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Wandel der Präsentationsformen im Museum vom 19. Jahrhundert bis heute am Beispiel des Rosgarten-Museums in Konstanz

Title: Wandel der Präsentationsformen im Museum vom 19. Jahrhundert bis heute am Beispiel des Rosgarten-Museums in Konstanz

Seminar Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Janina Liedermann (Author)

Museum Studies
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„Ein Museum ist eine gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien-, Bildungs-und Unterhaltungszwecken materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt“ (ICOM 1995). Diese Definition des Museums ist weltweit die am meisten anerkannte. Sie enthält alle Aufgaben, die wir heute der Institution Museum zuschreiben und ihre Existenzberechtigung in der heutigen Zeit. Ihr Gegenstand sind „materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt“, woraus sich ihre Funktion als kollektives Gedächtnis der Menschheit ableiten lässt. Doch nicht umsonst ist die ICOM-Definition „nur“ die am meisten anerkannte, und nicht etwa die einzig wahre. Erfasst sie wirklich alle Aufgaben und Funktionen einer Sammlung? Kann man diese überhaupt einfach festlegen, verfolgt nicht jedes Museum als gesellschaftliche Institution ihre ganz eigenen Ziele? Funktioniert es wirklich als kollektives Gedächtnis, oder ist er eher ein „Ort des Vergessens“, wie es Michael FEHR in seine vier Thesen beschreibt?Und lässt sich sein Gegenstandsbereich wirklich nur auf materielle Zeugnisse beschränken? Finden beispielsweise nicht immer öfter Tonaufnahmen ihren Weg ins Museum? Diese und ähnliche Fragen sind Teil einer großen Diskussion wie sie im Moment und eigentlich schon immer in der Fachliteratur geführt wird. Konkrete Antworten darauf wird es wohl nie geben, denn so wie die Gesellschaft stetigen Veränderungen untersteht, so auch das Museum. Doch man kann beschreiben und analysieren, und so vielleicht auf die Stellung des Museums in der Vergangenheit schließen, wenn es schon für die Gegenwart nicht absolut möglich ist. Der größte Sprung war hier wohl um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert zu beobachten, als die gesamte Museumsindustrie gravierenden Reformen unterworfen war. Das Rosgartenmuseum in Konstanz wurde 1870 gegründet, noch immer ist in dem mittlerweile modernisierten Museum ein Raum zu finden, der noch nach den Ansprüchen des späten 19. Jahrhunderts eingerichtet ist - der Leinersaal.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Gründung des Rosgartenmuseums

Zur Geschichte des Sammelns

Die Ausstellungspraxis im 19. Jahrhundert am Beispiel des Leinersaales des Rosgarten-Museums

Das Rosgarten-Museum – der neue Teil

Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der musealen Präsentationsformen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Anhand des Rosgarten-Museums in Konstanz wird analysiert, wie sich der Übergang von einer enzyklopädischen, auf Vollständigkeit ausgerichteten Ausstellungspraxis hin zu modernen, selektiven und medienbasierten Vermittlungskonzepten vollzogen hat.

  • Geschichte und Wandel des Sammelbegriffs
  • Analyse der historischen Ausstellungspraxis des 19. Jahrhunderts
  • Fallstudie zum Leinersaal als "Museum im Museum"
  • Kontrastierung moderner Museumskonzepte mit traditionellen Strukturen
  • Rolle des Museums als Bildungsinstanz im gesellschaftlichen Wandel

Auszug aus dem Buch

Die Ausstellungspraxis im 19. Jahrhundert am Beispiel des Leinersaales des Rosgarten-Museums

Das Tageslicht, das durch die hohen Fenster strahlt, sorgt in Verbindung mit einer spärlichen Deckenbeleuchtung für eine wohlige Atmosphäre in dem würfelförmigen, fast vollständig mit Holz verkleideten Leinersaal. Er wird dominiert von großen, einheitlichen, holzgerahmten Glasvitrinen, die jeweils durch eine Nummer gekennzeichnet sind.

In den parallel und orthogonal gestellten Vitrinen reihen sich die Exponate symmetrisch und gerade auf – erst chronologisch, dann funktional oder nach Material und schließlich geographisch geordnet. Keines von ihnen steht allein, jedes verschwindet in der Gruppe Gleichartiger. Was sie zu bedeuten haben, wird nur spärlich erklärt: lediglich Bezeichnung, Fundort, gegebenenfalls Besitzer und Datierung werden auf den kleinen, handgeschriebenen Texttafeln aufgeführt, manchmal ergänzt durch kurze Gedichte an den Wänden. Doch nicht nur in sondern auch auf den Vitrinen, an den Wänden, auf den Wandsockeln unter den Fenstern – überall finden die Objekte Platz, dazwischen drängen sich große Gemälde mit thematisch passenden Motiven.

