Der Zugang von Entrepreneuren zu Finanzkapital variiert in den meisten Ländern sehr stark. Dies gilt auch für die Wahl eines Finanzierungsinstruments, da diese vorwiegend vom Zustand der nationalen Finanzmärkte abhängt. In Entwicklungsländern gestaltet sich die Situation für Entrepreneure besonders schwierig.
Warum sind die meisten klassischen Finanzierungsalternativen für Entrepreneure in Entwicklungsländern nicht zugänglich? Wie lässt sich diese Finanzierungslücke schließen? Und welche Rolle spielt das Finanzierungsinstrument Crowdfunding dabei?
Der Autor Jonas Potthast nimmt verschiedene Finanzierungsinstrumente in den Blick und prüft, inwieweit sich diese für Entwicklungsländer eignen. Anhand einer eigenständig geplanten und durchgeführten Crowdfunding-Kampagne in Tansania beleuchtet Potthast das Finanzierungsinstrument Crowd-Funding. Dabei gibt er Handlungsempfehlungen für die erfolgreiche Umsetzung.
Aus dem Inhalt:
- Kapitalbedarf;
- Social Entrepreneurship;
- Investitionsrisiko;
- Finanzsystem;
- Herdenverhalten;
- Zahlungsinstrumente
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Finanzierungsalternativen für Entrepreneurship-Projekte
2.1 Die Begriffe des Entrepreneurships und Social Entrepreneurships
2.2 Finanzierungsalternativen für Entrepreneurship-Projekte
3 Finanzierungsalternativen für Entrepreneure in Entwicklungsländern
3.1 Definition des Begriffes Entwicklungsland
3.2 Entrepreneurship in Entwicklungsländern
3.3 Die finanzielle Ausgangssituation für Entrepreneure
3.4 Relevanz der Finanzierungsalternativen in Entwicklungsländern
4 Erfolgreiches Crowdfunding
4.1 Genereller Ablauf einer Crowdfunding-Kampagne
4.2 Die Motivation der Geldgeber
4.3 Psychologische Effekte im Verlauf einer Kampagne
4.4 Vorbereitung und Durchführung einer Crowdfunding-Kampagne
5 Die Crowdfunding-Kampagne
5.1 #DiakGoesTansania – Verbesserung der medizinischen Versorgung in Tansania
5.2 Planung, Durchführung und Kontrolle der Kampagne
6 Schlussbetrachtung
6.1 Erkenntnisse der Crowdfunding-Kampagne
6.2 Implikationen für die Praxis
6.3 Implikationen für die Forschung
6.4 Limitationen der Arbeit
6.5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Finanzierungsstrategien für Entrepreneure in Entwicklungsländern, mit einem besonderen Fokus auf dem Potenzial von Crowdfunding als innovativem Finanzierungsinstrument zur Überwindung der Finanzierungslücke in diesen Regionen.
- Grundlagen des Entrepreneurships und Social Entrepreneurships
- Finanzierungsbarrieren für Gründer in Entwicklungsländern
- Erfolgsfaktoren und psychologische Mechanismen von Crowdfunding-Kampagnen
- Praktische Umsetzung einer Crowdfunding-Kampagne am Beispiel "#DiakGoesTansania"
- Handlungsempfehlungen für die Gestaltung erfolgreicher Kampagnen
Auszug aus dem Buch
4.3 Psychologische Effekte im Verlauf einer Kampagne
Typischerweise ist die finanzielle Unterstützung innerhalb von Crowdfunding-Kampagnen zu Beginn und am Ende der Kampagne am höchsten, wobei sich im Verlauf der Kampagne insgesamt ein negativer linearer Trend feststellen lässt (vgl. Beier/Wagner 2015a, S. 6,12). Das hohe Volumen von Unterstützungen zu Beginn der Kampagne ist durch das soziale Umfeld des Initiators begründet. Familie, Freunde und Bekannte sind zumeist die ersten, die das Projekt unterstützen. Aus diesem Grund stammt die Mehrheit der anfänglichen Unterstützungen aus dem unmittelbaren geographischen Umfeld des Initiators. Je mehr Kapital anschließend im Kampagnenverlauf eingesammelt wird, umso mehr steigt die Neigung dem Initiator unbekannter sowie räumlich entfernter Geldgeber, das Projekt ebenfalls zu unterstützen (vgl. Agrawal/Catalini/Goldfarb 2011, S. 14 f.). Im Verlauf der Kampagne gibt es dabei eine Vielzahl von Effekten, welche sich auf das Verhalten der Geldgeber und ihre Entscheidung über eine finanzielle Unterstützung, wie auch dessen Höhe auswirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des eingeschränkten Kapitalzugangs für Entrepreneure in Entwicklungsländern ein und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.
2 Finanzierungsalternativen für Entrepreneurship-Projekte: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Entrepreneurships sowie verschiedene klassische Finanzierungsformen für Unternehmensgründungen und soziale Projekte detailliert dargelegt.
3 Finanzierungsalternativen für Entrepreneure in Entwicklungsländern: Dieses Kapitel analysiert spezifische Rahmenbedingungen und Barrieren für Entrepreneure in Schwellen- und Entwicklungsländern und bewertet die Anwendbarkeit gängiger Finanzierungsinstrumente.
4 Erfolgreiches Crowdfunding: Dieser Teil erarbeitet die wesentlichen Erfolgsfaktoren für Crowdfunding-Kampagnen, inklusive psychologischer Effekte auf das Spenderverhalten und konkreter Strategien zur Kampagnengestaltung.
5 Die Crowdfunding-Kampagne: Das fünfte Kapitel dokumentiert die praktische Durchführung einer Crowdfunding-Kampagne, das Projekt "#DiakGoesTansania", inklusive Planung und Auswertung der Ergebnisse.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse, praktischen Implikationen für Gründer sowie Implikationen für die zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Crowdfunding, Entrepreneurship, Entwicklungsländer, Finanzierungsstrategien, Social Entrepreneurship, Projektfinanzierung, Kapitalakquise, Spenden-basiertes Crowdfunding, Crowdinvesting, Erfolgsfaktoren, Markteintritt, soziale Wirkung, Entwicklungszusammenarbeit, Unternehmensgründung, Finanzmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Finanzierung von unternehmerischen Vorhaben in Entwicklungsländern und analysiert, wie Crowdfunding zur Überwindung bestehender Finanzierungshürden eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Bereiche Unternehmensfinanzierung, spezifische Herausforderungen für Entrepreneure in Entwicklungsländern sowie die strategische Planung und Durchführung von Crowdfunding-Kampagnen ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Eignung klassischer Finanzierungsinstrumente für Entwicklungsländer zu bewerten und basierend darauf Kriterien für erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen herauszuarbeiten, um Entrepreneuren konkrete Handlungsempfehlungen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine umfassende Literaturrecherche und -auswertung durchgeführt, ergänzt durch die eigene Planung, Durchführung und Auswertung einer realen Crowdfunding-Kampagne zur praktischen Validierung der theoretischen Erkenntnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Finanzierungsmodelle im Vergleich zu den speziellen politisch-rechtlichen, ökonomischen und kulturellen Rahmenbedingungen in Entwicklungsländern und widmet sich intensiv der operativen Gestaltung von Crowdfunding-Kampagnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Crowdfunding, Entrepreneurship, Entwicklungsländer, Finanzierungsstrategien, Social Entrepreneurship, Erfolgsfaktoren und soziale Wirkung.
Was ist das "Price of Giving"-Konzept in der Arbeit?
Der "Price of Giving" gibt die Höhe einer Unterstützung an, die notwendig ist, damit eine Geldeinheit tatsächlich dem eigentlichen Projektzweck zugutekommt, abzüglich von Marketing- und Verwaltungskosten.
Warum ist das "Train-the-Trainer"-Prinzip für das Beispielprojekt wichtig?
Es dient der langfristigen Sicherung der Nachhaltigkeit des Projekts, da das vermittelte Wissen an einheimische medizinische Mitarbeiter weitergegeben wird, die selbst als Trainer fungieren können.
- Quote paper
- Jonas Potthast (Author), 2021, Finanzierungsstrategien für Entrepreneure in Entwicklungsländern. Mit Crowdfunding zum erfolgreichen Entrepreneurship-Projekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594879