Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Kindheit und Sport. Die Bedeutung des Sports in der modernen Kindheit

Title: Kindheit und Sport. Die Bedeutung des Sports in der modernen Kindheit

Term Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dirk Neibecker (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ich habe am Thema Kindheit und Sport neben dem wissenschaftlichen Aspekt als Kinder- und Jugendtrainer auch ein persönliches Interesse. In meiner Sportart Judo ist auffällig, dass ca. 80% der Judokämpfer im Alter zwischen 6 und 13 Jahren sind. Dieses Phänomen zieht sich sowohl durch die Statistiken der einzelnen Landesverbände als auch die Gesamtstatistik des Deutschen Judo Bundes. Der Trend zu Kampfsportarten ist nach Werner Schmidt ein typisches „kindheitsbezogenes Übergangsphänomen“. Für mich stellen sich an dieser Stelle einige Fragen: Ist die „Verkindlichung“ ein allgemeines Phänomen des Sports? Warum betreiben so viele Kinder Sport? Betreiben wirklich so viele Kinder Sport, angesichts der Klagen über Bewegungsarmut und motorische Unterentwicklung von Kindern? Bringen Eltern ihre Kinder zum Sport, weil diese dort auch erzogen werden sollen? Ist nur ein sportliches Kind ein gesellschaftlich akzeptiertes Kind? Dient der Sport primär der Gesundheit z.B. von übergewichtigen Kindern? Meine Erfahrung in meinem persönlichen Umfeld zeigt, dass nahezu alle Kinder irgendeine sportliche Aktivität ausführen oder, dass deren Eltern eine ihrem Kind Spaß machende Sportart suchen. Denn, so der Konsens in meinem Bekanntenkreis: „Kinder müssen Sport treiben, egal, was es ist“. Hier stellt sich wiederum die Frage, warum ist das so? Meine These ist: Die moderne Kindheit wird stark vom Sport beeinflusst und ist in Teilen sogar vom Sport bestimmt. In den nachfolgenden Ausführungen versuche ich ausgelöst durch die Seminarveranstaltung: „Kindheit als Thema der Sozialpädagogik“ die oben gestellten Fragen zu beantworten und meine persönlichen Erfahrungswerte wissenschaftlich zu untermauern. Mir ist klar, dass ich von den vielen Facetten dieses Themenkomplexes nur einige wenige ansprechen kann und mit jeder Antwort auch wieder viele neue Fragen aufwerfen werde. Im ersten Teil werde ich versuchen die für die Beantwortung der Fragen notwendigen Begriffe zu klären und die historische Entwicklung näher zu beleuchten. Danach folgt das zentrale Kapitel über die Bedeutung des Sports in der modernen Kindheit, in dem u.a. auch das meiner Grundthese entgegenstehende Phänomen der Bewegungsarmut beleuchtet wird. Im abschließenden Resümee werde ich Teilaspekte der beantworteten Fragen nochmals aufgreifen und in einer Gesamtbetrachtung zu meinen Ausführungen zu einem abschließenden Ergebnis zusammenfassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1 moderne Kindheit

2.2 Sport

3. Historische Entwicklung

3.1 Sport im gesellschaftlichen Kontext

3.2 Sport als Teil der Erziehung

3.3 Die Position des Sports im Wertekanon

4. Die Bedeutung des Sports in der modernen Kindheit

4.1. Das Phänomen der Bewegungsarmut

4.2. Sportlichkeit als Sozialindikator?

4.3. Gesundheit versus Freizeitvergnügen

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den wachsenden Einfluss des Sports auf die moderne Kindheit und geht der Frage nach, ob Kinder heute vermehrt Sport treiben, weil dieser als gesellschaftlich unverzichtbar gilt, oder ob der organisierte Sport lediglich als Kompensationsmittel für mangelnde freie Bewegungsmöglichkeiten fungiert.

  • Sozialpädagogische Bedeutung von Kindheit und Sport
  • Wandel der historischen Körper- und Bewegungserziehung
  • Die Rolle des Sports als Erziehungsinstitution
  • Zusammenhang zwischen sozialem Status und Sportaktivität
  • Kritische Analyse des Phänomens Bewegungsarmut

