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Die alte Gerichtsbarkeit - Der Beruf des Richters, Gerichtsstätten, Strafen und Vollzug von Strafen

Title: Die alte Gerichtsbarkeit - Der Beruf des Richters, Gerichtsstätten, Strafen und Vollzug von Strafen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Germanist / -Journalist Martin Siegordner (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

In diesem Buch soll ein Überblick über die alte Gerichtsbarkeit entstehen, wobei dem Titel entsprechend das Hauptaugenmerk auf dem Beruf des Richters und die Gerichtsstätten, vor allem aber auf den unterschiedlichen Strafen und deren Vollzug liegt. Um das Thema einzugrenzen, wird der Beruf des Scharfrichters und seine speziellen Arbeitsmethoden beziehungsweise seine besondere Stellung in der mittelalterlichen Gesellschaft weitestgehend außen vor gelassen. Auch die verschiedenen Gerichtsplätze werden außer der Nennung zumeist ohne weitere Erläuterung in dem Buch erscheinen. Die Gerichtsbarkeit und Rechtsgeschichte im Mittelalter sind ein weites Feld, zu denen etliche wissenschaftliche Publikationen zu finden sind. Allein die Rechtsgeschichte dieser Zeit müsste eigentlich ohnehin separat behandelt werden. Daher beschränke ich mich in den angesprochen Themenfeldern auf die Zeit des Hoch- beziehungsweise Spätmittelalters, das heißt auf den Zeitraum zwischen 1000 und 1500. So soll im Verlauf des Buches geklärt werden, wie man in der angegebenen Zeit zu einem Urteil über straffällig gewordene Personen kam und welche Strafen diese zu erwarten hatten. Im Anschluss werden diese Strafen und deren Vollzug vorgestellt. Wie bereits aus dem Titel ersichtlich ist, dient das Buch von Wolfgang Schild als literarische Grundlage.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zeitliche Eingrenzung

2. Die alte Gerichtsbarkeit

3. Das Gericht

3.1 Gerichtsstätten

3.2 Verfahren

3.3 Richter und Scharfrichter

3.4 Hinrichtung als Schauspiel

4. Strafen und Vollzug von Strafen

4.1 Hängen

4.2 Enthaupten

4.3 Rädern

4.4 Sieden

4.5 weitere Strafen

5. Ende der Todesstrafe

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die alte Gerichtsbarkeit im Hoch- und Spätmittelalter (1000–1500 n. Chr.), wobei der Fokus auf den Rollen der Beteiligten, der Gestaltung der Gerichtsstätten sowie den verschiedenen Arten der Strafen und deren Vollzug liegt. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie sich das Rechtssystem in diesem Zeitraum entwickelte und welche soziokulturellen Hintergründe das Verständnis von Strafe und Sühne prägten.

  • Entwicklung und Wandel der Gerichtsbarkeit zwischen 1000 und 1500
  • Die symbolische und praktische Bedeutung von Gerichtsstätten und Öffentlichkeit
  • Der Rollenwandel von Richtern und die gesellschaftliche Stellung des Scharfrichters
  • Die Hinrichtung als rituelles Schauspiel und moralisches Erziehungsinstrument
  • Systematik mittelalterlicher Leibes- und Todesstrafen

Auszug aus dem Buch

3.4 Hinrichtung als Schauspiel

Vor allem für die Vorgehensweise nach der Urteilsverkündigung ergeben sich im Vergleich zur heutigen Rechtspflege große Unterschiede. Der Verurteilte wird der Öffentlichkeit in der Gegenwart entzogen und tritt eine Freiheitsstrafe im Gefängnis an. In den Ländern, in denen die Todesstrafe noch vollstreckt wird, findet dies bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Mittelalter war die Hinrichtung dagegen öffentlich.

Die Geschehnisse um den Missetäter glichen teilweise schon fast Volksfesten: „Noch die letzte öffentliche Hinrichtung in Wien im Jahre 1868 trug mit Bierausschank und Wurstbuden jahrmarktsähnliche Züge. Schon am Abend vorher schlugen Schaulustige um den Galgen herum ihr Lager auf.“ Als Grund für dieses große Interesse ist wohl neben der Schaulust auch die Freude am eigenen Überleben zu nennen. In erster Linie ist es allerdings im Mittelalter so, dass man die Menschen durch die öffentliche Zurschaustellung der Hinrichtung moralisch erziehen wollte.

Nur aus Gnade bei hochgestellten Persönlichkeiten oder aus Furcht vor Tumulten wurde gelegentlich auf die Öffentlichkeit verzichtet. Wenn das Todesurteil gesprochen war, folgte der Gang des Delinquenten zur Hinrichtungsstätte. Auch dieser Weg konnte bereits zur Strafe werden, da er häufig von der mitziehenden Menge verspottet, mit Steinen beworfen und beschimpft wurde. Besonders üble Täter, vor allem Mörder und Räuber, wurden zur Strafverschärfung hinausgeschleift, oft auf eine Kuhhaut gelegt oder in sie eingehüllt, auch auf einem Holzbrett liegend, wobei der Kopf unbedeckt blieb und am Boden aufschlagen konnte und sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zeitliche Eingrenzung: Definition des Untersuchungszeitraums zwischen 1000 und 1500 n. Chr. und Darlegung der literarischen Grundlage.

