Wissenschaftliche Forschung. Quantitative und Qualitative Ansätze im Vergleich


Hausarbeit, 2017

14 Seiten

Anonym


Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Grundlagen der empirischen Forschung
2.1 Forschungsplanung
2.2 Forschungsdurchführung und -auswertung

3 Quantitative und qualitative Erhebungsmethoden
3.1 Merkmale quantitativer Ansätze
3.2 Merkmale qualitativer Ansätze
3.3 Kritische Gegenüberstellung quantitativer und qualitativer Erhebungsmethoden

4 Schluss

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Am Beginn einer jeden Forschung steht der Forscher vor einer Reihe von Fragen, die es zu beantworten gilt. Eine dieser Fragestellungen ist die nach der Art der Forschung und der Datenerhebungsmethoden. Da diese Frage nicht immer leicht zu beantworten ist, sollen in dieser Arbeit die beiden Arten von Datenerhebungsmethoden – nämlich die quantitativen und qualitativen Ansätze – mit Fokus, Vor- und Nachteilen dargestellt werden. Dafür gilt es zuerst die Grundlagen empirischer Forschung zu betrachten bevor sich eine detaillierte Beschreibung quantitativer und qualitativer Datenerhebungsmethoden anschließt. Die Inhalte der Arbeit sollen mit Hilfe von Literaturrecherche erarbeitet werden.

Diese Arbeit gliedert sich grob in vier Kapitel. Auf die Einleitung folgt das 2. Kapitel, das die Grundlagen empirischer Forschung enthält. Die Phasen der empirischen Forschung bilden die Unterkapitel zu Kapitel 2. Nach der Darstellung der Forschungsplanung, -durchführung und -auswertung kann im Kapitel 3 auf die quantitativen und qualitativen Datenerhebungsmethoden eingegangen werden. Hierzu werden die Merkmale beider Ansätze in den Kapiteln 3.1 und 3.2 aufgeführt. Eine kritische Gegenüberstellung beider Erhebungsmethoden schließt im Kapitel 3.3 an, während der Schluss im 4. Kapitel die Arbeit abrundet.

2 Grundlagen der empirischen Forschung

Um die empirische Forschung näher beschreiben zu können, sollte zuerst definiert werden, was Empirie („empirisch“ aus dem Griechischen: „auf Erfahrung beruhend“) bedeuten soll.

„ Erfahrung soll hier Informationsgewinnung mit Hilfe der Sinne bedeuten, wobei Sinne nicht unbedingt auf die eigentlichen menschlichen Sinne beschr ä nkt werden muss, sondern gegebenenfalls auch technische Apparate, wie z.B. Mikroskope, Kameras usw. miteinschlie ß en kann (Stier, 1999, S. 5) . “

Die empirische Forschung „will allgemein gültige Erkenntnisse gewinnen (Bortz & Döring, 2006, S. 30)“ und kann zwei unterschiedliche Funktionen haben. Mit Hilfe einer empirischen Datenerhebung können einerseits aus Theorien entwickelte Hypothesen an der Wirklichkeit überprüft werden (deduktives Vorgehen), andererseits besteht die Möglichkeit der Entwicklung neuer Theorien aus dem beobachteten Sachverhalt (induktives Vorgehen) (Vgl. Bortz & Döring, 2006, S. 30).

Man unterscheidet zwei Arten von Forschungsansätzen. Die explanative Forschung beschäftigt sich mit der Prüfung einer oder mehrerer Hypothesen über einen Forschungsgegenstand. Da bei dieser Forschungsart bereits gesichertes Wissen über den Forschungsgegenstand vorhanden ist, kann auf Laboruntersuchungen zurückgegriffen werden. „Laboruntersuchungen stellen einen künstlichen und konstruierten Versuchsaufbau dar und unterscheiden sich damit von der ‚Feldarbeit‘, bei der die empirische Forschung in die naturbelassene Realität geht (Dr. Hermenau, 2017, S. 8).“ Nach (Bortz & Döring, 2006, S. 52) lassen sich die Hypothesen, die mit der explanativen Forschung überprüft werden sollen, in vier Kategorien einteilen. Es wird zwischen Zusammenhangs-, Unterschieds-, Veränderungs- und Einzelfallhypothesen unterschieden. Auf die detaillierte Erläuterung dieser Kategorien wird in dieser Arbeit allerdings verzichtet.

