Die Notwendigkeit von Qualitätsentwicklung wird heute nicht mehr angezweifelt: Gesetzliche Vorgaben z.B. im Kinder- und Jugendhilfegesetz und die Sicherung der Wirtschaftlichkeit zwingen die Leistungserbringer, die Qualität der Dienstleistungen ständig zu verbessern und transparent zu machen.
In den Gesetzestexten stehen die Qualitätsanforderungen meist im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizienz - in dieser Hinsicht ist Qualität relativ und von dem Faktor "Kosten" bestimmt. Andererseits betrachtet kann Qualität aber auch Marktvorteile bringen. Über Qualitätssicherungsbemühungen und eingeführte Qualitätsmanagementsysteme kann breit informiert werden. Die erzielte Qualität der Leistungen wird sich im guten Ruf der Einrichtung und in entsprechend guter Auftragslage/Auslastung/Belegung niederschlagen. Hier gilt es, die Kunden und Vermittler genauer auszumachen, denen die Leistungen Nutzen bringen sollen, denn ihrer Zufriedenheit dienen die Qualitätsbestrebungen.
Die Qualitätsanforderungen, die in der Einrichtung für die einzelnen Dienstleistungen gelten, stehen also in einem größeren Zusammenhang von Unternehmensentscheidungen, die eine Einrichtung auf dem Markt positionieren und ihr nach innen wie außen Identität geben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Qualität?
2.1 Gesellschaftliche Hintergründe zur Qualitätsdebatte in Kindertagesstätten
2.2 Verschiedene Betrachtungsweisen zur Qualitätsbestimmung
3 Was ist Qualitätsmanagement?/ Was sind Qualitätsmanagementsysteme?
3.1 Kriterien zur Einschätzung von Qualitätsmanagementsystemen
3.2 Was bisher geschah …
3.3 Abstrakt zu aktuellen Qualitätsmanagementsystemen
3.3.1 TQM
3.3.2 EFQM
3.3.3 DIN EN ISO 9000 ff
4 Weitere geeignete Maßnahmen zur Qualitätssicherung
4.1 Anwendung von Qualitätswerkzeugen (Q7)
4.2 Zufriedenheitsanalysen
5 Resümee
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und gesetzlicher Anforderungen. Ziel ist es, die bestehende Verunsicherung pädagogischer Fachkräfte durch eine Versachlichung der Diskussion abzubauen und praxisnahe Lösungsansätze für die Qualitätssicherung und -entwicklung aufzuzeigen.
- Herausforderungen durch gesellschaftlichen Wandel und Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze
- Definition von Qualität und deren verschiedene Dimensionen (Struktur-, Prozess- und Orientierungsqualität)
- Analyse und Vergleich verschiedener Qualitätsmanagementsysteme (TQM, EFQM, ISO 9000 ff.)
- Methoden zur Qualitätssicherung durch den Einsatz von Qualitätswerkzeugen (Q7)
- Instrumente zur Kundenzufriedenheitsanalyse und deren Bedeutung für die Einrichtungsentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Total Quality Management (TQM)
TQM, zu deutsch totales oder umfassendes Qualitätsmanagement, verfolgt als oberste Ziele die totale Kundenzufriedenheit und die totale Beherrschung der Prozessqualität. Alle Mitarbeiter und Unternehmensbereiche bemühen sich gemeinsam um die totale Zufriedenstellung von Kundenwünschen um dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu steigern.
TQM heißt demnach alle zur Verfügung stehenden Mittel und Mitarbeiter zu mobilisieren, um die Anforderungen und Erwartungen der Kunden nicht nur zu erfüllen, sondern – wenn möglich – sogar zu übertreffen. Ziel von TQM ist es, den Kunden zu begeistern!
Über diese Definition hinaus spielen neben den Mitarbeitern des Unternehmens noch weitere Bausteine eine wichtige Rolle für TQM: (1) TQM stützt sich auf die Mitwirkung aller Mitarbeiter, d.h. jeder Einzelne im Unternehmen ist dafür verantwortlich, dass der Kunde zufrieden ist, (2) TQM ist eine Managementmethode, d.h. eine nicht delegierbare Führungsaufgabe mit unverzichtbarer Vorbildfunktion der Leitung und (3) Qualität steht bei im Mittelpunkt von TQM, d.h. TQM geht davon aus, dass die Ergebnisqualität abhängig ist von der Qualität der Prozesse.
