Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Unterschiede zwischen unterschiedlichen Migrantengruppen in Bildung, Bildungsverhalten und Bildungsabschlüssen“. Im Rahmen dieser Aufgabenstellung werden Einwanderer aus der Türkei, Russland, Vietnam, Italien und dem Iran betrachtet und analysiert. Nach einem allgemeinen Teil zur Migration und Einwanderungsbewegung nach Deutschland werden die jeweiligen Migrationsmotive und Ursachen nationalitätenspezifisch benannt und erklärt. Zudem war ein geschichtlich – politischer Exkurs nötig, um dem besseren Verständnis der jeweiligen Einwanderungsbewegung gerecht zu werden. Im weiteren Verlauf werden für die Migranten aus den eben genannten Nationen Bildung, Bildungsverhalten und Bildungsabschlüsse vorgestellt und charakterisiert. Der Abschluss der Arbeit stellt ein Fazit dar.
Ein gesicherter Aufenthaltsstatus stellt für Migranten eine wichtige Voraussetzung für politische, kulturelle und soziale Partizipation in Deutschland dar. Die Migration und die soziale Integration der Einreisenden in Deutschland ist ein omnipräsentes Thema in Politik und Gesellschaft. Diskurse darüber wurden in der Vergangenheit sowie in der Gegenwart geführt und werden auch in der Zukunft geführt.
Um politisch, kulturell und sozial im Einreiseland Deutschland einer Mehrheitsbevölkerung angehören zu können, ist es wichtig, Bildungsmöglichkeiten wahrzunehmen, sich an Bildungsprozessen zu beteiligen und einen bildungsorientierten Willen anzustreben. Eine Anpassung an das einheimische Bildungsideal wird zur Notwendigkeit. Bildung stellt die Weichen für die eigene Biografie. Doch nicht jeder Migrant entwickelt diese Parameter.
Somit lassen sich Unterschiede im Bildungsverhalten, Bildungserfolg und Bildungsabschlüssen zwischen einzelnen Migrantengruppen feststellen, obwohl gute Bildung eine zentrale Ressource für zukünftige Arbeitsmarktchancen ist und die persönliche Attraktivität für Arbeitgeber steigert. Auch entscheidet die Bildung über den gesellschaftlichen Stand und ist verantwortlich für die Lebensperspektiven. Besonders für Migranten stellt die schulische sowie berufliche Qualifikation eine Schlüsselrolle im sozialen Integrationsprozess dar. Aufgrund der Migrationsgeschichte, der sozialen, geografischen und kulturellen Herkunft sowie der sprachlichen Verschiedenheit, haben Einwanderer oftmals Schwierigkeiten. Migrantenkinder sind im Vergleich mit gleichaltrigen deutschen Kindern schlechter in der Schule.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gründe für die Zuwanderung nach Deutschland
2.1 Gründe für die Zuwanderung von Türken
2.2 Gründe für die Zuwanderung von Russen
2.3 Gründe für die Zuwanderung von Vietnamesen
2.4 Gründe für die Zuwanderung von Italienern
2.5 Gründe für die Zuwanderung von Iranern
3. Allgemeingültige Gründe für unterschiedliche Bildungserfolge
3.1 Bildungserfolg Türken
3.2 Bildungserfolg Russen
3.3 Bildungserfolg Vietnamesen
3.4 Bildungserfolg Italiener
3.5 Bildungserfolg Iraner
4. Fazit
5. Zusammenfassungen der Quellen
5.1 Gründe für die Zuwanderung nach Deutschland
5.2 Gründe der Zuwanderung von Türken
5.3 Gründe der Zuwanderung von Russen
5.4 Gründe der Zuwanderung von Vietnamesen
5.5 Gründe der Zuwanderung von Italienern
5.6 Gründe der Zuwanderung von Iranern
5.7 Bildungserfolg der Türken
5.8 Bildungserfolg der Russen
5.9 Bildungserfolg der Vietnamesen
5.10 Bildungserfolg der Italiener
5.11 Bildungserfolg der Iraner
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Unterschiede in Bildung, Bildungsverhalten und Bildungsabschlüssen zwischen fünf spezifischen Migrantengruppen in Deutschland, um individuelle Migrationsmotive sowie bildungsrelevante Einflussfaktoren zu analysieren.
- Analyse der Migrationshintergründe für Türken, Russen, Vietnamesen, Italiener und Iraner.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Herkunftskultur und Bildungserfolg.
- Erforschung von Einflussfaktoren wie Sprachkenntnisse und soziales Kapital.
- Vergleich von Bildungsaspirationen in kollektivistischen gegenüber individualistischen Kulturen.
- Ableitung von Empfehlungen für eine verbesserte Integration im Bildungssystem.
Auszug aus dem Buch
3. Allgemeingültige Gründe für unterschiedliche Bildungserfolge
Die Gründe für die unterschiedlichen Bildungserfolge der betrachteten Migrantengruppen sind von Migrantengruppe zu Migrantengruppe divergent. Nichtsdestotrotz lässt sich Bildungserfolg auf allgemeingültige Inhomogenität in den familiären Ressourcen zurückführen, die mit der sozialen Schichtzugehörigkeit der Migrantenfamilien zusammenhängen.
An erster Stelle stehen die Kapitalsorten nach Pierre Bourdieu. Arbeitsmigranten, die überwiegend gering qualifizierte Jobs ausführen, verfügen über ein geringes ökonomisches Kapital (Nauck 2015: 635). Im Bereich des kulturellen Kapitals steht das formale Bildungsniveau der Eltern und der familiale Sprachgebrauch (Walter 2011: 400). Der Sprachgebrauch an sich findet sich auch im sozialen Kapital wieder, da die Verhältnisse von intra- und interethnischen Primärbeziehungen bedeutsam sind, wodurch die deutsche Sprache öfter genutzt werden könnte (ebd.: 400). Daher gilt die Existenz eines Ehepartners aus der Majoritätsgesellschaft als stärkster Indikator für die Sozialintegration in die Majoritätsgesellschaft (ebd.: 401). Durch die Anteilnahme am sozialen Umfeld der Einheimischen kann ein im Aufnahmeland geborener Elternteil zur Verbesserung der Sprachkenntnisse der Familie beitragen. Dies wirkt sich auf einen höheren Bildungs- und Berufserfolg, sowie einer stärkeren Identifizierung mit der Aufnahmegesellschaft aus (ebd.: 401). Ferner neigen Familien dazu häufiger Deutsch zu sprechen, wenn nur ein Elternteil im Ausland geboren ist, als in Familien wo beide Elternteile einen ausländischen Migrationshintergrund besitzen (Müller 2006: 235).
An zweiter Stelle steht das Herkunftsland (Nauck 2015: 638). Auf der einen Hand steigt die soziale Anerkennung der Eltern in kollektivistischen Kulturen, wenn diese Bildungsinvestitionen in ihre eigenen Kinder vornehmen. Der Bildungserfolg der Kinder wird den Anstrengungen und Leistungen der Eltern zugeschrieben. Dies bestätigt die elterliche Autorität und die intergenerative Distanz (ebd.: 639). Auf der anderen Hand resultiert die soziale Anerkennung in individualistischen Kulturen durch den zukünftig erwarteten Status der Kinder im Beschäftigungssystem. Somit wird der Bildungserfolg primär den Anstrengungen der Kinder zugerechnet (ebd.: 639). Daraus lässt sich schließen, dass die soziale Anerkennung in kollektivistischen Kulturen in einem kürzeren Zeithorizont wirksam wird und somit die Anreize für Investitionen in die Bildung der Kinder höher ist als in individualistischen Kulturen (ebd. 640).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Bildung als Schlüssel für die soziale Integration von Migranten in Deutschland ein und legt die Zielsetzung der Hausarbeit dar.
2. Gründe für die Zuwanderung nach Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Motive und historischen Hintergründe für Migration nach Deutschland, einschließlich Arbeitsmigration, Flucht und Aussiedlung.
2.1 Gründe für die Zuwanderung von Türken: Hier wird der Prozess der Arbeitsmigration türkischer Staatsbürger von der Anwerbung in den 1960er Jahren bis zur heutigen vernetzten Migrationsstruktur beschrieben.
2.2 Gründe für die Zuwanderung von Russen: Dieses Kapitel analysiert die Geschichte der Russlanddeutschen als Spätaussiedler und deren Weg von der Internierung in der Sowjetunion zur Aussiedlung.
2.3 Gründe für die Zuwanderung von Vietnamesen: Hier werden unterschiedliche Migrationsformen wie Vertragsarbeit in der DDR und die Aufnahme von Boat People analysiert.
2.4 Gründe für die Zuwanderung von Italienern: Dieses Kapitel beschreibt die Anwerbung italienischer Gastarbeiter im Rahmen bilateraler Abkommen und deren spätere soziale Integration.
2.5 Gründe für die Zuwanderung von Iranern: Diese Darstellung beleuchtet die Bildungs- und Aufstiegsmigration sowie das politische Exil iranischer Bürger nach Deutschland.
3. Allgemeingültige Gründe für unterschiedliche Bildungserfolge: Dieses Kapitel führt theoretische Erklärungsmodelle für Bildungsunterschiede ein, insbesondere Kapitaltheorien nach Bourdieu und kulturelle Herkunftseinflüsse.
3.1 Bildungserfolg Türken: Hier wird der Bildungsstatus türkischer Jugendlicher analysiert, wobei Faktoren wie Sprachkenntnisse und soziale Netzwerke eine zentrale Rolle spielen.
