Ziel dieser Arbeit ist es zu analysieren, welchen Einfluss die Umlenkung der globalen Finanzströme, hin zu nachhaltigen Investments, auf das Portfoliomanagement hat. Mit Methoden der modernen Portfoliotheorie soll untersucht werden, ob und inwiefern sich ein Einstieg in Investments mit ESG-Kriterien lohnt oder unter welchen Bedingungen sich ein Einstieg lohnen würde.
Im Dezember 1997 wurde auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz (kurz: COP3) in Kyoto das sogenannte „Protokoll von Kyoto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen“ (kurz: Kyoto-Protokoll) von einem Teil der Industriestaaten, darunter alle EU-Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Dieses Protokoll, dass 2005 in Kraft trat und die unterzeichnenden Nationen zu verbindlichen Emissionsreduktionszielen, in der ersten Phase bis 2012 und in einer zweiten Phase bis 2020, verpflichtete, stellte somit für die Staatengemeinschaft erstmals eine völkerrechtlich verbindliche Grenze für den Ausstoß von Treibhausgasen dar. Mit der Verpflichtung von sowohl quantifizierbaren Reduktionsverpflichtungen und regelmäßiger Berichterstattung ihrer Treibhausgasemissionen als auch der Berichterstattung von Minderungsmaßnahmen, stellt das Kyoto-Protokoll somit einen Meilenstein in der internationalen Klimapolitik dar. Ein weiterer historischer Durchbruch in der internationalen Klimapolitik wurde im Dezember 2015 auf der 21. UNFCCC-Klimakonferenz (kurz: COP21) erzielt. Dies war insofern von großer Bedeutung, da diesmal alle 196 Mitgliedsstaaten der UNFCCC das sogenannte „Pariser Abkommen“ angenommen haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen des Portfoliomanagements
2.1 Einleitung
2.2 Asset-Klassen
2.2.1 Festverzinsliche Instrumente
2.2.2 Immobilien
2.2.3 Aktien
2.2.4 Rohstoffe
2.3 Rendite
2.3.1 Diskrete Rendite
2.3.2 Stetige Rendite
2.3.3 Historische Renditen
2.4 Risiko
2.4.1 Definition
2.4.2 Systematische und unsystematische Risiken
2.4.3 Risikomessung
3 Grundlagen der modernen Portfoliotheorie
3.1 Einleitung
3.2 Portfoliooptimierung nach Harry M. Markowitz
3.2.1 Grundannahmen der Portfolio Selection
3.2.2 Das Risk-Return-Diagramm und die Erstellung effizienter Portfolios
4 Untersuchung
4.1 Einleitung
4.2 Erstellung der Benchmarkportfolios
4.2.1 Gesamtphase 2007 bis 2016
4.2.2 Baisse-Phase 2007 bis 2009
4.2.3 Seitwärtsphase 2010 bis 2012
4.2.4 Hausse-Phase 2013 bis 2016
4.3 Benchmarkportfolio vs. ESG-Portfolio
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss der globalen Finanzstromumlenkung auf das Portfoliomanagement zu analysieren und mittels Methoden der modernen Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz zu untersuchen, ob Investments in ESG-konforme Anlagen wirtschaftlich vorteilhaft sind oder unter welchen Bedingungen ein solcher Einstieg sinnvoll wäre.
- Analyse der Grundlagen des Portfoliomanagements und moderner Anlagetheorien
- Untersuchung von ESG-Kriterien im Kontext langfristiger Investitionsentscheidungen
- Vergleichende Performance-Analyse von Benchmarkportfolios und ESG-Portfolios
- Differenzierung zwischen verschiedenen Marktphasen (Hausse, Baisse, Seitwärts)
- Bewertung von Renditechancen und Risikoprofilen nachhaltiger Kapitalanlagen
Auszug aus dem Buch
2.4.2 Systematische und unsystematische Risiken
Übergeordnet lassen sich im Portfoliomanagement zwei Arten von Risiken unterscheiden:
a) Systematische Risiken
Systematische Risiken beruhen auf sogenannten marktinhärenten Veränderungen, d.h. die Gesamtheit einer Anlageklasse wird davon berührt. Somit können systematische Risiken auch nicht durch Diversifikation innerhalb einer Anlageklasse eliminiert werden. Allerdings können systematische Risiken leichter als unsystematische Risiken prognostiziert werden, da es in der Regel fundamentale Ursachen für ein systematisches Risiko gibt. So versteht man z.B. in der Anlageklasse der Anleihen als systematisches Risiko das Zinsänderungsrisiko.
