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Individualisierung bei Georg Simmel und Ulrich Beck

Title: Individualisierung bei Georg Simmel und Ulrich Beck

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Alt (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Individualisierung. Doch was bedeutet Individualisierung eigentlich? Versteht man darunter eine Art von Egoismus, so wie es in den Medien häufig suggeriert wird? Lebt in unserer heutigen Gesellschaft wirklich jeder für sich? Im diesjährig erschienenen Spiegel Nr. 10 mit der Titelstory „Jeder für sich. Wie der Kindermangel eine Gesellschaft von Egoisten schafft“ wird der demographische Wandel in der Bundesrepublik Deutschland angesprochen, der den Leser alarmieren soll, dass die zukünftige Gesellschaft, die aus den Jetztgeborenen besteht, auf Probleme stoßen wird, deren Ursachen in der Vergangenheit und heute von der Politik nicht aufgehalten wurden, deren Ursachen allerdings auch durch die Gesellschaft selbst produziert worden sind (Spiegel 2006, Nr.10: 76ff.). Wie kann das aber sein? Wie kann eine Gesellschaft derart fehlgeleitet sein, dass sie sich selbst zum Verhängnis wird? Georg Simmels und Ulrich Becks soziologische Modelle zum Individualisierungsprozess könnten auf diese Fragen Antworten liefern.
In dieser Arbeit wird einleitend Simmels Verständnis von Individualisierung untersucht. Zuerst soll aber ein knapper historischer Rückblick in Simmels Lebenszeit erfolgen:
Simmel, der Philosophie studierte, veröffentlichte seine Werke zur Zeit der letzten Jahrhundertwende. Im Jahr 1858 wird er in der Großstadt Berlin geboren, über die er später eine soziologische Untersuchung schreibt. Das akademische und politische aber auch antisemitische Milieu kennzeichnen Simmels Leben und seine wissenschaftliche Laufbahn. Noch über seinen Tod im Jahre 1918 hinaus werden ihm die negativen Vorurteile, nämlich die Annahme, dass er Jude sei, zuteil. 1933 verbrennen Nationalsozialisten alle seine Bücher.
Im Folgenden sollen sowohl Simmels Begriff der Vergesellschaftung untersucht werden als auch die damit einhergehende Individualisierung. Anhand des Modells der Sozialen Kreise macht Simmel deutlich, wie die Gesellschaft bzw. die „Vergesellschaftungsform“ entsteht und welche Rolle dabei das Individuum spielt. In welcher Form und warum ändern sich Soziale Kreise, welche Funktionen übernimmt die Familie und in welche Richtung wird sich die Gesellschaft entwickeln? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit beleuchtet werden.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Individualisierung bei Simmel

2.1 Der Begriff der Vergesellschaftung:

2.3 Die sozialen Kreise:

2.4 Konzentrische Kreise:

2.5 Zentrifugale Kreise:

2.6 Die Rolle des Individuums in der Gruppe:

2.7 Die Doppelrolle der Familie:

2.8 Individualisierung und Modernisierung:

2.9 Zusammenfassung:

3. Individualisierung bei Beck:

3.1 Der Begriff Individualisierung:

3.2 Drei Dimensionen von Individualisierung:

3.3 Reflexive Modernisierung:

3.4 Modernisierungsschub:

3.5 Der Fahrstuhleffekt:

3.6 Institutionalisierung und Standardisierung:

3.7 Zusammenfassung:

4. Fazit:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff und den Prozess der Individualisierung durch einen soziologischen Vergleich der Modelle von Georg Simmel und Ulrich Beck. Ziel ist es, die unterschiedlichen Herangehensweisen beider Soziologen an den Wandel der Gesellschaftsstrukturen sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf das Individuum und dessen Rolle in der Moderne zu analysieren und gegenüberzustellen.

  • Historische und formale Einordnung der Individualisierung bei Georg Simmel
  • Analyse der sozialen Kreise und der Dynamik der Vergesellschaftung
  • Untersuchung des Konzepts der reflexiven Modernisierung bei Ulrich Beck
  • Vergleich der wohlfahrtsstaatlichen Einflüsse und der neuen Individualisierungsdimensionen
  • Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Individualisierungsmodelle

Auszug aus dem Buch

2.4 Konzentrische Kreise:

Nach Simmel errichtet sich Individualität nach zwei Modellen: nach dem Modell der konzentrischen und der zentrifugalen Kreise. Beide Modelle sollen hier kurz erläutert werden.

