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Wallfahrtsgeschichte Altöttings. Der Weg zur bayerischen Landeswallfahrt vom späten Mittelalter bis zur Barockzeit

Titel: Wallfahrtsgeschichte Altöttings. Der Weg zur bayerischen Landeswallfahrt vom späten Mittelalter bis zur Barockzeit

Masterarbeit , 2016 , 56 Seiten , Note: 1

Autor:in: Pudka Vodding (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Lange bevor die geschichtlich dokumentierte Wallfahrt nach Altötting mit zwei kurz aufeinander folgenden Mirakeln im Jahr 1489 begann, pilgerten schon Menschen zur Gottesmutter nach Altötting. Im Oktogon der "Uralt hayligen Capelln" ( Stadt Altötting, 2000, Seite 216), eines der ehrwürdigsten Gotteshäuser auf deutschem Boden, um circa 650 gebaut, befand sich ein Marienbild von einer sitzenden Madonna, das vermutlich sehr verehrt wurde, sonst wäre es kaum zum Wappen des Neuöttinger Richters geworden und später in das Neuöttinger Stadtwappen aufgenommen worden. Reliquien, die König Karlmann aus einem Römerzug für die von ihm erbaute Sitftskirche mitbrachte, die Vergrößerung der Stiftskirche 1245, sowie die prächtige Ausmalung des Kreuzgangs der Stiftskirche lassen darauf schließen, dass schon lange vor der geschichtlich dokumentierten Wallfahrt eine große Anzahl von Pilgern nach Altötting kam.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur geschichtlichen Entwicklung Altöttings

2.1 Herrschaft der Agilolfinger

2.2 Herrschaft der Karolinger

2.3 Herrschaft der Wittelsbacher

3. Geschichtlich dokumentierte Wallfahrtszeit

3.1 Eigentlicher Beginn der Wallfahrt nach Altötting 1489

3.1.1 Wallfahrtsfördernde Mirakel

3.1.2 Die Marienstatue im Oktogon der Gnadenkapelle

3.2 Popularisierung und Attraktivität

3.2.1 Mirakelbücher und Mirakelbüchlein

3.2.2. Votivtafeln

3.2.3 Mirakeltafeln

3.2.4. Pilgerzeichen

3.2.5 Andachtsbilder

3.3 Opfergaben

3.4 Bauliche Entwicklung

3.5 Soziologie der Pilger

3.6 Die Wallfahrt nach Altötting im 16. Jahrhundert

3.6.1 Niedergang durch den Landshuter Erbfolgekrieg

3.6.2 Neues Aufblühen der Wallfahrt 1506

3.6.3 Auswirkungen der Reformation 1520 – 1560

3.6.4 Aufschwung durch Petrus Canisius

3.6.5 Förderung der Wallfahrt durch Dr. Martin Eisengrein

3.6.6 Aufschwung der Wallfahrt unter Herzog Albrecht V. (1550 ‐ 1579)

3.6.7 Entfaltung der Wallfahrt unter Herzog Wilhelm V. (1579 ‐ 1597) und den Jesuiten in Altötting

3.7 Die Wallfahrt nach Altötting in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert

3.7.1 Kurfürst Maximilian I.

3.7.1.1 Die Wallfahrt nach Altötting während des Dreißigjährigen Krieges

3.7.1.2 Die Wallfahrt nach Altötting während der Pest

3.8 Entwicklung der Wallfahrt in der Barockzeit bis ca. 1750

3.8.1 Förderer der Wallfahrt: Propst Wartenberg

3.8.2. Altötting in kaiserlichem und fürstlichem Glanz

3.8.3 Altöttinger Wallfahrt ‐ eine Wallfahrt des Volkes

3.8.4 Die Wallfahrt nach Altötting während des Spanischen Erbfolgekriegs

3.8.5 Karl Albrecht und U. L. Frau von Altötting

3.8.6 Armut des Volkes und der Hl. Kapelle

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der bayerischen Landeswallfahrt Altötting von ihren mittelalterlichen Ursprüngen bis zur Blütezeit im Barock und analysiert dabei die sozio-ökonomischen Faktoren, die religiösen Auswirkungen von Reformation und Gegenreformation sowie die zentrale Rolle der Wittelsbacher für den Erhalt des Wallfahrtsortes.

  • Geschichtliche Genese von Altötting als Pfalz und Wallfahrtsort
  • Die Rolle von Wundern, Mirakelbüchern und der Druckkunst für die Popularisierung
  • Veränderungen in der Wallfahrtsbeteiligung durch politische und religiöse Krisen
  • Der Einfluss des Hauses Wittelsbach und der Jesuiten auf die Wallfahrtsorganisation
  • Soziologische Aspekte und die Bedeutung von Opfergaben und Votivstiften

Auszug aus dem Buch

3.6.4 Aufschwung durch Petrus Canisius

Der erste Anstoß zu einer neuen stetigen Aufwärtsentwicklung der Altöttinger Wallfahrten kam allerdings nicht durch Herzog Albrecht V., sondern durch ein außergewöhnliches kirchliches Ereignis - es war eine Teufelsaustreibung, die der heiligmäßige Petrus Canisius am 23. Januar 1570 in der Hl. Kapelle zu Altötting an dem siebzehnjährigen adeligen Kammerfräulein der Gräfin Sybilla Fugger von Kirchberg und Weißenhorn, Anna von Bernhausen, vornahm. Die Begebenheit überlieferte in größter Ausführlichkeit der Zeitgenosse Martinus Eisengrein in seinem Büchlein „Unser liebe Fraw zu Alten Oetting: Das ist/ Von der vralten heyligen Capellen vnser lieben Frawen und dem Fürstlichen Stifft S. Philip und Jacob zu AltenOetting“(König, 1940, S. 64):