Der Leinersaal des Rosgarten-Museums in Konstanz stellt ein typisches Beispiel für die Ausstellungspraxis des 19. Jahrhunderts dar. Wie schon in den Jahrhunderten zuvor, wurde auch zu dieser Zeit am Ideal der vollständigen, lückenlosen Darstellung festgehalten. Alles, was thematisch in die Ausstellung passte, wurde zusammengetragen und, da es noch keine Depots gab, wie wir sie heute kennen, auch ausgestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das Museum im Spannungsfeld zwischen kollektivem Gedächtnis und "Ort des Vergessens" und führt in die historische Zäsur um die Wende zum 20. Jahrhundert ein.

Die Gründung des Rosgartenmuseums: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehungsgeschichte des Museums durch Ludwig Leiner nach, der Zeugnisse der lokalen Vergangenheit zusammenführte, um die Identität und Geschichte der Heimat zu bewahren.

Zur Geschichte des Sammelns: Es wird die historische Entwicklung des Sammelns von frühen Horten bis hin zu den spezialisierten Raritätenkabinetten und frühen Museen beleuchtet.

Die Ausstellungspraxis im 19. Jahrhundert am Beispiel des Leinersaales des Rosgarten-Museums: Das Kapitel beschreibt die charakteristische enzyklopädische Dichte, die symmetrische Anordnung und den Bildungsanspruch anhand der noch heute original erhaltenen Räumlichkeiten.

Das Rosgarten-Museum – der neue Teil: Hier wird der Kontrast zur modernen Ausstellungskonzeption aufgezeigt, die stärker themenorientiert und auf die Bedürfnisse eines freizeitorientierten Publikums zugeschnitten ist.

Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert den Wandel von der Quantität zur qualitativen Selektion und betont die Rolle des Rosgarten-Museums als anschauliches Exempel für die Entwicklung musealer Präsentation.

Schlüsselwörter

Rosgarten-Museum, Museologie, Ausstellungspraxis, 19. Jahrhundert, Sammeln, Leinersaal, Museumskonzept, Wissensvermittlung, Erinnerungskultur, Museumsgeschichte, Präsentationsformen, Heimatmuseum, Konstanz, Museumswandel, kulturelles Gedächtnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel musealer Präsentationsformen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte des Sammelns, die historische Ausstellungspraxis des 19. Jahrhunderts und die moderne, zielgruppenspezifische Museumspädagogik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den qualitativen Wandel von einer enzyklopädischen, lückenlosen Darstellung hin zu einer selektiven, mediengestützten Vermittlung anhand eines konkreten Museumsbeispiels aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Museumskonzepten sowie eine vergleichende Fallstudie zwischen einem historischen (Leinersaal) und einem modernen Ausstellungsbereich.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Rosgarten-Museums, die allgemeine Geschichte des Sammelns und kontrastiert die Ausstellungspraxis des 19. Jahrhunderts mit modernen Ansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Museumswandel, Ausstellungspraxis, Leinersaal, Erinnerungskultur und Wissensvermittlung charakterisiert.

Warum ist der Leinersaal für diese Untersuchung besonders wertvoll?

Er fungiert als "Museum im Museum" und bewahrt eine im 19. Jahrhundert übliche, enzyklopädische Präsentationsform, die heute in den meisten anderen Museen verloren gegangen ist.

Welche Rolle spielen moderne Medien laut der Autorin?

Moderne Medien werden als notwendiges Mittel zur Abwechslung und Unterhaltung gesehen, um in der heutigen Freizeitgesellschaft kulturelle Bildung weiterhin attraktiv zu gestalten.

Wie hat sich das Ideal der "Vollständigkeit" verändert?

Während früher die lückenlose Anhäufung von Objekten das Ziel war, steht heute eine sinnvolle, aussagekräftige Selektion von Exponaten im Vordergrund.

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Details

Title
Wandel der Präsentationsformen im Museum vom 19. Jahrhundert bis heute am Beispiel des Rosgarten-Museums in Konstanz
College
University of Constance
Course
Das Museum als Ort der Erinnerungskultur
Grade
1,7
Author
Janina Liedermann (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V58959
ISBN (eBook)
9783638530132
ISBN (Book)
9783656803508
Language
German
Tags
Wandel Präsentationsformen Museum Jahrhundert Beispiel Rosgarten-Museums Konstanz Museum Erinnerungskultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Liedermann (Author), 2005, Wandel der Präsentationsformen im Museum vom 19. Jahrhundert bis heute am Beispiel des Rosgarten-Museums in Konstanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58959
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