Diese Arbeit soll den Berufsgruppen der Pflege und der Gesellschaft aufzeigen, welche Faktoren das Wachstum des deutschen Pflegemarktes beeinflusst und welche Faktoren diesen positiv beeinflussen können.
Das zweite Kapitel der vorliegenden Arbeit setzt sich vertiefend mit den Einflussfaktoren, welche sich auf das Wachstum des deutschen Pflegemarktes auswirken, auseinander. In Kapitel drei werden die Erfolgsfaktoren eines Pflegemarktes, damit dieser erfolgreich bestehen bleibt, analysiert. Abschließend folgt ein Fazit sowie ein Ausblick bzgl. des künftigen Wachstums im deutschen Pflegemarkt.
Aktuell ist in Deutschland kaum ein Markt so präsent wie der Pflegemarkt. Es herrscht ein Mangel an Fachkräften, der demografische Wandel ist voll und ganz im Zuge und das Bedürfnis an zusätzlichen Pflegekonzepten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch dieser Wandel ist nichts Neues. Eine Einschätzung erfolgt oft sehr unterschiedlich: Einerseits wird er als Zukunftsmarkt gesehen und andererseits deuten Analysten auf ein Risiko im Pflegemarkt hin.
Im Jahr 1999 erhöhte sich die Anzahl an Pflegebedürftiger innerhalb von zehn Jahren von 2,02 Millionen um etwa 16 % auf 2,34 Millionen. Knapp 31 % davon wurden in Pflegeheimen gepflegt. Ende 2017 galten etwa 3,4 Millionen Menschen als pflegebedürftig. Der Anstieg an Pflegebedürftigen betrug zuletzt 19 %, das sind mehr als 500.000 an Pflegebedürftiger.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodisches Vorgehen
2 Einflussfaktoren des Pflegemarktes
2.1 Professionalisierung der Pflege
2.2 Veränderung der Altersstruktur
2.3 Altersarmut
2.4 Personalmangel
2.5 Ambulantisierung
2.6 Investitionsbedarf
2.7 Positiver Nettoeffekt
3 Erfolgsfaktoren eines Pflegemarktes
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Einflussfaktoren auf das Wachstum des deutschen Pflegemarktes und leitet daraus notwendige Erfolgsfaktoren ab, die Pflegeeinrichtungen benötigen, um sich in einem wettbewerbsintensiven und regulierten Umfeld erfolgreich zu positionieren.
- Demografischer Wandel und dessen Auswirkungen auf die Nachfrage nach Pflegeleistungen.
- Professionalisierung der Pflege infolge gesellschaftlicher Veränderungen.
- Herausforderungen durch Personalmangel und steigenden Investitionsbedarf.
- Strategische Bedeutung von Digitalisierung, Qualitätsmanagement und Quartierskonzepten.
- Wirtschaftliche Perspektiven und Prognosen für den Pflegemarkt bis 2030.
Auszug aus dem Buch
2.4 Personalmangel
Eine zusätzliche Verschärfung spricht auf dem Arbeitsmarkt für einen Preisanstieg bzgl. des Pflegepersonals. Von 2005 bis 2015 ist zwar die Anzahl der Pflegevollzeitkräfte um ca. 3,5 Prozent pro Jahr angestiegen, jedoch kann damit der Bedarf, welcher weiterhin zunimmt, an qualifiziertem Personal auch nicht mithilfe von Ausbildungsreformen lückenlos gedeckt werden. Zwischen dem Frei werden und der Besetzung einer Stelle wird dies deutlich: von 2008 bis 2017 hat sich dies von 8 – 24 Wochen annähernd verdreifacht.
Leider ist keine Besserung in Sicht. Es sind ein Drittel der Beschäftigten in der Pflege älter als 50 Jahre und werden somit innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre sich in die Rente verabschieden. Der Mangel an Personal wird sich aufgrund des hohen Durchschnittsalters somit in den künftigen Jahren weiter verschärfen.
