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Der Regierungsstil römischer Kaiser - Eine Untersuchung am Modell der Alimentarinstitution

Title: Der Regierungsstil römischer Kaiser - Eine Untersuchung am Modell der Alimentarinstitution

Term Paper , 2005 , 26 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sebastian Gottschalch (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Geschichtsschreibung ist im Bezug auf die Regierungstätigkeiten der römischen Kaiser sehr unterschiedlicher Auffassung, die in zwei kontroverse Meinungen münden. Während die eine Seite der Historiker von der Passivität der Princeps ausgehen, die nicht von sich aus handelten, sondern erst auf das Begehren von Untertanen und auf Fragen von Beamten hin aktiv wurden und daher der Ansicht sind, dass die Kaiser nur herrschten, aber nicht regierten, sieht die andere Seite eben in diesem Reagieren auf die aktuellen Probleme und Ereignisse im Reich die besondere Aktivität und Effektivität der römischen Regierung. Diese Kontroverse soll nun in dieser Arbeit aufgegriffen werden und anhand eines konkreten Ereignisses untersucht werden. Hierbei wird auf das Ende des 1. Jahrhunderts entwickelte und entstandene Alimentarprogramm zurückgegriffen, um durch die Gründe des Entstehens dieser Institution und deren Weiterentwicklung, sowie Ausbreitung und Laufzeit zu untersuchen, warum und in welcher Weise die Kaiser zu dieser Zeit - hauptsächlich wird hierbei auf Nerva und Trajan eingegangen werden, da sie als die Begründer sowohl der stadtrömischen, als auch der munizipalen alimenta gelten - auf die aktuellen Gegebenheiten bzw. Notstände reagiert haben. Durch die Betrachtung des Alimentarwesens unter diesem Gesichtspunkt, soll nachgewiesen werden, dass der Vorwurf der Passivität, der Auffassung des aktiven Reagierens, als eigentlichem Motor der römischen Regierung, weichen muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Administration im Römischen Reich

2.1 Kommunikation im Römischen Reich

2.1.1 System von `Bitten und Anhören´

2.2 Autonomie der Städte

3. Die Alimentarinstitution

3.1 Aufbau des Alimentarwesens

3.1.1 Die Alimentarstiftung in Rom

3.2 Überwachungsorgane

3.3 Ziele der Institution

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das römische Alimentarprogramm als Fallbeispiel, um die umstrittene Frage zu klären, ob das Handeln der römischen Kaiser als passives Reagieren auf Untertanen-Anfragen oder als aktiver, steuernder Regierungsstil zu bewerten ist.

  • Regierungsstil römischer Kaiser im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr.
  • Methodik des Bitt- und Antragsverfahrens in der römischen Administration
  • Strukturen und Ziele der Alimentarinstitution unter Nerva und Trajan
  • Verhältnis zwischen staatlicher Einflussnahme und städtischer Autonomie
  • Sozial- und wirtschaftspolitische Bedeutung der Alimentarstiftung

Auszug aus dem Buch

2. Die Administration im Römischen Reich

An der Spitze der römischen Administration stand der Kaiser. Er erscheint als Mittelpunkt bei Beratungen und Entscheidungen. Von seiner Person war die Art und Ausprägung der Entscheidungen abhängig, „…er ist der dominierende Bezugspunkt für Politik und zentrale Administration.“ Diesen Eindruck belegen auch die Quellen, seien sie nun historischer, juristischer oder epigraphischer Natur. Doch als persönlich aktiver Herrscher, vermitteln sie ein zum Teil irreführendes Bild. Der Kaiser war bei all seinen Tätigkeiten und Entscheidungen auf seine Berater angewiesen, derer sich nachweislich alle römischen Kaiser bedient haben. Trotz der Omnipotenz war er ohne sie nicht handlungsfähig.

