Frauen und Männer unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Studiendauer und Leistung kaum noch voneinander. Ganz anders sieht es allerdings bei der anschließenden Berufstätigkeit aus. Hier gibt es große Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Betrachtet man die Partizipation von Frauen in der Arbeitswelt, hat sich in den letzten Jahrzehnten durchaus etwas getan. Der Anteil an Frauen steigt kontinuierlich.
Wie Isabel Win in ihrer Publikation zeigt, bestehen jedoch noch erhebliche Unterschiede in der Art der Beschäftigungsverhältnisse, dem Arbeitszeitvolumen, den Karrierechancen und der Einkommenshöhe. Haben Frauen dieselben Karrierechancen wie Männer? Und haben sie auch dieselben Ambitionen? Wie nehmen die Geschlechter jeweils ihre Karrierechancen wahr?
Isabel Win setzt sich mit der Erwartungshaltung junger Frauen und Männer hinsichtlich ihrer Karrierechancen auseinander. Sie hinterfragt Stereotype und traditionelle Rollenaufteilungen. Außerdem geht sie den beruflichen Schwerpunkten von Frauen und Männern sowie ihrer Familienplanung nach. Anhand aktueller Zahlen deckt Win in ihrem Buch geschlechtsspezifische Barrieren auf dem deutschen Arbeitsmarkt auf.
Aus dem Inhalt:
- Gleichstellung;
- Work Live Balance;
- Geschlechterrollen;
- Berufseinstieg;
- Gender Pay Gap
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Status Quo
3 Horizontale und vertikale Geschlechtersegregation
3.1 Horizontale Segregation
3.2 Vertikale Segregation
4 Sichtbare und Unsichtbare Barrieren
4.1 Ebene der Organisation: Im Unternehmen und auf dem Arbeitsmarkt
4.2 Ebene der Gesellschaft und der Person: Verhaltens- und kulturell bedingte Barrieren
5 Erwartungen und Erwartungshaltung
6 Empirischer Teil
6.1 Forschungsansatz und Hypothesen
6.2 Grundlegendes und Design der Befragung
6.3 Durchführung der Befragung
6.4 Ergebnisse
6.5 Darstellung der Ergebnisse und Diskussion
7 Fazit
Fragebogen: Karrierepläne und Erwartungen von Berufseinsteigern
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob junge Frauen und Männer unterschiedliche Erwartungen an ihre berufliche Karriere haben und inwiefern diese Erwartungen mit der Realität auf dem Arbeitsmarkt übereinstimmen. Dabei liegt der Fokus auf der Identifizierung von geschlechtsspezifischen Ungleichbehandlungen und dem Verständnis von Barrieren, um Frustrationen und berufliche Irrwege zu vermeiden.
- Analyse geschlechtsspezifischer Karrierechancen und Barrieren
- Untersuchung von Erwartungshaltungen beim Berufseinstieg
- Einfluss von traditionellen Rollenbildern auf die Karriereplanung
- Bedeutung informeller Netzwerke und Organisationsstrukturen
- Empirische Überprüfung von Karriereambitionen und -wahrnehmungen
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Informelle Netzwerke und Männerbünde
In Unternehmen bilden sich neben der Organisations- und Führungsstruktur informelle Netzwerke zwischen den Mitarbeiter*innen. Es werden Ratschläge und Informationen ausgetauscht, sowie karriererelevante Kontakte vermittelt. Häufig beruhen solche Netzwerke auf dem Prinzip der Selbstähnlichkeit. Das bedeutet, entscheidend ist die soziale Ähnlichkeit in Bezug auf äußerem Erscheinungsbild, ethnischer Herkunft, Werdegang und Habitus. Unter anderem spielt auch Geschlecht eine entscheidende Rolle. Männerbündisch strukturierte Gemeinschaften, mit gemeinsamen Normen und Zielen, sichern sich ihre Privilegien und männliche Vorherrschaft durch Ausschluss und Abwertung des Andersartigen, sprich, von Frauen oder auch nicht-konformen Männern. Um deutlicher zu werden, die „Old Boys Network“ (Männerbünde) leisten großartige Reproduktionsarbeit. Um ein greifbares Beispiel zu nennen: die Namen, die am häufigsten in den Deutschen Aufsichtsräten vorkommen sind Michael (53), Thomas (36) und Stefan (34). Die häufigsten Vornamen der deutschen Vorstände sind Thomas (30) und Michael (29). Der bzw. die Aufsichtsratsvorsitzende spielt eine Schlüsselfigur in der Rekrutierung des Vorstandsvorsitzenden (zu 97,5 Prozent ein Mann), und in Abstimmung mit eben diesem/dieser dominiert er die Berufung der Vorstände und schlägt in 94 Prozent aller Fälle auch wieder einen Mann vor. In 91 Prozent der Fälle sind diese rekrutierten Männer dem Aufsichtsrat- und Vorstandsvorsitzenden sehr ähnlich – quasi (jüngere) Kopien von sich selbst. So setzt sich der Kreislauf fort.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema geschlechtsspezifischer Karrierechancen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der unterschiedlichen Erwartungen von Frauen und Männern an ihre Karriere.
