Die vorliegende Magisterarbeit beabsichtigt, einen Beitrag zum Verständnis über die Lebenszufriedenheit von Menschen mit Down-Syndrom zu leisten. Dabei wird das Magazin „OHRENKUSS... da rein, da raus“ als Beispiel hervorgehoben. Fast alle Texte in diesem Magazin sind von Menschen mit Down-Syndrom erstellt, selbst geschrieben, getippt oder auch diktiert und danach eventuell selbst abgeschrieben. Es wird versucht, anhand einzelner Interviews mit den Redakteuren dieser Zeitschrift aufzuzeigen, wie durch die Möglichkeit des Schreibens und Mitteilens ein neues Bewusstsein der eigenen Individualität entstehen und zu einem steigenden Selbstwertgefühl führen kann. Die Autoren des OHRENKUSS haben durch dieses Medium die Möglichkeit, sich in eigenen Worten und Formaten mitzuteilen: Ihr ungebrochenes Interesse an der Welt, ihren Sinn für Humor und ihre Begabung, sich an schönen Dingen zu erfreuen, aber auch ihre Schwierigkeiten im Alltag, fehlende Arbeitsmöglichkeiten und Diskriminierung können thematisiert werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 „OHRENKUSS....da rein, da raus“
2.1 Projektbeschreibung
2.2 Projektentstehung und Zielsetzung
2.3 Aufbau der OHRENKUSS-Redaktion und ihre Arbeitsprinzipien
2.4 Redaktionssitzungen
3 Menschen mit Down-Syndrom – Begriffsklärungen
3.1 Geistige Behinderung
3.2 Down-Syndrom
3.3 Erwachsenenalter
3.4 Bedeutung des Lesens und Schreibens für Menschen mit Down-Syndrom
3.5 Menschen mit Down-Syndrom in der Gesellschaft und in den Medien
4 Empowerment-Konzept
4.1 Begriffsklärung
4.2 Menschenbild
4.3 Leitprinzipien
4.4 Methoden des Empowerment
4.5 Kritische Betrachtung des Empowerment
4.6 Empowerment und OHRENKUSS
5 Lebenszufriedenheit
5.1 Lebensqualität
5.2 Normalisierung
5.3 Lebenszufriedenheit - Versuch einer Definition
5.4 Zur Erforschung von Lebenszufriedenheit
6 Schlussfolgerungen und Fragestellungen
7 Methodik
7.1 Untersuchungsverfahren
7.1.1 Qualitative Interviews
7.1.1.1 Interviewleitfaden
7.1.1.2 Einsatz von Rating-Skalen
7.1.2 Elternfragebogen
7.2 Stichprobenbeschreibung
7.3 Art und Ablauf der Untersuchung
7.4 Auswertung
7.4.1 Auswertung der Interviews
7.4.2 Auswertung der Elternfragebögen
8 Ergebnisse
8.1 Ergebnisse der Leitfadeninterviews
8.1.1 Frau A.: „Jetzt bin ich berühmter!“
8.1.2 Herr B.: „Mir geht wunderbar und gut!“
8.1.3 Frau C.: „Mach ich sehr gerne, macht Spaß OHRENKUSS.“
8.1.4 Frau D.: „Das ich keine Behinderung mehr haben möchte.“ (Telefoninterview)
8.1.5 Frau E.: „Dass man mich versteht, wie ich aussehe“
8.1.6 Frau F.: „Ich bin immer noch die Alte!“
8.1.7 Frau G.: „Ich bin sehr gerne fleißig!“
8.1.8 Herr H.: „Ich bin leider kein Harry Potter!“ (Telefoninterview)
8.2 Vergleichende Darstellung der Ergebnisse der Interviews
8.3 Ergebnisse der Elternfragebögen
8.4 Relation der Interviews und Elternfragebögen zueinander
9 Diskussion
9.1 Inhaltliche Diskussion
9.2 Methodologische Diskussion
9.2.1 Leitfadeninterview
9.2.2 Elternfragebogen
9.2.3 Auswertungsprozess
9.2.4 Zusammenfassung
9.3 Ausblick
10 Zusammenfassung
11 Schlussbemerkung
12 Verzeichnis der verwendeten Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Magisterarbeit untersucht den Beitrag redaktioneller Mitarbeit an dem Magazin „OHRENKUSS... da rein, da raus“ zur Lebenszufriedenheit von Menschen mit Down-Syndrom. Das zentrale Forschungsinteresse liegt darin aufzuzeigen, wie durch das Schreiben und Kommunizieren ein neues Bewusstsein für die eigene Individualität gefördert werden kann, was wiederum zu einem gestärkten Selbstwertgefühl führt.
- Erforschung der Lebenszufriedenheit bei Menschen mit Down-Syndrom
- Analyse des Empowerment-Konzepts im Kontext redaktioneller Arbeit
- Untersuchung der Bedeutung von Kommunikation und Schriftsprache
- Betrachtung von Selbstbestimmung, Normalisierung und Inklusion
- Methodische Erhebung mittels qualitativer Leitfadeninterviews und Elternfragebögen
Auszug aus dem Buch
2.3 Aufbau der OHRENKUSS-Redaktion und ihre Arbeitsprinzipien
Zu Beginn des Projektes stellte sich die Frage, wer als Redakteur für die geplante Zeitung in Frage kommt, und wie man eine solche Person für die Arbeit an dem Projekt gewinnen könnte. Es wurden „Suchanzeigen“ in verschiedenen Einrichtungen ausgehängt und ein Aufruf in der Zeitschrift „Leben mit Down-Syndrom“ veröffentlicht (Leben mit Down Syndrom Nr. 27, 1998).
