Das Modell des Homo Oeconomicus prägt die Denkweise von Studierenden der Wirtschaftswissenschaften nachhaltig. Viele orientieren sich an diesem rational-ökonomischen Menschenbild, obwohl es seit längerem unter Verdacht steht, Veränderungen und agile Konzepte in Unternehmen zu unterbinden.
Welchen Einfluss hat das Modell Homo Oeconomicus auf Studierende der Wirtschaftswissenschaften? Wie wirkt sich dieses Modell auf deren Entscheidungsverhalten aus? Und können interdisziplinäre Kurse den Einfluss des Homo Oeconomicus reduzieren?
Der Autor Dennis Geese erläutert das Modell des Homo Oeconomicus und legt dar, wie weit diese Denkweise bei Studierenden der Wirtschaftswissenschaften verbreitet ist. Dabei untersucht Geese, wie das rationale und eigennützige Verhalten entsteht und welche Auswirkungen es auf das Entscheidungsverhalten von angehenden Führungskräften hat.
Aus dem Inhalt:
- Unternehmensführung;
- Veränderungsprozess;
- neoklassische Theorie;
- Leadership;
- Organisationsform
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Struktur der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Menschenbilder
2.2 Einfluss von Menschenbildern auf die Unternehmensführung
2.3 Homo Oeconomicus
2.4 Homo Oeconomicus als Menschenbild
2.5 Forschungshypothesen
3 Empirische Untersuchung
3.1 Methode
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptivstatistische Datenauswertung
4.2 Inferenzstatistische Prüfung der Hypothesen
4.3 Explorative Analyse
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Praktische Implikationen
5.3 Limitationen und zukünftige Forschung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Modells des Homo Oeconomicus auf das Menschenbild von Studierenden der Wirtschaftswissenschaften und dessen Auswirkungen auf deren Entscheidungsverhalten in spieltheoretischen Situationen.
- Menschenbilder als normative Orientierungshilfe in der Unternehmensführung
- Die historische Genese und methodologische Einordnung des Homo Oeconomicus
- Empirische Analyse des Entscheidungsverhaltens durch ein Verhaltensexperiment
- Einfluss der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung auf eigennütziges Verhalten
- Bedeutung von Fairness und Reziprozität als Gegenentwurf zum Standardmodell
Auszug aus dem Buch
2.1 Menschenbilder
Die Menschheit beschäftigt sich seit eh und je mit der Frage nach dem Wesen des Menschen (Auer, 2017). Zur Beantwortung dieser Frage ist der Mensch auf die Konstruktion von Menschenbildern angewiesen, welche eine Erklärung des Wesens vom Menschen ermöglichen. Deshalb konstruiert sich im Laufe des Lebens jedes Individuum ein eigenes Menschenbild und somit auch seine persönliche Antwort auf die Grundsatzfrage nach dem Wesen des Menschen. Dabei entstehen im zeitlichen Verlauf aus den individuellen Menschenbildern sogenannte übergeordnete Menschenbilder der Gesellschaft (Hug, 2013). Bei der Definition des Begriffes Menschenbild existieren nach Vossenkuhl (2009) in der Vergangenheit und in der Gegenwart keine gemeinsame Begrifflichkeit, sodass bisher alle Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen weiterhin koexistieren. Diese Tatsache sorgt nach Standop (2012) dafür, dass mittlerweile eine Vielzahl an verschiedensten Vorstellungen und Konzepten unter dem Begriff Menschenbild zusammenkommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema durch die Darstellung des Wandels in der Arbeitswelt und die Relevanz des Menschenbildes des Homo Oeconomicus für Unternehmensstrukturen.
2 Theoretischer Hintergrund: Fundierte Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit und Funktion von Menschenbildern sowie eine detaillierte Analyse des Modells Homo Oeconomicus und seiner Rolle in der Ökonomie.
3 Empirische Untersuchung: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, inklusive der Stichprobenbeschreibung und des Designs des Verhaltensexperimentes zur Messung ökonomischen Handelns.
4 Ergebnisse: Auswertung der erhobenen Daten mittels deskriptiver und inferenzstatistischer Verfahren zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5 Diskussion: Interpretation der Untersuchungsergebnisse im Kontext bestehender Forschung und Ableitung praktischer Implikationen für die Unternehmensführung sowie Forschung.
Schlüsselwörter
Homo Oeconomicus, Menschenbild, Entscheidungsverhalten, Spieltheorie, Wirtschaftswissenschaften, Nutzenmaximierung, Fairness, Reziprozität, Unternehmensführung, Organisationsgestaltung, Verhaltensexperiment, Rationalität, Eigennutz, Sozialisation, Betriebswirtschaftslehre
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Bachelor-Thesis?
Die Arbeit untersucht, ob die wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung Studierende dahingehend prägt, dass sie ein rationales und eigennütziges Entscheidungsverhalten nach dem Modell des Homo Oeconomicus entwickeln.
Welche Themenfelder stehen im Fokus der theoretischen Betrachtung?
Im Zentrum stehen die Begriffe Menschenbild und Homo Oeconomicus, ihre theoretische Herleitung sowie ihre Auswirkungen auf die Unternehmensführung, Organisation und das individuelle Handeln.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet, welchen Einfluss das Modell des Homo Oeconomicus auf das Menschenbild von Studierenden der Wirtschaftswissenschaften hat und welche Auswirkungen daraus für ihr Entscheidungsverhalten resultieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung angewandt?
Die Arbeit nutzt ein empirisches Quasi-Experiment (Online-Verhaltensexperiment via SoSci Survey), das drei verschiedene spieltheoretische Entscheidungssituationen umfasst.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Hintergrund, die methodische Beschreibung der empirischen Untersuchung, die statistische Ergebnisauswertung sowie eine kritische Diskussion der Befunde.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Homo Oeconomicus, Menschenbild, spieltheoretisches Entscheidungsverhalten, Fairness, Reziprozität und ökonomische Ausbildung.
Welche Bedeutung haben die Spielsituationen (Diktator-/Ultimatumspiel) für die Arbeit?
Diese klassischen spieltheoretischen Szenarien dienen dazu, das tatsächliche Handeln der Studierenden messbar zu machen und Abweichungen vom rein rationalen Nutzenmaximierer-Modell zu identifizieren.
Zu welchem Schluss kommt der Autor bezüglich der Hypothesen?
Die Ergebnisse konnten die vermuteten signifikanten Einflüsse nicht durchgehend bestätigen; stattdessen zeigte sich, dass auch Studierende der Wirtschaftswissenschaften in vielen Fällen Fairness und Reziprozität als Handlungsprinzipien nutzen.
- Citation du texte
- Dennis Geese (Auteur), 2020, Einflüsse auf das Entscheidungsverhalten angehender Führungskräfte. Wie der Homo Oeconomicus die Denkweise von Studierenden prägt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/591178