Im Zeitalter des internationalen Wettbewerbs, der immer größer werdenden Tendenz zu Käufermärkten, der drastischen Verkürzung von Produktlebenszyklen sowie dem starken Aufkommen von innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien, ist es für Unternehmen signifikanter denn je, sich auf „Grenzübergreifende“ Aktivitäten zu konzentrieren um ihre Position gegenüber Konkurrenten zu stärken. In den vergangenen 10 Jahren rückte aus diesem Grund das Supply-Chain-Management (SCM) in den Fokus der Unternehmensführung. Seit der Einführung des Supply-Chain-Konzeptes im Einzelhandel, hat es sich auch in anderen Industriezweige, insbesondere der Automobilindustrie, etabliert.
Gleichzeitig erweitert sich die Sichtweise durch das Supply-Chain-Management von der traditionell internen, auf das Unternehmen fixiert, auf die Unternehmensübergreifende, „globale“ Sicht. Der gesamte Wertschöpfungsprozess wird als Ganzes betrachtet, welchen es dann zu managen gilt. Diesen Prozess zu handeln ist nicht einfach, wie das Scheitern diverser Unternehmen in der Praxis zeigt. Neben Gründen wie Informationsmangel, Mangel an Vertrauen und der Fähigkeit zur Kooperation, spielt das Fehlen eines geeigneten Kennzahlensystems zur Überwachung der Aktivitäten innerhalb der Supply Chain eine weitere wesentliche Rolle. Der Ausgleich dieses Defizits soll durch die Integration der Balanced Scorecard Methode in das Supply Chain Management realisiert werden.
Ziel dieser Studienarbeit ist es, die Integration der Balanced Scorecard in das Supply Chain Konzept aufzuzeigen. Die Arbeit lässt sich grob in drei Teilen gliedern, welche im Folgenden kurz beschrieben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Supply-Chain-Management
2.1. Ziele des Supply Chain Managements
3. Das Konzept der Balanced Scorecard (BSC)
3.1. Perspektiven der Balanced Scorecard
3.2. BSC als Managementsystem
4. Gründe für die Implementierung der BSC
5. Integration der BSC in das Supply-Chain-Konzept
5.1. Supply Chain Balanced Scorecard
5.2. Zielsetzung und Aufgaben
5.3. Erfolgsfaktoren und Hindernisse für die Integration
5.4. Merkmale der Supply Chain Balanced Scorecard
5.5. Konzepte einer Balanced Scorecard im SCM
5.5.1. Balanced Scorecard im Supply Chain Management von Werner
5.5.2. Supply Chain Balanced Scorecard Framework von Brewer & Speh
5.5.3. Die Handhabung in der Praxis
5.6. Fallbeispiel der Integration einer BSC in das SCM
5.6.1. Beschreibung der Supply Chain
5.6.2. Zielsetzung der SCBSC “Continental”
5.6.3. Entwicklung der SCBSC „Continental“
5.6.4. Merkmale der SCBSC „Continental“
5.6.5. Bewertung der SCBSC „Continental“
6. Kritik an der Balanced Scorecard - Methode
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Integration der Balanced Scorecard (BSC) in das Supply Chain Management (SCM) zu untersuchen und aufzuzeigen, wie diese Methode zur Optimierung unternehmensübergreifender Wertschöpfungsprozesse und zur Verbesserung der Steuerung beitragen kann.
- Grundlagen und Definitionen des Supply Chain Managements.
- Funktionsweise und Perspektiven der Balanced Scorecard.
- Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Implementierung einer SCBSC.
- Vergleich verschiedener Konzepte der Balanced Scorecard im SCM.
- Praxisbeispiel der Continental AG zur Anwendung der SCBSC.
Auszug aus dem Buch
5.5.3. Die Handhabung in der Praxis
Sowohl das Konzept von Werner als auch das Konzept von Brewer und Speh basieren auf der klassischen Balanced Scorecard mit den vier Perspektiven. Dennoch scheint in der Praxis ein anderer Trend erkennbar zu sein, gerade im Hinblick das in manchen Branchen eine Tendenz zu „virtuellen“ Unternehmen besteht.