2. Die alte Gerichtsbarkeit: Erläuterung der mittelalterlichen Rahmenbedingungen, inklusive des religiösen Weltbildes und der territorialen Rechtszersplitterung.

3. Das Gericht: Analyse der Bedeutung von Öffentlichkeit im Rechtsprozess und des Wandels hin zur schriftlichen, spezialisierten Beamtenjustiz.

3.1 Gerichtsstätten: Beschreibung der Entwicklung von Orten der Rechtsprechung, von der Versammlung unter freiem Himmel bis hin zu geschlossenen Gerichtssälen.

3.2 Verfahren: Untersuchung des Übergangs von der Privatjustiz bzw. Blutrache hin zum öffentlichen, territorialstaatlich organisierten Strafrecht.

3.3 Richter und Scharfrichter: Darstellung der verschiedenen Rollen, Symbole richterlicher Gewalt sowie des ambivalenten sozialen Status des Scharfrichters.

3.4 Hinrichtung als Schauspiel: Betrachtung der Hinrichtung als öffentliches Ereignis, das sowohl pädagogische als auch volksfestartige Züge trug.

4. Strafen und Vollzug von Strafen: Überblick über die Systematik von Leibes- und Todesstrafen, beeinflusst durch die Landfriedensbewegung.

4.1 Hängen: Analyse der häufigsten Todesstrafe und deren symbolischer Bedeutung.

4.2 Enthaupten: Beschreibung der als ehrenvoll geltenden Todesstrafe und deren praktischer Durchführung.

4.3 Rädern: Erörterung der qualvollsten Hinrichtungsart und der rituellen Aspekte der Zerstückelung.

4.4 Sieden: Untersuchung dieser seltenen, oft als spiegelnde Strafe für Falschmünzer eingesetzten Hinrichtungsmethode.

4.5 weitere Strafen: Aufzählung zusätzlicher Strafmaßnahmen wie Verstümmelungen, Ehr- und Prangerstrafen sowie Verbannungen.

5. Ende der Todesstrafe: Kurzer Ausblick auf die Abschaffung mittelalterlicher Strafmethoden und den Fortbestand der Todesstrafe in der Moderne.

Schlüsselwörter

Gerichtsbarkeit, Mittelalter, Scharfrichter, Todesstrafe, Rechtsgeschichte, Territorialstaat, Blutrache, Hinrichtung, Peinliches Strafverfahren, Folter, Rechtsquellen, Sachsenspiegel, Strafvollzug, Öffentliche Rechtsprechung, Leibesstrafen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der mittelalterlichen Rechtsprechung, insbesondere mit den Abläufen der Gerichtsbarkeit, dem Beruf des Richters und der Durchführung verschiedener Strafen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel von der privaten Blutrache zum öffentlichen Strafrecht, die Entwicklung der Gerichtsstätten, die Rolle des Scharfrichters und die Systematik der Todes- und Leibesstrafen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die rechtliche Volkskunde des Mittelalters zu geben und aufzuzeigen, wie Urteile gefällt wurden und welche Vorstellungen von Sühne und Strafe die Gesellschaft prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte historische Analyse, die primär auf dem Standardwerk von Wolfgang Schild sowie weiteren rechtsgeschichtlichen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Gerichtsorten, die Professionalisierung des Richteramtes sowie eine detaillierte Aufarbeitung spezifischer Strafmethoden wie Hängen, Enthaupten oder Rädern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gerichtsbarkeit, Scharfrichter, Mittelalter, Rechtsgeschichte, Peinliches Strafverfahren und Hinrichtungsrituale.

Warum war die Öffentlichkeit bei Hinrichtungen so zentral?

Die Öffentlichkeit diente im Mittelalter nicht nur der Abschreckung, sondern fungierte als ritueller Akt der moralischen Erziehung, bei dem das Volk als Zeuge der göttlichen und irdischen Gerechtigkeit auftrat.

Warum galten bestimmte Strafen als „spiegelnd“?

Eine spiegelnde Strafe nahm Bezug auf das begangene Delikt; beispielsweise wurde bei Falschmünzern das Sieden angewandt, da sie zuvor Münzen durch Sieden verschlechtert hatten.

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Details

Title
Die alte Gerichtsbarkeit - Der Beruf des Richters, Gerichtsstätten, Strafen und Vollzug von Strafen
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl Volkskunde / Europäische Ethnologie)
Course
Einführung in die Bereiche der rechtlichen Volkskunde
Grade
1,0
Author
Diplom-Germanist / -Journalist Martin Siegordner (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V59523
ISBN (eBook)
9783638534383
ISBN (Book)
9783638884754
Language
German
Tags
Gerichtsbarkeit Beruf Richters Gerichtsstätten Strafen Vollzug Strafen Einführung Bereiche Volkskunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Germanist / -Journalist Martin Siegordner (Author), 2005, Die alte Gerichtsbarkeit - Der Beruf des Richters, Gerichtsstätten, Strafen und Vollzug von Strafen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59523
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