Es gibt zahlreiche Pflegemodelle, die in der heutigen Pflegepraxis angewendet werden. Die verschiedenen Pflegemodelle unterscheiden sich in ihrem Aufbau und ihrer Anwendung in der Pflegepraxis. Gegenstand dieser Hausarbeit ist das Selbstpflegemodell von Dorothea E. Orem. Das Pflegemodell von Dorothea Orem ist in den USA und in vielen europäischen Ländern weit verbreitet. Vor allem in den Niederlanden steht das Selbstpflegemodell, sowohl in der Ausbildung als auch in der Praxis, an oberster Stelle. In dieser Hausarbeit wird zu Beginn die Biographie von Dorothea E. Orem und die Entstehungsgeschichte ihres Pflegemodells erläutert. In den weiteren Abschnitten wird das Pflegemodell mit seinen Schwerpunkten und deren Akzeptanz in der Praxis, Ausbildung und Forschung vorgestellt. Dabei werden auch die Besonderheiten und Kritikpunkte der Pflegetheorie erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie
3. Schwerpunkte der Pflegetheorie
3.1 Theorien der Selbstpflege/Dependenzpflege
3.2. Theorie des Selbstpflegedefizits
3.3. Theorie der Pflegesysteme
3.4. Der Pflegeprozess
4. Besonderheiten der Pflegetheorie
5. Akzeptanz und Anwendung der Selbstpflegetheorie
5.1 Die Akzeptanz und Anwendung in der Ausbildung
5.2 Die Akzeptanz und Anwendung in der Praxis
5.3. Die Akzeptanz und Anwendung in der Pflegeforschung
6. Verbreitung der Pflegetheorie in Deutschland
7. Kritikpunkte
8. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die fundierte Vorstellung des Selbstpflegemodells von Dorothea E. Orem sowie die Analyse seiner theoretischen Grundlagen, Anwendungsbereiche und kritischen Würdigung in der modernen Pflegepraxis.
- Biographischer Hintergrund und Entwicklung des Modells
- Die drei Kerntheorien: Selbstpflege, Selbstpflegedefizit und Pflegesysteme
- Struktur und Anwendung des Pflegeprozesses nach Orem
- Praktische Akzeptanz und Verbreitung in Ausbildung, Praxis und Forschung
- Kritische Reflexion der Pflegetheorie
Auszug aus dem Buch
3.1 Theorien der Selbstpflege/Dependenzpflege
In diesem ersten Teilkonzept wird die Selbstpflege erklärt und begründet. Orem beschreibt mit Selbstpflege alle ausübenden Aktivitäten, die Menschen im eigenen Interesse einleiten, um ihr Leben, ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu erhalten. Diese ausübenden Tätigkeiten, die zur Aufrechterhaltung von Leben und Gesundheit notwendig sind, sind erlernte Handlungen, die durch zahlreiche Faktoren wie Alter, Reifung und Kultur beeinflusst werden.
Unter Dependenzpflege versteht Orem „die kontinuierliche, gesundheitsbezogene, personenorientierte regulierende und entwicklungsbedingte Betreuung, die von den zuständigen Erwachsenen für Säuglinge und Kinder oder für Erwachsene mit gesundheitlichen Einschränkungen geleistet werden.“
Selbstpflege- und Dependenzpflegekompetenzen werden als Fähigkeiten definiert, die notwendig sind um bestimmte Handlungen ausüben zu können. Bei der Selbstpflegekompetenz sind das die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die dazu dienen sich selbständig an der eigenen Pflege zu beteiligen. Diese Fähigkeiten werden von der Kindheit an erlernt.
Die Dependenzpflegekompetenz beschreibt die Fähigkeit eines erfahrenen Menschen, zum einen zu erkennen, dass der Betroffene bestimmten Selbstpflegeerfordernissen, aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden, selbst nicht gerecht werden kann, und zum anderen die Verpflichtung hat einige oder alle diese Erfordernisse für denjenigen zu übernehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Pflegemodell von Dorothea E. Orem und Darlegung der Themenstruktur dieser Arbeit.
2. Biographie: Darstellung des Lebensweges und der beruflichen Entwicklung von Dorothea E. Orem, die maßgeblich zur Entstehung ihrer Theorie beitrugen.
3. Schwerpunkte der Pflegetheorie: Erläuterung der drei Haupttheorien (Selbstpflege, Selbstpflegedefizit, Pflegesysteme) sowie des Pflegeprozesses.
4. Besonderheiten der Pflegetheorie: Zusammenfassung zentraler Merkmale, wie die Klassifizierung als Bedürfnis-, Interaktions- und Pflegeergebnismodell.
5. Akzeptanz und Anwendung der Selbstpflegetheorie: Analyse der Implementierung des Modells in der Ausbildung, klinischen Praxis und internationalen Forschung.
6. Verbreitung der Pflegetheorie in Deutschland: Kurze Betrachtung des Bekanntheitsgrades und der Anwendung des Modells in deutschen Pflegeeinrichtungen.
7. Kritikpunkte: Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie hinsichtlich Übersichtlichkeit, Fachsprache und dem Fehlen der Sterbebegleitung.
8. Fazit: Abschließende Bewertung des Beitrags von Orems Theorie zur Professionalisierung der Pflege und ihrer Eignung besonders in der Rehabilitation.
Schlüsselwörter
Dorothea E. Orem, Selbstpflegemodell, Selbstpflege, Dependenzpflege, Selbstpflegedefizit, Pflegesysteme, Pflegeprozess, Pflegekompetenz, Professionelle Pflege, Gesundheitsförderung, Patientenaktivierung, Rehabilitation, Pflegetheorie, Selbstpflegeerfordernisse, Pflegepraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Selbstpflegemodell der amerikanischen Pflegetheoretikerin Dorothea E. Orem und dessen Stellenwert in der professionellen Pflege.
Was sind die zentralen Themenfelder der Theorie?
Die zentralen Felder sind die Selbstpflege des Patienten, die Feststellung eines Selbstpflegedefizits sowie die Gestaltung von Pflegesystemen und dem Pflegeprozess.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Pflegetheorie von Orem strukturiert vorzustellen, ihre Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen und sie einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur, Lehrbüchern und einer Internetrecherche zur Verbreitung der Theorie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie der Theoretikerin, die detaillierte Beschreibung der drei Teiltheorien, den Pflegeprozess, die Anwendungsgebiete sowie eine Analyse der Stärken und Schwächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Selbstpflegedefizit, Pflegesysteme, Selbstpflegekompetenz, Pflegeprozess und Professionalisierung der Pflege.
Was unterscheidet das vollständige vom teilweise kompensatorischen Pflegesystem?
Beim vollständigen Pflegesystem ist der Patient nicht mehr in der Lage, seine Selbstpflege auszuführen, während er beim teilweise kompensatorischen System nur punktuell auf Unterstützung angewiesen ist.
Wie bewertet die Autorin die Anwendung der Theorie in der Praxis?
Die Autorin sieht die Theorie besonders für den Bereich der Rehabilitation als sehr geeignet an, da sie die Aktivierung und Selbstständigkeit der Patienten gezielt fördert.
- Quote paper
- Anna Model (Author), 2006, Das Pflegemodell von Dorothea E. Orem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59012