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Hermann Hesses Magiebegriff. Von der Logik zur Magie

Title: Hermann Hesses Magiebegriff. Von der Logik zur Magie

Term Paper , 2018 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Flora Hess (Author)

German Studies - Modern German Literature
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»Nichts ist außen, nichts ist innen, denn was außen ist, ist innen.«

Mit diesem Zitat möchte ich meine Arbeit im Rahmen des Seminars ›Ausgewählte Werke Hermann Hesses‹ beginnen, da es als kurze Einführung in den Magiebegriff Hesses dient, der in folgender Arbeit konzipiert werden soll. Primär ist eine grundlegende Betrachtung des Begriffes ›Magie‹ unter Berücksichtigung historischer Rezeption notwendig, um anschließend den Magiebegriff Hesses im Kontext des allgemeinen Diskurses einordnen zu können. Anhand Hesses früher Erzählung ›Innen und Außen‹ sowie seiner zwei Essays bezüglich Dostojewski, lässt sich seine Auffassung von Magie besonders deutlich skizzieren. Weiter soll untersucht werden, wie sich der Magiediskurs in Hesses Werken ›Demian‹, ›Siddhartha‹, ›Die Morgenlandfahrt‹, ›Das Glasperlenspiel‹, ›Der Steppenwolf‹ und insbesondere dessen ›magischen Theater‹ äußert.

Die bestehende Forschung soll in dieser Arbeit nicht unberücksichtigt gelassen wer-den. Dort wird der Begriff ›Magie‹ bei Hesse als »Dritte Welt als Einheit über allen Gegensätzen« oder auch als eine »visionäre Umwandlung der Polarität und Vielheit in Einheit« bezeichnet. Inwieweit sich diese Standpunkte als zutreffend erweisen, soll durch gründliche Textanalysen der Werke Hesses kritisch beleuchtet und präzisiert werden. Wie sich der Magiebegriff Hesses grundsätzlich verstehen lässt und in seinem literarischen Oeuvre zur Äußerung kommt, gilt es in der folgenden Arbeit herauszuarbeiten und anhand Textbeweisen zu explizieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführende Überlegungen

1. Magie als Begriff

1.1. Etymologie und geschichtliche Rezeption

1.2. Ethnologie

2. Hesses Magiebegriff

2.1 Innen und Außen

2.2 Demian

2.3 Siddhartha und Die Morgenlandfahrt

2.4 Das Glasperlenspiel und Musik als Mittel der Magie

2.5 Der Steppenwolf

3. Abschließende Betrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Magiebegriff im literarischen Werk Hermann Hesses, insbesondere im Kontext seiner Krisenzeit zwischen 1914 und 1927. Zentral ist dabei die Frage, wie Hesse das Konzept der Magie als Mittel zur Überwindung dualistischer Gegensätze und zur Integration des entfremdeten Ichs in seinen Romanen künstlerisch umsetzt.

  • Die etymologische und ethnologische Herleitung des Begriffs Magie.
  • Die Analyse der "magischen" Weltanschauung bei Hesse anhand zentraler Werke wie Demian, Siddhartha und Der Steppenwolf.
  • Die Bedeutung von Musik und Ästhetik als magische Instrumente der Wirklichkeitsverwandlung.
  • Der Zusammenhang zwischen psychoanalytischen Einflüssen und Hesses Konzept der "Einheit in der Vielheit".
  • Die Funktion des "magischen Theaters" als Ort der Persönlichkeitswerdung und Aufhebung zeitlicher und logischer Schranken.

Auszug aus dem Buch

2.1 Innen und Außen

Die 1920 erschienene Erzählung ›Innen und Außen‹ sollte betrachtet werden, um einen ersten Eindruck des Magieverständnisses in Hesses Literatur zu bekommen, zumal in dieser kurzen Erzählung eine sehr deutliche Definition von Hesses Magiebegriff gegeben wird. Hesse betitelt diese Erzählung mit ›Innen und Außen‹, was auf die grundlegende Bedeutung dieses Werkes in Relation mit seinem Magiebegriff schließen lässt, denn eine »erste Einführung in [die] Erkenntnislehre«31 wird dem Protagonisten Friedrich durch den bekannten Spruch vermittelt: »Nichts ist außen, nichts ist innen, denn was außen ist, ist innen.« 32

Dieses Zitat kommt sehr viel früher in leichter Abwandlung in Goethes Gedicht Epirrhema vor, 33 das Goethes Erkenntnisse seiner Naturbetrachtung lyrisch komprimiert. »Kein Lebendiges ist ein Eins, / Immer ist’s ein Vieles.« (V. 2, Z. 3f.). Diese vermeintliche Paradoxie, die bezeichnete Gegensätzlichkeit der Vielheit in der Einheit, die ebenso von Hesse übernommen wird, bezeichnet Goethe mit »wahren Schein«. Für Hesses Magieverständnis ist Goethes Gedicht Epirrhema also grundlegend, da das bekannte Zitat34 die Paradoxie in der Relativität von Gegensätzen zuspitzt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführende Überlegungen: Die Einleitung steckt den Rahmen für die Untersuchung ab und betont die Notwendigkeit, Hesses Magiebegriff historisch und im Kontext seines literarischen Schaffens zu verorten.

