Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Flaneur vs. Flaneuse - Abklatsch oder etablierte literarische Gattung?

Title: Flaneur vs. Flaneuse - Abklatsch oder etablierte literarische Gattung?

Term Paper , 2006 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Mathias Seeling (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

(...) Bisweilen werden an angemessenen Stellen Exkurse im intertextualen Diskurs unternommen, um mithilfe derer Bezug zum Sachverhalt zu intensivieren und gleichzeitig zu globalisieren. Des weiteren werde ich auf das Kino eingehen, da dies den Irrtum der alleinigen Existenz eines „rein männlichen Flaneurs“ aufdeckt, hintergründet und exemplarisch als Gegenargument zu sehen ist. Shopping Malls sollen in Anbetracht des weiblichen Typus klischeehaft veranschaulichen, welche Möglichkeiten und Grenzen der Frau entgegenstehen und analysiert ansatzweise diese neue Form der weiblichen Flanerie ohne ausschweifend in dieses Klischee zu verfallen. Das Thema der Frau als Autor und Künstler von Werken gegenüber der männlichen kritischen Betrachtungsweise ist teilweise noch bis in die heutige Zeit zu beobachten. Somit ist die Emanzipation der Frau in ′typisch männlichen′ Bereichen immer noch aktuell. Prof. Dr. Anne Friedberg befasste und befasst sich engagiert als Wissenschaftlerin für Filme und Literatur mit diesem Thema und setzte somit Meilensteine in diesem Bereich der Forschung. Als regionaler Vergleichspunkt eignete sich für diese Arbeit die Stadtschreiberin für Erfurt, Antje Wagner, die 2005 ein Stipendium erhielt, um ihre Eindrücke der Stadt wiederzugeben. Leider war es nicht möglich, mit ihr persönlichen Kontakt aufzunehmen, ihre publizierte Reihe „Magische Schlangen“ in der Thüringer Allgemeinen Zeitung eröffnete jedoch eine gute Grundlage für eine Stilanalyse und die Wahrnehmung von städtischen Gegebenheiten einer weiblichen Person. In der gesamten Arbeit wurde immer wieder der Vergleich zu dem ′typischen′ Flaneur als männliches Phänomen gezogen. Dadurch rückt stellenweise die Frau in den Hintergrund, jedoch nicht, weil der Flaneur qualitativ (wenn auch quantitativ) höherwertig wäre, sondern durch historische Tatsachen, dass die vermeintliche Flaneuse sich erst etablieren musste und somit nur bedingt Vergleichspunkte gezogen werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Anne Friedberg

1.1 Das Kino – mobilzed gaze: eine erweiterte Form der Flanerie?

1.2 Shopping Malls – Ort der Flaneuse?

2 Antje Wagner – Liebesbriefe aus Erfurt

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Hausarbeit untersucht das Phänomen der Flanerie und stellt die Frage, ob die „Flaneuse“ als eigenständige literarische Gattung oder als weibliches Gegenstück zum traditionell männlich konzipierten Flaneur zu verstehen ist, wobei der Fokus auf der Emanzipation der Frau im urbanen Raum sowie in der künstlerischen Darstellung liegt.

  • Historische Herleitung des Flaneur-Typus
  • Analyse der weiblichen Flanerie im Kontext des Kinos (mobilized gaze)
  • Untersuchung der Shopping Mall als Raum für weibliche Beobachtung
  • Stilanalyse der Stadtschreiberin Antje Wagner
  • Diskussion über Geschlechterrollen und Identitätskonstruktion in der Literatur

Auszug aus dem Buch

1.1 Das Kino – mobilized gaze: eine erweiterte Form der Flanerie?

Der Flaneur kennzeichnet sich also durch die freie Bewegungsmöglichkeit in der Großstadt aus. Was macht dann gerade das Kino zu einem Ort der Flanerie? Anne Friedberg nimmt sich in ihrem Werk „Les Flâneurs du Mal(l)“: Cinema and the Postmodern Condition.“ dieser Form der Flanerie des frühen 20. Jahrhunderts an. Mit dem Auftreten der ersten Begegnungsstätten mit kinoähnlichem Charakter zu Beginn des 20. Jahrhunderts, erfuhr der Mensch eine neuartige Form der Beobachtungsmöglichkeit. Durch die verschiedenen filmtechnischen Instrumente und Perspektiven, wie zum Beispiel die Nahaufnahme, wurden nun Dinge sichtbar oder bewusst gemacht, die schon immer existent waren, jedoch nie gesehen wurden. Im Kino stehen sich nun zwei gegensätzliche Argumente konfliktreich gegenüber. Zum Einen der Flaneur als ein Individuum, seine Beweglichkeit im freien Raum liebend und zum Anderen das Kino als ein Raum des Massenmediums, in dem eine Unbeweglichkeit in den nummerierten Sitzreihen vorhanden ist, die bestimmte soziale Regeln fordert.