Aus diesem Grund hat sich in den vergangenen Jahren „Collaboration“ als fünfte Perspektive der Balanced Scorecard etabliert – insbesondere bei Unternehmen in komplexen Wertschöpfungsketten. „Collaboration“ misst die Qualität der Interaktion mit Zulieferern und die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Supply Chain. Damit wird diese Perspektive mindestens zum Bindeglied zwischen den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette und im Idealfall die Integrationsklammer über den gesamten Wertschöpfungsprozess. Sie bildet zugleich eine der zentralen Aufgaben des Supply Chain Managements ab.
Bereits Kaplan/Norton räumen ein, dass vier Perspektiven lediglich als Schablone und nicht als Zwangsjacke gedacht ist und je nach Branchenbedingungen und Geschäftseinheitsstrategie weiter Perspektiven notwendig werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das internationale Wettbewerbsumfeld und die Notwendigkeit von Kennzahlensystemen im Supply Chain Management.
2. Supply-Chain-Management: Erläuterung der logistischen Wertschöpfungsketten und der Zielsetzungen einer effizienten unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit.
3. Das Konzept der Balanced Scorecard (BSC): Darstellung der vier klassischen Perspektiven der BSC und ihrer Rolle als Managementsystem zur Strategieumsetzung.
4. Gründe für die Implementierung der BSC: Analyse der Schwachstellen traditioneller Managementsysteme und der Hindernisse, die den Einsatz einer BSC erfordern.
5. Integration der BSC in das Supply-Chain-Konzept: Umfassende Untersuchung zur Anwendung, den Erfolgsfaktoren und den verschiedenen Konzepten der SCBSC, inklusive eines Praxisbeispiels der Continental AG.
6. Kritik an der Balanced Scorecard - Methode: Diskussion der kritischen Aspekte wie Zeitressourcen, Komplexitätsreduktion und der Schwierigkeit bei der Definition von Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
7. Zusammenfassung: Abschließendes Fazit zur Eignung der BSC als wirksames Controlling-Instrument im SCM-Prozess trotz Lernphasen bei der Anwendung.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Balanced Scorecard, SCM, SCBSC, Wertschöpfungskette, Controlling, Strategieumsetzung, Leistungstreiber, Kennzahlen, Logistik, Collaboration, Continental AG, Prozessoptimierung, Unternehmensübergreifende Steuerung, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Verknüpfung von zwei Managementkonzepten: dem Supply Chain Management (SCM) und der Balanced Scorecard (BSC).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die strategische Steuerung von Supply Chains, die Identifikation von relevanten Leistungs- und Ergebniskennzahlen sowie die Überwindung von Koordinationsproblemen zwischen verschiedenen Akteuren einer Wertschöpfungskette.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine Balanced Scorecard spezifisch für die Anforderungen einer Supply Chain (SCBSC) gestaltet werden kann, um die Wettbewerbsfähigkeit und Transparenz zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die durch die Darstellung von theoretischen Konzepten (Werner, Brewer & Speh) und ein konkretes Praxisbeispiel aus der Automobilindustrie fundiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des SCM und der BSC erläutert, die Hindernisse und Erfolgsfaktoren für deren Integration analysiert und verschiedene Konzepte sowie ein Praxisbeispiel der Continental AG detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Supply Chain Management, Balanced Scorecard, SCBSC, Collaboration, Kennzahlen, Strategieumsetzung und Wertschöpfungskette.
Warum wird im Kontext der BSC häufig von "Collaboration" als fünfte Perspektive gesprochen?
In modernen, komplexen Lieferketten reicht die klassische BSC oft nicht aus. "Collaboration" misst die Qualität der Interaktion zwischen den Partnern und dient als Integrationsklammer, was in virtuellen Unternehmensnetzwerken zentral ist.
Was sind die Haupterkenntnisse aus dem Fallbeispiel Continental AG?
Das Beispiel zeigt, dass die SCBSC in der Praxis durch eine Kombination aus Top-Down- und Bottom-Up-Ansätzen entwickelt wird, um sowohl unternehmensübergreifende strategische Ziele als auch spezifische projektbezogene Schwachstellen adressieren zu können.
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- Sebastian Seidler (Author), 2006, Die Integration der Balanced Scorecard Methode in das Supply Chain Konzept, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59133