2 Status Quo: Das Kapitel beleuchtet die aktuelle Situation der Geschlechterdifferenzen in Bildung und Karriere in Deutschland im europäischen Vergleich.
3 Horizontale und vertikale Geschlechtersegregation: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Ungleichverteilung von Frauen und Männern auf unterschiedliche Berufsfelder sowie auf verschiedene Hierarchieebenen erläutert.
4 Sichtbare und Unsichtbare Barrieren: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Hindernisse auf Organisations- sowie gesellschaftlicher Ebene, die den beruflichen Aufstieg von Frauen hemmen.
5 Erwartungen und Erwartungshaltung: Dieser Abschnitt definiert den Begriff der Erwartungshaltung und diskutiert, wie diese durch individuelle, gesellschaftliche und unternehmerische Faktoren beeinflusst wird.
6 Empirischer Teil: Hier wird das Design der eigenen Umfrage unter Berufseinsteigern vorgestellt, die Hypothesen werden formuliert und die Ergebnisse detailliert dargestellt und diskutiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus notwendige Veränderungen für die betriebliche Praxis und gesellschaftliche Strukturen ab.
Schlüsselwörter
Karrierechancen, Frauen, Männer, Berufseinstieg, Geschlechtersegregation, Führungspositionen, Glass Ceiling, Erwartungshaltung, Barrieren, Arbeitsmarkt, informelle Netzwerke, Elternzeit, Familienplanung, Geschlechterstereotype, Geschlechtergleichheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob es Unterschiede in den Karriere-Erwartungen von jungen Frauen und Männern gibt und inwieweit diese durch geschlechtsspezifische Barrieren beeinflusst werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Kernbereichen gehören die horizontale und vertikale Geschlechtersegregation, Barrieren im Unternehmen und in der Gesellschaft sowie der Einfluss von Erwartungshaltungen auf die Karriere.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, Ungleichbehandlungen zu identifizieren und zu verstehen, warum Erwartungen und Realität im Berufsleben häufig auseinanderklaffen, um so bei der Vermeidung beruflicher Irrwege zu helfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative Online-Umfrage unter Studenten und akademischen Berufseinsteigern durchgeführt, deren Ergebnisse im Kontext der formulierten Hypothesen diskutiert werden.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Barrieren (wie Glass Ceiling oder Männerbünde) und einen umfangreichen empirischen Teil mit der Analyse der Befragungsdaten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Karrierechancen, Geschlechtersegregation, Führungspositionen, Barrieren und Erwartungshaltung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Führungspositionen bei Männern und Frauen?
Die Ergebnisse zeigen, dass Männer Führung stärker mit dem Begriff "Karriere machen" verbinden, während Frauen bei der beruflichen Weiterentwicklung nicht automatisch Führungspositionen anstreben.
Welche Rolle spielt die Familienplanung für die Karrierewahrnehmung?
Frauen empfinden Kinder und Arbeitspausen tendenziell eher als karrierehemmend für sich selbst, während Männer häufiger davon ausgehen, dass Kinder für beide Partner oder niemanden karrierehemmend wirken.
- Citar trabajo
- Isabel Win (Autor), 2021, Karrierechancen von Frauen und Männern beim Berufseinstieg. Erwartungen, Wahrnehmungen und Realitäten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594032