Ende 2018 wurde der „Datenreport 2018 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland“ erstellt. In dieser Studie werden Zahlen und Angaben zu bedeutsamen Bereichen des Lebens von Fachkräften aus Statistik und der Sozialforschung veröffentlicht. Kinder aus Problemfamilien haben Schwierigkeiten im Bereich ihrer Gesundheit, von Geburt an wachsen sie ungesund auf. Entweder rauchen die Mütter schon während der Schwangerschaft oder sind selbst gesundheitlich beeinträchtigt. Die Probleme der Eltern setzen sich im Leben des Nachwuchses fort. Dies führt oft zu Fehlverhalten, gesundheitlichen Schwierigkeiten der Psyche, ungesunder Ernährung etc.
Für diese Familien mit einem Berg an Problemen kann das Case Management zielführend in der Aktivierung zur Selbsthilfe werden. Dies kann anhand einer praktischen Auseinandersetzung mit der hier folgenden Fallstudie gezeigt werden. Zu Beginn wird die Familie mit ihrer Problemlage vorgestellt. Anhand des Case Managements in den Phasen Linking und Monitoring im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wird die Familie auf der Netzwerkebene zur Selbsthilfe durch verschiedene Hilfsangebote von diversen Leistungsanbietern unterstützt.
Die fiktive Fam. Müller wohnt am Stadtrand von Bonn in einem baufälligen EFH, das nach dem Tod der Eltern des Familienvaters, Anton Müller, gemeinsam mit einem hohen Geldbetrag an ihn vererbt wurde. Anton, 44 Jahre alt, arbeitet in einem Straßenbauunternehmen mit bundesweitem Arbeitseinsatz und kommt teilweise nur an den Wochenenden nach Bonn zur Familie. In seiner Freizeit, unterwöchig und an den Wochenenden, sucht er gemeinsam mit Freunden diverse Spielhallen auf und verliert dort viel Geld. Seit dem Tod seiner Eltern und der Gründung seiner jetzigen Familie hat sich eine Spielesuchtproblematik entwickelt. Er wirkt schnell gereizt und wird teils auch aggressiv, lügt und hat den Dispokredit schon voll ausgereizt. Anton meint, er finde sein Glück nur an den Spieleautomaten. Seine Frau, Marie Müller, 42 Jahre alt, leidet seit dem Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern ab ihrem ca. 24. Lebensjahr an Depressionen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Die Einführung zur Fallstudie im Linking und Monitoring
2. Case Management in der Kinder- und Jugendhilfe – Fallstudie - Familie Müller
2.1. Kinder- und Jugendhilfe
2.2. Case Management
2.3. Phasen des Case Management
2.4. Phase Linking
2.4.1. Voraussetzungen für die Phase Linking
2.4.2. Erster Schritt im Linking: Die Vorbereitung
2.4.3. Zweiter Schritt im Linking: Die Vermittlung
2.4.4. Dritter Schritt im Linking: Die Anpassung
2.4.5. Vierter Schritt im Linking: Die fallbezogene Vernetzung
2.5. Phase Monitoring
2.5.1. Normaler Fallverlauf im Monitoring
2.5.2. Drohender Abbruch durch den Adressaten im Monitoring
2.5.3. Fehlende Umsetzung der Leistung durch einen Hilfsanbieter im Monitoring
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die praktische Anwendung der Case-Management-Phasen "Linking" und "Monitoring" anhand einer fiktiven Fallstudie (Familie Müller) zu illustrieren und die Möglichkeiten der Unterstützung zur Selbsthilfe im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe aufzuzeigen.
- Methodische Grundlagen des Case Management in der Sozialen Arbeit
- Detaillierte Analyse der Linking-Phase (Vorbereitung, Vermittlung, Anpassung, Vernetzung)
- Monitoring als Steuerungsinstrument zur Sicherung von Hilfeprozessen
- Umgang mit multiplen Problemlagen (Sucht, Depression, Verschuldung, Erziehungsschwierigkeiten)
- Bedeutung der Partizipation und Ressourcenaktivierung
Auszug aus dem Buch
2.4.2. Erster Schritt im Linking: Die Vorbereitung
In diesem Schritt werden Vorbereitungen für die Adressaten im Bereich der Leistungsangebote erbracht, sie auf die Maßnahmen vorzubereiten. Dabei spielen die Erwartungen und Ängste bzw. Befürchtungen der Adressaten eine wichtige Rolle. Um die Adressaten darauf vorzubereiten, geben die Kontaktpersonen erste Informationsauskünfte, um sie zu beruhigen. Zur Beruhigung zählt u.a. die Klärung von Unklarheiten und Fragen. Die Aufnahmeformalitäten müssen an erster Stelle der Leistungsanbieter bekannt sein und die Vorbereitung der Checklisten muss erfolgt sein. Ganz wichtig ist hierbei die Durchführung der Nachbesprechung aller Vermittlungskontakte durch den Case Manager (DGCC e.V., 2015, S. 24).