TQM ist eine Methode um durch immer bessere Qualität, durch immer zufriedenere Kunden, durch immer zufriedenere Mitarbeiter sowie durch Achtung gesellschaftlicher Werte und Normen immer bessere Geschäftsergebnisse zu erreichen.
TQM kann auch als eine Philosophie oder eine Werthaltung verstanden werden, die im EFQM-Ansatz eine konkrete Umsetzung erfährt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Druck auf Kindertagesstätten durch den Rechtsanspruch auf Betreuung und knappe Finanzen, was zu Unsicherheit über Qualitätsstandards führt.
2 Was ist Qualität?: Das Kapitel definiert den Qualitätsbegriff aus verschiedenen Perspektiven und erläutert die Unterteilung in Struktur-, Prozess- und Orientierungsqualität.
3 Was ist Qualitätsmanagement?/ Was sind Qualitätsmanagementsysteme?: Hier werden die Gründe für die Einführung von Qualitätsmanagement erläutert sowie verschiedene Systeme wie TQM, EFQM und ISO 9001 im Kontext der pädagogischen Arbeit vorgestellt.
4 Weitere geeignete Maßnahmen zur Qualitätssicherung: Dieses Kapitel stellt Methoden zur Problemlösung wie die sieben Qualitätswerkzeuge (Q7) und Verfahren zur Durchführung von Zufriedenheitsanalysen vor.
5 Resümee: Das Resümee betont die Unumgänglichkeit der Qualitätsentwicklung, um im Wettbewerb zu bestehen und Vertrauen bei Kunden und Kostenträgern zu sichern.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement, Kindertagesstätten, TQM, EFQM, ISO 9001, Prozessqualität, Strukturqualität, Orientierungsqualität, Kundenorientierung, Qualitätswerkzeuge, Q7, Zufriedenheitsanalyse, Evaluation, Pädagogische Qualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Relevanz und praktischen Implementierung von Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten, um angesichts neuer gesetzlicher Anforderungen und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen eine hohe und nachweisbare Qualität der pädagogischen Arbeit zu gewährleisten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Qualität in der Kinderbetreuung, den Vergleich unterschiedlicher Managementsysteme sowie konkrete Instrumente wie die 7 Qualitätswerkzeuge (Q7) und Zufriedenheitsbefragungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die aktuelle Diskussion über Qualitätsmanagement zu versachlichen und pädagogischen Fachkräften Orientierung sowie beispielhafte Lösungsansätze für ihre tägliche Arbeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich etablierter Qualitätsmanagementansätze aus der Wirtschaft, die auf ihre Anwendbarkeit und Übertragbarkeit auf den pädagogischen Bereich geprüft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen zu Qualitätsdimensionen, die detaillierte Darstellung von Managementsystemen wie TQM und ISO 9001 sowie methodische Ansätze zur Fehleranalyse und Qualitätssicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement, Kindertagesstätten, Prozessorientierung, Kundenorientierung und pädagogische Qualitätsstandards sind die zentralen Begriffe.
Warum ist der Begriff „Kunde“ in der Arbeit so präsent?
Da sich die Arbeit auf Qualitätsmanagementsysteme bezieht, wird der Begriff des „Kunden“ genutzt, um den Fokus auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzer – hier Eltern und Kinder – sowie deren Zufriedenheit als Gradmesser für Qualität zu lenken.
Warum empfiehlt der Autor den Einsatz von Qualitätswerkzeugen (Q7)?
Der Autor empfiehlt diese Werkzeuge, weil sie eine systematische Erfassung und Untersuchung von Problemen ermöglichen und somit den Übergang von einer bloßen Fehlerwahrnehmung zu einer zielgerichteten Qualitätsverbesserung unterstützen.
Welchen Stellenwert nimmt die Prozessqualität ein?
Die Prozessqualität steht im Vordergrund aller Bemühungen, da sie alle Interaktionen und Erfahrungen umfasst, die das Kind täglich in der Einrichtung macht, und somit direkt dessen Entwicklung beeinflusst.
- Citation du texte
- Nicole Neubert (Auteur), 2005, Qualitätssicherung in Kindertagesstätten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59137