Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - World War I, Weimar Republic

Frauenschicksale im Berlin der zwanziger Jahre

Title: Frauenschicksale im Berlin der zwanziger Jahre

Examination Thesis , 2001 , 120 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicole Frischmann (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema 'Frauenschicksale
im Berlin der zwanziger Jahre'. Meine bisherigen Vorstellungen von den zwanziger Jahren beschränkten sich auf einzelne Bilder und Begriffe, die mir aus Medienberichten in Erinnerung geblieben sind. Beispielsweise denke ich beim Stichwort Berlin der zwanziger Jahre an sich amüsierende Menschen im Berliner Nachtleben, an selbstbewusst auftretende Frauen mit Bubikopf und vor allem an die Stars der zwanziger Jahre wie Marlene Dietrich, Lilian Harvey, Asta Nielsen und Josephine Baker. Dieses lückenhafte Bild soll im Verlaufe der Arbeit ergänzt und mit Informationen über das Leben im Berlin der damaligen Zeit gefüllt werden. Mich interessiert vor allem, wie die Frauen in dieser Zeit gelebt und gearbeitet haben. Im Einzelnen möchte ich wissen, ob sich das Leben der Frauen in den zwanziger Jahren im Vergleich zur konservativ geprägten Kaiserzeit verändert hat, ob die Frauen der zwanziger Jahre wirklich so unabhängig und selbstbewusst waren, ob Frauen sich im Berufsleben durchsetzen konnten und inwiefern sie noch abhängig vom 'Familienoberhaupt' als Ernährer waren. Frauen waren in den zwanziger Jahren u.a. im kaufmännischen Bereich, in der Industrie, in Kunst und Kultur tätig. Im Rahmen der Arbeit möchte ich mich vor allem auf diese Bereiche konzentrieren. Ich werde den Alltag von kaufmännischen Angestellten, Fabrikarbeiterinnen und das Leben einiger 'Stars' beschreiben. Ich frage mich an dieser Stelle, ob die weiblichen Angestellten 'neue', selbstbewusste und unabhängig lebende Frauen waren und ob Künstlerinnen dieser Zeit ein ganz anderes Leben geführt haben als 'normale' Frauen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundzüge der Geschichte der Weimarer Republik

2.1 Gründungsphase und Krisenjahre 1918/19-1923

2.2 Stabilisierungsphase 1924-1929

2.3 Auflösung und Zerstörung 1930-1933

3. Berlin

3.1 Überblick: Berlin als Reichshauptstadt und seine Bedeutung

3.2 Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft

3.3 Berlin - die Metropole der zwanziger Jahre?

4. Die 'neue' Frau

4.1 Zur Gleichstellung von Mann und Frau in der Weimarer Republik

4.1.1 Zeittafel: Frauen auf dem Weg zur Gleichstellung

4.1.2 Wahlrecht und formale politische Gleichstellung der Frau

4.1.3 Zur tatsächlichen Situation der Frauen in den zwanziger Jahren

4.2 Überblick über die Frauenarbeit in der Weimarer Republik

4.3 Freizeitgestaltung

4.4 Die Mode der zwanziger Jahre

5. Die weiblichen Angestellten

5.1 Berufstätigkeit als Zwischenlösung bis zur Eheschließung

5.2 Zur Herkunft und Stellung der weiblichen Angestellten

5.3 Die Umschichtung des Konsumverhaltens

5.4 Zum Leben zweier weiblicher Angestellten

5.4.1 Die Bankangestellte Helen Berger

5.4.2 Die Büroangestellte Hildegard Schönrock

6. Frauen in der Industrie - mit Orientierung an der Textilindustrie

6.1 Umfang der Frauenarbeit

6.1.1 Zahlen aus dem Bezirk Berlin

6.2 Arbeitsbedingungen

6.3 Situation und Entlohnung der Arbeiterinnen

6.4 Doppelbelastung - Arbeit und Haushalt

6.5 Zum Alltag zweier Textilarbeiterinnen

6.5.1 Die Textilarbeiterin M. F.

6.5.2 Die Textilarbeiterin M. R.

6.6 Zur Tätigkeit einer ledigen Arbeiterin

6.6.1 Die Arbeiterin Marie Köppke

7. Frauen in Kunst und Kultur

7.1 Der Tanz - Eine Tänzerin der zwanziger Jahre

7.1.1 Anita Berber (1899-1928)

7.2 Die Malerei und eine zeitgenössische Vertreterin

7.2.1 Lene Schneider-Kainer (1885-1971)

7.3 Film und Kino - Das Portrait einer Filmschauspielerin

7.3.1 Asta Nielsen (1881-1972)

7.4 Das Berliner Kabarett

7.4.1 Margo Lion (1900-1989)

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenswirklichkeit von Frauen im Berlin der zwanziger Jahre, um der Frage nachzugehen, ob sich ihre Situation im Vergleich zur Kaiserzeit signifikant gewandelt hat und inwieweit das mediale Bild der "neuen Frau" der tatsächlichen gesellschaftlichen Realität entsprach.

  • Lebensbedingungen von angestellten Frauen und Industriearbeiterinnen.
  • Untersuchung von Frauenbiographien bekannter Künstlerinnen der Zeit.
  • Analyse der rechtlichen Gleichstellung und deren praktischer Umsetzung.
  • Didaktische Reflexion über die Eignung des Themas für den Grundschulunterricht.

