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Die Frage nach der Darstellung fremder Lebensformen

Title: Die Frage nach der Darstellung fremder Lebensformen

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Vanessa Scharmann (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethnologische Debatte um die Darstellung fremder Lebensformen. Gegenstand der Untersuchung ist vor allem die als „Writing Culture-Debatte“ bekannt gewordene Repräsentationskrise in der Ethnologie.

Zunächst soll die ethnographische Textsorte der klassischen ethnographischen Monographie definiert und beschrieben werden. Des Weiteren soll die „Writing Culture-Debatte“, die zu Beginn der 1980er Jahre mit der Problematisierung der klassischen ethnographischen Monographie beginnt, erklärt werden.

Im Vordergrund dieser Debatte steht ein bedeutender Ethnologe: Clifford Geertz. Seine Thesen und Forderungen bezüglich der Repräsentationskrise in der Ethnologie sollen aufgezeigt und konkretisiert werden.

Abschließend sollen die Ergebnisse und Auswirkungen der „Writing Culture-Debatte“ anhand aktueller ethnographischer Darstellungsformen herausgearbeitet werden. Ist im folgenden die Rede von Ethnograph und Ethnographierten, so ist der Ethnograph als der Forscher, „der mit der Methode der „teilnehmenden Beobachtung“ traditionelle und industrielle Gesellschaften untersucht, in ländlichen und städtischen Regionen forscht und gleichermaßen unter Wissenschaftlern arbeitet“ und Ethnographierte als Personen, „deren Lebensformen bzw. Weltbild zum Gegenstand einer empirischen Untersuchung und einer darauf aufbauenden Beschreibung geworden ist, welche die betroffene Kultur oder Lebenswelt aus der Perspektive ihrer Mitglieder zu zeigen bemüht ist“ zu verstehen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die klassische ethnographische Monographie

3 Die „Writing Culture-Debatte“

3.1 Clifford Geertz’ Rolle in der „Writing Culture-Debatte“

4 Formanalyse ethnographischer Texte

4.1 Experimentelle ethnographische Schreibweise

5 Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethnologische Debatte um die Repräsentation fremder Lebensformen, bekannt als „Writing Culture-Debatte“, und analysiert den Wandel von der klassischen Monographie hin zu experimentellen, reflexiven Darstellungsformen in der Ethnologie.

  • Die Definition und Problematisierung der klassischen ethnographischen Monographie.
  • Die Rolle von Clifford Geertz innerhalb der „Writing Culture-Debatte“.
  • Die Analyse von Textstrategien und dem Konstrukt des „ethnographischen Realismus“.
  • Die Untersuchung neuer, experimenteller Schreibweisen wie der ethnographischen Biographie.
  • Die kritische Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der Repräsentation fremder Kulturen.

Auszug aus dem Buch

Die klassische ethnographische Monographie

Die klassische ethnographische Monographie ist eine wissenschaftliche Darstellungsweise, die der ganzheitlichen Perspektive der „teilnehmenden Beobachtung“ entspricht. Sie ist eine, der Feldforschung kongeniale (ebenbürtige), literarische Form.

Die klassische Feldmonographie ist eine synchrone Momentaufnahme und gibt ein statisches Bild der untersuchten Gesellschaft wieder. Die Zeit gilt als ein reversibler (umkehrbarer) Faktor, was durch die Verwendung des Präsens in den klassischen Monographien belegt werden kann.

Die Involvierung des Forschers in die Ereignisse während seiner Feldforschung wird in diesem ethnographischen Text ausgeblendet. Momente des persönlichen Erlebens sind aus dem fortlaufenden Text eliminiert und tauchen allenfalls im Paratext, wie Vorwort oder Fußnote auf, wodurch die methodische Trennung von Erkenntnissubjekt (Beobachteter) und Erkenntnisobjekt (Beobachter) deutlich wird. Das Erkenntnissubjekt werde zum Verstummen gebracht, könnte die drastische Formulierung lauten. Auf Grund der Trennung von Erkenntnissubjekt und Erkenntnisobjekt erweckt der Text den Eindruck einer absolut objektiven Beschreibung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Repräsentationskrise der Ethnologie ein und umreißt die Untersuchung der „Writing Culture-Debatte“ sowie der damit verbundenen methodischen Wandlungen.

