In diesem systematischen Literaturreview wird anhand von 30 ausgesuchten Primärstudien dieser Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit und dem Risikoverhalten untersucht. Untersucht werden zusätzlich Faktoren wie Kosten und Nutzen, die eine Rolle bei der Analyse von risikoreichen Entscheidungen spielen. Einige wenige Primärstudien zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Risikoverhalten und Persönlichkeit über diese Faktoren vermittelt wird.
Ergebnisse zeigen, dass es einen moderat positiven Zusammenhang zwischen dem Persönlichkeitsfaktor Extraversion und Risikoverhalten sowie einen moderat negativen mit Gewissenhaftigkeit und Risikoverhalten gibt. Beide erweisen sich als signifikante Prädiktoren für risikoreiches Verhalten.
Menschen sind in ihrem alltäglichen Leben ständig mit Urteilsfindungen, Entscheidungen und Handeln konfrontiert, unter Umständen auch in risikoreichen Situationen. Dabei wird deutlich, dass sie Risikosituationen unterschiedlich bewerten und sich dementsprechend unterschiedlich verhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Begriff Risiko und Risikoverhalten
2.1.1 Subjektive Erwartungsnutzentheorie
2.1.2 Prospect Theorie
2.1.3 Instrumente zur Erfassung von Risikoverhalten
2.2 Der Begriff Persönlichkeit
2.2.1 Eigenschaftstheorie
2.2.2 Kennzeichen von Eigenschaften
2.2.3 Fünf-Faktoren-Modelle der Persönlichkeit
2.2.4 Fünf-Faktoren-Modell von Costa und McCrae
2.2.5 Instrumente zur Erfassung der Big Five
2.3 Big Five und Risikoverhalten
2.4 Forschungsfragen und Hypothesen
3 Methode
3.1 Auswahlkriterien für Primärstudien
3.2 Vorgehen
3.3 Einbezogene Primärstudien
4 Ergebnisse
4.1 Wie wird Risikoverhalten von den Persönlichkeitsvariablen beeinflusst?
4.2 Gibt es mediierende Effekte zwischen Persönlichkeitsvariablen und Risikoverhalten?
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Grenzen der Arbeit
5.3 Implikationen für die Praxis
5.4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Bachelorarbeit ist die systematische Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Persönlichkeitsmerkmalen (insbesondere der Big Five) und individuellem Risikoverhalten in verschiedenen Lebensbereichen durch eine Analyse von 30 Primärstudien. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie Persönlichkeitsvariablen das Risikoverhalten beeinflussen und ob Faktoren wie Kosten und Nutzen als Mediatoren fungieren.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Extraversion, Gewissenhaftigkeit und Risikoverhalten.
- Untersuchung von Entscheidungstheorien wie der Prospect Theorie und der Erwartungsnutzentheorie im Kontext von Persönlichkeitspsychologie.
- Betrachtung von Mediationshypothesen hinsichtlich wahrgenommener Kosten und Nutzen.
- Synthese aktueller empirischer Befunde aus dem Zeitraum 1999 bis 2015.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Prospect Theorie
Die Prospect Theorie geht wie die SEU davon aus, dass die Wahrscheinlichkeiten und die Nutzenwerte eine Entscheidung determinieren. Im Gegensatz zur SEU wird die Funktion des Nutzenwertes durch eine Wertefunktion ersetzt. Gemäß der Prospect Theorie (Fox & Poldrack, 2008) gibt es in einem Entscheidungsprozess eine Editierungsphase und eine sich anschließende Evaluationsphase. In der vor der eigentlichen Entscheidung vorgelagerten Editierungsphase bestimmt der Entscheidungsträger einen Status quo, einen sogenannten Referenzpunkt, von dem aus sich dann entweder negative (Verluste) oder positive (Gewinne) Veränderungspotenziale ergeben. In der Evaluationsphase werden die Optionen anhand der Wertefunktion bewertet und den Konsequenzen wird dabei ein subjektiver Nutzen zugeordnet. Außerdem werden durch eine Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion die Eintrittswahrscheinlichkeiten der Konsequenzen subjektiv gewichtet. Die Wertefunktion bildet das Risikoverhalten ab wie in Abbildung 1 dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Risikoverhaltens ein, verdeutlicht dessen Relevanz anhand gesellschaftlicher Schadensdaten und stellt die Zielsetzung des Literaturreviews vor.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begriffe Risiko, Risikoverhalten und Persönlichkeit definiert sowie die relevanten psychologischen Theorien und Modelle (u.a. Prospect Theorie, Big Five) erläutert.
3 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen bei der Literaturrecherche, die Ein- und Ausschlusskriterien für die Primärstudien sowie die Kriterien für die Stichprobenauswahl.
4 Ergebnisse: Hier werden die 30 ausgewählten Primärstudien systematisch im Hinblick auf die Forschungsfragen und Hypothesen ausgewertet und die gefundenen Effekte dargestellt.
5 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse vor dem theoretischen Hintergrund, diskutiert die Grenzen der Arbeit, leitet Implikationen für die Praxis ab und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Persönlichkeit, Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Risikoverhalten, Risikobereitschaft, Big Five, Kosten-Nutzen-Analysen, Prospect Theorie, Entscheidungsprozesse, Psychologie, Literaturreview, Risikowahrnehmung, empirische Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht in Form eines systematischen Literaturreviews den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen menschlichen Persönlichkeitseigenschaften und der Neigung zu risikoreichem Verhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Persönlichkeitspsychologie (insbesondere das Fünf-Faktoren-Modell) sowie die Entscheidungsforschung und Risikotheorien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, mittels 30 Primärstudien zu klären, wie Persönlichkeitsvariablen – primär Extraversion und Gewissenhaftigkeit – das Risikoverhalten beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein systematisches Literaturreview, das empirische Primärstudien aus den Jahren 1999 bis 2015 quantitativ und qualitativ zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Risiko- und Persönlichkeitsmodellen erarbeitet, die Methodik der Studiensuche dargelegt und die Ergebnisse der Primärstudien differenziert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Risikoverhalten, Big Five, Kosten-Nutzen-Analysen und die Prospect Theorie.
Welche Rolle spielt die Extraversion bei Risikoverhalten?
Die Analyse zeigt, dass Extraversion in der Regel moderat positiv mit Risikoverhalten korreliert, da extravertierte Menschen oft aktiv Aufregung suchen.
Wie beeinflusst Gewissenhaftigkeit risikoreiches Verhalten?
Gewissenhaftigkeit zeigt meist einen moderat negativen Zusammenhang mit Risikoverhalten, da gewissenhafte Personen eher zu Impulskontrolle und besonnenem Handeln neigen.
Was sind die Grenzen der Arbeit laut der Autorin?
Die Autorin weist auf die überwiegend junge, studentische Stichprobenzusammensetzung der untersuchten Studien sowie auf die Problematik der "Social Desirability" bei Selbstbericht-Fragebögen hin.
Gibt es praktische Implikationen aus den Ergebnissen?
Ja, die Arbeit schlägt vor, Interventionsprogramme zur Risikominimierung stärker persönlichkeitsspezifisch auszurichten und dabei neben kognitiven auch entscheidungstheoretische Aspekte einzubeziehen.
- Citation du texte
- Stefanie Rausch (Auteur), 2016, Persönlichkeit und Risikoverhalten. Zusammenhang und die Vermittlung durch Kosten und Nutzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594393