Durch die Arbeit für das Behindertenreferat der Diakonie Bonn waren einige Menschen mit Down-Syndrom den Projektleiterinnen bekannt und wurden durch ein persönliches Gespräch dazu eingeladen, bei den ersten Treffen mitzumachen.
„Die Freiwilligkeit der Teilnahme, die Motivation und die Lust am Schreiben sollten im Vordergrund der Arbeit am Projekt stehen“ (Thelemann 2001, 30). Es fanden sich zunächst fünf Menschen mit Down-Syndrom im Alter von 17 bis 29 Jahren, die Interesse an der „eigenen Zeitung“ zeigten. Von dieser Gruppe konnten drei der Redakteure selbständig schreiben, die übrigen beiden konnten schreiben, nahmen aber bei der Erstellung der ersten Ausgabe die Hilfe der Begleiterinnen in Anspruch. Lesen konnten alle fünf Redakteure, „wenn auch der Vortrag vor den anderen Redakteuren teilweise noch von Unsicherheit geprägt war. Gegebenenfalls wird beim Erstlesen von Wörtern und Sätzen Hilfestellung gegeben“ (ebd., 30).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Lebenszufriedenheit von Menschen mit Down-Syndrom ein und stellt das Magazin OHRENKUSS als zentralen Untersuchungsgegenstand vor.
2 „OHRENKUSS....da rein, da raus“: Dieses Kapitel beschreibt das Magazin in seiner Entstehung, Zielsetzung und Arbeitsweise der Redaktion.
3 Menschen mit Down-Syndrom – Begriffsklärungen: Hier werden zentrale Begriffe wie geistige Behinderung, Down-Syndrom und die Bedeutung von Lesen und Schreiben für diese Personengruppe definiert.
4 Empowerment-Konzept: Das Konzept wird als theoretische Grundlage vorgestellt, um die redaktionelle Arbeit im Zusammenhang mit Lebenszufriedenheit zu analysieren.
5 Lebenszufriedenheit: Dieses Kapitel definiert Lebenszufriedenheit und erläutert, wie dieser subjektive Aspekt bei Menschen mit geistiger Behinderung erforscht werden kann.
6 Schlussfolgerungen und Fragestellungen: Hier werden die Forschungsfragen präzisiert und die Erwartungen an die Untersuchung formuliert.
7 Methodik: Es wird die Vorgehensweise bei der Erhebung mittels Interviews und Elternfragebögen sowie deren Auswertung dargelegt.
8 Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die aus den Interviews und Fragebögen gewonnenen Daten dargestellt und interpretiert.
9 Diskussion: Die Ergebnisse werden inhaltlich und methodologisch diskutiert, ergänzt durch einen Ausblick auf weitere Forschung.
10 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen.
11 Schlussbemerkung: Ein persönliches Resümee der Autorin zu den gewonnenen Erkenntnissen und der gesellschaftlichen Situation von Menschen mit Down-Syndrom.
12 Verzeichnis der verwendeten Literatur: Auflistung der im Text zitierten Quellen.
Schlüsselwörter
Down-Syndrom, Lebenszufriedenheit, OHRENKUSS, Empowerment, geistige Behinderung, Inklusion, Normalisierung, qualitative Sozialforschung, Leitfadeninterview, Selbstbestimmung, Schriftsprache, Partizipation, Lebensqualität, Erwachsenenalter, Selbstwertgefühl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Beitrag redaktioneller Mitarbeit in einem Magazin für Menschen mit Down-Syndrom zu deren Lebenszufriedenheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Empowerment, Lebenszufriedenheit, Down-Syndrom sowie der Bedeutung von Kommunikation und Teilhabe in der Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, ob die Mitarbeit bei OHRENKUSS die Lebenszufriedenheit der Redakteure steigert und wie sich dieser Prozess im Sinne des Empowerments beschreiben lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf halbstrukturierten Leitfadeninterviews mit den Redakteuren sowie ergänzenden Elternfragebögen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Empowerment, Lebenszufriedenheit) und den empirischen Teil, in dem die Interviews ausgewertet und methodisch diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Empowerment, Lebenszufriedenheit, Down-Syndrom, Inklusion und Partizipation.
Welche Rolle spielen die Eltern in dieser Untersuchung?
Die Eltern dienen als wichtige Quelle für Fremdbeurteilungen, um die Veränderungen bei ihren Kindern aus einer zweiten Perspektive zu beleuchten und die Entwicklungsprozesse zu validieren.
Wie gehen die befragten Personen mit ihrer Behinderung um?
Die Arbeit zeigt, dass die Redakteure ihr Down-Syndrom reflektieren, sich als „Experten in eigener Sache“ verstehen und den Wunsch nach Anerkennung ihrer Fähigkeiten und Bedürfnisse statt bloßer Defizitorientierung äußern.
Warum ist das Magazin OHRENKUSS für die Autoren so bedeutend?
Es bietet ihnen eine Plattform für den Selbstausdruck, fördert ihre schriftsprachlichen Kompetenzen, ermöglicht soziale Teilhabe und stärkt durch die Gruppengemeinschaft das Selbstvertrauen.
- Quote paper
- Julia Strupp (Author), 2004, Zur Lebenszufriedenheit von Menschen mit Down-Syndrom: Untersucht am Beispiel des Magazins "OHRENKUSS... da rein, da raus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59294