3.2 Bildungserfolg Russen: Dieses Kapitel beleuchtet die Bildungsbeteiligung von Jugendlichen aus der ehemaligen Sowjetunion und identifiziert Sprachkenntnisse als primären Erfolgsfaktor.
3.3 Bildungserfolg Vietnamesen: Hier werden trotz sozioökonomischer Nachteile die hohen schulischen Erfolge vietnamesischer Jugendlicher durch kulturelle Faktoren erklärt.
3.4 Bildungserfolg Italiener: Dieses Kapitel untersucht die durchwachsenen Bildungserfolge italienischer Kinder und identifiziert die hohe Migrationsfluktuation als erschwerenden Faktor.
3.5 Bildungserfolg Iraner: Hier wird der überdurchschnittliche Bildungserfolg iranischer Migranten auf den hohen familialen Etablierungsdruck und soziokulturelle Hintergründe zurückgeführt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, dass der Bildungserfolg primär von kultur- und erziehungsspezifischen Faktoren abhängt.
5. Zusammenfassungen der Quellen: Dieses Kapitel bietet eine komprimierte Wiedergabe der zentralen Inhalte der verwendeten Primärliteratur zu den jeweiligen Migrantengruppen.
5.1 Gründe für die Zuwanderung nach Deutschland: Eine Zusammenfassung der allgemeinen legalen Zuwanderungswege und demografischer Notwendigkeiten.
5.2 Gründe der Zuwanderung von Türken: Rekapitulation der Artikel zur Anwerbung und den Folgen für die türkische Diaspora.
5.3 Gründe der Zuwanderung von Russen: Zusammenfassung der historischen Hintergründe der Migration von Russlanddeutschen.
5.4 Gründe der Zuwanderung von Vietnamesen: Darstellung der Motive für die vietnamesische Migration in die Bundesrepublik und DDR.
5.5 Gründe der Zuwanderung von Italienern: Zusammenfassung der Migrationsgeschichte italienischer Arbeitskräfte zwischen den 1950ern und den 1990ern.
5.6 Gründe der Zuwanderung von Iranern: Darstellung der iranischen Migration in den Typen Exil, Bildung und Aufstieg.
5.7 Bildungserfolg der Türken: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse von Ebru Tepecik zum Bildungserfolg.
5.8 Bildungserfolg der Russen: Wiedergabe der Erkenntnisse von Rainer Watermann zu Bildungsdisparitäten.
5.9 Bildungserfolg der Vietnamesen: Zusammenfassung der Studie von Bernhard Nauck und Oliver Walter.
5.10 Bildungserfolg der Italiener: Wiedergabe der Ergebnisse von Susanne von Below und Christopher Onkelbach.
5.11 Bildungserfolg der Iraner: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse von Almut Zwengel und Niels Uhlendorf.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Migration, Bildungserfolg, Bildungsbeteiligung, Migrantengruppen, Integration, Arbeitsmigration, Bildungsabschlüsse, Sozialkapital, Kulturelle Identität, Sprachkenntnisse, Deutschland, Soziale Schichtung, Bildungschancen, Herkunftskultur, Bildungsbiografie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Unterschiede in Bildungserfolg und Bildungsverhalten bei verschiedenen Migrantengruppen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Analyse von Zuwanderungsgründen, die Bewertung von Bildungsbiografien und die Identifikation soziokultureller Einflussfaktoren auf den Schulerfolg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Bildungserfolge nicht homogen über alle Migranten verteilt sind, sondern stark von nationalitätenspezifischen Faktoren abhängen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse, um Forschungsberichte und Statistiken zu den fünf untersuchten Migrantengruppen systematisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert für jede Gruppe separat die Migrationsgeschichte und die spezifischen Gründe für den jeweiligen Bildungsstand oder Erfolg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Migration, Bildungserfolg, Integration, Sprachkenntnisse und soziales Kapital bilden den Kern der Untersuchung.
Warum schneiden vietnamesische Migrantenkinder oft besser ab als deutsche Schüler?
Laut der Arbeit ist dies auf eine kollektivistische Kultur mit hoher Wertschätzung von Bildung sowie spezifische familiäre Erziehungsmuster zurückzuführen.
Welche Rolle spielt die Fluktuation bei italienischen Migranten für den Bildungserfolg?
Die hohe Fluktuation zwischen Deutschland und Italien führt zu Unterbrechungen der sozialen Kontakte und Lerngelegenheiten, was den Spracherwerb und damit den Schulerfolg negativ beeinflusst.
Wie erklären die Autoren den hohen Bildungserfolg bei iranischen Migranten?
Der Erfolg wird primär auf den hohen familialen Etablierungsdruck sowie die Herkunft aus der Mittel- und Oberschicht zurückgeführt.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2016, Bildung und Bildungserfolg bei unterschiedlichen Migrantengruppen in Deutschland. Einwanderer aus der Türkei, Russland, Vietnam, Italien und dem Iran, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/595199