Auszug aus dem Buch

6.5.1 Die Textilarbeiterin M.F.

M. F., aus B., 44 Jahre alt, berichtet:

"Meine Arbeitstage sind morgens als erste aufstehen und abends als letzte zu Bett gehen, denn ich habe drei Kinder mit vier, sechs, und acht Jahren, die müssen erst für die Schule und Kinderschule fertig sein, deshalb muß ich die Kleinen morgens vor 6 Uhr schon wecken, schlaftrunken muß ich sie dann anziehen, waschen und kämmen, die Kinder mitnehmen, dann eilig im Schritt in die Fabrik. Mittags 1/212 Uhr die Kinder und Milch holen, das Essen fertigmachen, in aller Hast essen, die Kinder wieder waschen und kämmen, dann geht es in raschem Tempo wieder an die Arbeit. Abends todmüde aus der Fabrik gekommen, muß ich meine Kräfte wieder anspannen, damit ich die Hausarbeit verrichten kann. Wenn schon alles schlafen geht, muß ich oft noch waschen oder flicken. Will ich dann noch in der Zeitung etwas lesen, bin ich oft zu müde, so daß der Schlaf mich übermannt. Mein Wochenende ist: am Samstag mittag von der Fabrik heim. Essen kochen, dann Einkaufen. Ist das versorgt, so muß ich waschen und putzen bis in die Nacht. Am Sonntag früh ist die Hausarbeit zu verrichten und mittags Wäsche instandzusetzen und Strümpfe zu stopfen. So geht das Jagen und Hasten fort von Woche zu Woche, von Monat zu Monat, und mein Verdienst ist doch so nötig, weil es sonst zum Leben nicht reicht. Somit müssen die Kinder die Mutterliebe so sehr entbehren. Die Zeit ist mir so bemessen, daß ich ihnen keine frohe Stunde schenken kann. Oft sind meine Gedanken neben den täglichen Sorgen: wo sind die frohen Kinderjahre, wo ist die schöne Jugendzeit, wenn die Kinder das Schönste, die Mutterliebe, entbehren müssen?"

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Lebenssituation von Frauen in den 1920er Jahren.

2. Grundzüge der Geschichte der Weimarer Republik: Überblick über die politischen Krisen, Umbrüche und Phasen der Republik von 1918 bis 1933.

3. Berlin: Analyse Berlins als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum sowie die Debatte über den Status als Weltmetropole.

4. Die 'neue' Frau: Betrachtung des Wandels der Frauenrolle, der rechtlichen Gleichstellung und der mediale Inszenierung des Frauenbildes.

5. Die weiblichen Angestellten: Untersuchung der Arbeits- und Lebensbedingungen der neu entstandenen Schicht der weiblichen Angestellten.

6. Frauen in der Industrie - mit Orientierung an der Textilindustrie: Detaillierte Betrachtung der Arbeitsbedingungen und der sozialen Realität von Fabrikarbeiterinnen.

7. Frauen in Kunst und Kultur: Biographische Portraits bedeutender Künstlerinnen im Kontext des kulturellen Lebens der 1920er Jahre.

8. Zusammenfassung: Abschließende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Transformation der Frauenrolle und Fazit der Untersuchung.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Berlin, Frauenschicksale, Frauenarbeit, neue Frau, Industriearbeiterinnen, weibliche Angestellte, Emanzipation, Doppelbelastung, Frauenwahlrecht, Anita Berber, Asta Nielsen, Lene Schneider-Kainer, Margo Lion, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Lebenswirklichkeit von Frauen in Berlin während der Weimarer Republik und untersucht, ob das propagierte Bild der "neuen Frau" mit der sozialen Realität übereinstimmte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet die Situation von Angestellten, Fabrikarbeiterinnen, Künstlerinnen sowie die politische und rechtliche Lage von Frauen dieser Ära.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt des modernisierten Frauenbildes zu prüfen und aufzuzeigen, dass traditionelle Rollenzuweisungen in den meisten sozialen Schichten bestehen blieben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer Quellen, Biographien und Berichte, um die damalige Lebenssituation zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den historischen Rahmenbedingungen die Arbeitswelt von Angestellten und Arbeiterinnen, die Freizeitgestaltung sowie Portraits einzelner Künstlerinnen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Weimarer Republik, neue Frau, Doppelbelastung, Frauengeschichte und die soziale Situation in Berlin.

Warum wird die Rolle der Künstlerin Lene Schneider-Kainer als besonders hervorgehoben?

Lene Schneider-Kainer wird als Beispiel für eine Frau angeführt, die trotz gesellschaftlicher Schranken den Durchbruch schaffte und eine finanzielle Unabhängigkeit erreichte, die vielen anderen verwehrt blieb.

Warum kommen die didaktischen Exkurse zu einem negativen Ergebnis für die Grundschule?

Die Autorin stellt fest, dass die historischen Quellen und die untersuchte Kinderliteratur für Grundschüler in der Regel zu komplex, sprachlich anspruchsvoll oder inhaltlich ungeeignet für eine historische Aufarbeitung im Sachunterricht sind.

Excerpt out of 120 pages  - scroll top

Details

Title
Frauenschicksale im Berlin der zwanziger Jahre
College
University of Siegen
Grade
1,0
Author
Nicole Frischmann (Author)
Publication Year
2001
Pages
120
Catalog Number
V59089
ISBN (eBook)
9783638531146
Language
German
Tags
Frauenschicksale Berlin Jahre Frauenarbeit Zwanziger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Frischmann (Author), 2001, Frauenschicksale im Berlin der zwanziger Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59089
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  120  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint