hier werden die Daten zum Rücklauf, die Repräsentativität und die mathematischen Verfahren zur statistischen Aufbereitung beschrieben.
Ergebnisse: Das zentrale Kapitel präsentiert die erhobenen Daten in Kategorien (Allgemein, Erfahrung, Qualifikation, Fachbezug) und visualisiert die Ergebnisse.
Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel fasst die Hypothesenprüfung zusammen und ordnet die zentralen Befunde der Studie ein.
Reflexion: Zum Abschluss kritisiert der Autor die methodischen Grenzen der Arbeit und liefert Ausblicke auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Historisch-politische Bildung, Berufsbildende Schulen, MINT-Fächer, Wirtschaft/Politik, Geschichte, Fächerintegration, Lehrerbildung, Fachfremder Unterricht, Mündigkeit, Empirische Untersuchung, Schleswig-Holstein, Politische Partizipation, Bildungsauftrag, Geschichtsbewusstsein, Quantitative Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Stellenwert, den historisch-politische Bildung aus der Perspektive von Lehrkräften an berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein einnimmt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konkurrenz zwischen MINT-Fächern und historisch-politischen Fächern, das Problem der Fächerintegration sowie die Häufigkeit fachfremden Unterrichts.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, empirisch fundierte Tendenzen über die Wahrnehmung und Gewichtung politischer Bildung durch Lehrkräfte in einem Umfeld zu gewinnen, das stark durch berufliche Bildung geprägt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Querschnittuntersuchung mittels eines standardisierten Fragebogens durchgeführt, um den Ist-Stand zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begründungen, die Darstellung der methodischen Konstruktion (Studienaufbau) und die detaillierte Auswertung der Ergebnisse in verschiedenen Kategorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie historisch-politische Bildung, berufsbildende Schulen, Fächerintegration, Mündigkeit und empirische Lehrerbefragung.
Warum wurde ausgerechnet das Fach Informations- und Textverarbeitung für den Vergleich mit Geschichte gewählt?
Dieses Fach gilt als etablierter Vertreter des MINT- und Digitalisierungstrends an berufsbildenden Schulen und dient somit als Kontrast zur nicht durchgehend etablierten Stellung des Fachs Geschichte.
Welchen Einfluss hat die Erfahrung der Lehrkräfte auf die Wahrnehmung dieser Fächer?
Die Studie prüft, ob erfahrene Lehrkräfte Fächer historisch-politische Bildung anders gewichten als Berufseinsteiger, die möglicherweise stärker durch aktuelle Trends der Digitalisierung beeinflusst sind.
- Quote paper
- Jonas Theissig (Author), 2020, Stellenwert von Fächern historisch-politischer Bildung aus der Perspektive von Lehrkräften berufsbildender Schulen in Schleswig-Holstein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/588679