Auszug aus dem Buch

3.1 Sport im gesellschaftlichen Kontext

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit sah man eher spielende als Sport treibende Kinder. Eine Systematisierte und institutionalisierte Körper- und Bewegungskultur befand sich im 18. und 19. Jahrhundert in der Entwicklung. Seit dem 19. Jahrhundert stellen Turnen und Sport in der Schule und in Vereinen einen zentralen Punkt kindlicher Körper- und Bewegungserziehung dar. „Turnvater“ Jahn, der nach dem Vorbild Pestalozzis gearbeitet hat, eröffnete 1811 in Berlin einen Turn- und Spielplatz, um mit seinen Schülern Übungen zu machen, die er als Turnen bezeichnete und sich an die GutsMuths Gymnastik anlehnten. GutsMuths war sich bewusst, dass frühkindliche und kindliche Körper- und Bewegungserziehung zu einer gesunden und kräftigen körperliche Entwicklung beiträgt. Beginn des 19. Jahrhunderts wurden „games and sports“ in England als Mittel der Erziehung in Schulen eingeführt. Allerdings war dies zunächst nur für Jungen gedacht und hatte keine pädagogische Begründung. Eine pädagogische Begründung begann erst im Laufe des 19. Jahrhunderts, als sich durch die Schulen und deren sportliche Aktivitäten ein „Cult of athleticism“ herausbildete. Gefördert werden sollten: körperliche Kraft, Stärke und Geschicklichkeit, sowie charakterliche Qualitäten, wie Ausdauer, Mut, Beharrlichkeit, Selbstvertrauen und Respekt gegenüber anderen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet aus wissenschaftlicher und persönlicher Sicht die These, dass die moderne Kindheit maßgeblich vom Sport beeinflusst wird.

2. Begriffsdefinitionen: Es werden die theoretischen Grundlagen für den modernen Kindheitsbegriff und die Definition von Sport im pädagogischen Kontext geschaffen.

3. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet den Weg von der frühen Körpererziehung über die Reformpädagogik bis zur heutigen Institutionalisierung des Kindersports nach.

4. Die Bedeutung des Sports in der modernen Kindheit: Der Hauptteil analysiert kontroverse Aspekte wie Bewegungsarmut, den Zusammenhang von sozialem Status und Sportpartizipation sowie die Gesundheitsaspekte.

5. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass Sport als unverzichtbarer Teil der heutigen Kindheit fungiert, aber den Rückgang freier Bewegungsräume nur teilweise kompensieren kann.

Schlüsselwörter

Kindheit, Sport, Sozialpädagogik, Bewegungsarmut, Erziehung, Vereinswesen, Kindersportkultur, Körpererziehung, Sozialisationswirkung, Wertekanon, Sozialindikator, Gesundheitsförderung, moderne Kindheit, Freizeitgestaltung, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die zunehmende Bedeutung und den Einfluss des organisierten Sports auf die Lebenswelt von Kindern in der modernen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die historische Entwicklung der Körpererziehung, die sozialpädagogische Funktion des Sports, das Problem der Bewegungsarmut und die sozioökonomischen Faktoren des Zugangs zu Sportangeboten.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, warum Kinder heute massiv in den Sport drängen und ob der Sport ein notwendiger Ausgleich für den Verlust an freien Bewegungsmöglichkeiten darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen sportwissenschaftlichen Diskurs mit persönlichen Erfahrungen aus der Praxis als Kinder- und Jugendtrainer verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Analyse von Bewegungsarmut, der Frage nach der Sportlichkeit als Sozialindikator sowie dem Spannungsfeld zwischen Gesundheit und reinem Freizeitvergnügen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Kindheit, Sport, Sozialpädagogik, Bewegungsarmut, Erziehung, Vereinswesen und Sozialisationswirkung.

Ist der Sportverein für alle Kinder gleichermaßen zugänglich?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Zugang zum Sportverein sozial schichtabhängig ist, wobei Kinder aus sozial privilegierten Milieus deutlich häufiger in Sportvereinen organisiert sind als Kinder aus unteren sozialen Schichten.

Warum gibt der Autor an, dass Kinder oft nicht aus Eigeninitiative Sport treiben?

Der Autor argumentiert, dass viele sportliche Aktivitäten durch den Wunsch von Eltern initiiert werden, die im Sport eine wichtige Erziehungsinstanz und Vorbereitung auf gesellschaftliche Anforderungen sehen.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Kindheit und Sport. Die Bedeutung des Sports in der modernen Kindheit
College
University of Trier
Course
Kindheit als Thema der Sozialpädagogik
Grade
2,0
Author
Dirk Neibecker (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V59236
ISBN (eBook)
9783638532303
ISBN (Book)
9783656448013
Language
German
Tags
Kindheit Sport Bedeutung Sports Kindheit Thema Sozialpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dirk Neibecker (Author), 2006, Kindheit und Sport. Die Bedeutung des Sports in der modernen Kindheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59236
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint