Diese Arbeit stellt mit Hilfe von Leitfadeninterviews die Wahrnehmung und Bewertung von Propaganda in den Medien dar. Sie soll beantworten, ob und in welcher Form Propaganda als Solche in den Medien wahrgenommen wird. Schwerpunkt hierbei soll die vom Rezipienten wahrgenommene Auswirkung von Propaganda, besonders im Hinblick auf die Meinungsbildung durch Medien sein.
Weiterhin wird beleuchtet, ob und inwiefern sich die Wahrnehmung in verschiedenen Medienkanälen differenziert. Um diesen Ansatz zu verfolgen, sind diverse Forschungen aus diesem Themengebiet aufgeführt, um diese Seminararbeit nicht nur auf Grundlage der eigens erhobenen Daten zu untermauern.
Diese Arbeit behandelt zunächst den Forschungsstand zur Thematik. Hierbei wird das Grundverständnis für Propaganda und den damit verbundenen Aspekten gebildet und auf aktuelle Forschungen und deren Ergebnisse eingegangen. Danach wird die Forschungsfrage erläutert, damit ein klares Verständnis geschaffen werden kann, an welcher Stelle diese Arbeit einzuordnen ist und in welche Richtung und mit welcher Intention die Forschungsfrage gestellt ist. Nachdem die Forschungsfrage beleuchtet wurde, folgt die empirische Methode bzw. Umsetzung dieser Arbeit, um das Vorgehen und die erhobenen Ergebnisse einordnen zu können. Anschließend werden die Ergebnisse aus eigenen Erhebungen (Qualitative Leitfadeninterviews) dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Begriffsabgrenzungen
2 Forschungsstand
2.1 Propagandafälle
3 Hypothese
4 Empirische Umsetzung/Methode
5 Ergebnisse
6 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob und in welcher Form Propaganda in den Medien von Rezipienten wahrgenommen wird und welchen Einfluss diese auf die Meinungs-, Stimmungs- und Wissensbildung ausübt. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Wahrnehmungsdifferenzierung in verschiedenen Medienkanälen unter Berücksichtigung der zunehmenden Digitalisierung.
- Wahrnehmung von Propaganda durch Medienkonsumenten
- Einfluss propagandistischer Inhalte auf die Meinungsbildung
- Unterschiede in der Propaganda-Wahrnehmung nach Altersgruppen
- Rolle der Medienkanäle bei der Informationsverarbeitung
- Spannungsfeld zwischen freier Berichterstattung und Zensur
Auszug aus dem Buch
2.1 Propagandafälle
Zumindest politische Propaganda als Subart der Propaganda weist die Charakteristik auf, zunächst unerkannt zu bleiben, bzw. unerkannt bleiben zu wollen. Da dieser Umstand auch der Zielsetzung von propagandistischen Inhalten entspricht, gibt es nur wenig Forschung und Ergebnisse über die Häufigkeit von Propagandafällen, weil sich solche nur schwer identifizieren lassen. Einige Internetplattformen publizieren Propagandafälle, jedoch auf Anspruchsgruppen zugeschnitten und interessengerichtet. Die im März 2014, in der Ukraine ansässige und von Studenten gegründete Homepage „Stop - Fake“ - ist ein Beispiel für den Versuch, Informationen aus verschiedenen Quellen und Kanälen zu sammeln und auf falsche Informationen zu prüfen. Wie bereits erwähnt, ist die Begriffstrennschärfe von Propaganda fließend und hängt von vielen Faktoren ab. Daher wird auf dieser Homepage nicht zwischen Propagandaarten unterschieden. Beschäftigt man sich etwas länger mit diesem Internetauftritt, wird schnell deutlich, dass Schwerpunkt der untersuchten Nachrichten aus der Ukraine und Russland kommen. Europäische und Amerikanische Propaganda ist deutlich seltener aufgeführt.
Dieser Umstand zeichnet sich weiter ab, wenn eine weitere bekannte Homepage beleuchtet wird, die versucht Propagandafälle aufzudecken. Hier sei der Internetauftritt „Propagandaschau“ genannt, welcher seine Inhalte hauptsächlich über von Nutzern übersendeten Inhalten generiert. Die Betreiber der Website beziffern ihre insgesamt aufdeckten Fälle auf 3042 (Stand August 2018), welche sämtliche Beiträge von Nutzern und sonstigen Mitteilungen zusammenfassen. Plattformen, die Fälle von Propaganda auflisten oder journalistische Informationen aus propagandistischer Sicht aufgrund von verlässlichen Daten klassifizieren, gibt es nicht - jedenfalls nicht für die Öffentlichkeit. Im Zuge dieser Seminararbeit wurde abgesehen von den qualitativen Leitfadeninterviews eine Datenbank von Propagandafällen erarbeitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Informationsverarbeitung in der modernen Wissensgesellschaft, definiert das Ziel der Arbeit und den Aufbau der Untersuchung.
2 Forschungsstand: Hier wird der historische Bedeutungswandel des Propagandabegriffs beleuchtet und der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand zu Strukturen und Funktionen von Propaganda dargestellt.
3 Hypothese: Das Kapitel leitet aus der zunehmenden Digitalisierung die Annahme ab, dass die Sensitivität der Rezipienten für Propaganda gestiegen ist, und formuliert die Forschungsfragen.
4 Empirische Umsetzung/Methode: Es wird das methodische Vorgehen der qualitativen Leitfadeninterviews dargelegt, inklusive der Auswahl der Befragten und der inhaltlichen Gliederung des Interviewleitfadens.
5 Ergebnisse: Die erhobenen Daten aus den Interviews werden präsentiert, wobei insbesondere die Schwierigkeit der Identifikation von Propaganda und die Bevorzugung freier Berichterstattung hervortreten.
6 Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse, setzt sie in den Kontext der Forschungsfrage und weist auf die Grenzen der Untersuchung hin.
Schlüsselwörter
Propaganda, Mediennutzung, Meinungsbildung, Digitalisierung, qualitative Befragung, Persuasion, freie Berichterstattung, Informationslenkung, Wahrnehmung, Medienkompetenz, Desinformation, politische Kommunikation, Journalismus, Propaganda-Identifikation, Rezipientenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wahrnehmung und Bewertung von Propaganda in modernen Medien und deren Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören der Begriffswandel von Propaganda, die Rolle der Digitalisierung bei der Informationsverbreitung sowie die subjektive Einschätzung von Medieninhalten durch unterschiedliche Altersgruppen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu ergründen, ob und in welcher Form Propaganda als solche von Medienrezipienten wahrgenommen wird und wie sich dies auf ihre Meinungs- und Stimmungsbildung auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit drei unterschiedlichen Testpersonen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstands, die Formulierung von Hypothesen, die Beschreibung der empirischen Methodik sowie die Darstellung und Diskussion der erzielten Interviewergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Propaganda, Mediennutzung, Meinungsbildung, Digitalisierung, Persuasion und freie Berichterstattung.
Wie schwer fiel den Befragten die Identifikation von Propaganda?
Die Befragten gaben einheitlich an, dass die explizite Identifikation von Propagandamerkmalen sehr schwierig ist, selbst wenn eine allgemeine Vermutung über deren Präsenz in Medien existiert.
Welche Haltung nehmen die Probanden zur Zensur ein?
Alle Befragten bevorzugen trotz der Risiken durch manipulative Informationen die freie Berichterstattung gegenüber einer staatlich oder institutionell kontrollierten Zensur.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2019, Propaganda in Medien. Wahrnehmung und Bewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/595083