Hier steht jedoch nicht der beobachtende Mensch als Flaneur im Mittelpunkt, der ja eben durch seine Starre in der anonymen Masse des Publikums verharrt, sondern die Kamera an sich, die mit ihrem „mobilized gaze“ künstlich hergestellte Situationen oder dokumentarische Szenen einfängt und dem Zuschauer vermittelt. In diesem Fall lässt sich schon zeigen, dass der Flaneur nicht unbedingt als ein Individuum menschlicher, geschweige denn männlicher Natur vorzustellen ist. Vielmehr zeigen sich flanierende Schemata in dem Bereich, wo Situationen, Objekte und Relationen mit besonderem Blick betrachtet und kontextual verwertet werden. Dies kann auf verschiedene Art mit unterschiedlichen Mitteln passieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert das Phänomen des Flaneurs und hinterfragt die traditionell männliche Besetzung dieser Figur sowie die Möglichkeiten der Etablierung einer weiblichen „Flaneuse“ in Literatur und Gesellschaft.

1 Anne Friedberg: Dieses Kapitel analysiert mittels Anne Friedbergs Forschung, wie moderne Medien wie das Kino und Orte wie Shopping Malls neue Formen des Beobachtens ermöglichen, die über das klassische Bild des männlichen Flaneurs hinausgehen.

1.1 Das Kino – mobilzed gaze: eine erweiterte Form der Flanerie?: Der Unterpunkt erörtert das Konzept des „mobilized gaze“ im Kino, das es ermöglicht, die Kamera als neues, von Geschlechterrollen unabhängigeres Subjekt des Beobachtens zu betrachten.

1.2 Shopping Malls – Ort der Flaneuse?: Hier wird untersucht, inwiefern das Einkaufszentrum als Raum dient, der Frauen – trotz vorhandener Klischees und marktwirtschaftlicher Manipulation – eine neue, eigenständige Form der urbanen Beobachtung erlaubt.

2 Antje Wagner – Liebesbriefe aus Erfurt: Das Kapitel widmet sich der konkreten Analyse der Texte von Antje Wagner, um einen explizit weiblichen Schreibstil und die Wahrnehmung städtischer Räume durch eine zeitgenössische Stadtschreiberin zu illustrieren.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Flaneuse als Begriff gerechtfertigt ist, da sie den Wandel und die Emanzipation der Frau widerspiegelt und das Geschlecht des Autors durch die zunehmende Bedeutung des Werks selbst in den Hintergrund rückt.

Schlüsselwörter

Flaneur, Flaneuse, Literaturwissenschaft, urbane Beobachtung, Emanzipation, Stadt, Kino, mobilized gaze, Shopping Mall, Antje Wagner, Geschlechterrolle, Identitätskonstruktion, Stadtschreiberin, Großstadt, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Figur des Flaneurs und der Frage, ob eine weibliche Entsprechung, die „Flaneuse“, existiert und als eigenständige Kategorie anerkannt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die historische männliche Dominanz des Flaneur-Begriffs, die Erweiterung der Flanerie durch Medien wie das Kino sowie die Rolle der Frau als beobachtendes Subjekt im städtischen Raum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob die Flaneuse lediglich ein „Abklatsch“ des männlichen Vorbilds ist oder eine etablierte literarische Gattung darstellt, die spezifisch weibliche Stilelemente und Wahrnehmungsweisen einbringt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Ansätze (insbesondere von Anne Friedberg) mit einer textnahen Untersuchung aktueller Beispiele, wie den Texten von Antje Wagner, verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zum Kino als Ort der Beobachtung, die Funktion von Shopping Malls für weibliche Flanerie und die fallbezogene Analyse der „Liebesbriefe aus Erfurt“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Flaneuse, urbane Wahrnehmung, Emanzipation, Identitätskonstruktion und geschlechtsspezifische Schreibweisen charakterisiert.

Welche Rolle spielt das „mobilized gaze“ in der Argumentation?

Das Konzept dient als Gegenargument zum rein männlichen Flaneur, da es aufzeigt, dass die Kamera als Medium eine neue, entpersonalisierte Form der Beobachtung ermöglicht.

Warum wird Antje Wagners Arbeit in das Thema einbezogen?

Ihre Arbeit dient als praktisches, regionales Beispiel, um einen spezifisch weiblichen, durch Zärtlichkeit und zwischenmenschliche Verbundenheit geprägten Schreibstil aufzuzeigen.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Flaneur vs. Flaneuse - Abklatsch oder etablierte literarische Gattung?
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Course
De„Der Flaneur und die moderne Großstadt bei Walter Benjamin, Franz Hessel und Siegfried Kracauer“
Grade
1,3
Author
Mathias Seeling (Author)
Publication Year
2006
Pages
12
Catalog Number
V59406
ISBN (eBook)
9783638533584
ISBN (Book)
9783640203840
Language
German
Tags
Flaneur Flaneuse Abklatsch Gattung Flaneur Großstadt Walter Benjamin Franz Hessel Siegfried Kracauer Figur Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mathias Seeling (Author), 2006, Flaneur vs. Flaneuse - Abklatsch oder etablierte literarische Gattung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59406
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint