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Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen in Wohngruppen

Hintergründe, Umgang und Prävention in stationären Einrichtungen

Titel: Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen in Wohngruppen

Bachelorarbeit , 2017 , 82 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Jennifer Kullen (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit behandelt das Thema, wie sexuelle Gewalt in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe (Wohngruppen) unter Kindern und Jugendlichen auftritt und wie sie vor dieser geschützt werden können. Sie geht dabei folgender Frage nach: Welche Maßnahmen und Rahmenbedingungen sind in einer Wohngruppe nötig, um sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen wahrzunehmen und können diese möglichst verhindert werden?

Insbesondere durch die eigene Tätigkeit der Autorin in einer solchen Jugendhilfeeinrichtung ist das Interesse für dieses Thema groß. In dieser Einrichtung sind (sexuelle) Grenzverletzungen unter Kindern und Jugendlichen schon länger ein Thema. Um Kinder und Jugendliche zu schützen, wurde ein Schutzkonzept mit verschiedenen Bausteinen entwickelt. Der Umgang mit sexuell übergriffigen Kindern und Jugendlichen wurde in dem Schutzkonzept bisher nur wenig behandelt. Daher beschäftigt sich diese Arbeit intensiv mit diesem Thema.

Beispiele, die in der Arbeit verwendet werden, um Situationen zu konkretisieren, sind anonymisierte Beispiele aus dem Arbeitsalltag der Einrichtung, in der die Autorin tätig ist. Des Weiteren wurde viel mit Literatur zum Thema sexuelle Übergriffe unter Kindern gearbeitet und für die Arbeit geprüft, um einen Transfer zum Thema sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen zu leisten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissensstand

2.1 Sexualität

2.2 Sexualität in unterschiedlichen Lebensphasen

2.2.1 Kindliche Sexualität

2.2.2 Kinder in der Vorpubertät

2.2.3 Jugendliche Sexualität

2.2.4 Erwachsene Sexualität

2.3 Sexuelle Übergriffe, sexuelle Grenzverletzung, sexuelle Gewalt, sexueller Missbrauch?

2.3.1 Sexuell belästigendes Verhalten (sexual harassment) / sexuell grenzverletzendes Verhalten

2.3.2 Sexuelles Problemverhalten

2.3.3 Sexuelle Übergriffe / sexuell aggressives Verhalten / sexuelle Gewalt

2.3.4 Sexueller Missbrauch

2.3.5 Hands-on / Hands-off-Taten

2.3.6 Peer offenders und child offenders

2.4 Rechtliche Aspekte

2.5 Rahmenbedingungen einer stationären Wohngruppe der Jugendhilfe

3. Hintergründe von sexuellen Übergriffen durch Kinder und Jugendliche

3.1 Warum kommt es zu sexuellen Übergriffen – Risikofaktoren

3.2 Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen wahrnehmen

3.3 Übergriffige Kinder und Täterinnen oder Täter

3.3.1 Täterstrategien

3.3.2 Testerinnen oder Tester oder Täterinnen oder Täter

3.3.3 Täterinnen

3.3.4 Übergriffe unter Geschwistern

3.4 Folgen sexueller Übergriffe

4. Fachlicher Umgang mit sexuellen Übergriffen unter Kindern und Jugendlichen

4.1 Einschätzung von sexuellen Übergriffen

4.2 Auswirkungen unterschiedlicher Intensitäten auf die Beurteilung sexueller Übergriffe

4.3 Ablauf zum Vorgehen bei sexuellen Übergriffen unter Kindern und Jugendlichen

4.4 Umgang mit sexuellen Übergriffen

4.4.1 Umgang mit dem betroffenen Kind/Jugendlichen (Opfer)

4.4.2 Umgang mit dem übergriffigen Kind/Jugendlichen (Täter)

4.4.3 Umgang in der Wohngruppe

4.4.4 Umgang mit Eltern/Zusammenarbeit

5. Prävention

5.1 Stabile Beziehungen, sichere Bindung

5.2 Stärkung der Persönlichkeit

5.3 Empathiefähigkeit

5.4 Klare Haltung

5.5 Intervention

5.6 Rollenklischees auflösen

5.7 Sexualerziehung – sexuelle Bildung

5.8 Strukturelle Prävention – Rahmenbedingungen

6. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Problematik sexueller Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen in stationären Wohngruppen der Jugendhilfe. Ziel ist es, professionelle Handlungsstrategien und notwendige Rahmenbedingungen zu identifizieren, die pädagogische Fachkräfte befähigen, solche Übergriffe frühzeitig wahrzunehmen, angemessen zu intervenieren und präventiv tätig zu werden.

