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Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 - unter besonderer Berücksichtigung des heutigen Bundeslandes Sachsen - Anhalt

Title: Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 - unter besonderer Berücksichtigung  des heutigen Bundeslandes Sachsen - Anhalt

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 34 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Christian Tischner (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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In der vorliegenden Arbeit soll sich mit der Aufnahme, Versorgung und Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Sachsen – Anhalt in den ersten Nachkriegsjahren beschäftigt werden. Dabei soll eingangs kurz der Frage nachgegangen werden, wie die Flucht und Vertreibung häufig ablief und wie sich die Aufnahme der ersten Vertriebenen darstellte. Die Kriegswirren und deren Folgezeit, in der auch die einheimische Bevölkerung mit massiven Problemen und Verlusten fertig werden musste, lassen vermuten, dass das Eintreffen der Vertriebenen und die Versorgung mit Nahrung und Wohnraum eine konsequenten Organisation erforderte. Im zweiten Teil der Arbeit soll dargestellt werden, wie das Hineinwachsen der Vertriebenen in das neue gesellschaftliche Umfeld erreicht werden sollte. Dabei wird zu untersuchen sein, welche Konzepte entwickelt wurden, um eine Aufnahme und Eingliederung zu gewährleisten, aber auch, welche Probleme bestanden und wie diese Versucht wurden zu lösen. Denn nicht nur die Einheimischen wanden sich oft gegen die Vertriebenen, auch die Vertriebenen selbst standen den Integrationsmaßnahmen zu großen teilen skeptisch bis ablehnend gegenüber.

Wenn man sich mit den Vertriebenen in Sachsen – Anhalt bzw. der DDR beschäftigt, so ist es wichtig, auch die politische und kulturelle Integration zu betrachten. Es wird deshalb zu zeigen sein, wie die politisch Verantwortlichen, an vorderster Stelle SED und Sowjetische Militäradministration (SMA), Einfluss auf die Vertriebenen gewinnen wollten, welche Mittel sie dabei einsetzten und welche Haltung sie damit bei den Vertriebenen hervorriefen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Eintreffen der Flüchtlinge und Vertriebenen

2.1 Das unkontrollierte Einströmen der ersten Flüchtlinge und Vertriebenen

2.2 Staatliche Maßnahmen zur Organisation und Koordination des Vertriebenenproblems

3 Bestrebungen und Erfolge der gesellschaftlichen Integration

3.1 Die Versorgung mit Wohnraum und Gebrauchsgegenständen

3.2 Die Sicherung der Ernährung

3.3 Die Eingliederung in den Arbeitsprozess

3.3.1 Integrationsversuche durch Beschäftigung in der Landwirtschaft

3.3.2 Industriearbeit und Nebeneffet Integration

3.3.3 Möglichkeiten einer selbstständigen Tätigkeit und die Bedeutung von „Umsiedlergenossenschaften“

3.3.4 Vertriebene im öffentlichen Dienst

4 Erzwungene politische und kulturelle Integration

5 Fazit

6 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aufnahme, Versorgung und gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in der Provinz Sachsen-Anhalt in den Jahren 1945 bis 1950, wobei der Fokus auf den administrativen Bemühungen, den sozioökonomischen Herausforderungen der Eingliederung sowie der politisch-ideologischen Einflussnahme durch die Besatzungsmacht und die SED liegt.

  • Analyse des unkontrollierten Zustroms von Flüchtlingen unmittelbar nach Kriegsende.
  • Untersuchung der staatlichen Versorgungsstrukturen bezüglich Wohnraum, Ernährung und Arbeit.
  • Darstellung der beruflichen Eingliederung in Landwirtschaft, Industrie und öffentlichem Dienst.
  • Evaluation der politischen und kulturellen Umerziehungsversuche sowie deren Auswirkungen auf die Vertriebenen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das unkontrollierte Einströmen der ersten Flüchtlinge und Vertriebenen

Die Situation in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges stellte sich so dar, dass durch das Vorrücken der sowjetischen und amerikanischen Truppen das Kampfgeschehen mehr und mehr in Sachsen – Anhalt tobte. Städte wie Magdeburg, Haberstadt, Zerbst, Dessau, Merseburg und Eilenburg waren großflächigen Bombenangriffen zum Opfer gefallen. Am 17. April besetzten amerikanische Truppen von Westen kommend Halle und am 18. April den Westteil der Provinzhauptstadt Magdeburg. Sowjetische Truppen erreichten am 5. Mai den östlichen Teil Magdeburgs und vollendeten somit die Besetzung. Die vorläufige Sektorengrenze bildeten in den kommenden Wochen Elbe und Mulde.

In den letzten Kriegs- und ersten Nachkriegswochen setzten in Sachsen – Anhalt umfangreiche Bevölkerungsbewegungen ein, an welchen die verschiedensten Menschengruppen beteiligt waren. Ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Verschleppte, die zurück in ihre Heimat wollten; vom Krieg heimkehrende Soldaten, die nicht in Gefangenschaft gerieten; befreite Häftlinge aus den Konzentrationslagern sowie Ausgebombte und Evakuierte aus Städten, welche zu Kriegszeiten von Luftangriffen bedroht waren und nun in ihre Heimat zurück wollten. Letztlich trafen im Zuge des Vorrückens der Roten Armee nach Deutschland zunehmend Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten ein.