Die Preise werden nicht nur aufgrund des Personalmangels in die Höhe getrieben. Einerseits führt die Einführung des Mindestlohns in der Pflege zu einem Anstieg, wodurch Personalkosten für Pfleger sowie Assistenzkräfte um ca. 24 Prozent von 2017 bis 2020 steigen werden. Andererseits müssen die Quoten an Fachkräften in Pflegeeinrichtungen eingehalten werden und einem Personalschlüssel, welcher vorgegeben ist, folgen. Dies führt vor allem in Regionen, welche dicht besiedelt sind, zu einem Kampf um qualifizierte Fachkräfte. Betreibern von stationären Pflegeeinrichtung wird es durch das zweite Pflegestärkungsgesetz erleichtert, die zunehmenden Kosten an Personal zukünftig in ihren Preisen zu projizieren (vgl. Berger, 2017, S. 3 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Pflegemarktes in Deutschland, unterstreicht den Fachkräftemangel und skizziert die Ambivalenz des Marktes zwischen Zukunftsbranche und Insolvenzrisiko.
2 Einflussfaktoren des Pflegemarktes: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Treiber des Marktwachstums, darunter die Professionalisierung, demografische Trends, Altersarmut, den Personalmangel, die Ambulantisierung, Investitionsbedarfe und den allgemeinen Nettoeffekt auf das Marktvolumen.
3 Erfolgsfaktoren eines Pflegemarktes: Hier werden fünf zentrale Erfolgsstrategien für Pflegeeinrichtungen vorgestellt, wie etwa Digitalisierung von Prozessen, neue Geschäftsmodelle, Qualitätsmanagement sowie Arbeitgeberattraktivität.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass der Markt durch steigenden Wettbewerb und Regulierung geprägt bleibt, während das Wachstum insbesondere durch ambulante und integrative Angebote vorangetrieben wird.
Schlüsselwörter
Pflegemarkt, Pflegemanagement, demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Ambulantisierung, Altersstruktur, Pflegestärkungsgesetz, Digitalisierung, Qualitätsmanagement, Investitionsbedarf, Pflegebedürftigkeit, Quartierskonzept, Personalentwicklung, Pflegemarktvolumen, stationäre Pflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die aktuelle Lage und die Zukunftsaussichten des deutschen Pflegemarktes vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Einflussfaktoren für das Marktwachstum sowie auf den notwendigen Erfolgsfaktoren für Pflegeeinrichtungen, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, welche Faktoren das Wachstum des Pflegemarktes beeinflussen und wie Pflegeanbieter strategisch darauf reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung relevanter Internetquellen und aktueller Fachliteratur zum deutschen Pflegesektor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Markteinflussfaktoren (wie Personalmangel und Ambulantisierung) sowie die Erarbeitung von fünf essenziellen Erfolgsstrategien für Unternehmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Pflegemarkt, demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung in der Pflege und die Ambulantisierung der Versorgungsformen.
Wie wirkt sich der Fachkräftemangel konkret auf die Kosten in der Pflege aus?
Der Personalmangel führt zu einem Wettbewerb um Fachkräfte und steigenden Personalkosten, welche durch gesetzliche Vorgaben (Mindestlohn, Personalschlüssel) und das Pflegestärkungsgesetz in die Preise für Pflegeleistungen einfließen.
Warum gewinnt die Ambulantisierung in Deutschland an Bedeutung?
Die Mehrheit der Pflegebedürftigen zieht eine Versorgung in den eigenen vier Wänden gegenüber stationären Einrichtungen vor, was durch gesetzliche Förderungen des ambulanten Bereichs zusätzlich gestärkt wird.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung für den Erfolg einer Einrichtung?
Sie dient als Effizienztreiber, verbessert die Dokumentationsqualität, entlastet das Personal bei administrativen Aufgaben und erhöht durch moderne Überwachungssysteme die Sicherheit der Bewohner.
Was versteht man in diesem Kontext unter einem "Quartierskonzept"?
Es beschreibt eine räumliche Konzentration integrativer Versorgungsangebote, die von betreutem Wohnen bis zur Kurzzeit- und Tagespflege reichen, um verschiedene Betreuungsbedürfnisse optimal abzudecken.
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- Anonym (Autor), 2020, Wachstum im deutschen Pflegemarkt. Einfluss- und Erfolgsfaktoren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594825