  • Grundlagen der kindlichen und jugendlichen Sexualentwicklung
  • Differenzierung und Definition sexueller Übergriffe und Grenzverletzungen
  • Risikofaktoren und Hintergründe für übergriffiges Verhalten bei Minderjährigen
  • Fachlicher Interventionsablauf und Handlungssicherheit für pädagogisches Personal
  • Präventionsbausteine zur Förderung eines grenzachtenden Wohngruppenklimas

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Täterstrategien

Finkelhor (1998) stellte fest, dass alle Täterinnen oder Täter ein bestimmtes Muster durchlaufen, bis es zum tatsächlichen Übergriff kommt. Dieses Muster hat er in vier Stufen beschrieben (vgl. Egli-Alge 2014, S. 32):

„Stufe 1: Gedanken und Phantasien über sexuellen Missbrauch Stufe 2: Überwinden von internen Hemmungen - die Gewissensstufe Stufe 3: Überwinden von externen Hemmungen - die Planungsstufe Stufe 4: Überwinden des Widerstands des Opfers" (Finkelhor 1998 zitiert nach: Egli-Alge 2014, S. 32).

In der dritten Stufe kommt es konkret zur Planung eines sexuellen Übergriffs. In dieser Phase spricht man auch von Grooming und beschreibt den Prozess zur Vorbereitung der Tat. Dazu werden verschiedene Strategien angewendet, um an das Ziel der (kurzfristigen) Bedürfnisbefriedigung zu kommen (vgl. Kohlhofer u. a. 2008, S. 46, zitiert nach Egli-Alge 2004):

 „Vertrauen und Abhängigkeit schaffen  Macht durch Geheimnisse/Verträge erlangen  Manipulieren/Instrumentalisieren  Druck ausüben/erpressen  Verdunkeln/unglaubwürdig machen“ (Finkelhor 1984 zitiert nach: Kohlhofer u. a. 2008, S. 45).

Diese Strategien dienen dazu, die ‚Schwachstellen‘ des Opfers und der Umgebung herauszufinden. Täterinnen oder Täter täuschen und verwirren das Opfer und ihre Umgebung nach ihren Bedürfnissen. Dadurch verhindern sie eine Aufdeckung und erlangen Macht durch Geheimnisse. Kommt es doch zu einer Aufdeckung, wälzen die Täterinnen oder Täter die Verantwortung des sexuellen Übergriffs auf „… die Opfer, die Gesellschaft, die Familie, die Anderen, den Alkohol/Drogen, die Kindheit, die Mutter, die Kollegen, die Überforderung etc. …“ (Kohlhofer u. a. 2008, S. 48) ab. Dass sie selbst die Verantwortung übernehmen, ist selten (vgl. ebd., S. 47f.).

Des Weiteren ist es wichtig zu wissen, dass zu jedem Tatzeitpunkt auch jugendlichen Tätern bewusst ist, dass sie Grenzen überschreiten und es Unrecht ist, was sie tun. Sie haben zu jedem Zeitpunkt die Macht über sich und darüber, wie sie über ihr Verhalten entscheiden. Was jugendlichen Tätern teilweise (noch) unbewusst ist, ist der Planungsprozess vor einer Tat. Dies kann sich verändern, wenn die Täterinnen oder Täter in ihrem Tun gestoppt werden (vgl. hierzu insg. Kohlhofer u. a. 2008, S. 49).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas sexuelle Gewalt in der Jugendhilfe und formuliert die Forschungsfrage zur Wahrnehmung und Prävention von Übergriffen.

