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Weibliche Herrschaft im 16. Jahrhundert. Kontroversen um Elisabeth I.

Título: Weibliche Herrschaft im 16. Jahrhundert. Kontroversen um Elisabeth I.

Tesis (Bachelor) , 2019 , 43 Páginas , Calificación: Gut

Autor:in: Verena Schneider (Autor)

Historia - General
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Ist der königliche Körper in seiner Idealgestalt zwingend männlich? Oder muss die Königin nur die männliche Gestalt verkörpern können so wie Elisabeth I., welche von sich behauptete den Körper einer Frau zu haben, aber das Herz und den Bauch eines Königs. Mit welchen Kontroversen der weiblichen Herrschaft im 16. Jahrhundert wurde man grundsätzlich konfrontiert, welche betrafen Elisabeth I. im Besonderen und wie reagierte sie darauf? Dieser Thematik wird in der Arbeit nachgegangen.

Frauen als Fürstinnen oder Regentinnen waren im sechzehnten Jahrhundert nicht der Normalfall, sondern eher ein unüblicher Zustand. Die Problematik einer Frauenherrschaft in dieser Epoche wird vor allem in ihrer Komplexität durch die Wechselwirkungen diverser historischer Wirklichkeitsebenen gezeigt. Die Konzeption des Königtums beruhte auf einem patriarchalischem Machtkonstrukt.

Der Historiker Ernst Kantorowicz stellte die These von den zwei Körpern des Königs auf, das heißt er geht von einem natürlichen und einem politischen Körper eines Königs aus. Auf den natürlichen Körper der Frau, also auf ihre Weiblichkeit, gab es stets diverse Projektionen. Und immer wieder wurde darauf verwiesen, dass eben diese Weiblichkeit die Politikfähigkeit des Körpers der Königin in die Schranken verweist und der politische Körper einer Frau der Nähe zu einem männlichen Körper bedarf.

Dabei kreiste die Frage um die weibliche Regierungsfähigkeit nicht nur um eine hypothetische Frage, wie der misogyne Jean Bodin feststellte, denn Erbfolgeregelungen in den europäischen Monarchien, verdrängten zunehmend die Fürstenwahl. Die Gynäokratiedebatte wurde Bestandteil der frühneuzeitlichen Querelle des femmes und die Positionen der Frauenherrschaft viel diskutiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Begriffe

1.2 Methode

1.3 Forschungsstand

2 Kontroversen der weiblichen Herrschaft im 16. Jahrhundert

2.1 Vorurteile der weiblichen Herrschaft im 16. Jahrhundert

2.2 Legitimation der Herrschaft von Elisabeth I. von England

3 Kontroversen vor und während der königlichen Machtentfaltung von Elisabeth I.

3.1 Der schwieriger Weg von Elisabeth I. bis zur Thronübernahme

3.2 Die Kontroverse um Elisabeths Ehelosigkeit

3.3 Der Konflikt zwischen Elisabeth I. und Maria Stuart

4 Resümee

5 Bibliografie

5.1 Quellen

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexen gesellschaftlichen und politischen Kontroversen, die mit der weiblichen Herrschaft von Elisabeth I. im 16. Jahrhundert verbunden waren, und analysiert, wie die Königin diesen Herausforderungen und dem patriarchalischen Rollenverständnis ihrer Zeit begegnete.

  • Historische Gynäokratiedebatte und Frauenherrschaft
  • Legitimation der Herrschaft von Elisabeth I.
  • Rollenbilder von Mann und Frau im 16. Jahrhundert
  • Elisabeths Ehelosigkeit als politische Strategie
  • Konflikt zwischen Elisabeth I. und Maria Stuart

Auszug aus dem Buch

Die Kontroverse um Elisabeths Ehelosigkeit

Sowohl der Adel und das Parlament, als auch die städtische Bevölkerung erwarteten von Elisabeth, dass sie sich mit einer Eheschließung und der Nachfolgeregelung auseinandersetzen würde, damit sie ihre Herrscherpflichten erfüllen konnte. Anfangs jedoch war es weniger eine Mahnung als eine Selbstverständlichkeit, die alle von ihr erwarteten. Elisabeth konnte ihre Rollenerwartung als Frau und als Königin nur erfüllen indem sie heiraten würde.

Zu Beginn ihrer Regierungszeit standen Elisabeth viele Schwierigkeiten im Weg, die sie lösen musste, um als englische Königin akzeptiert zu werden. Darunter auch die Frage nach einem geeigneten Ehemann. Aus welchen Gründen Elisabeth auf die Ehe verzichtete wird wohl niemand mehr klären können, aber es gibt verschiedene Thesen.