Durch Zinsänderungen entstehen zwei Effekte:
1) Eine Zinsänderung führt zu einer Änderung der ausgeschütteten Zinsen.
2) Das aktuelle Zinsniveau hat Einfluss auf die Kurse. So fällt der Kurs einer Anleihe bei Erhöhung des Marktzinsniveaus und umgekehrt.
Aktien unterliegen systematischen Risiken in besonderem Maße. Hier spricht man vom Marktrisiko, dass auf die Entwicklung vom Gesamtaktienmarkt auf bestimmte Branchen oder auf einzelne Aktientitel Einfluss nimmt. Marktrisiken können z.B. politische Ereignisse (Wahlen, Kriege usw.), wirtschaftliche Veränderungen (z.B. Steuerreformen) oder auch Naturkatstrophen (Missernten) sein.
Aber auch Immobilien unterliegen systematischen Risiken. So können z.B. steuerliche Förderungsmaßnahmen (z.B. Förderung für die energetische Sanierung, siehe hierzu Kapitel 2.2.2) den gesamten Immobilienbereich beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der politischen Rahmenbedingungen für den Klimaschutz und Herleitung der Forschungsfrage zur Wirtschaftlichkeit von ESG-Investitionen.
2 Grundlagen des Portfoliomanagements: Erläuterung relevanter Asset-Klassen, Kennzahlen zur Renditeberechnung sowie Definition und Messung von finanziellen Risiken.
3 Grundlagen der modernen Portfoliotheorie: Detaillierte Betrachtung der Portfolio Selection Theorie von Harry M. Markowitz und deren methodische Grundlagen für die Portfoliooptimierung.
4 Untersuchung: Empirische Analyse und Gegenüberstellung von Benchmark- und ESG-Portfolios über verschiedene Marktphasen hinweg.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Eignung von ESG-Investitionen in Abhängigkeit von der Anlagedauer und Risikobereitschaft.
Schlüsselwörter
Portfoliomanagement, ESG-Kriterien, moderne Portfoliotheorie, Harry M. Markowitz, Rendite, Risiko, Volatilität, Asset-Klassen, Diversifikation, Benchmarkportfolio, nachhaltige Investments, Marktrisiko, Value at Risk, Finanzströme, Klimapolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob nachhaltige Investmentanlagen, die sogenannten ESG-Kriterien folgen, eine bessere finanzielle Performance bieten als konventionelle Anlageportfolios.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Der Fokus liegt auf den Grundlagen des Portfoliomanagements, der modernen Portfoliotheorie nach Markowitz sowie der praktischen Anwendung dieser Theorien auf ESG-konforme Indizes.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist zu analysieren, ob sich ein Einstieg in ESG-Anlagen lohnt und unter welchen Bedingungen dies bei Berücksichtigung von Rendite und Risiko sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Portfolio Selection Theorie nach Harry M. Markowitz genutzt, um Benchmark- und ESG-Portfolios zu erstellen und deren Performance in unterschiedlichen Marktphasen zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einführung in das Risikomanagement und die Portfoliotheorie sowie eine anschließende empirische Untersuchung mit verschiedenen Marktphasen (Hausse, Baisse, Seitwärts).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören ESG-Kriterien, Portfoliomanagement, Risiko, Volatilität, Markowitz, Rendite und Diversifikation.
Warum ist das Risiko bei ESG-Anlagen in dieser Studie oft höher?
Die Studie zeigt, dass viele Märkte im Bereich nachhaltiger Technologien (wie Clean Energy) von hoher Unsicherheit und technischen Innovationen geprägt sind, was zu einer höheren Volatilität führt.
Welche Empfehlung gibt der Autor für Anleger?
Für institutionelle Anleger mit einer Anlagedauer von über fünf Jahren werden ESG-Anlagen als interessante Alternative empfohlen, während risikoscheue Anleger eine regelmäßige Neubewertung des Einstiegszeitpunktes vornehmen sollten.
- Quote paper
- Alessandro Messina (Author), 2017, Nachhaltige Investmentanlagen im Portfoliomanagement. Mit "grünen" Portfolios zu mehr Rendite?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594074