In der folgenden Arbeit klärt die Autorin am Beispiel von Alkohol und Amphetamin über die Wirkung von Drogen auf das Nervensystem aufklären. Um zu verstehen, welche Effekte der Drogenkonsum auf Verhalten und Psyche hat, müssen wir uns mit der Wirkung auf molekularer Ebene auseinandersetzten. Dafür sind gewisse Grundlagen der Neurophysiologie gefragt, die im Folgenden aufgreifen werden. Anschließend wird ein Vergleich zwischen den beiden Drogen gezogen.
Nach WHO zählt jede Substanz als Droge, "die in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag." Genauerer werden Drogen häufig damit definiert, dass ihr Wirkstoff auf das (zentrale) Nervensystem einwirkt und durch die Veränderung von Stimmung, Verhalten und Wahrnehmung Einfluss auf Körper und Geist nehmen. Bestimmt würden Sie Ihre Antwort nun revidieren. Schließlich ist der Konsum von Alkohol weit verbreitet – ca. 57 Prozent der Weltbevölkerung (Stand 2017) trinkt Alkohol. Und wie verhält es sich mit den illegalen Drogen wie Amphetamin (Speed)? Laut Schätzungen der europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht haben im letzten Jahr 1.7 Millionen, sprich 0.5 Prozent der Europäer im Alter von 15 bis 64 Jahren Amphetamin konsumiert. Doch den Wenigsten der Konsumenten jeglicher Drogen ist überhaupt bewusst, was diese Drogen mit ihnen und mit Ihrem Körper machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Neurophysiologie
2.1 Das Nervensystem
2.2 Reizweiterleitung und -verarbeitung
2.3 Aufbau und Vorgänge an den Synapsen
2.4 Neurotransmitter
3. Alkohol
3.1 Beschreibung
3.2 Effekte auf die Neurotransmission
3.3 Effekte auf Verhalten und Psyche
4. Amphetamin
4.1 Beschreibung
4.2 Effekte auf die Neurotransmission
4.3 Effekte auf Verhalten und Psyche
5. Vergleich
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wirkungsmechanismen von Alkohol und Amphetamin (Speed) auf das zentrale Nervensystem, um die neurobiologischen Grundlagen von Drogenwirkungen, deren Einfluss auf Verhalten und Psyche sowie die Entwicklung von Abhängigkeit zu verdeutlichen.
- Grundlagen der menschlichen Neurophysiologie und Signalübertragung
- Pharmakologische Wirkungsweise von Ethanol auf verschiedene Neurotransmittersysteme
- Einfluss von Amphetamin auf die Katecholamin-Freisetzung und neuronale Dauererregung
- Vergleichende Analyse der unterschiedlichen sedierenden und stimulierenden Effekte
- Neurobiologische Prozesse bei der Entstehung von Sucht
Auszug aus dem Buch
Effekte auf die Neurotransmission
Erstmal im Hirn angekommen, beeinflusst Alkohol selbst in kleinsten Dosen das ZNS erheblich, zumal es nicht nur auf ein Neurotransmittersystem, sondern auf eine Vielzahl verschiedener Systeme gleichzeitig einwirkt. In diesem Kapitel soll nun aufgezeigt werden, wie Alkohol mit unterschiedlichen Transmittersystemen interagiert. Deutschenbaur und Walter stellen in ihrem Interaktionsmodell dar, dass Alkohol zum einen auf das Endocannabinoidsystem einwirkt. Durch Alkoholkonsum werden entweder endogene Opioide, wie das β-Endorphin freigesetzt, die an die μ-Opioid-Rezeptoren des Belohnungssystem binden oder das Alkohol selbst stimuliert jene Rezeptoren. In der Folge kommt es in beiden Fällen zu einer vermehrten Dopaminfreisetzung im Nucleus Accumbens (=ventrales Striatum), im limbischen System. Laut Andreas Heinz, dem Direktor der Klinik für Psychiatrie der Charité, erhöhe Alkohol die Dopaminausschüttung um etwa 50 bis 100 Prozent. Regelmäßiger Konsum führt zu einer Adaptation von dopaminerger Prä- und Postsynapsen, wodurch neben einer erhöhten Ausschüttung von Dopamin bei Zunahme von Alkohol auch eine „verminderte Wiederaufnahmekapazität für Dopamin“ verursacht wird. Die Folge ist eine Überstimulation der dopaminergen Neuronen. Zu einem weiteren Eingriff der Substanz ins Zentrale Nervensystem kommt es durch einen Anstieg des Serotoninspiegels. Forschungen von Sung et al. aus 2000 und von Zhou et. al aus dem Jahr 1998 stellten heraus, dass Alkohol die Aktivierung der 5-HTR-Rezeptoren von Serotonin fördert und den geöffneten Zustand jener Kanäle verlängern. Ebenfalls ein Effekt des Alkohols ist die verstärkte Inhibition an GABA-Synapsen. Ethanol bindet dafür „an eine aus Aminosäuren gebildete Tasche am GABAA-Rezeptor“, wodurch dieser aktiviert und seine inhibitorische Wirkung ausgelöst wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Alkohol gesellschaftlich als Genussmittel verharmlost wird, obwohl er wie illegale Drogen direkt das Nervensystem manipuliert.