Für Fam. Müller wurden diverse Maßnahmen gemäß SGB VIII genehmigt, die zu einer Unterstützung der Selbsthilfe in schwierigen Lebensbereichen im Familienalltag führen sollen. Die Eltern sind von psych. Leiden (Störungen) betroffen, Marie leidet an einer affektiven Störung (Depression) und Anton an einer psych. Abhängigkeitsstörung (Spielesucht). In diesem Fall ist eine Beziehung zw. ihnen und dem Fallmanager mit viel Vertrauen, Aussicht auf Hilfe und Besserung der Lebenssituation aufzubauen. Psych. erkrankte Menschen suchen sich selten professionelle Hilfe aufgrund ihrer Schamgefühle, die durch negative Vorurteile der Gesellschaft geprägt sind (Lenz/Brockmann, 2013, S.14-17). Um die Familie am Anfang schrittweise zu unterstützen, empfiehlt sich der Einsatz einer SPFH nach § 31. Sie ist eine starke Hilfe, um das System Familie durch Aktivierung der Selbsthilfe zu unterstützt. SPFH wohnt teilweise mit in der Familie, unterstützt Marie im Alltag mit dem Haushalt, bringt Paul und Sophia zur Kita bzw. Schule, begleitet Marie und Anton zu den Beratungsstellen gemäß § 28 im Bereich der Sucht-, Erziehungs-, Schuldner-, Ehe- und Familienberatung. Die SPFH kann die Eltern darüber hinaus auch bei der Suche eines Therapieplatzes aufgrund ihrer psych. Leiden unterstützen (Wabnitz, 2019, S. 82-83).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – Die Einführung zur Fallstudie im Linking und Monitoring: Das Kapitel führt in die Problematik von Familien in belasteten Lebenslagen ein und stellt die fiktive Familie Müller als Grundlage für die Anwendung des Case Management vor.
2. Case Management in der Kinder- und Jugendhilfe – Fallstudie - Familie Müller: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Case Managements und führt detailliert durch die Phasen Linking und Monitoring anhand der konkreten Fallbeispiele der Familie.
3. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Ressourcenaktivierung und Partizipation für den Erfolg des Hilfeprozesses und betont die Rolle des Fallmanagers als vertrauter Begleiter.
Schlüsselwörter
Case Management, Linking, Monitoring, Kinder- und Jugendhilfe, Familie Müller, SGB VIII, Sozialpädagogische Familienhilfe, Empowerment, Selbsthilfe, Partizipation, Fallsteuerung, Psychische Erkrankung, Vernetzung, Hilfeplan, Ressourcen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung der Case-Management-Methode im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe anhand einer fiktiven Fallstudie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Verknüpfung von Unterstützungsangeboten (Linking) und der kontinuierlichen Fallsteuerung sowie Qualitätsprüfung (Monitoring).
Welches primäre Ziel verfolgt die Fallstudie?
Ziel ist es, zu zeigen, wie durch Aktivierung der Selbsthilfe und zielgerichtete Hilfsangebote die Lebenssituation einer belasteten Familie nachhaltig verbessert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur und dem SGB VIII, angewandt auf die methodische Struktur des Case Managements nach DGCC-Standards.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Phasen Linking und Monitoring, unterteilt in Einzelschritte mit spezifischer Anwendung auf das Fallbeispiel Familie Müller.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Case Management, Linking, Monitoring, Empowerment und Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH).
Warum ist das "Linking" für die Familie Müller besonders wichtig?
Das Linking ist entscheidend, um die verschiedenen Unterstützungsbedarfe der Familienmitglieder (Suchttherapie, Schuldnerberatung, schulische Förderung) passgenau zu vermitteln und zu koordinieren.
Welche Rolle spielt die SPFH in der Fallstudie?
Die SPFH dient als zentrale Vertrauensperson und direkte Unterstützung im Alltag, die hilft, Strukturen aufzubauen und die Familie zu den verschiedenen Beratungsstellen zu begleiten.
Wie geht die Arbeit mit der Gefahr eines Abbruchs der Hilfeleistungen um?
Die Arbeit thematisiert präventive Maßnahmen im Monitoring, um drohende Abbrüche durch Adressaten oder Leistungsanbieter frühzeitig zu erkennen und durch Fallkonferenzen oder Neu-Assessment zu verhindern.
- Citar trabajo
- Sandra Hübner (Autor), 2020, Linking und Monitoring in der Kinder- und Jugendhilfe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/591348