Das Vorbild des Beratertums stammte noch aus der Republik. Sie stellte allerdings zu diesem Zeitpunkt keine beständige Institution dar, sondern war von einem ständigen Wechsel der Amtsträger geprägt und tauchte so meist nur als kurzfristige Erscheinung auf. Erst in der Zeit des Prinzipats bestand die Möglichkeit, dass die Beratungstätigkeiten von den selben Personen über längere Zeit ausgeübt werden konnte. Dies hieß wiederum aber nicht, dass nicht auch die Kaiser bei Belieben seine Berater wechseln konnten.

Die Quellenlage über die Zusammensetzung der Beratergremien des 1. und 2. Jahrhundert gewährt keinen sehr tieferen Einblick. Über lange Zeit hinweg ging man in der modernen Geschichtsforschung davon aus, dass sich um den Kaiser eine „…feste, beständige Gruppe von Ratgebern entwickelte, die sich einerseits […] aus Personen mit juristischem Sachverstand zusammensetzte und andererseits besonders die hohen ritterlichen Amtsträger um den Herrscher eingeschlossen habe.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftliche Kontroverse um die vermeintliche Passivität römischer Kaiser ein und stellt das Alimentarprogramm als Untersuchungsgegenstand vor.

2. Die Administration im Römischen Reich: Hier werden die administrativen Strukturen, die Kommunikationswege (insbesondere das Bitt- und Antragsverfahren) sowie die Autonomie der italischen Städte beleuchtet.

3. Die Alimentarinstitution: Dieser Hauptteil analysiert den Aufbau, die Überwachungsorgane sowie die demographischen und militärischen Ziele der Alimentarstiftung.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Alimentarinstitution als aktiver, planvoller Eingriff zur Wahrung staatlicher Interessen zu werten ist.

Schlüsselwörter

Römisches Kaisertum, Alimentarinstitution, Nerva, Trajan, Regierungsstil, Administration, Bittverfahren, Italien, Sozialpolitik, Bevölkerungsrückgang, Munizipien, Antragsverfahren, Infrastruktur, Prinzipat, Wirtschaftsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Regierungsweise römischer Kaiser unter dem Aspekt der Passivität versus aktiver Gestaltung anhand des Modells der Alimentarinstitution.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die römische Verwaltungspraxis, Kommunikationssysteme zwischen Kaiser und Untertanen sowie die spezifische Umsetzung der Alimentarstiftungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass das Alimentarwesen ein Beweis für eine aktive Regierungsform darstellt, die gezielt auf soziale und demographische Probleme reagierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie antike Quellen, inschriftliche Befunde und moderne Forschungsliteratur zum Alimentarwesen kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Organisation der Alimentarinstitution, dem Rollenverständnis von Beamten wie den 'praefecti alimentorum' und den wirtschaftspolitischen Absichten der Kaiser.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere 'Alimenta', 'Prinzipat', 'Munizipien', 'Bitt- und Antragsverfahren' sowie 'Sozial- und Wirtschaftspolitik'.

Welche Rolle spielten die 'Bitten von unten' für das Handeln der Kaiser?

Diese Anfragen waren keineswegs Zeichen von Passivität, sondern dienten als Motor der Verwaltung, da sie den Herrschern Informationen aus allen Teilen des Reiches lieferten und so eine gezielte Reaktion ermöglichten.

Warum war die Alimentarinstitution auch ein militärisches Instrument?

Durch die Förderung des Kindernachwuchses sollte der Bevölkerungsrückgang bekämpft werden, um langfristig die Rekrutierung von Legionären aus dem italienischen Kernland sicherzustellen.

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Details

Title
Der Regierungsstil römischer Kaiser - Eine Untersuchung am Modell der Alimentarinstitution
College
University of Marburg  (Institut für Alte Geschichte )
Course
Hauptseminar: Nerva - römischer Kaiser von 18.9.96 bis zum 27(?).1.98 n. Chr.
Grade
2
Author
Sebastian Gottschalch (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V58963
ISBN (eBook)
9783638530163
ISBN (Book)
9783640866380
Language
German
Tags
Regierungsstil Kaiser Eine Untersuchung Modell Alimentarinstitution Hauptseminar Nerva Kaiser
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Gottschalch (Author), 2005, Der Regierungsstil römischer Kaiser - Eine Untersuchung am Modell der Alimentarinstitution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58963
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