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Weibliche Genitalverstümmelung in Afrika

Title: Weibliche Genitalverstümmelung in Afrika

Term Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: 2.4

Autor:in: Johannes Scharff (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Vorwort:

Die hier vorliegende Arbeit über das Thema Genitalverstümmelung in Afrika, wurde von mir im Rahmen des Seminars „Rechtspluralismus“, das innerhalb des Fachbereiches Historische Ethnologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main angeboten wurde, bearbeitet. Dieses Thema wählte ich bewusst aus, es wurde mir also nicht einfach nur so zur Bearbeitung zugeteilt. Vor allem wollte ich ein klareres Bild über dieses Thema haben, als das welches man von Aufklärungsplakaten bekommt, an denen man vorbeiläuft, wenn man durch die Stadt geht.
Die Gliederung des folgenden Textes beginnt damit, deutlich zu machen, wo auf der Welt Genitalverstümmelung vorkommt und wie groß ihre Verbreitung ist. In diesem dem ersten Abschnitt werden Zahlen von Betroffenen angegeben. Daraufhin folgen die Techniken der Genitalverstümmelung, wie sie im Einzelfall durchgeführt wird. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen, wie wir noch später genauer feststellen werden. Als nächstes kommen wir zum Zeitpunkt der Beschneidung, womit gemeint ist, in welchem Alter die Mädchen sind, bei denen sie vollzogen wird, um dann unter dem nächsten Punkt (dem vierten) auf diejenigen zu sprechen kommen, die sie ausführen. Welcher Mittel sich die Ausführenden bedienen wird unter 5. Werkzeug behandelt, um dann unter 6. die Folgen der Genitalverstümmelung, die dann noch mal unter 6.1 Medizinische Folgen, 6.2 Sexuelle Folgen und 6.3 Psychische Folgen aufgegliedert werden, aufzuführen.
Der Abschnitt 7. ist scheinbar ein wenig von den vorherigen Abschnitten losgelöst, es geht natürlich immer noch um Genitalverstümmelung, aber dieser Abschnitt zielt nicht mehr auf die medizinischen Aspekte ab, sondern auf die rechtlichen Aspekte, insbesondere auf die Menschenrechte im Zusammenhang mit Genitalverstümmelung. Von 7. Genital- verstümmelung und Menschenrechte gelangen wir dann, unter 8. zu einem Beispiel für eine Kampagne zur Abschaffung der Genitalverstümmelung, wodurch die vorher angesprochenen Menschenrechte geschützt werden sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Vorkommen/Verbreitung der Genitalverstümmelung von Frauen

2. Techniken der Genitalverstümmelung

3. Zeitpunkt der Genitalverstümmelung (Beschneidung)

4. Ausführende

5. Werkzeug

6. Folgen der Frauenbeschneidung

6.1 Medizinische Folgen

6.2 Sexuelle Folgen

6.3 Psychische Folgen

7. Genitalverstümmelung und Menschenrechte

8. Ein Beispiel für eine Kampagne gegen Genitalverstümmelung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika unter Berücksichtigung des Spannungsfeldes zwischen traditionellen kulturellen Praktiken und dem modernen, westlich geprägten Menschenrechtsverständnis.

  • Verbreitung und statistische Einordnung der Genitalverstümmelung
  • Methodische Durchführung und medizinische Folgen
  • Psychosexuelle Auswirkungen auf betroffene Frauen
  • Konflikt zwischen traditionellem Recht und modernen Menschenrechten
  • Ansätze und Kampagnen zur Überwindung der Tradition

Auszug aus dem Buch

6.3 Psychische Folgen

Chronische, sexuelle wie medizinische Probleme wie “Frigidität”, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und vor allem Sterilität wirken sich auch psychisch aus, eben dadurch, daß sich die von der Genitalverstümmelung betroffenen Frauen traurig und unglücklich fühlen. Dadurch das die schmerzhafte Operation meist schon an kleinen Mädchen, die nicht wissen wie ihnen geschieht, durchgeführt wird, kann ein seelisches Trauma entstehen, das sich auf die psychosexuelle Entwicklung verheerend auswirkt. In der autobiographischen Erzählung Was ist das, ein Mann? hat die Ägypterin Rifaat (1988) diesen Schock verarbeitet. Auch die ägyptische Ärztin Nawal el Saadwi (1988) befasst sich mit der Stellung der Frau im Islam und deshalb mit Beschneidung. Sie beschreibt ihre eigene Beschneidung:

<<Ich war damals sechs Jahre alt. In der Nacht lag ich friedlich in meinem warmen Bett, wohlig zwischen Wachen und Schlafen, während zarte Kinderträume, rasch wie mit Elfenflügeln an mir vorüberrauschten. Unter den Decken fühlte ich eine Bewegung – als ob eine riesige Hand, kalt und grob, meinen Körper suchend abtastete. Und fast im selben Augenblick legte sich eine andere Hand, groß und kalt und grob wie die erste, über meinen Mund, um mich am Schreien zu hindern.

