Der Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Möglichkeiten zur Umsetzung im operativen Funktionsbereich


Hausarbeit, 2018

22 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Qualitätsentwicklung in der Pflege
2.1 DNQP - Stimme der professionellen Pflege
2.2 Expertenstandards als Instrument der Qualitätsentwicklung

3. Dekubitus
3.1 Definition
3.2 Pathophysiologischer Hintergrund

4. Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“
4.1 Entwicklung und Zielsetzung
4.2 Aufbau des Standards und Ausführungen zu den Handlungsebenen

5. Die Dekubitusprophylaxe im Funktionsbereich OP
5.1 Grundsätzliche Aspekte für Dekubitusgefährdung im Operations-bereich
5.2 Operationslagerung: Begriffsbestimmung und Verantwortlichkeit
5.3 Begriffsbestimmung Lagerungsbedingte Schäden
5.4 Spezifische therapiebedingte Risikofaktoren für die Entstehung eines Dekubitus im operativen Funktionsbereich
5.4.1 Zeitfaktor bei Druckbelastung
5.4.2 Reibungs – und Scherkräfte
5.4.3 Feuchtigkeit
5.4.4 Hypothermie

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Die Gesundheitsversorgung dient dem Patientenwohl. Aus dieser unbestrittenen Zielsetzung folgt, dass die sichere und qualitätvolle Behandlung von Patientinnen und Patienten höchsten Stellenwert verdient und unser aller Augenmerk verlangt. (vgl. Aktionsbündnis Patientensicherheit 2018: XVII). In der Pflege wird die Entstehung von Dekubitalgeschwüren als Indikator für Ergebnisqualität angesehen. Somit wird das Nichtvorhandensein eines Dekubitus in der Pflege als Qualitätsmerkmal empfunden (vgl. Elsbernd 2017: 206). Dekubitus ist ein Gesundheitsproblem, welchem die Fachöffentlichkeit eine erhöhte Priorität einräumt, was sich in den intensiven und kontinuierlichen Aktivitäten internationaler und nationaler wissenschaftlich unabhängiger Fachgesellschaften zeigt, etwa das European Pressure Ulcer Advisory Panel (abgekürzt: EPUAP) und das National Pressure Ulcer Advisory Panel (abgekürzt: NPUAP) sowie des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Das DNQP hat es sich zur Aufgabe gemacht, Instrumente zur Verbesserung der Pflegequalität zu entwickeln, die sogenannten Expertenstandards. Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe war der erste Expertenstandard, den das DNQP veröffentlichte. Inzwischen wurde der Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ zum zweiten Mal an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst. Im Jahr 2017 erschien die 2. aktualisierte Auflage.

Von Dekubitus betroffen sind insbesondere immobile, kranke zumeist ältere Menschen. Demzufolge trifft es zumeist Bewohner von Pflegeheimen und Patienten_innen in Krankenhäusern sowie Pflegebedürftige im häuslichen Bereich. Grundsätzlich liegt das Risiko der Dekubitusentstehung vor, sobald der Betroffene in seiner Mobilität eingeschränkt ist. Dies kann auch im Rahmen der Narkose bei längeren Operationen der Fall sein. Dem Patienten_innen in Narkose fehlen auf Grund der Muskelrelaxation Schutzreflexe und Muskeltonus. Dadurch besteht die erhöhte Gefahr für Verletzungen, insbesondere für Gelenkluxationen1, Nervenverletzungen, aber auch für Druckgeschwüre (vgl. Bund et al. 2005: 331).

Die Expertenstandards intendieren, für alle Aufgabenfelder der professionellen Pflege richtungweisend zu sein (vgl. DNQP 2015: 3). Dennoch bedürfen sie einer Bestätigung ihrer Praktikabilität in den unterschiedlichen Praxisbereichen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht also die Frage: Im welchem Umfang berücksichtigt der Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ die Besonderheiten des zeitlichen Umfelds eines chirurgischen Eingriffs und kann der Expertenstandard als Basis für evidenzbasierte Pflege im operativen Funktionsbereich dienen?

