Mit dem Begriff der Ostasienkrise ist die Finanz- und Wirtschaftskrise in Ostasien gemeint, die im Juli 1997 in Thailand mit dem Verfall der Währung begann und sich anschließend auf dessen Nachbarstaaten auszuweiten begann. Ostasien - das sind im wesentlichen die Volksrepublik China, Japan, Vietnam, Indonesien, Malaysia, Thailand sowie Nord- und Südkorea - war bis dahin von einem enormen Wirtschaftswachstum geprägt; drei Jahrzehnte lang waren in ostasiatischen Ländern weitaus weniger Konjunkturabschwünge zu verzeichnen als in irgendeinem der entwickelten Industrieländer. Eine Kombination aus hohen Sparquoten, öffentlichen Investitionen ins Bildungswesen und einer staatlichen Industriepolitik ließen die Weltbank vom „Wirtschaftswunder in Ostasien“ sprechen. Gefolgt von einer Finanzkrise wurde aus der Währungs- eine regelrechte Wirtschaftskrise, welche die Region - allerdings in sehr unterschiedlichem Maße - und teilweise die ganze Welt erschütterte. Unter dem Titel „Die Schatten der Globalisierung“ des gleichnamigen Buches von Joseph Stiglitz versucht dieser Aufsatz, neben den Ursachen der Ostasienkrise deren Verlauf und vor allem die Folgen in wirtschaftlicher Hinsicht aufzuzeigen. Zuvor wird kurz auf die Institution des IWF eingegangen, der eine nicht unerhebliche Rolle beim Ausbruch der Krise gespielt hat. Der Aufsatz endet mit einem kurzen Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Internationale Währungsfonds
2.1. Was ist der IWF?
2.2. Der IWF und die Ostasienkrise
3. Die Ostasienkrise
3.1. Der Begriff der Krise
3.2. Ostasienkrise vor der Krise
3.3. Ausbruch und Verlauf der Krise
3.4. Ursachen der Krise
3.5. Folgen der Ostasienkrise
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die wirtschaftlichen sowie sozialen Folgen der Ostasienkrise ab 1997. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der kritischen Analyse der Auswirkungen seiner wirtschaftspolitischen Auflagen auf die betroffenen Staaten.
- Analyse der Rolle des IWF und seiner Kriseninterventionen
- Untersuchung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor der Krise
- Darstellung des Ausbruchs und der Ausbreitung der Finanzkrise
- Bewertung der sozialen Auswirkungen, insbesondere für schwache Bevölkerungsgruppen
- Kritische Reflexion der Globalisierungsfolgen und Strukturreformen
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Begriff der Krise
„Unter Krisen versteht man Ereignisse, die plötzlich eintreten und zu starken Verwerfungen führen. Dies kann entweder auf das Versagen von Anpassungsprozessen zurückgeführt werden oder es kann Instabilität entstehen, die den Zusammenbruch eines wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Systems zur Folge haben kann. Krisen haben sich zu allen Zeiten ereignet, z. B. in Form von Naturkatastrophen (Seuchen, Ernteausfälle, Erdbeben etc.), Kriegen, Unruhen, Strukturveränderungen, kollektivem Fehlverhalten (destabilisierende Spekulation, Herdenverhalten), Überstrapazierung (Nichtbeachten von Sicherheitsvorkehrungen, Unvorsichtigkeit), u. a. m.“ (http://www.unifr.ch/spc/UF/01decembre/finanz.html).
Zu unterscheiden sind nach Aschinger (ebenda) einerseits einzel- (nur die einzelne Unternehmung betreffende) und gesamtwirtschaftliche (eine Region oder ganze Volkswirtschaft betreffende), andererseits informationsbedingte und spekulative Krisen. Wie wir später noch sehen werden, handelt es sich bei der Ostasienkrise um eine gesamtwirtschaftliche, spekulative Krise, die mit einer Währungskrise begann und sich über eine Finanz- zu einer Wirtschaftskrise ausweitete.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Ostasienkrise und Zielsetzung der Arbeit unter Einbeziehung des Buches „Die Schatten der Globalisierung“ von Joseph Stiglitz.
2. Der Internationale Währungsfonds: Erläuterung der Aufgaben und Ziele des IWF sowie dessen Rolle bei der Bereitstellung von Beistandspaketen in Krisenländern.
3. Die Ostasienkrise: Analyse der Ursachen, des Verlaufs und der weitreichenden ökonomischen und sozialen Folgen der Krise in der Region.
4. Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der sozialen Konsequenzen und der Notwendigkeit einer besseren Koordination zwischen wirtschaftlichen und sozialpolitischen Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Ostasienkrise, Internationaler Währungsfonds, IWF, Globalisierung, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Strukturanpassungsprogramme, Kapitalflucht, Währungsabwertung, Armut, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum, Spekulation, Weltbank, Rezession.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ostasienkrise ab 1997, ihre Ursachen, ihren Verlauf sowie die verheerenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen für die Region und die Weltwirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Rolle des Internationalen Währungsfonds, die Auswirkungen einer vorschnellen Finanzmarktliberalisierung, die Entstehung von Spekulationsblasen sowie die sozialen Belastungen für die betroffene Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Krisenverlauf darzustellen und kritisch zu hinterfragen, inwiefern die Maßnahmen und Auflagen des IWF die Krise verschärft haben könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf Berichten, Büchern (u.a. von Joseph Stiglitz) sowie Internetquellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Rolle des IWF, die ökonomische Situation vor der Krise, den Ausbruch der Währungsabwertung, die strukturellen Ursachen und die daraus resultierenden sozialen Folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ostasienkrise, IWF, Globalisierung, Finanzmarktstabilität und soziale Auswirkungen.
Warum wird der IWF in der Arbeit kritisiert?
Die Arbeit kritisiert, dass der IWF durch eine fordernde Hochzinspolitik und vorschnelle Liberalisierungsauflagen die wirtschaftliche Instabilität in Ostasien teilweise verstärkt hat.
Welche Rolle spielte der "Washington Konsensus" bei der Krise?
Der Washington Konsensus umfasst die vom IWF abverlangten Maßnahmen wie Strukturanpassungsprogramme, die sich in der Krisensituation als teilweise kontraproduktiv für die Ärmsten der betroffenen Länder erwiesen.
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- Dipl.-Kfm. Alexander Hesse (Author), 2006, Die Ostasienkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59501