Neurophysiologie: Dieses Kapitel erläutert die anatomischen und biochemischen Grundlagen der Nervenzellkommunikation, insbesondere die Rolle von Ruhepotenzial, Aktionspotenzialen und synaptischen Prozessen.
Alkohol: Hier werden die chemische Beschaffenheit von Ethanol sowie seine komplexen, meist inhibitorischen Auswirkungen auf verschiedene Transmittersysteme im Gehirn detailliert beschrieben.
Amphetamin: Dieses Kapitel analysiert die synthetische Droge Speed, deren stimulierende Wirkung auf der strukturellen Ähnlichkeit zu körpereigenen Katecholaminen und der resultierenden Dauererregung beruht.
Vergleich: Der Vergleich verdeutlicht die gegensätzlichen Wirkweisen von Alkohol (sedierend) und Amphetamin (stimulierend), zeigt aber die gemeinsame Gefahr einer dauerhaften Beeinflussung des Belohnungssystems auf.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ungeachtet der unterschiedlichen Wirkmechanismen beide Stoffe in der Lage sind, das zentrale Nervensystem nachhaltig zu schädigen und in die Abhängigkeit zu führen.
Schlüsselwörter
Neurophysiologie, Nervensystem, Synapsen, Neurotransmitter, Alkohol, Ethanol, Amphetamin, Speed, Dopamin, Serotonin, Belohnungssystem, Sucht, Drogenwirkung, Exzitation, Inhibition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der neurobiologischen Wirkungsweise von Drogen, speziell am Beispiel der legalen Substanz Alkohol und der illegalen Droge Amphetamin (Speed).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die grundlegende Neurophysiologie, die Funktionsweise von Synapsen, die Interaktion von Drogen mit Neurotransmittern sowie die daraus resultierenden psychischen und physischen Folgen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuklären, wie Alkohol und Amphetamin auf molekularer Ebene in das Nervensystem eingreifen und welche Rolle diese Veränderungen für das Verhalten und das Suchtpotenzial spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Facharbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Neurobiologie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung neurophysiologischer Grundlagen, die spezifische Analyse der Wirkungen von Alkohol und Amphetamin auf die Neurotransmission sowie deren Auswirkungen auf die Psyche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neurotransmission, Synapse, Dopamin, Belohnungssystem, Suchtpotenzial, Exzitation und Inhibition charakterisiert.
Warum wird Alkohol in der Arbeit mit Amphetamin verglichen?
Obwohl Alkohol als legal und Amphetamin als illegale „harte Droge“ gilt, dient der Vergleich dazu, die grundlegenden neurobiologischen Ähnlichkeiten in der Gefahr der Suchtentstehung und der Kontrolle über das Nervensystem aufzuzeigen.
Welche Rolle spielt das Dopaminsystem bei beiden Drogen?
Dopamin ist der gemeinsame Nenner; beide Substanzen führen zu einer erhöhten Ausschüttung des Botenstoffs im Belohnungssystem, was letztlich das Suchtverhalten maßgeblich vorantreibt.
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- Anonym (Autor), 2020, Die Wirkung von Drogen auf das Nervensystem. Das Beispiel von Alkohol und Speed, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593767