Dient die Forschung dazu, einen bestimmten Sachverhalt zu beschreiben oder zu überprüfen, spricht man von einer deskriptiven Forschung. Je nach Höhe des Forschungsstandes zum Forschungsproblem, unterteilt man die deskriptive Forschung in „Exploration“ und „Diagnose“. „Explorative bzw. erkundende Untersuchungen werden in erster Linie mit dem Ziel durchgeführt, in einem relativ unerforschten Untersuchungsbereich neue Hypothesen zu entwickeln oder theoretische bzw. begriffliche Voraussetzungen zu schaffen, um erste Hypothesen formulieren zu können (Bortz & Döring, 2006, S. 50).“ Bei der Diagnose wird das bereits gesicherte Wissen über einen Forschungsgegenstand mit Hilfe der Forschung in eine bestimmte Richtung erweitert. „Einfach gesagt, ist der Stand der Forschung bei der Exploration auf einem niedrigeren Niveau als bei der Diagnose angesiedelt (Dr. Hermenau, 2017, S. 7).“

Der Prozess der empirischen Forschung gliedert sich in drei große Phasen, die Forschungsplanung, die Forschungsdurchführung und die Forschungsauswertung. Nachfolgend soll zuerst auf die Forschungsplanung näher eingegangen werden.

2.1 Forschungsplanung

Die Forschungsplanung beginnt mit der Eingrenzung des Forschungsproblems. Den aktuellen Forschungsstand zum Forschungsgegenstand gilt es zu klären, bevor eine Forschungsfrage zum Forschungsproblem präzisiert werden kann, denn „[e]in Problem liegt nur vor, wenn etwas noch problematisch – d.h. nicht vollständig erforscht – ist (Dr. Hermenau, 2017, S. 7).“ Ist das Literaturstudium abgeschlossen und der aktuelle Forschungsstand des Forschungsgegenstandes bekannt, kann die Wahl des Forschungsansatzes erfolgen, wie in Kapitel 2 beschrieben. Um subjektive Entscheidungen während der Forschungsdurchführung weitestgehend auszuschließen, soll als nächstes der Forschungskontext bestimmt werden. „[Der Forschungskontext] gestattet es, tendenziell außerwissenschaftliche von wissenschaftlichen Interessen und subjektive von objektiven Entscheidungskriterien zu trennen (Dr. Hermenau, 2017, S. 12).“ Auf den Forschungskontext wird nicht näher eingegangen, da er für das Ziel der Arbeit nicht relevant ist.

Auf die Bestimmung des Forschungskontextes folgt die Präzisierung und Strukturierung des Forschungsproblems. Nach (Dr. Hermenau, 2017, S. 12ff.) wird dieser Schritt der Forschungsplanung als „Problementfaltung“ bezeichnet und bedient sich zweier Analysearten. Die dimensionale Analyse bezieht sich auf den Forschungsgegenstand an sich, während bei der semantischen Analyse Äußerungen über den Forschungsgegenstand den Ausgangspunkt bilden. Bei explanativen Forschungsansätzen wird also die semantische und bei deskriptiver Forschung die dimensionale Analyse Anwendung finden. Die Vorgehensweise beider Analysen hat für diese Arbeit keine Relevanz und wird deshalb nicht näher dargestellt.

