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Wahhabiten - Eine Einführung

Title: Wahhabiten - Eine Einführung

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philipp-Henning v.Bruchhausen (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Die als Wahhabiten bekannte fundamentalistische Gruppierung innerhalb des sunnitischen Islam, die hauptsächlich in Saudi-Arabien ihre Basis hat, wird im Westen gerne mit dem islamistischen Terror in Verbindung gebracht; Das liegt wohl daran, daß Osama bin Laden und der Großteil der 9/11 Attentäter saudische Wahhabiten waren, doch auch die Sittenstrenge Saudi-Arabiens und Dinge wie öffentliche Hinrichtungen durch Enthauptung, erwecken Assoziationen von bärtigen Glaubenskriegern mit dem Schwert in der einen und dem Koran in der andern Hand, was ja nicht zuletzt auch die Flagge des Landes symbolisiert.
Tatsächlich hat die Wahhabiya eine reichlich kriegerische Geschichte, die 1746 mit dem Bündnis des Predigers Muhammad b. Abd al-Wahhab mit dem damals noch unbedeutenden Clan der Saud begann, und mit der Verwüstung von Kerbela und Mekka um die Jahrhundertwende schon bald ihren schlechten Ruf begründete. Nach der darauf folgenden ägyptisch/osmanischen Strafexpedition wurde die Bewegung zerschlagen, sammelte sich bald darauf aber wieder und eroberte nach dem Ende des Weltkrieges einen guten Teil der arabischen Halbinsel, was 1926 in der Ausrufung des Königreichs Saudi-Arabien unter König Abd al-Aziz gipfelte. Seitdem ist die Wahhabiya dort Staatsreligion, wenn auch in der Praxis weitgehend die hanbalitische Rechtsschule vorherrscht, auf der die Wahhabiya ursprünglich ja basiert. Der König regiert quasi mit der Duldung der wahhabitischenUlama,welche im Gegenzug von „Big Oil“ profitieren und massiven Einfluß auf die Gesellschaft und den Staat ausüben, aber es gab und gibt zahlreiche Spannungen wegen des kolportierten „unislamischen“ Lebensstils der königlichen Familie. So schlug der König bereits 1929 einen Aufstand seiner frommen Krieger nieder, welche ihn ja erst auf den Thron gebracht hatten, und gliederte die Überlebenden in die reguläre Armee ein. Auch die Besetzung der großen Moschee 1979 und der jetzige Terrorismus durch die Al´Quaida in Saudi-Arabien entspringt diesem Kontext. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Dogmatik der Wahhabiten

1. Vorläufer

2. Kernbegriffe

III. Ibn Abd al-Wahhab und seine Nachkommen

IV. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung, die dogmatischen Grundlagen sowie den politisch-gesellschaftlichen Einfluss der Wahhabiya innerhalb des sunnitischen Islam mit besonderem Fokus auf deren Wechselwirkung mit dem saudischen Königshaus.

  • Historische Entwicklung der Wahhabiya seit dem 18. Jahrhundert
  • Religionsgeschichtliche Einordnung und dogmatische Kernkonzepte (Tawhid, Shirk, Bid'a)
  • Die Allianz zwischen Ibn Abd al-Wahhab und dem Clan der Saud
  • Verhältnis zwischen dem saudischen Staat und den wahhabitischen Ulama
  • Abgrenzung und ideologische Überschneidungen zu Strömungen wie dem Salafismus

Auszug aus dem Buch

II. Die Dogmatik der Wahhabiten

Die Wahhabiten sind eine religiöse Reformbewegung des sunnitischen Islam im Stile Hanbalis und Ibn Taymiyyas, die im 18. Jahrhundert von Muhammad Ibn Abd al-Wahhab in Zentralarabien geschaffen wurde, und dort durch das Bündnis mit dem Clan Saud schnell zu einer politischen, expansionistischen Bewegung wurde.

