Ziel dieser Arbeit ist es, zu überprüfen, wodurch sich gute Klassenführung auszeichnet und wie wichtig sie für ein professionelles Lehrerhandeln ist. Hierbei soll genauer untersucht werden, welche Voraussetzungen ein Lehrer braucht, um seine Klasse zu führen.
Zunächst wird auf den Begriff Lehrerkompetenz eingegangen. Hierbei wird erläutert, wodurch sich Kompetenzen bei einem Lehrer auszeichnen und wie diese bestimmt werden können. Neben der Führungskompetenz bestehen noch viele weitere Kompetenzen, welche ein guter Lehrer besitzen sollte. Diese werden im Verlauf dieses Kapitels vorgestellt.
Das anschließende Kapitel behandelt unterschiedliche Ansätze zur Klassenführung. Zunächst wird daher beschrieben werden, wodurch sich gute Klassenführung auszeichnet und wie wichtig sie für einen lehrreichen Unterricht ist. Anhand verschiedener Beispiele wird gezeigt werden, wie der Lehrer durch seinen Stil der Klassenführung dazu beitragen kann, dass in seinem Unterricht möglichst viel gelernt wird und möglichst wenig Lernzeit verloren geht. Zudem wird im Anschluss hieran beschrieben, welche Voraussetzungen für eine gute Klassenführung bereits im Vorfeld des Unterrichts zu treffen sind.
Ausgehend von Experteninterviews wurde im zweiten Teil dieser Arbeit untersucht, welche Erfahrungen zwei erfahrene Lehrpersonen in Bezug auf Klassenführung bisher gemacht haben. Befragt wurden eine Realschullehrerin, welche an einer Realschule Plus unterrichtet, sowie ein Gymnasiallehrer. Wodurch sich ihrer Meinung nach Lehrerprofessionalität auszeichnet, wie wichtig Führungskompetenz im Lehrberuf ist und ob es der Führungskompetenz einen Abbruch tut, wenn man als Lehrer seinen Schülern auch im Privatleben öfters begegnet, waren nur einige Fragen, welche von den erfahrenen Pädagogen zu beantworten waren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Klärung der Begrifflichkeiten
2.1 Lehrerkompetenzen
2.2 Lehrerprofessionalität
3. Ansätze der Klassenführung und des Klassenmanagements
3.1 Grundlagen der Klassenführung und des Klassenmanagements
3.2 Voraussetzungen der Klassenführung und des Klassenmanagements
4. Methodisches Vorgehen – empirischer Teil
4.1 Begründung des Vorgehens
4.2 Technik des Leitfaden-Interviews
5. Ergebnisdarstellung der beiden Interviews
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Bachelorarbeit untersucht, welche Lehrerkompetenzen erforderlich sind, um Klassen effektiv zu führen, und inwiefern sich diese Kompetenzen durch Berufserfahrung sowie Weiterbildung entwickeln. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich gute Klassenführung auszeichnet und durch welche Voraussetzungen Lehrkräfte in ihrem professionellen Handeln unterstützt werden können.
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Lehrerkompetenzen und Professionalität
- Untersuchung von Ansätzen zur Klassenführung und zum Klassenmanagement
- Empirische Erhebung durch Experteninterviews mit Lehrkräften verschiedener Schulformen
- Vergleich schulspezifischer Anforderungen an die Lehrerrolle
- Reflexion über die Bedeutung von Kommunikation, Organisation und Regulation im Unterricht
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Tschüss Felix, wir sehen uns heute Abend bei der Feuerwehr!“ – Dies waren die letzten Worte an meinem dritten Praktikumstag an einer Integrierten Gesamtschule, welche einer meiner Schüler an diesem Vormittag zu mir sagte, bevor er das Klassenzimmer verlies. Und es war das erste Mal, dass ich mir ernsthaft darüber Gedanken gemacht habe, wie ich mich meinen Schülerinnen und Schülern gegenüber verhalte, wenn ich ihnen außerhalb der Schule mal im Privatleben begegne. Schließlich ist es wichtig, dass sie mich im Unterricht weiterhin ernst nehmen und als Lehrer respektieren, selbst dann wenn sie mich aus dem Privatleben kennen und dort vielleicht sogar duzen.