Der nächste große Schritt der Forschungsplanung ist die Operationalisierung. (Steyer & Eid, 1993, S. 2) führen die Operationalisierung als „Überbrückungsproblem“ aus. Hier geht es um „[…] das Problem der Verknüpfung von Theorie und Empirie, das für empirische Theorien von zentraler Bedeutung ist (Steyer & Eid, 1993, S. 2).“ Die Operationalisierung kann man also als Aufgabenstellung verstehen, „[…] theoretische Konstrukte wie Aggressivität, Intelligenz oder Ehrgeiz mit konkreten, empirisch messbaren Variablen zu verbinden (Bortz & Döring, 2006, S. 60).“

Bevor für diese empirisch messbaren Variablen Daten erhoben werden können, muss festgelegt werden, an welchen und wie vielen (Größe der Stichprobe) Untersuchungsobjekten die Datenerhebung durchgeführt werden soll. Diese Festlegung hat auch Auswirkung auf die Gültigkeit der gewonnenen Ergebnisse (vgl. Dr. Hermenau, 2017, S. 37). Im folgenden Kapitel soll der nächste Schritt der empirischen Forschung – die Forschungsdurchführung – näher beschrieben werden.

2.2 Forschungsdurchführung und -auswertung

Die Forschungsdurchführung wird auch als „empirische Phase“ der Forschung bezeichnet, da in dieser Phase Daten über die Wirklichkeit empirisch erhoben werden. Die Forschungsdurchführung bedient sich an verschiedenen Datenerhebungsmethoden wie Zählen, Urteilen, Testen, Befragen, Beobachten oder Physiologische Messungen (vgl. Bortz & Döring, 2006, S. 137ff.). Die gebräuchlichsten sollen im Folgenden kurz erläutert werden.

Zählen kann angewandt werden, um Daten zu erheben. „Geht es beispielsweise um die Frage der Fahrtüchtigkeit männlicher und weiblicher Personen, liefert die Auszählung der Frauen und Männer, die ihre Fahrprüfung bestehen, bereits erste Hinweise (Bortz & Döring, 2006, S. 139).“

Eine sehr häufig verwendete Methode der Datenerhebung ist die Befragung. Bei der Befragung scheint der Fragende direkt an die gewünschten Daten (Antworten) zu kommen. Die Schwierigkeit liegt darin, dass Fragender und Antwortender in den verwendeten Begriffen und Worten eine andere Bedeutung verstehen, die Menschen reden also aneinander vorbei (vgl. Dr. Hermenau, Ein Forschungsprojekt durchführen und auswerten, 2017, S. 13). Man unterscheidet mündliche und schriftliche Befragungen.

Das Beobachten ist eine Schlüsselmethode in der Datenerhebung, „da empirische Methoden definitionsgemäß auf Sinneserfahrungen (Wahrnehmungen, Beobachtungen) beruhen. In einem sehr allgemeinen Begriffsverständnis beruht somit jede Datenerhebung auf Beobachtung (Bortz & Döring, 2006, S. 262).“ Wird explizit von Beobachtungsmethoden gesprochen, meint man damit „[…] das Sammeln von Erfahrungen in einem nichtkommunikativen Prozess mit Hilfe sämtlicher Wahrnehmungsmöglichkeiten (Laatz, 1993, S. 169)“.

Sind alle Daten erhoben, schließt sich der letzte Schritt der Forschung an, die Forschungsauswertung. „Bei der Forschungsauswertung sollen die ‚bloßen‘ Tatsachen in aussagekräftige Resultate umgewandelt werden (Dr. Hermenau, Ein Forschungsprojekt durchführen und auswerten, 2017, S. 31).“ Auf eine detaillierte Darstellung der Forschungsauswertung wird in dieser Arbeit aber verzichtet. Im folgenden Kapitel soll auf die Datenerhebungsmethoden genauer eingegangen werden.

[...]

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Details

Titel
Wissenschaftliche Forschung. Quantitative und Qualitative Ansätze im Vergleich
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V594937
ISBN (eBook)
9783346208064
ISBN (Buch)
9783346208071
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ansätze, forschung, qualitative, quantitative, vergleich, wissenschaftliche
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Wissenschaftliche Forschung. Quantitative und Qualitative Ansätze im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594937

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