Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob die Umsetzung von Inklusion an deutschen Schulen möglich ist und unter welchen Voraussetzungen.
Zunächst befasst sich der Autor mit dem Umgang mit Heterogenität in der deutschen Gesellschaft. Nach einer Beschreibung der Entwicklung hin zur Inklusion folgt eine Definition des Inklusionskonzepts. Anschließend wird auf dessen rechtliche Verankerung und den Unterschied zur Integration eingegangen. Des Weiteren setzt sich die Arbeit mit dem traditionellen deutschen Schulsystem auseinander. Hierfür wird die öffentliche Schulstruktur sowie die Aufgaben und Funktionen von Schulen erläutert. Dann erfolgt ein Einblick in die aktuelle Bildungspolitik.
Danach werden die Ergebnisse der beiden ersten Teile zusammengeführt und untersucht, inwiefern Inklusion im deutschen Schulsystem umgesetzt werden kann. Hierfür werden durch eine Analyse der Behindertenrechtskonvention und dem Zwiespalt zwischen Bildungsqualität und Sparpolitik die Auswirkungen der Bildungspolitik auf die Entwicklung inklusiver Schulen betrachtet. Auf der Ebene "System" werden die Schulstruktur, die Aufgaben und Funktionen von Schule sowie die Ressourcenverteilung aus einer inklusiven Perspektive heraus untersucht. Im Rahmen der Ebene "Unterrichts" folgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Gestaltung eines inklusiven Curriculums und der Bedeutung von Leistung. Die Analyse der Ebene "Person" hinterfragt die Rolle der Lehrer und Sonderpädagogen sowie die Veränderungen für die Schüler. Zum Schluss erfolgt eine Vorstellung des Index für Inklusion als ein Hilfsmittel für die Umsetzung des Inklusionskonzepts.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Umgang mit Heterogenität in Deutschland
2.1 Exklusion
2.2 Segregation
2.3 Integration
2.4 Inklusion
2.4.1 Definition von Inklusion
2.4.2 Die Entwicklung zur Inklusion und rechtliche Verankerungen
2.4.3 Inklusion in Abgrenzung zur Integration
2.5 Zwischenfazit zur Inklusion
3 Das deutsche Schulsystem
3.1 Die Schulstruktur
3.2 Aufgaben und Funktionen von Schule
3.3 Die aktuelle Bildungspolitik
3.4 Zwischenfazit zum deutschen Schulsystem
4 Inklusion im deutschen Schulsystem
4.1 Auswirkungen der Bildungspolitik auf die Umsetzung von Inklusion
4.1.1 Die Behindertenrechtskonvention als Motor der Inklusion
4.1.2 Bildungsqualität vs. Sparpolitik?
4.2 Die Umsetzung von Inklusion auf der Ebene des Bildungssystems
4.2.1 Die Diskussion um die Schulstruktur
4.2.1.1 Mehrgliedrigkeit und Zugang des deutschen Bildungswesens
4.2.1.2 Der Umgang mit der Förderschule
4.2.2 Aufgaben und Funktionen von Schule
4.2.3 Die Ressourcenverteilung
4.3 Die Umsetzung von Inklusion auf der Ebene des Unterrichts
4.3.1 Die Frage nach einem inklusiven Curriculum
4.3.2 Die Bedeutung des Leistungsprinzips
4.4 Die Umsetzung von Inklusion auf der Ebene der Person
4.4.1 Die Rolle der Lehrer und Sonderpädagogen
4.4.2 Veränderungen für die Schüler
4.5 Der Index für Inklusion als Umsetzungshilfe für Schulen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, ob die Umsetzung von Inklusion an deutschen Schulen realisierbar ist, welche Barrieren dabei bestehen und unter welchen Voraussetzungen eine inklusive Schulentwicklung gelingen kann. Die Arbeit analysiert dazu das Konzept der Inklusion im Kontext des traditionell segregierenden deutschen Schulsystems.
- Historische und begriffliche Einordnung von Inklusion, Exklusion, Segregation und Integration.
- Strukturelle Analyse des deutschen Schulsystems, seiner Funktionen und der bildungspolitischen Rahmenbedingungen.