Dadurch, dass ich in meiner Freizeit als Jugendwart bei der Feuerwehr aktiv bin und zudem als Fußballschiedsrichter unter anderem auch Jugendspiele leite, ist die Wahrscheinlichkeit sogar recht groß, dass mir auch außerhalb der Schule einer meiner Schüler begegnet. Auffallend bei meinen beiden Hobbies ist, dass ich sowohl als Jugendwart als auch als Schiedsrichter eine Personengruppe zu führen habe – genauso wie in meinem späteren Berufsleben als Lehrer. Mein Aufgabenfeld ist in allen drei Rollen ein anderes, ebenso die Umstände, weshalb die Jugendlichen mit mir zu tun haben: Während sie sich ihren Lehrer in der Schule oder ihren Schiedsrichter bei einem Fußballspiel grundsätzlich nicht aussuchen können, entscheiden sie bei der Feuerwehr selbst, ob sie der Gruppe beitreten möchten oder nicht. Trotz dieser sehr unterschiedlichen, scheinbar nicht zusammengehörenden Tätigkeitsfelder habe ich bemerkt, dass eine Eigenschaft meines Handelns in allen drei Bereichen immer gleich ist, nämlich mein Führungsstiel. Sowohl auf dem Sportplatz als auch im Klassenraum oder bei den Übungen der Feuerwehr stehe ich im Fokus und manage aufgrund meines Verhaltens und meiner Anweisungen das Verhalten und die Tätigkeiten meiner zu führenden Personengruppe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Arbeit durch persönliche Erfahrungen des Autors aus der Praxis und legt das Ziel fest, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Klassenführung zu untersuchen.
2. Klärung der Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Lehrerkompetenzen und Lehrerprofessionalität, wobei die Bedeutung kontinuierlicher Weiterentwicklung betont wird.
3. Ansätze der Klassenführung und des Klassenmanagements: Hier werden Grundlagen und Voraussetzungen für eine effektive Klassenführung erläutert, wobei insbesondere die Rollen von Kommunikation, Organisation und Regelstrukturen hervorgehoben werden.
4. Methodisches Vorgehen – empirischer Teil: Dieses Kapitel begründet die Wahl von Leitfaden-Interviews mit zwei erfahrenen Lehrpersonen als qualitative Forschungsmethode.
5. Ergebnisdarstellung der beiden Interviews: Die Ergebnisse der geführten Interviews werden präsentiert, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Auffassung von Lehrerprofessionalität zwischen den Schulformen Gymnasium und Realschule Plus aufgezeigt werden.
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, betont die Notwendigkeit von Authentizität und konstanter Reflexion für professionelles Lehrerhandeln.
Schlüsselwörter
Lehrerkompetenzen, Klassenführung, Klassenmanagement, Lehrerprofessionalität, Führungskompetenz, Experteninterview, Unterrichtsqualität, pädagogisches Handeln, Lehrerausbildung, Unterrichtsstörungen, pädagogische Kompetenz, Schulentwicklung, Lehrerrolle, Berufserfahrung, Kommunikation im Unterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Lehrerkompetenzen, die notwendig sind, um eine Klasse professionell zu führen, und analysiert die Voraussetzungen für eine effektive Klassenführung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Lehrerprofessionalität, Klassenmanagement, der Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie die Rolle der Lehrerpersönlichkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, zu überprüfen, wodurch sich gute Klassenführung auszeichnet und welche Voraussetzungen Lehrkräfte benötigen, um ihre Klasse professionell zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden qualitative Leitfaden-Interviews mit zwei berufserfahrenen Lehrkräften aus unterschiedlichen Schulformen (Gymnasium und Realschule Plus) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Klärung von Begrifflichkeiten und Ansätzen zur Klassenführung sowie einen empirischen Teil, der die Experteninterviews analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Lehrerkompetenzen, Klassenführung, Klassenmanagement, Lehrerprofessionalität, Führungskompetenz und pädagogisches Handeln sind zentrale Begriffe.
Gibt es Unterschiede in der Auffassung von Klassenführung zwischen den Schulformen?
Ja, während am Gymnasium die Fachkompetenz häufig stärker im Fokus steht, wird an der Realschule Plus der Schwerpunkt vermehrt auf Sozialkompetenz und die Beziehung zur Schülerschaft gelegt.
Wie bewerten die befragten Lehrkräfte das Thema Privatleben und Lehrerrolle?
Beide Experten bestätigen, dass Begegnungen mit Schülern im Privatleben unproblematisch sind und diese sogar verdeutlichen können, dass Lehrer „auch nur Menschen“ sind, solange ein professionelles Auftreten gewahrt bleibt.
- Citation du texte
- Felix Groben (Auteur), 2015, Lehrerkompetenzen als Führungskompetenzen. Welche Voraussetzungen braucht ein Lehrer, um seine Klasse zu führen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594533