Ihr Ziel ist die Rückkehr zum ursprünglichen Islam der Zeit des Propheten und seiner Gefährten, den al-salaf al-salih, daher auch die Bezeichnung Salafisten. Die Idee ist grob gesagt, daß die Zeit des Propheten und der rechtgeleiteten Kalifen ein goldenes Zeitalter war, daß durch die Spaltung der Umma zerstört wurde, und das der Islam seitdem von schlechten Neuerungen im Glauben und von westlichen Einflüssen geschwächt wird.

Der letzte dieser erhabenen Vorväter ist Ahmad ibn Hanbal, wobei die Salafiten den Begriff Salaf auch auf Taqui al-din Ahmad ibn Taymiyya, Muhammad Ibn Abdal Wahhab und andere ausdehnen.

Muhammad Ibn Abdal Wahhab selbst wurde in der in Zentralarabien vorherrschenden hanbalitischen Rechtsschule erzogen, bekam aber bald Zugang zu den Schriften des Ibn Taymiyya und wurde zum Radikalen, der selbst mit seiner (hanbalitisch geprägten) Familie im Clinch lag.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Wahrnehmung der Wahhabiya im Westen im Kontext des islamistischen Terrors und skizziert deren historische Rolle in Saudi-Arabien.

II. Die Dogmatik der Wahhabiten: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Wurzeln der Bewegung bei Ahmad ibn Hanbal und Ibn Taymiyya sowie die zentralen dogmatischen Begriffe Tawhid, Shirk und Bid'a.

III. Ibn Abd al-Wahhab und seine Nachkommen: Dieser Abschnitt beschreibt das Leben des Gründers und die historische Etablierung des Bündnisses mit dem Clan Saud, das zur Staatsreligion und zur Bildung des heutigen Königreichs Saudi-Arabien führte.

IV. Fazit: Das Fazit bewertet die Wahhabiya als rückwärtsgewandte Reformbewegung und diskutiert die ambivalenten Auswirkungen ihrer Machtausübung auf die politische Stabilität Saudi-Arabiens.

Schlüsselwörter

Wahhabiya, Islam, Saudi-Arabien, Tawhid, Shirk, Bid'a, Sunnitischer Islam, Salafismus, Muhammad Ibn Abd al-Wahhab, Hanbalitische Rechtsschule, Ulama, Ikhwan, Fundamentalismus, Religion, Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine Einführung in die wahhabitische Lehre, ihre Entstehungsgeschichte und ihre Bedeutung für den saudischen Staat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die dogmatischen Grundlagen, die Geschichte der Zusammenarbeit mit der saudischen Herrscherdynastie sowie der Einfluss auf moderne radikale Strömungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Verständnis für die Entstehung der Wahhabiya und ihre Rolle als religiöses Fundament des Königreichs Saudi-Arabien zu schärfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode unter Auswertung relevanter Fachliteratur, religiöser Schriften und historischer Fakten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der dogmatischen Begriffe, eine Darstellung der Lebensgeschichte des Gründers sowie eine historische Übersicht zur Expansion des saudischen Reiches.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Wahhabiya, Tawhid, Shirk, Saudi-Arabien, Salafismus und sunnitischer Islam.

Warum ist das Verhältnis zwischen dem König und den Ulama so wichtig?

Da das Königshaus seine religiöse Legitimität aus der Unterstützung durch die wahhabitische Geistlichkeit (Ulama) zieht, ist dieses Abhängigkeitsverhältnis essenziell für die Stabilität des Staates.

Wie unterscheidet sich die Wahhabiya von anderen islamischen Strömungen?

Durch ihre strenge Ablehnung von Neuerungen (Bid'a) und ihre sehr spezifische Interpretation der Einheit Gottes (Tawhid), die andere muslimische Praktiken oft als Götzendienst (Shirk) einstuft.

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Details

Title
Wahhabiten - Eine Einführung
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Übung der internationalen Beziehungen: Reflexionen muslimischer Denker zu Islam, Politik und Moderne
Grade
1,3
Author
Philipp-Henning v.Bruchhausen (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V59334
ISBN (eBook)
9783638533096
ISBN (Book)
9783656525448
Language
German
Tags
Wahhabiten Eine Einführung Beziehungen Reflexionen Denker Islam Politik Moderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp-Henning v.Bruchhausen (Author), 2006, Wahhabiten - Eine Einführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59334
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