Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Persönlichkeit das Anlageverhalten steuert. Seit der Theorie der behavioral economics, die gegen Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt wurde, ist davon auszugehen, dass Personen nicht rational wie der homo oeconomicus handeln, sondern das individuelle Risikoverhalten je nach eingeschätzter Sicherheit eines auftretenden Ereignisses variiert. Das Modell der Prospect Theory erklärt, dass Entscheidungen vor allem durch kognitive Wahrnehmungen getroffen werden. Ebenso gilt dies für das Anlageverhalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Begriffliche und Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition Persönlichkeit
2.2 Fünf-Faktoren Modell
2.3 Anlageverhalten
2.4 Vermögensallokation
3. Perspektivengetriebene Diskussion: Steuert die Persönlichkeit das Anlageverhalten? Eine perspektivengetriebene theoretische und empirische ökonomische Analyse
3.1 Definition der Untersuchungsperspektiven und deren Beurteilungskriterien
3.2 Analyse aus Perspektive 1: Privatanleger der als Bankberater in einer Großbank arbeitet
3.3 Analyse aus Perspektive 2: Fondsmanager einer Investmentgesellschaft
3.4 Analyse aus Perspektive 3: Großinvestor mit einem Privatvermögen von 50 Mio. €
3.5 Analyse aus Perspektive 4: Privatanlegerin mit konservativer Anlagestrategie
3.6 Kollidierende und harmonisierende Beziehungen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob und inwieweit die menschliche Persönlichkeit das individuelle Anlageverhalten an Finanzmärkten steuert. Dabei wird ein perspektivengetriebener Ansatz gewählt, um unterschiedliche Akteursgruppen – vom Privatanleger bis zum Fondsmanager – hinsichtlich ihrer Entscheidungslogik, Risikowahrnehmung und Anlageziele zu analysieren und potenzielle Konflikt- oder Harmoniepunkte zwischen diesen Perspektiven aufzuzeigen.
- Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie (insb. Fünf-Faktoren-Modell)
- Einfluss psychologischer Faktoren auf Anlageentscheidungen
- Vermögensallokation und Portfoliotheorie als methodische Basis
- Vergleichende Analyse verschiedener Anleger-Perspektiven
- Diskussion von Prinzipal-Agent-Konflikten und verhaltensökonomischen Anomalien
Auszug aus dem Buch
3.6 Kollidierende und harmonisierende Beziehungen
Privatanleger – Fondsmanager Der Privatanleger der als Bankberater in einer Großbank tätig ist, sieht die performanceabhängige Vergütung des Fondsmanagers hinsichtlich der Rendite als Motivation, für die der Fondsmanager auch bereit ist einen Mehraufwand für seine Leistung zu erbringen. Er selbst steht dem positiv gegenüber und hätte bei einer provisionsabhängigen Vergütung auch den Anreiz beruflich noch mehr für seine Kunden tätig zu sein. Kritisch sieht er dennoch die Risiken die der Fondsmanager eingeht sobald die Performance sinkt. Erfahrungsgemäß geht er damit immer höhere Risiken ein um die Rendite des Fonds wieder zu steigern. Hinzu kommt, dass er das Kapital seiner Anleger verwaltet und diese auf seine Tätigkeit als Fondsmanager vertrauen. So sollte er das Ziel haben, das Kapital seiner Investoren so zu verwalten, damit sein Fonds eine möglichst hohe Rendite aufweist. Im Übrigen sollte dieses Ziel bei allen Vermögensverwaltern und -Beratern im Vordergrund stehen. Allerdings muss der Privatanleger sich selbst eingestehen, dass hinsichtlich der Rendite Finanzintermediäre sich oftmals für die lukrativste Anlageform entscheiden und nicht für eine aus Kundensicht orientierte Anlage.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der Persönlichkeit auf das Anlageverhalten und Erläuterung des methodischen Vorgehens.
2. Begriffliche und Theoretische Grundlagen: Definition von Persönlichkeit, Vorstellung des Fünf-Faktoren-Modells und Erörterung von Mechanismen des Anlageverhaltens sowie der Vermögensallokation.
3. Perspektivengetriebene Diskussion: Steuert die Persönlichkeit das Anlageverhalten? Eine perspektivengetriebene theoretische und empirische ökonomische Analyse: Differenzierte Untersuchung von vier Anlegerprofilen sowie Analyse ihrer harmonisierenden und kollidierenden Beziehungen untereinander.
4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass Persönlichkeit einen wichtigen Aspekt darstellt, jedoch von weiteren Faktoren wie sozialem Umfeld oder Alter überlagert werden kann.
Schlüsselwörter
Persönlichkeit, Anlageverhalten, Fünf-Faktoren-Modell, Risikoverhalten, Vermögensallokation, Behavioral Economics, Prospect Theory, Rendite, Investition, Privatanleger, Fondsmanager, Großinvestor, Overconfidence Bias, Finanzmärkte, Portfoliotheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Persönlichkeit eines Menschen sein Verhalten bei der Geldanlage beeinflusst, wobei Erkenntnisse der Psychologie mit der Finanzwissenschaft verknüpft werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit, verhaltensökonomische Anomalien, die Bedeutung der Asset Allocation und die unterschiedlichen Sichtweisen verschiedener Marktakteure.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu beantworten, ob die Persönlichkeit das Anlageverhalten steuert und inwieweit dies theoretisch und empirisch belegt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine perspektivengetriebene Diskussion gewählt, bei der vier spezifische Anleger-Profile definiert und hinsichtlich Kriterien wie Rendite und Risiko verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der vier Perspektiven (Privatanleger, Fondsmanager, Großinvestor, konservative Privatanlegerin) sowie eine Diskussion ihrer wechselseitigen Beziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Persönlichkeit, Anlageverhalten, Fünf-Faktoren-Modell, Risikoverhalten und Vermögensallokation.
Wie unterscheidet sich die Risikoeinstellung der untersuchten Akteure?
Die Akteure weisen deutliche Unterschiede auf: Während der Großinvestor eine spekulative Strategie verfolgt, zeigt die Privatanlegerin aufgrund von Unsicherheit ein ausgeprägtes sicherheitsorientiertes Verhalten.
Welchen Einfluss hat das Know-how auf die Anlagestrategie?
Ein höheres Finanzwissen korreliert in der Arbeit oft mit einer höheren Risikobereitschaft und einer souveräneren Handhabung von Marktschwankungen im Vergleich zu Anlegern mit weniger Wissen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2019, Steuert die Persönlichkeit das Anlageverhalten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593470