Was man mir aus dem Körper geschnitten hatte, wusste ich nicht – ich wollte es auch nicht wissen. Ich weinte nur und rief um Hilfe nach meiner Mutter. Der schlimmste Schock kam, als ich mich umsah und merkte, dass sie neben mir stand. Ja, sie war es, in voller Lebensgröße - es konnte keinen Zweifel geben. Mitten zwischen diesen Fremden stand sie, sprach mit ihnen und lächelte sie an, als habe sie nicht eben erst an der Abschlachtung ihrer Tochter teilgenommen.

Mich hat die Erinnerung an die Beschneidung stets wie ein Alptraum verfolgt. Es blieb ein Gefühl der Ungewissheit – bei jedem Schritt in die Zukunft schien Unbekanntes zu lauern. Ich war mir nicht einmal sicher, ob nicht meine Mutter und mein Vater, meine Großmutter und die anderen Menschen um mich her irgendeine neue Überraschung für mich bereithielten. Seit ich zum erstenmal die Augen aufschlug und ins Leben blickte, hat mich die Gesellschaft fühlen lassen, dass ich ein Mädchen war, und das Wort „Bint“ (Mädchen) fast überall, wo es ausgesprochen wird, einen abschätzigen Beiklang hat.>>

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation zur Auseinandersetzung mit dem Thema im Rahmen des Seminars Rechtspluralismus und skizziert den Aufbau der Arbeit.

1. Vorkommen/Verbreitung der Genitalverstümmelung von Frauen: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Verbreitung der Praxis in Afrika und weltweit unter Bezugnahme auf internationale Schätzungen.

2. Techniken der Genitalverstümmelung: Es werden die verschiedenen Formen der Verstümmelung, von der Sunna-Beschneidung bis zur Infibulation, inhaltlich differenziert dargestellt.

3. Zeitpunkt der Genitalverstümmelung (Beschneidung): Hier wird das Alter der betroffenen Mädchen und der Zeitpunkt des Eingriffs in Bezug auf verschiedene Lebensphasen thematisiert.

4. Ausführende: Dieser Abschnitt beleuchtet die Akteure, meist traditionelle Beschneiderinnen oder Hebammen, die den operativen Eingriff vornehmen.

5. Werkzeug: Es wird die Transformation der verwendeten Instrumente von traditionellen Objekten hin zu modernen medizinischen Utensilien beschrieben.

6. Folgen der Frauenbeschneidung: Eine umfassende Untersuchung der medizinischen, sexuellen und psychischen Langzeitschäden, die durch den Eingriff verursacht werden.

7. Genitalverstümmelung und Menschenrechte: Die Arbeit diskutiert hier den Konflikt zwischen lokaler Tradition und der universellen Geltung von Menschenrechten.

8. Ein Beispiel für eine Kampagne gegen Genitalverstümmelung: Anhand der Arbeit von Aminata Sigué wird ein konkretes Praxisbeispiel für Aufklärungsarbeit und Prävention in ländlichen Regionen aufgezeigt.

Schlüsselwörter

Genitalverstümmelung, Afrika, Frauenbeschneidung, Menschenrechte, Rechtspluralismus, Exzision, Infibulation, Ethnologie, Tradition, Trauma, Gesundheitsfürsorge, Aufklärung, Sterilität, Sexualität, Weiblichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika unter ethnologischer und rechtlicher Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die verschiedenen Techniken der Beschneidung, die medizinischen und psychischen Folgen für betroffene Frauen sowie der Konflikt mit modernen Menschenrechten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Praxis zu vermitteln und das Spannungsverhältnis zwischen traditionellen Rechtssystemen und universellen Menschenrechten aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist als Hausarbeit im Bereich der Historischen Ethnologie konzipiert und stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Einordnung in den Kontext des Rechtspluralismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Verbreitung, die Beschreibung der operativen Techniken, eine Analyse der physischen und psychischen Langzeitfolgen sowie eine Diskussion rechtlicher und menschenrechtlicher Aspekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Genitalverstümmelung, Frauenbeschneidung, Menschenrechte, Rechtspluralismus, Tradition, Trauma und Aufklärung.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von westlichem Recht und traditioneller afrikanischer Rechtssicht im Text?

Der Text zeigt auf, dass derselbe Akteur oder Gegenstand westlich als Täter oder Tatwaffe, traditionell jedoch als rituell Handelnder oder Beschneidungsutensil wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielt die Ausbildung von Dorfhebammen in der vorgestellten Kampagne?

Die Dorfhebammen werden gezielt sensibilisiert und in Alternativen geschult, da sie traditionell die Verstümmelungen durchführen und durch ihre Arbeit ökonomisch von der Tradition abhängig sind.

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Details

Title
Weibliche Genitalverstümmelung in Afrika
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Proseminar Koexistenz und Konflikt das Zusammenspiel traditioneller und moderner Rechtssysteme in Afrika
Grade
2.4
Author
Johannes Scharff (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V59327
ISBN (eBook)
9783638533034
ISBN (Book)
9783638766449
Language
German
Tags
Weibliche Genitalverstümmelung Afrika Proseminar Koexistenz Konflikt Zusammenspiel Rechtssysteme Afrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Scharff (Author), 2003, Weibliche Genitalverstümmelung in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59327
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