Diese Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche. Im Internet fand eine orientierende Recherche statt. Des Weiteren wurde der Buchbestand der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe und der Akademie für Gesundheitsberufe in Karlsruhe einbezogen. Weitere Quellen fanden sich in den Literaturhinweisen der entsprechenden Fachbücher. Die Literatur wurde dahingehend bewertet, ob sie einen Gesamtbeitrag zur Fragestellung und dem Themenkomplex leisten und ergänzend erläutern kann. Dies ist der handlungsleitende Rahmen.

Im ersten Kapitel der vorliegenden Arbeit wird das übergeordnete Ziel der Arbeit des DNQP, sowie Begriffsbestimmung und Funktion des Expertenstandards geklärt. Zur Einführung in das Krankheitsbild Dekubitus wird anschließend ein Überblick über den pathophysiologischen Hintergrund dargestellt. Darauf aufbauend setzt sich das nachfolgende Kapitel mit den Inhalten des Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ auseinander. Das darauffolgende Kapitel skizziert die speziellen Gegebenheiten des operativen Funktionsbereichs um die für diesen Versorgungsbereich charakteristischen Risiken für die Entstehung eines Dekubitus erkennbar zu machen. Unterdessen versucht die Arbeit zu klären, in welchem Ausmaß sich die Erkenntnisse des Expertenstandards in den Berufsalltag der OP-Pflege integrieren lassen. Auf konkrete Maßnahmen der Dekubitusprophylaxe im OP wird im Folgenden nicht eingegangen, denn eine umfassende Behandlung dieses Themas würde über den Rahmen dieser Arbeit hinausgehen. Um Zielgruppen in unterschiedlichen Settings anzusprechen wird in dem Expertenstandard das Begriffspaar „Patient/Bewohner“ genutzt. In diesem Kapitel wird jedoch ausschließlich der Begriff „Patient_in“ verwendet da der Begriff „Bewohner_in“ unpassend für den akutmedizinischen OP-Bereich erscheint. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der gesammelten Erkenntnisse ab.

2. Qualitätsentwicklung in der Pflege

Der Stellenwert von Versorgungsqualität hat im deutschen System der Gesundheits- und Pflegeversorgung in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. In der Grundhaltung der Pflegeberufe steht Qualität symbolhaft für eine »Gute Praxis« beruflichen bzw. professionellen Handelns (vgl. Hensen 2018: 3). Das DNQP, angesiedelt an der Hochschule Osnabrück, arbeitet an der Verbesserung der Pflegequalität auf der Basis von Expertenstandards. Im Folgendem werden zuerst die Ziele der Arbeit des DNQP und anschließend die Instrumente, welche zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege beitragen sollen, die sogenannten Expertenstandards, vorgestellt.

2.1 DNQP - Stimme der professionellen Pflege

Eine patientenzentrierte Gesundheitsversorgung stellt zum einen die Sicherheit des Patienten_innen in den Mittelpunkt und rückt zum anderen die Verwirklichung einer qualitativen medizinischen und pflegerischen Versorgung in den Fokus. Möglichkeiten, die Qualität professionellen Pflegehandelns zu verbessern, stehen im Zentrum der Arbeiten des 1992 gegründeten Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (vgl. DNQP 2015: 3). Das DNQP hat es sich zur Aufgabe gemacht, Instrumente zur Verbesserung der Pflegequalität zu entwickeln, die sogenannten Expertenstandards. Grundannahme der Arbeit des DNQP ist es, dass die Qualität der professionell erbrachten Pflege von professionell Pflegenden selbst bestimmt und entwickelt werden sollte (vgl. Büscher/Blumenberg 2018: 64). Demzufolge setzt sich das DNQP aus Personen der Pflegepraxis, der Pflegewissenschaft und dem Pflegemanagement zusammen und erarbeitet „[...] evidenzbasierte, monodisziplinäre Instrumente, die den spezifischen Beitrag der Pflege für die gesundheitliche Versorgung von Patienten/Patientinnen bzw. Bewohnern/Bewohnerinnen sowie ihren Angehörigen zu zentralen Qualitätsrisiken aufzeigen und Grundlage für eine kontinuierliche Verbesserung der Pflegequalität in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen bieten“ (vgl. DNQP 2015: 5).

