Janusz Korczak


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
18 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Kurzbiographie

3. Die drei Grundrechte des Kindes

4. Weitere pädagogische Leitsätze

5. Das Waisenhaus

6. Die Zeit im Ghetto

7. Stefania Wilczyńska

8. Schriften

9. Schlusswort

10. Quellenangabe

1. Einleitung

Durch meine anfängliche Unsicherheit, über welchen Pädagogen ich denn diese Hausarbeit schreiben wollte, habe ich mir erst einmal die drei großen Geschichten der Pädagogik von März, Blankertz und Reble ausgeliehen. Nach einigem Blättern darin habe ich meine Entscheidung getroffen: Janusz Korczak. Denn dieser meines Erachtens bemerkenswerte Mensch -Arzt, Erzieher, Literatt und vieles mehr- findet sich nur in einem der oben genannten Bände wieder und wird in den anderen zwei nicht einmal erwähnt. Deswegen möchte ich diese Hausarbeit über ihn schreiben, der zuwenig Beachtung in den Reihen der „großen“, bekannten Pädagogen findet.

Korczaks Leben und Wirken war mehr als beeindruckend und interessant, er war und ist für viele ein Vorbild, ein Beispiel an Mut und Kraft. Nach einem kurzen Blick auf seine Biographie möchte ich auf seine pädagogische Arbeit, seine erzieherischen Ansichten eingehen. Besonders die Arbeit im Waisenhaus Dom Sierot soll näher beschrieben werden. Anschließend werde ich noch seine Mitarbeiterin Stefania Wilczyńska und seine bekanntesten Schriften kurz vorstellen.

2. Kurzbiographie

Janusz Korczak wurde als Henryk Goldszmit, Sohn der assimilierten Juden Jósef und Cecylia, am 22.Juli 1878 oder 1879 in Warschau geboren.

Die Unklarheit über sein genaues Geburtsjahr resultiert aus dem Versäumnis seines Vaters, sich um die Geburtsurkunde zu kümmern. Zeit seines Lebens wusste Korczak also nicht, wie alt er eigentlich war.

Durch den Anwaltsberuf seines Vaters war die Familie recht angesehen und Janusz und seine Schwester Anna hatten eine relativ behütete Kindheit ohne finanzielle Sorgen. Korczak war ein so genanntes Salonkind („Ich fürchtete Gott, und vor euch, den Menschen – hatte ich Angst, immer nur Angst, und traute niemandem.“[1]), wie er es später in seinem Roman „Das Salonkind“ bezeichnete.

Doch nach der Einlieferung seines Vaters in eine psychiatrische Anstalt und dessen Tod dort –Janusz war zu dem Zeitpunkt elf Jahre alt- erlebte die Familie einen sozialen Abstieg und erfuhr erst jetzt von der Spielsucht des Vaters, der das gesamte Vermögen durchgebracht hatte. So fing Janusz an, neben der Schule Nachhilfeunterricht zu erteilen. Auch begann er, sich literarisch zu betätigen, wodurch er zu dem Namen, unter dem er bekannt wurde, kam. Er hatte mit zwanzig Jahren bei einem Literaturwettbewerb sein Theaterstück unter dem Pseudonym Janasz Korczak abgegeben, was durch eine Ungenauigkeit zu Janusz Korczak wurde, und diesen Namen hat er beibehalten. Seine Liebe zur Literatur hat er sein ganzes Leben lang behalten und schon früh angefangen, für Zeitschriften zu schreiben. Dem folgten im Laufe der Jahre verschieden pädagogische Aufsätze, aber auch Kinderbücher.

1898 begann Korczak ein Medizinstudium an der Universität Warschau, wo er auch 1904 promovierte. Schon zu seinen Studienzeiten engagierte er sich in der „Warschauer Wohltätigkeitsgesellschaft“, die z.B. Kinderkrippen, Waisenhäuser, Volksküchen oder Lehrwerkstätten unterhielt. Nachdem er 1905 unverwundet aus dem Russisch – Japanischem Krieg, zu dem er eingezogen worden war, zurückkehrte, nahm er seine Arbeit als Arzt wieder auf, um sie anschließend 1907 für eine längere Auslandreise, die ihn für ein Jahr nach Berlin, für ein halbes Jahr nach Paris und für vier Wochen nach London führt, zu unterbrechen.

1911 übernahm Korczak dann die Leitung eines neu gegründeten Warschauer Waisenhauses, von dem im Folgenden noch genauer die Rede sein wird, und gab so seine finanziell lukrativere Arbeit als Arzt auf. Diese Leitung des Waisenhauses war ein zentraler Wendepunkt in seinem Leben. Auch hatte er in den Jahren, als er als Arzt angestellt war, schon seine Ferien damit verbracht, bei den so genannten Sommerkolonien mitzufahren. Dies waren Ferienheime auf dem Land, zu denen Arbeiterfamilien ihre Kinder in den Ferien schicken konnten. Das war seine erste pädagogische Arbeit.

In dem Waisenhaus, das zwischenzeitlich umverlegt wurde, arbeitete Korczak den Rest seines Lebens. Dabei kümmerte er sich auch um die Ausbildung junger Erzieher, er hielt Seminare und Vorlesungen und „gab Kurse am Institut für Sonderpädagogik und an der Freien Polnischen Universität in Warschau “.[2]

1934 und 1936 reiste Korczak nach Palästina, das in den 30er Jahren, mit aufkommenden Antisemitismus und dem wachsenden Einfluss der zionistischen Bewegung, sein Traum geworden war. Er spielte mit dem Gedanken, Warschau zu verlassen und in Palästina ein neues Waisenhaus zu gründen. Bei seiner ersten Reise war der Gedanke zu emigrieren noch nicht sehr groß, es bestand noch keine dringende Notwenigkeit. Mit Warschau war er eng verwurzelt, er war dort angesehen als Schriftsteller, hatte seinen Beruf, Freunde… So fühlte er sich mehr als Besucher denn als potentieller Emigrant. Korczak wollte alles selber sehen, die Vergangenheit spüren, die Gegenwart sehen. Er war fasziniert von dem Pioniergeist der neuen Siedler.

Bei beiden Reisen fühlte er sich hin- und hergerissen, war fasziniert von der Fremde, wusste nicht, wo er hingehörte. Einmal schrieb er, sich entschlossen zu haben, auszuwandern, doch dieser Entschluss wurde niemals realisiert.

1939 schrieb er dann an Freunde in Palästina: „Ich würde es mir nie verzeihen, wenn ich von hier wegginge. Fahnenflucht ist mir zuwider. Dieses Wort existiert nicht in meinem Sprachschatz. So soll es denn sein!“[3]

1942 verstarb Korczak. Der genaue Tag ist nicht bekannt, es dürfte sich aber um einen der ersten Augusttage handeln.

[...]


[1] Dauzenroth 2001, S. 106

[2] Pelzer 1987, S.92

[3] Laird 1990, S.175

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Janusz Korczak
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Personen- und Ideengeshcichte der Pädagogik
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V59223
ISBN (eBook)
9783638532198
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Janusz, Korczak, Personen-, Ideengeshcichte, Pädagogik
Arbeit zitieren
Katharina Garschhammer (Autor), 2005, Janusz Korczak, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59223

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