Trotz der Verbote durch die NSDAP Kreisleitungen fingen viele Menschen an, ihre Flucht vor den heranrückenden Sowjets, welchen die grausamsten Gerüchte voraus eilten, zu organisieren. Meist viel zu kurzfristig kamen dann die offiziellen Befehle zum Verlassen des Hofes, des Dorfes oder der Stadt. Als die ersten Menschentrecks 1944 in Sachsen Anhalt eintrafen, wurden diese zunächst noch freundlich begrüßt sowie mit Nahrung, Unterkunft und Futter für die Tiere versorgt. Doch je länger der Vormarsch der Sowjets anhielt, um so größer wurden die Flüchtlingszüge und um so chaotischer die Situation auf den Strassen. Die allgemeine Not der in der Provinz Sachsen lebenden Menschen wurde erheblich verstärkt durch das Eintreffen, Unterbringen und Versorgen der Flüchtlinge.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Forschungsgeschichte zum Thema Vertriebene in der DDR und steckt den Rahmen der Hausarbeit ab, die sich auf die ersten sechs Nachkriegsjahre in Sachsen-Anhalt konzentriert.

2 Das Eintreffen der Flüchtlinge und Vertriebenen: Dieses Kapitel beschreibt die chaotische Anfangsphase der Bevölkerungsbewegungen und die frühen, zunächst improvisierten staatlichen Organisationsversuche der Provinzverwaltung.

3 Bestrebungen und Erfolge der gesellschaftlichen Integration: Hier werden die zentralen Pfeiler der sozialen Eingliederung analysiert: die Versorgung mit Wohnraum, die schwierige Ernährungslage sowie die berufliche Integration in Landwirtschaft, Industrie und öffentlichem Dienst.

4 Erzwungene politische und kulturelle Integration: Dieses Kapitel beleuchtet, wie SED und Besatzungsmacht versuchten, die Vertriebenen politisch zu instrumentalisieren, zu kontrollieren und ihre kulturelle Identität durch staatliche Maßnahmen zu unterdrücken.

5 Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz der Integrationspolitik, unterstreicht die beachtliche Leistung der Unterbringung trotz miserabler Umstände und reflektiert das Scheitern der ideologischen Umerziehungsversuche.

6 Literatur: Das Verzeichnis listet die verwendete wissenschaftliche Fachliteratur sowie die herangezogenen Quellen für diese Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Vertriebene, Flüchtlinge, Sachsen-Anhalt, SBZ, Integration, Bodenreform, Wohnraummangel, Industriearbeit, SED, Sowjetische Militäradministration, Umsiedlerbetreuung, Nachkriegszeit, politische Umerziehung, kulturelle Identität, Arbeitsmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in der Provinz Sachsen-Anhalt im Zeitraum von 1945 bis 1950.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Organisation der Aufnahme, die materielle Versorgung (Wohnraum, Ernährung), die berufliche Eingliederung sowie die politischen und kulturellen Integrationsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Konzepte zur Aufnahme und Eingliederung zu beleuchten, die dabei aufgetretenen Probleme zu identifizieren und die politische Steuerung durch die Besatzungsmacht und die SED zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Literatur, Verwaltungsvorschriften, Statistiken und Sekundärforschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen des Eintreffens, die Versuche der gesellschaftlichen Integration durch Arbeit und Wohnraum sowie die erzwungene politische und kulturelle Integration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Vertriebene, Integration, SBZ, Bodenreform, administrative Betreuung und politische Einflussnahme.

Wie wirkten sich die Bemühungen der „Abteilung für Umsiedlerbetreuung“ auf die Integration aus?

Die Abteilung schuf eine organisatorische Basis für die Verteilung und Versorgung, stieß jedoch oft an Grenzen durch Materialmangel, Bürokratie und Widerstände in der lokalen Bevölkerung.

Inwiefern beeinflusste die politische Führung der SBZ die Identität der Vertriebenen?

Durch das Verbot traditioneller kultureller Praktiken und die ideologische Umerziehung sollte die Erinnerung an die alte Heimat systematisch ausgelöscht und eine feste Bindung an die "neue Heimat" erzwungen werden.

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Details

Title
Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 - unter besonderer Berücksichtigung des heutigen Bundeslandes Sachsen - Anhalt
College
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Course
Hauptseminar: "Deutsche als Opfer?" - Krieg, Flucht und Vertreibung 1939-1950
Grade
1,2
Author
Christian Tischner (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V59245
ISBN (eBook)
9783638532396
ISBN (Book)
9783638666503
Language
German
Tags
Aufnahme Integration Flüchtlingen Vertriebenen Bundeslandes Sachsen Anhalt Deutsche Opfer Krieg Flucht Vertreibung 1945
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Tischner (Author), 2004, Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 - unter besonderer Berücksichtigung des heutigen Bundeslandes Sachsen - Anhalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59245
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