Wie bereits erwähnt sieht Simmel die Familie, die eine Anzahl verschiedener Individualitäten umschließt, als Ausgangspunkt, also als primären sozialen Kreis an, in den das Individuum per Zufall hinein geboren wird. Gleichsam gehört eine Familie z.B. einem Stand an, der diese in Verpflichtungen einschließt und nur einen kleinen sozialen Spielraum gewährt. Ebenso gehört das Individuum seit der Geburt einer Nationalität an, die es sich nicht aussuchen kann. Die Bindungen an die Mitglieder dieser Kreise sind eng, und ihre Tätigkeiten sind beinahe identisch. Eine solch kleine Gruppe jedes Kreises lässt nur eine geringe Individualität zu. Genauso verhält es sich mit den weiteren Kreisen, zu denen die Familie Kontakt pflegt und zu denen analog das Individuum in Verbindung tritt. Entwicklungsgeschichtlich gesehen erweitert das Individuum mit fortwährender Entfaltung die Anzahl der Kreise durch den Besuch einer Schule, durch die Zugehörigkeit zu einem Berufsstand und ähnliches.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Individualisierung ein und stellt die Relevanz des Themas im Kontext aktueller gesellschaftlicher Debatten dar, wobei die Ansätze von Simmel und Beck als theoretischer Rahmen dienen.

2. Individualisierung bei Simmel: Dieses Kapitel erläutert Simmels Verständnis von Vergesellschaftung und analysiert, wie sich Individuen durch die Kreuzung verschiedener sozialer Kreise definieren.

3. Individualisierung bei Beck: Hier wird Becks Modell der reflexiven Modernisierung und der "Zweiten Moderne" behandelt, das Individualisierung als Resultat wohlfahrtsstaatlicher Veränderungen begreift.

4. Fazit: Das Fazit führt die Analysen zusammen, stellt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden theoretischen Perspektiven heraus und bewertet deren Beitrag zur soziologischen Debatte.

Schlüsselwörter

Individualisierung, Georg Simmel, Ulrich Beck, Vergesellschaftung, soziale Kreise, reflexive Modernisierung, Zweite Moderne, Risikogesellschaft, Wohlfahrtsstaat, soziale Differenzierung, Moderne, Soziologie, Individualität, Identität, Arbeitsteilung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem soziologischen Phänomen der Individualisierung und untersucht dieses anhand der theoretischen Modelle von Georg Simmel und Ulrich Beck.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der Wandel von Gesellschaftsstrukturen, die Dynamik der sozialen Einbindung des Individuums, die Rolle von Tradition und Moderne sowie die Auswirkungen staatlicher und ökonomischer Faktoren auf die persönliche Freiheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist ein vergleichende Analyse, wie Simmel und Beck den Individualisierungsprozess theoretisch modellieren, und welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede sich aus dieser historischen Distanz ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie die soziologischen Konzepte der beiden Autoren systematisch gegenüberstellt und im Kontext der jeweiligen Epoche interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Simmels Konzepten der sozialen Kreise und Vergesellschaftung sowie Becks Analysen zur reflexiven Modernisierung und zum Einfluss des Wohlfahrtsstaates auf die Individuallagen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Individualisierung, soziale Kreise, reflexive Modernisierung, Vergesellschaftung, moderne Gesellschaft und soziale Differenzierung.

Wie unterscheidet sich Simmels Verständnis von Individualisierung von dem Becks?

Simmel betrachtet Individualisierung primär als einen Prozess zunehmender funktionaler Differenzierung durch die Kreuzung sozialer Kreise, während Beck Individualisierung als eine institutionenabhängige Folge moderner Wohlfahrtsstaaten und als Bruch mit traditionalen Sicherheiten sieht.

Was versteht Beck unter der Gefahr der Vereinsamung?

Beck sieht darin das Risiko, dass der Einzelne aus traditionalen Bindungen freigesetzt wird, ohne jedoch echte Autonomie zu gewinnen, da er stattdessen in eine neue institutionelle Abhängigkeit und Standardisierung gerät.

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Details

Title
Individualisierung bei Georg Simmel und Ulrich Beck
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Individualisierung
Grade
1,3
Author
Katharina Alt (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V59024
ISBN (eBook)
9783638530620
ISBN (Book)
9783640858859
Language
German
Tags
Individualisierung Simmel BeckIndividualisierung Georg Ulrich Beck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Alt (Author), 2006, Individualisierung bei Georg Simmel und Ulrich Beck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59024
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