2.2 Expertenstandards als Instrument der Qualitätsentwicklung

Expertenstandards befassen sich mit Themen, die für die Pflege von zentraler Bedeutung sind. Sie analysieren fachwissenschaftliche Hintergründe und legen fest, wie Pflegekräfte bei bestimmten Aufgaben und Tätigkeiten vorgehen sollten, um das professionell angestrebte Qualitätsniveau in der Pflege sicherzustellen. Anforderungen fachlichen Handelns sollten fachlich begründet sein. In diesem Sinne dienen sie als Sollstandard zur Beurteilung der täglichen pflegerischen Versorgungsroutinen (vgl. DNQP 2015: 5f). Neben dem qualitätssichernden Aspekt dienen Expertenstandards als Ausgangpunkt spezifische pflegerische Leistungen sichtbar zu machen, aber auch als Instrument Pflege einrichtungsintern zu evaluieren (vgl. Schiemann et al. 2017: 16). Expertenstandards werden in einem mehrstufigen Verfahren entwickelt und modellhaft implementiert das ausführlich in einem regelmäßig aktualisierten Methodenpapier dargelegt ist. Außerdem sollen sie ca. alle 5 Jahre überarbeitet werden, um das wissenschaftlich neu gewonnene Wissen zu berücksichtigen. Die Standards sind so formuliert, dass sie auf einem theoretischen Niveau Grundsätzliches zur Pflege beschreiben, die für alle Bereiche der Pflege Gültigkeit haben. Büscher und Blumenberg gehen davon aus, dass Expertenstandards eine hohe Bedeutung für die Qualität der Pflege haben (vgl. Büscher/Blumenberg 2018: 69).

3. Dekubitus

„Dekubitus sind so alt wie die Menschheit selbst“ (vgl. Kottner 2017: 3). Heute gelten die wesentlichen Entstehungsmechanismen und Risikofaktoren als bekannt und Dekubitalgeschwüre als grundsätzlich vermeidbar (vgl. DNQP 2017: 19). Nachfolgend soll der Begriff Dekubitus definiert und die krankhaften Funktionsmechanismen kurz erläutert werden.

3.1 Definition

In der aktuellen gemeinsamen Leitlinie des National Pressure Ulcer Advisory Panel (NPUAP), des European Pressure Ulcer Advisory Panel (EPUAP) wird ein Dekubitus definiert als „[...] eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes, in der Regel über knöchernen Vorsprüngen, infolge von Druck oder von Druck in Verbindung mit Scherkräften. Es gibt eine Reihe weiterer Faktoren, welche tatsächlich oder mutmaßlich mit Dekubitus assoziiert sind; deren Bedeutung ist aber noch zu klären“ (EPUAP/NPUAP 2009: 7).

Aus dieser Definition geht zum einen hervor, dass ein Dekubitus nicht zwingend an der Hautoberfläche entsteht, sondern durchaus das tiefer liegende Gewebe betroffen sein kann, noch bevor ein Dekubitus an der Hautoberfläche sichtbar wird, zum anderen weist die Definition auf den kausalen Zusammenhang von Druck bzw. Druck in Kombination mit Scherkräften hin.

Es handelt sich beim Dekubitus also um einen Haut- und Gewebedefekt, der meistens aufgrund des Drucks des eigenen Körpergewichts auf die Unterlage entsteht. Als eine Verletzung bzw. Defekt des Gewebes unterfällt ein Dekubitus der Klassifikation als Wunde, die wiederum als Durchtrennung oder Schädigung der Haut definiert ist, wobei die Verletzung, je nach Schweregrad, zur weiteren Schädigung des gesamten Organismus führen kann (vgl. Schröder 2009: 143-148).

Die Hauptursache für die Entstehung eines Dekubitus ist die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit eines Menschen. Dadurch ist es ihm nicht möglich, den Druck, der durch die Belastung des Sitzens oder Liegens innerhalb einer gewissen Zeit entsteht, durch Ausgleichsbewegungen zu verlagern. Betroffen sind insbesondere immobile, kranke zumeist ältere Menschen (vgl. IGAP 2010: 1).