Das damals etwa siebzehnjährige Kammerfräulein Anna von Bernhausen war jahrelang von sieben bösen Geistern besessen gewesen, deren sechs zu St. Ulrich in Augsburg gebannt werden konnten, während der siebte angeblich nur in Altötting zu überwältigen sein sollte. So pilgerte denn Max Fugger, Freiherr von Kirchberg und Weißenhorn, mit seiner Gemahlin und dem besessenen Mädchen, begleitet von dem damals schon als heiligmäßig verehrten Pater Petrus Canisius und einem kleinen Gefolge von Betern und Dienerschaft zur Gnadenmutter von Altötting, wo sie „ „den 21. Januarij deß (...) 70. jars (...) zu abent spat ankommen (...) und alsobald sie von dem wagen abgestanden, darmit in Gottes namen ain guter anfang der sachen gemacht wurde, stracks in die haylig Capellen vnser lieben Frawen seyn." Nach innigem Gebet dieses Abends und noch mehr der beiden folgenden Tage, nach langwierigen Befragungen und Beschwörungen und heißem, geradezu dramatischem Ringen mit der höllischen Macht sei, so erzählt Eisengrein , der letzte Dämon endlich am „23. Januarij (...) ohngefährlich zwischen zway und drey uhr nach mittag " in Gegenwart der angeführten und zahlreicher anderer Zeugen aus dem lang gequälten Mädchen ausgefahren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die frühzeitigen Pilgertraditionen in Altötting noch vor der geschichtlich fixierten Dokumentation der Wallfahrt ab 1489.

2. Zur geschichtlichen Entwicklung Altöttings: Beleuchtet die politische Bedeutung des Ortes unter den Agilolfingern, Karolingern und später den Wittelsbachern.

3. Geschichtlich dokumentierte Wallfahrtszeit: Analysiert detailliert den Beginn, die Verbreitung durch Wunderberichte, die Rolle von Pilgerzeichen sowie die krisenhaften Entwicklungen durch Reformation und Seuchen.

4. Schluss: Reflektiert über die zeitlose Bedeutung der Wallfahrt über den Wandel des Zeitgeistes hinweg und betont das fortbestehende Vertrauen der Menschen.

Schlüsselwörter

Altötting, Wallfahrt, Gnadenbild, Wittelsbacher, Mirakel, Reformation, Gegenreformation, Petrus Canisius, Votivtafeln, Barock, Pilger, Opfergaben, Gnadenkapelle, Marienverehrung, Landeswallfahrt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit zeichnet die Entwicklung Altöttings von einer königlichen Pfalz zu einem der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte im deutschsprachigen Raum nach.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die religiöse Verehrung, die politische Instrumentalisierung durch das Haus Wittelsbach und die Auswirkungen gesellschaftlicher Umbrüche auf die Wallfahrtspraxis.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Ziel ist es, die Kontinuität und die Krisen der Wallfahrt vor dem Hintergrund der allgemeinen bayerischen Geschichte und der religiösen Strömungen vom späten Mittelalter bis zum Barock aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung historischer Quellen, darunter Kapellrechnungen, Mirakelbücher, zeitgenössische Chroniken und Stiftungsurkunden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die frühgeschichtliche Entwicklung, die Etablierung des Gnadenortes, die Gefährdung durch die Reformation und das Wiederaufblühen durch die Jesuiten sowie die barocke Blütezeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Marienverehrung, Gegenreformation, Votivkultur, fürstliche Patronage und die spezifische Bedeutung der „Schwarzen Madonna“.

Welche Rolle spielten die Jesuiten für Altötting?

Die Jesuiten waren maßgeblich an der Rekatholisierung und der Seelsorge beteiligt, was zu einem signifikanten Anstieg der Pilgerzahlen und der Bedeutung des Ortes führte.

Warum war die Pest von 1649 ein entscheidender Wendepunkt?

Die Pestkrise führte zu einem kurzzeitigen Zusammenbruch des Wallfahrtsbetriebs, mündete aber in einem gemeinsamen Bittruf, der die religiöse Identität und das Vertrauen zur Gnadenmutter nachhaltig stärkte.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wallfahrtsgeschichte Altöttings. Der Weg zur bayerischen Landeswallfahrt vom späten Mittelalter bis zur Barockzeit
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Kirchengeschichte)
Note
1
Autor
Pudka Vodding (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
56
Katalognummer
V593627
ISBN (eBook)
9783346200853
ISBN (Buch)
9783346200860
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wallfahrt Wallfahrtsgeschichte Altötting
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pudka Vodding (Autor:in), 2016, Wallfahrtsgeschichte Altöttings. Der Weg zur bayerischen Landeswallfahrt vom späten Mittelalter bis zur Barockzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593627
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Leseprobe aus  56  Seiten
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