- Untersuchung der Umsetzbarkeit von Inklusion auf den Ebenen Bildungssystem, Unterricht und Person.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Ressourcenverteilung und der Bedeutung von Leistungsstandards.
Auszug aus dem Buch
2.4 Inklusion
Der Leitgedanke der Inklusion bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit und muss daher ausführlich erläutert werden. Damit die Fragestellung, ob Inklusion und das deutsche Schulsystem in ihren Grundzügen kompatibel sind, beantwortet werden kann, sind folgende Aspekte wichtig zu klären: Zunächst muss der Begriff konkretisiert werden, damit das Konzept der Inklusion in seinen grundlegenden Merkmalen verstanden wird. Anschließend folgt eine Darstellung der rechtlichen Verankerung von Inklusion, um zu verdeutlichen, wie sie entstand und auf welcher Basis die Umsetzung dieses Leitgedankens beruht. Zum Schluss ist eine Gegenüberstellung der beiden Termini „Integration“ und „Inklusion“ nötig, da sie häufig synonym und damit nicht korrekt verwendet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Inklusion durch die Behindertenrechtskonvention, definiert das Forschungsziel und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Der Umgang mit Heterogenität in Deutschland: Dieses Kapitel arbeitet die historischen Etappen des Umgangs mit Heterogenität auf und grenzt die Begriffe Exklusion, Segregation, Integration und Inklusion voneinander ab.
3 Das deutsche Schulsystem: Hier werden die Struktur, die Aufgaben und Funktionen des deutschen Schulwesens sowie aktuelle bildungspolitische Einflüsse dargelegt.
4 Inklusion im deutschen Schulsystem: Dieser Hauptteil analysiert die Möglichkeiten und Barrieren einer inklusiven Umsetzung auf den Ebenen Bildungssystem, Unterricht und Person sowie die Rolle des Index für Inklusion.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und wertet aus, ob Inklusion im deutschen Schulsystem derzeit eher als Vision oder als Utopie zu betrachten ist.
Schlüsselwörter
Inklusion, deutsche Schule, Behindertenrechtskonvention, Heterogenität, Segregation, Integration, Schulentwicklung, Bildungspolitik, Bildungsstandards, Ressourcenverteilung, Sonderpädagogik, Leistungsprinzip, Index für Inklusion, Chancengerechtigkeit, Bildungssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master Thesis grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit das Konzept der Inklusion mit den Strukturen und Funktionen des deutschen Schulsystems vereinbar ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen der Umgang mit Heterogenität, die Analyse des deutschen Schulwesens, rechtliche Rahmenbedingungen wie die Behindertenrechtskonvention sowie die praktische Umsetzung von Inklusion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Chancen und Barrieren für die Umsetzung eines inklusiven Schulsystems zu identifizieren und zu beurteilen, ob Inklusion in Deutschland aktuell als realistische Vision oder als Utopie einzustufen ist.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse fachwissenschaftlicher Literatur und nutzt das Drei-Ebenen-Modell (Organisation/System, Unterricht, Person) zur Untersuchung der Schulentwicklung.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil wird untersucht, wie sich die Bildungspolitik, die Schulstruktur, die Ressourcenverteilung sowie die Gestaltung des Unterrichts und die Rolle der Lehrkräfte auf inklusive Bestrebungen auswirken.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Selektion, Bildungsstandards, Förderschulsystem und der Index für Inklusion.
Welche Rolle spielt der Index für Inklusion?
Der Index wird als zentrales Instrument für Schulen vorgestellt, um den Inklusionsprozess praxisnah zu reflektieren und zu gestalten.
Was ist das zentrale Problem bei der Ressourcenverteilung?
Es wird das „Etikettierungs-Ressourcen-Dilemma“ thematisiert, bei dem die notwendige Zuweisung von Förderressourcen oft mit einer problematischen Kategorisierung oder Stigmatisierung der Schüler einhergeht.
- Quote paper
- Nadine Schall (Author), 2015, Inklusion an Schulen: Vision oder Utopie? Chancen und Barrieren eines inklusiven Schulsystems in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594066