Der Koran betont die Gleichheit zwischen Mann und Frau, legt aber gleichzeitig Regeln fest, die die Frau dem Mann unterordnen. Im Verlauf dieser Arbeit sollen die Ehe- und Scheindungsrechte, die der Koran festhält, näher beleuchtet werden, mit dem Ziel einer konkreten Aussage über die Stellung der verheirateten oder geschiedenen Frau in der moslemischen Gemeinschaft zur Entstehungszeit des Koran.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I – Der Koran
1.1 Allgemeines
1.2 Hauptthemen des Koran
1.3 Entstehung des Koran
1.4 Stellung des Menschen laut des Koran
1.5 Visuelle und akustische Koranrezitation
1.6 Exegese des Koran
1.7 Der Koran als Gesetzgeber
Teil II – Ehe- und Scheidungsrecht im Koran
2.1 Das islamische Eheverständnis
2.2 Zwecke der Ehe
2.3 Polygamie
2.4 Scheidung und Sorgerecht
2.5 Das Patriarchat
2.6 Gleichheit zwischen Mann und Frau
2.7 Ehe und Sexualität
2.8 Ehebruch
2.9 Erbe
Teil III – Kurzer Vergleich der Stellung der Frau im vorislamischen und frühem islamischen Zeitalter
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die im Koran verankerten Ehe- und Scheidungsrechte, um die rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Frau innerhalb der muslimischen Gemeinschaft (Umma) zu analysieren und diese im Kontext der historischen Entwicklung einzuordnen.
- Analyse des Korans als rechtliche und theologische Grundlage.
- Untersuchung der Ehe als sozio-religiöser Vertrag und dessen Zielsetzungen.
- Betrachtung patriarchaler Strukturen und der Stellung der Frau im koranischen Recht.
- Vergleichende Analyse der rechtlichen Position der Frau im vorislamischen und frühem islamischen Zeitalter.
Auszug aus dem Buch
2.4 Scheidung und Sorgerecht
Die Ehe kann entweder durch den Mann, die Frau, einen Richter oder im gegenseitigen Einverständnis beendet werden. Hierbei hat die Frau, solange sie nicht entgegen den heiligen Gesetzen verstoßen hat, ein Anrecht auf ausreichende finanzielle Absicherung für sich und die Kinder durch ihren Exgatten. Der Mann kann durch eine dreimalige Wiederholung der Formel „ich entlasse dich“ die Ehe endgültig beenden.58 Aber es muss eine Wartezeit von drei Monaten eingehalten werden, um sicherzugehen, dass die Frau nicht schwanger ist (Sure 2,228).59
Auf jeden Fall soll die Trennung friedlich und „in Güte“ geschehen (Sure 65,2).60 Eine moslemische Ehe wird jedoch sofort unwirksam, wenn ein Ehepartner von Allahs Religion abfällt.61
Das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder trägt der Vater. Sind die Mädchen jedoch jünger als neun und die Jungen jünger als sieben, bleiben die Kinder vorerst in der Obhut der Mutter.62
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die koranischen Ehe- und Scheidungsrechte, um die Rolle der Frau in der Umma zu bestimmen und mit vorislamischen Traditionen zu vergleichen.
Teil I – Der Koran: Dieser Abschnitt behandelt die Entstehungsgeschichte, Hauptthemen, den Offenbarungscharakter sowie die Bedeutung des Korans als Gesetzgeber und Basis des islamischen Lebens.
Teil II – Ehe- und Scheidungsrecht im Koran: Hier werden zentrale Aspekte wie das Eheverständnis, Polygamie, Scheidungsregelungen, das Patriarchat sowie Erbrechte detailliert analysiert.
Teil III – Kurzer Vergleich der Stellung der Frau im vorislamischen und frühem islamischen Zeitalter: Dieser Teil kontrastiert die rechtliche Situation der Frau vor und nach Einführung des islamischen Rechts, um den sozialen Fortschritt durch den Koran aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Koran, Ehe, Scheidung, Frau, Islam, Patriarchat, Umma, Eheverständnis, Polygamie, Sorgerecht, Ehebruch, Erbe, vorislamische Zeit, Offenbarung, Religionsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die rechtliche Stellung der Frau in der Ehe und bei Scheidungen auf Basis der koranischen Vorschriften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen das islamische Eheverständnis, die Rolle der Frau in der Familie, patriarchale Strukturen sowie der historische Kontext der vorislamischen Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine fundierte Aussage über die Stellung der verheirateten oder geschiedenen Frau innerhalb der muslimischen Gemeinschaft zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-theologische Analyse, die sich primär auf den Koran (in der Übersetzung von Max Henning) und komplementäre Fachliteratur stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Korans als Quelle sowie eine spezifische Analyse der Ehe- und Scheidungsgesetze in den Suren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Koran, Ehe, Scheidung, Frau, Islam, Patriarchat und Umma sind die zentralen Begriffe.
Wie bewertet der Autor das Bild der Frau im Koran?
Der Autor stellt fest, dass der Koran einerseits Gleichheit manifestiert, andererseits aber patriarchalische Strukturen und eine klare Vorherrschaft des Mannes verankert.
Welche Rolle spielt die vorislamische Zeit für den Vergleich?
Der Vergleich zeigt, dass der Koran zur Zeit seiner Entstehung durch die Einführung rechtlicher Schutzmechanismen eine Verbesserung der sozialen Lage der Frau gegenüber den vorislamischen Verhältnissen bewirkte.
Warum wird Polygamie im Koran thematisiert?
Die Polygamie wird als eine im historischen Kontext erlaubte Praxis beschrieben, die unter bestimmten Voraussetzungen (Gerechtigkeit, finanzielle Absicherung) möglich ist.
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- Anna Gielas (Author), 2006, Die Eherechte der Frau im Koran, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59088