1. Magie als Begriff: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Grundlage durch eine etymologische Herleitung und die Betrachtung ethnologischer Ansätze, insbesondere durch Claude Lévi-Strauss.

2. Hesses Magiebegriff: Der Hauptteil analysiert die Entwicklung von Hesses Magieverständnis, das als Reaktion auf seine persönliche Krise und den Ersten Weltkrieg entstand, und prüft dieses an verschiedenen Romanen.

2.1 Innen und Außen: Hier wird die titelgebende Erzählung als zentrale Definition für Hesses Erkenntnislehre und die Aufhebung der Grenze zwischen Subjekt und Objekt untersucht.

2.2 Demian: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rolle von Abraxas und der Jungschen Psychologie bei der Versinnbildlichung der Magie und der Integration gegensätzlicher Persönlichkeitsanteile.

2.3 Siddhartha und Die Morgenlandfahrt: Die Analyse zeigt, wie Zeitüberwindung und die Aufhebung der Gegensätze von Gut und Böse in diesen Werken als magische Erfahrung dargestellt werden.

2.4 Das Glasperlenspiel und Musik als Mittel der Magie: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung der Musik als ästhetisches Realisierungsverfahren magischen Denkens und der "Heiterkeit" als höchster Erkenntnisform.

2.5 Der Steppenwolf: Der Fokus liegt auf dem "magischen Theater" als Ort der Heilung, an dem der Protagonist die Vielheit seiner Seele erkennt und seine "Brille" der rationalen Ordnung ablegt.

3. Abschließende Betrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Hesses Werk eine "magische Umstrukturierung" darstellt, die das Ziel verfolgt, Gegensätze in einer höheren Einheit aufzulösen.

Schlüsselwörter

Hermann Hesse, Magie, magisches Denken, Innen und Außen, coincidentia oppositorum, Krisenzeit, Persönlichkeitsentwicklung, Dualismus, Einheit in der Vielheit, Musik, Siddhartha, Steppenwolf, Demian, Psychoanalyse, Wirklichkeitsverwandlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht den Begriff der Magie im literarischen Schaffen von Hermann Hesse und zeigt auf, wie er diesen Begriff zur Bewältigung von Krisen und zur philosophischen Auseinandersetzung mit der Welt nutzte.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die Überwindung von Gegensätzen, die Relativität von Innen- und Außenwelt, die Kritik am rationalen Denken sowie die Integration der Persönlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Magiebegriff Hesses theoretisch zu fundieren und anhand seiner Romane zu explizieren, wie er das Konzept der "Einheit in der Vielheit" in eine literarische Form übersetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Autorin oder der Autor verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch historische Kontexte, etymologische Herleitungen und den Einbezug psychoanalytischer sowie philosophischer Fachliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Werke wie "Innen und Außen", "Demian", "Siddhartha", "Die Morgenlandfahrt", "Das Glasperlenspiel" und "Der Steppenwolf", um Hesses sich wandelndes Magieverständnis zu verdeutlichen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind "magisches Denken", "Gegensatzüberwindung", "Krise", "Einklang" und "Transformation".

Welche Rolle spielt die Musik im Kontext von Hesses Magiebegriff?

Besonders im "Glasperlenspiel" fungiert Musik als ein "Mittel der Magie", das die Zeitlichkeit aufhebt und die Einheit von Mathematik und Kunst erfahrbar macht.

Warum ist das "magische Theater" für den Protagonisten Harry Haller entscheidend?

Das magische Theater dient der Dekonstruktion der rationalen, begrenzten Identität Hallers und ermöglicht es ihm, die Vielfalt seiner Persönlichkeit anzunehmen und das Chaos als Teil eines Ganzen zu verstehen.

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Details

Title
Hermann Hesses Magiebegriff. Von der Logik zur Magie
College
University of Heidelberg
Course
Proseminar
Grade
1,7
Author
Flora Hess (Author)
Publication Year
2018
Pages
20
Catalog Number
V593412
ISBN (eBook)
9783346178664
ISBN (Book)
9783346178671
Language
German
Tags
hermann hesses logik magie magiebegriff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Flora Hess (Author), 2018, Hermann Hesses Magiebegriff. Von der Logik zur Magie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593412
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