2. Wissensstand: Dieses Kapitel vermittelt ein theoretisches Grundverständnis zu Sexualität in verschiedenen Lebensphasen, definiert fachliche Begriffe wie Grenzverletzung oder Übergriff und erläutert rechtliche sowie strukturelle Rahmenbedingungen.

3. Hintergründe von sexuellen Übergriffen durch Kinder und Jugendliche: Hier werden Risikofaktoren, Täterstrategien, Machtgefälle und die spezifischen Dynamiken bei Übergriffen unter Geschwistern oder innerhalb von Gruppen analysiert.

4. Fachlicher Umgang mit sexuellen Übergriffen unter Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel bietet konkrete Handlungshilfen, von der Einschätzungssituation über Ablaufschemata bei Vorfällen bis hin zur professionellen Kommunikation mit Betroffenen, Tätern und Eltern.

5. Prävention: Es werden verschiedene präventive Bausteine vorgestellt, die von der Beziehungsarbeit bis zur strukturellen institutionellen Absicherung reichen, um eine sichere Umgebung zu schaffen.

6. Schlussfolgerung: Die Arbeit fasst zusammen, dass kein Patentrezept existiert, betont aber die Notwendigkeit einer dauerhaften, fachlich fundierten Auseinandersetzung und kontinuierlichen Sensibilisierung im pädagogischen Alltag.

Schlüsselwörter

Sexuelle Übergriffe, Jugendhilfe, Wohngruppe, Prävention, Grenzverletzung, Kindeswohlgefährdung, Pädagogische Fachkräfte, Sexualerziehung, Täterstrategien, Intervention, Machtgefälle, Adoleszenz, Kinderschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Umgang und der Prävention von sexuellen Übergriffen durch Kinder und Jugendliche innerhalb von stationären Wohngruppen der Jugendhilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören das Verständnis von kindlicher und jugendlicher Sexualität, die Abgrenzung zwischen einvernehmlichem Verhalten und Übergriffen, rechtliche Grundlagen sowie konkrete Handlungskonzepte für pädagogische Fachkräfte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, welche Maßnahmen und Rahmenbedingungen in einer Wohngruppe erforderlich sind, um sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen rechtzeitig wahrzunehmen und diese möglichst zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und dem Transfer theoretischer Erkenntnisse in den pädagogischen Alltag der stationären Jugendhilfe, unter Einbezug von anonymisierten Beispielen aus der eigenen Berufspraxis der Autorin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Wissensbasis (Sexualentwicklung, Definitionen), eine Analyse der Hintergründe (Risikofaktoren, Täterstrategien) sowie eine detaillierte Ausarbeitung des fachlichen Umgangs (Einschätzung, Interventionsschritte, Elternarbeit) und präventiver Strukturen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Fachbegriffe wie Grenzverletzung, Hands-on/Hands-off-Taten, pädagogische Haltung, Kinderschutzauftrag, Risikofaktoren und präventive Schutzkonzepte.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Schweregraden von Übergriffen?

Die Arbeit nutzt Klassifizierungen, etwa nach Finkelhor oder Egli-Alge, die verschiedene Stufen (von sexualisierten Beleidigungen bis hin zu penetrativen Handlungen oder Gewaltanwendung) zur Einschätzung der Intensität definieren.

Welche Rolle spielt die Elternarbeit in dieser Konzeption?

Die Zusammenarbeit mit den Eltern wird als kritischer Erfolgsfaktor eingestuft, wobei Transparenz, sachliche Information und der Fokus auf das Kindeswohl auch bei der Einbindung von Eltern übergriffiger Kinder im Vordergrund stehen.

Ende der Leseprobe aus 82 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen in Wohngruppen
Untertitel
Hintergründe, Umgang und Prävention in stationären Einrichtungen
Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,5
Autor
Jennifer Kullen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
82
Katalognummer
V595018
ISBN (eBook)
9783346227560
ISBN (Buch)
9783346227577
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexuelle übergriffe kindern jugendlichen wohngruppen hintergründe umgang prävention einrichtungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Kullen (Autor:in), 2017, Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen in Wohngruppen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/595018
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  82  Seiten
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