Setzt man sich mit Elisabeths Leben auseinander verwundert es nicht, dass sie sich entschlossen hat nie zu heiraten. Das traurige Ende ihrer Mutter, die Heinrich VIII., ihr eigener Ehemann, hinrichten ließ und auch das Beispiel seiner anderen Ehefrauen machte die Ehe nicht lukrativer für sie. Natürlich hatte Elisabeth sicher auch mitbekommen welchen Unmut ihre Halbschwester Maria sich zuzog, weil sie den spanischen Monarchen Philipp II. ehelichte. Elisabeth wollte wahrscheinlich keine ausländische Macht in England auf den Thron bringen, keinen katholischen Fremdherrscher wie Philipp oder einen anderen und noch weniger wollte sie sich einem Ehemann unterordnen. Auch die Möglichkeit im Kindbett zu sterben könnte ein abschreckendes Beispiel gewesen sein. Entschied sie sich aus einem dieser Gründe nur mit England verheiratet zu sein?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die patriarchalen Machtstrukturen der Renaissance und die Gynäokratiedebatte, welche die Regierungsfähigkeit von Frauen in einer von Männern dominierten Welt in Frage stellte.

2 Kontroversen der weiblichen Herrschaft im 16. Jahrhundert: Dieses Kapitel untersucht die tief verwurzelten Vorurteile gegenüber weiblicher Machtausübung und erläutert die verschiedenen Ansätze zur Legitimation der Herrschaft von Elisabeth I.

3 Kontroversen vor und während der königlichen Machtentfaltung von Elisabeth I.: Der Hauptteil analysiert den Aufstieg Elisabeths, die Spannungen hinsichtlich ihrer Ehelosigkeit sowie den langwierigen und gefährlichen Konflikt mit ihrer Cousine Maria Stuart.

4 Resümee: Das Resümee bilanziert die fast 45-jährige Regierungszeit von Elisabeth I. und würdigt ihre Fähigkeit, die Rolle der Frau in der Weltpolitik des 16. Jahrhunderts neu zu definieren.

5 Bibliografie: Dieses Kapitel listet die für die Arbeit herangezogenen Quellen und die verwendete Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Elisabeth I., Frauenherrschaft, Gynäokratiedebatte, 16. Jahrhundert, England, Maria Stuart, Herrschaftslegitimation, Geschlechterrollen, Ehelosigkeit, Querelle des femmes, Tudor, Monarchen, Politik, Reformation, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Auseinandersetzung über die weibliche Herrschaft im 16. Jahrhundert am Beispiel von Elisabeth I. von England.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Gynäokratiedebatte, die Rolle der Frau in der Renaissance, die Legitimation königlicher Herrschaft und der Einfluss gesellschaftlicher Vorurteile auf die Politik.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welchen Kontroversen sich Elisabeth I. aufgrund ihres Geschlechts gegenüber sah und wie sie diese Herausforderungen durch ihre Herrschaftsinszenierung und Politik aktiv bewältigte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Methode unter Einbeziehung von Literaturstudien sowie der kritischen Analyse historischer Quellen.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil behandelt den schwierigen Weg Elisabeths bis zur Thronbesteigung, ihre bewusste Entscheidung gegen eine Heirat und den komplexen, oft feindseligen Konflikt mit Maria Stuart.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie "Frauenherrschaft", "Elisabeth I.", "Gynäokratiedebatte" und "Herrschaftslegitimation" geprägt.

Warum lehnte Elisabeth I. eine Heirat ab?

Die Arbeit deutet darauf hin, dass Elisabeth durch das negative Beispiel ihrer Mutter und ihrer Halbschwester Maria erkannte, dass eine Heirat ihre Autonomie und ihre politische Macht zugunsten eines Ehemannes eingeschränkt hätte.

Welche Bedeutung hatte der Konflikt mit Maria Stuart?

Der Konflikt war von religiösen Spannungen zwischen Protestantismus und Katholizismus geprägt und stellte durch den andauernden Thronanspruch Marias eine existenzielle Bedrohung für Elisabeths Herrschaft dar.

Wie reagierte Elisabeth auf die Gynäokratiedebatte ihrer Zeit?

Sie nutzte die Inszenierung ihrer Herrschaft und stilisierte sich zur "jungfräulichen Königin", um den Widerspruch zwischen ihrem weiblichen Körper und der männlichen Rolle als Monarch zu überbrücken.

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Detalles

Título
Weibliche Herrschaft im 16. Jahrhundert. Kontroversen um Elisabeth I.
Universidad
University of Vienna  (Institut für Geschichte)
Calificación
Gut
Autor
Verena Schneider (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
43
No. de catálogo
V593989
ISBN (Ebook)
9783346203984
ISBN (Libro)
9783346203991
Idioma
Alemán
Etiqueta
elisabeth herrschaft jahrhundert kontroversen weibliche
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Verena Schneider (Autor), 2019, Weibliche Herrschaft im 16. Jahrhundert. Kontroversen um Elisabeth I., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593989
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