3.2 Pathophysiologischer Hintergrund

Dekubitus ist ein Krankheitsbild, dessen wesentliche Entstehungsmechanismen bekannt sind (vgl. DNQP 2017: 19). Die oben genannte Dekubitusdefinition verdeutlicht die zentrale Rolle von Druck- und/oder Scherkrafteinwirkung als kausalen Faktor für Dekubitusentstehung. Druckschäden treten auf, wenn weiche Gewebe zwischen harten körperinneren (z.B. Knochen) und äußeren Strukturen (z.B. Liegefläche) über eine bestimmte Zeit zusammengedrückt wird.

Durch den Druck, der über die Belastung des Liegens oder Sitzens entsteht, kommt es zur Komprimierung der versorgenden Blutgefäße im betroffenen Gewebe. Aufgrund der folgenden Mangeldurchblutung entsteht eine Sauerstoff- und Nährstoffmangelversorgung, die zu irreversiblen Gewebe-, Haut- und Nervenschädigungen führt (vgl. IGAP 2010: 6). Unter Scherung wird wiederum wird die Verschiebung der verschiedenen Hautschichten gegeneinander verstanden. Sie führt zu einer Torsion der Blutgefäße und verhindert damit die Blutzirkulation. Scherkräfte entstehen vor allem beim Umlagern des immobilisierten Patienten_innen.

Der Anstieg dieser sauren Substanzen im Gewebe löst beim gesunden Menschen einen Reflex aus, der zu einer minimalen Bewegung führt. Aber auch der entstehende Druckschmerz führt in der Regel zu einem Positionswechsel. Der Körper eines Gesunden antwortet dann mit unwillkürlichen Bewegungen, die zur Druckentlastung führen und somit zum Positionswechsel. Bei immobilen kranken oder älteren Personen ist dieser Reflex derartig abgeschwächt, so dass in der Regel kein Positionswechsel stattfindet. Die Signale zur Lageänderung können auch fehlen, wenn bestimmte Medikamente (zum Beispiel Schmerz- oder Betäubungsmedikation) verabreicht wurden, wie zum Beispiel während einer Narkose (vgl. Hornstein 2002: 304).

Bezüglich der Lokalisation der Entstehung eines Dekubitus ist anzumerken, dass sich grundsätzlich an jeder Stelle des Körpers ein Dekubitus entwickeln kann. Jedoch treten Druckgeschwüre nicht an allen Körperregionen gleichmäßig oft auf. Dies ist vor allem mit der Dicke des Unterhautfettgewebes sowie der Kontaktfläche der Körperregion mit der Aufliegefläche zu erklären. Bevorzugt sind Körperstellen gefährdet, an denen die Haut direkt über dem Kochen liegt und eine geringe Abpolsterung durch Fett- und Muskelgewebe vorhanden ist. Jene Stellen, an denen die Haut durch Knochenvorsprünge direkt aufliegt, sind selbst bei gesunden und jungen Menschen gefährdet, wenn sie lange Zeit zu starkem Druck ausgesetzt sind. Dies kann etwa im Rahmen der Narkose bei längeren Operationen der Fall sein. Zudem können auch untypische Körperstellen betroffen sein, wenn diese unter bestimmten Umständen besonders belastet werden (z.B. Beatmungsmasken, Gipse und Verbände). Der Zeitraum vom Einwirken der Risiken bis zum Entstehen eines Dekubitus ist als individuell anzusehen (vgl. DNQP 2017: 20)

4. Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“

Dekubitusgefährdete Menschen sollen sichere, wirksame und effiziente Präventionsmaßnahmen erhalten. Die Vermeidung von Dekubitus muss stets oberste Priorität haben, denn für Betroffene und Angehörige sind Dekubitus in vielerlei Hinsicht eine große Belastung. Ob ein Dekubitus entsteht oder vermieden werden konnte ist das Resultat eines komplexen Wechselspiels zahlreicher Strukturen und Prozesse (vgl. Kottner 2017: 3). Dafür leistet der Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ einen Beitrag. Die Zielsetzung, Aufbau und die Beschreibung der einzelnen Handlungsebenen des Standards werden nachfolgend ausgeführt.