2 Die klassische ethnographische Monographie: Das Kapitel definiert die klassische Monographie als statische, vermeintlich objektive Darstellungsform, die die Involvierung des Forschers ausblendet.

3 Die „Writing Culture-Debatte“: Hier wird die Krise der Repräsentation ab den 1980er Jahren thematisiert, die das Ende des Anspruchs auf eine vom Beobachter unabhängige Abbildung einläutete.

3.1 Clifford Geertz’ Rolle in der „Writing Culture-Debatte“: Es wird die interpretative Anthropologie nach Geertz erläutert, die Kultur als „Text“ auffasst und die Unumgänglichkeit der Fiktionalität ethnographischer Texte hervorhebt.

4 Formanalyse ethnographischer Texte: Dieses Kapitel widmet sich der Untersuchung der stilistischen und rhetorischen Mittel, die den „ethnographischen Realismus“ erzeugen.

4.1 Experimentelle ethnographische Schreibweise: Es werden innovative Gattungen wie die ethnographische Biographie und die dialogische Ethnographie vorgestellt, die den Informanten eine aktivere Stimme geben.

5 Schlussteil: Das Fazit fasst zusammen, dass ethnographische Texte immer fiktional bleiben und Ethnologen sich der Problematik der „trivialen Ethnozentrizität“ bewusst sein müssen.

Schlüsselwörter

Ethnologie, Writing Culture-Debatte, Repräsentationskrise, Clifford Geertz, klassische Monographie, teilnehmende Beobachtung, interpretative Anthropologie, ethnographischer Realismus, Fiktionalität, experimentelle Schreibweise, ethnographische Biographie, Kultur als Text, Hermeneutik, triviale Ethnozentrizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethnologischen Debatte um die Darstellung fremder Lebensformen und der damit verbundenen Repräsentationskrise, die als „Writing Culture-Debatte“ bekannt ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Kritik an klassischen ethnographischen Monographien, der Einfluss von Clifford Geertz auf die interpretative Anthropologie sowie die Entstehung neuer, experimenteller Schreibstile in der Ethnographie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Wandel der ethnographischen Darstellungsformen nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie sich die Ethnologie der Problematik ihrer eigenen Textproduktion und Repräsentationsfähigkeit bewusst geworden ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt literaturtheoretische und -kritische Methoden zur Analyse der Form und Struktur ethnographischer Texte, um deren rhetorische Strategien offenzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Übergang von klassischen, scheinbar objektiven Monographien zu interpretativen Ansätzen sowie experimentelle Formen wie die ethnographische Biographie.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?

Wichtige Begriffe sind unter anderem „Kultur als Text“, „ethnographischer Realismus“, „Fiktionalität“ und „triviale Ethnozentrizität“.

Was versteht Geertz unter der „Konstruktion des Anderen“?

Geertz bezeichnet damit den ethnographischen Text, der trotz des Anspruchs auf authentische Beschreibung immer auch eine vom Forscher geschaffene Konstruktion ist.

Warum ist laut Autorin jede ethnographische Darstellung mit Ethnozentrizität verbunden?

Da Begriffe einer Kultur nie eins zu eins in eine fremde Sprache übersetzt werden können, muss bei der Beschreibung zwangsläufig eine minimale ethnozentristische Perspektive beibehalten werden.

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Details

Title
Die Frage nach der Darstellung fremder Lebensformen
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Historische Ethnologie)
Course
Einführung in die Methoden der Ethnologie
Grade
2,0
Author
Vanessa Scharmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V59508
ISBN (eBook)
9783638534246
ISBN (Book)
9783656771425
Language
German
Tags
Frage Darstellung Lebensformen Einführung Methoden Ethnologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vanessa Scharmann (Author), 2005, Die Frage nach der Darstellung fremder Lebensformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59508
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