4.1 Entwicklung und Zielsetzung

Der Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ wurde als erster nationaler Expertenstandard des DNQP im Jahr 2000 veröffentlicht. Darauf folgten 2004 eine 2. erweiterte Auflage mit neuer Literaturstudie und 2010 die Veröffentlichung der 1. regelhaften Aktualisierung des Expertenstandards. Inzwischen wurde der Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ zum zweiten Mal an den aktuellen Stand des Wissens angepasst. Im Jahr 2017 erschien die 2. aktualisierte Auflage. Diese letzte Version ist auszugsweise im Anhang zu finden.

Übergreifende Zielsetzung des Expertenstandards ist die Verhinderung eines Dekubitus mit der Begründung, das derzeit verfügbare Wissen um Prophylaxemaßnahmen scheint geeignet zu sein, um einen Dekubitus weitestgehend zu vermeiden (vgl. DNQP 2017: 19).

4.2 Aufbau des Standards und Ausführungen zu den Handlungsebenen

Alle durch das DNQP veröffentlichten Expertenstandards sind nach dem bekannten Struktur-Prozess- und Ergebnisschema nach Avedis Donabedian aufgebaut (siehe Anhang 1).

- Auf der Strukturebene geben sie sachliche und fachliche Rahmenbedingungen vor.
- Auf der Prozessebene beschreiben sie schrittweise, was zum jeweiligen Pflegeproblem zu tun ist.
- Auf der Ergebnisebene wird das zu erzielende Pflegeergebnis definiert.

Der Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ gliedert sich in sechs Handlungsebenen. Im Folgenden werden die einzelnen Ebenen zusammenfassend erläutern. Die Ausführungen beziehen sich auf den aktuellen Standard aus dem Jahr 2017 (vgl. DNQP 2017: 19).

1. Handlungsebene - Einschätzung

Der Stand der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse wird von den Experten_innen als wichtiges Indiz für die erfolgreiche Anwendung von Expertenstandards gewertet. Das Wissen darüber bilde die Basis der pflegerischen Maßnahmen der Dekubitusprophylaxe. Das bezieht sich auf alle an Prophylaxemaßnahmen Beteiligten. Eine aktuelle Zusammenfassung dieses Wissens liegt dem Expertenstandard zugrunde.

Ein weiterer wichtiger Punkt dieser Ebene ist die fachgerechte Einschätzung des individuellen Dekubitusrisiko aller Patienten_innen/Bewohner_innen mittels klinischer Einschätzung durch die Pflegefachkraft. Im Expertenstandard Dekubitusprophylaxe des DNQP findet sich keine Empfehlung für die Anwendung von Risikoskalen mehr.

2. Handlungsebene - Planung und Schnittstellenorganisation

Die Verhinderung eines Dekubitus wird von Autoren_innen des Expertenstandards als interdisziplinäre Aufgabe gesehen. Daher wird im Standard auf die Wichtigkeit einer guten Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Berufsgruppen wie Ärzten_innen, Pflegefachkräften und pflegenden Angehörigen hingewiesen.

Deutlich betont wird das Erfordernis der gemeinsamen Planung von Maßnahmen mit dem Betroffenen und gegebenenfalls Angehörigen, sowie die Bedeutung der Kontinuität der Dekubitusprophylaxe.

3. Handlungsebene - Information, Schulung und Beratung

In der dritten Handlungsebene wird der Fokus auf die Anleitung und Beratung des pflegebedürftigen Menschen und der Pflegeperson gelegt.

Die Bereitstellung von Schulungs- und Informationsmaterial wird der Einrichtung zugeschrieben.

[...]


1 Verrenkung eines Gelenks (vgl. Pschyrembel 2017: 1085)

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Der Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Möglichkeiten zur Umsetzung im operativen Funktionsbereich
Note
1
Autor
Jahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V594400
ISBN (eBook)
9783346181589
ISBN (Buch)
9783346181596
Sprache
Deutsch
Schlagworte
OP, Dekubitus Expertenstandard
Arbeit zitieren
Natalie Rybnikov (Autor), 2018, Der Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Möglichkeiten zur Umsetzung im operativen Funktionsbereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594400

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