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Athenische Außen- und Seebundspolitik in zeitgenössischer Beurteilung

Title: Athenische Außen- und Seebundspolitik in zeitgenössischer Beurteilung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Maret Hosemann (Author)

World History - Early and Ancient History
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Im Jahr 478 v. Chr. schlossen sich die führende Seemacht Athen und zahlreiche griechische Städte zum Delisch-Attischen Seebund zusammen, der als Verteidigungsbündnis gegen Persien dienen sollte. Ursprünglich besaß jede der Mitgliedsstädte eine Stimme in der auf Delos stattfindenden Bundesversammlung und konnte frei darüber entscheiden, ob sie eine Flotte unterhalten oder aber Tributzahlungen an Athen leisten wollte. Doch im Laufe der Jahre entwickelte sich der Delisch-Attische Seebund mehr und mehr zu einem Machtmittel Athens und die Rechte der Bündnerstädte erfuhren deutliche Einränkungen. In der vorliegenden Hausarbeit soll untersucht werden, wie die Bundesgenossen Athens sowie außenstehende Städte die athenische Außen – und Seebundspolitik beurteilten und auf welche Weise die Athener ihrerseits die eigene Politik rechtfertigten. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Frage, welche Vorwürfe gegen Athen erhoben wurden und wie die Stadt Athen und ihr Verhältnis zu den Bundesgenossen in zeitgenössischen Schriften dargestellt werden. Des Weiteren soll expliziert werden, wie Athen auf eventuelle Vorwürfe reagierte und welche Konsequenzen sich aus Klagen gegen Athen für die Kläger ergaben. Zu diesem Zweck werden die zeitgenössischen Schriften des Thukydides, des Pseudo-Xenophon und des Aristophanes untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Fragestellung

2. Quellenlage

2.1 Thukydides

2.2 Pseudo-Xenophon

2.3 Aristophanes

3. Forschungsstand

II. Hauptteil

1. Zeitgenössische Kritik an der athenischen Außen – und Seebundspolitik

1.1 Der Vorwurf der Rechtswidrigkeit

1.2 Der Vorwurf der Tyrannis

1.3 Die Kritik der Korinther

1.4 Die Kritik des Syrakusaners Hermokrates

1.5 Die Kritik des Pseudo-Xenophon

1.6 Kritische Passagen in den Komödien des Aristophanes

1.7 Fazit

2. Die zeitgenössische Rechtfertigung der Athener

2.1 Die historische Begründung

2.2 Das Recht des Stärkeren

2.2.1 Der Melierdialog

2.2.2 Die Athenerrede in Sparta

2.3 Erklärungen für die Macht Athens

2.4 Fazit

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahrnehmung der athenischen Außen- und Seebundspolitik durch Zeitgenossen des 5. Jahrhunderts v. Chr. und analysiert, wie Athen diese Politik intern rechtfertigte. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die erhobenen Vorwürfe gegen Athen, das Verhältnis zu den Bundesgenossen sowie die argumentative Reaktion Athens auf diese Kritik unter Rückgriff auf zeitgenössische Schriften.

  • Beurteilung der athenischen Hegemonie durch Bundesgenossen und externe Städte.
  • Analyse zeitgenössischer Kritikpunkte wie Rechtswidrigkeit, Tyrannis und Ausbeutung.
  • Untersuchung der athenischen Rechtfertigungsstrategien, insbesondere des "Rechts des Stärkeren".
  • Auswertung literarischer Quellen von Thukydides, Pseudo-Xenophon und Aristophanes.
  • Bewertung des Einflusses der athenischen Machtakkumulation auf die griechischen Stadtstaaten.

Auszug aus dem Buch

1.2 Der Vorwurf der Tyrannis

Im Geschichtswerk des Thukydides wird die Herrschaft Athens mehrfach mit einer Tyrannis verglichen. Die Tyrannis war eine Staatsform, die im 5. Jahrhundert v. Chr. durch den persischen Großkönig, dem nach griechischen Verständnis Tyrannen par excellence, sehr negativ konnotiert war. In ihren von Thukydides dargelegten Hetzreden gegen die Athener verwenden die Korinther den Begriff der Tyrannis, um negative Assoziationen zu provozieren und Athen mit dem Feindbild Persien gleichzusetzen. Auch den athenischen Staatsmann Perikles lässt Thukydides die Herrschaft Athens als eine „Tyrannis“ über die Bündner bezeichnen. Dies ist insofern bemerkenswert, dass Thukydides ein Anhänger des Perikles war und diesen in seinem Geschichtswerk mehrfach als großen Politiker rühmt. Wenn Thukydides sogar dem von ihm hochgeschätzten Perikles von einer ‚Tyrannis’ sprechen lässt, dann deutet dies auf einen hohen Wahrheitsgehalt der Aussage hin.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung des Delisch-Attischen Seebundes ein und definiert die methodische Herangehensweise durch die Analyse der Schriften von Thukydides, Pseudo-Xenophon und Aristophanes.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die kritische Auseinandersetzung mit der athenischen Vorherrschaft durch Zeitgenossen und die Untersuchung der athenischen Rechtfertigungsstrategien, die sich vor allem auf historische Verdienste und das "Recht des Stärkeren" berufen.

III. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die zeitgenössische Literatur eine deutliche Ablehnung der athenischen Politik widerspiegelt, wobei Athen sich selbst als legitime Macht darstellte und die Unterdrückung der Bündner als naturgegebenes Recht interpretierte.

Schlüsselwörter

Athen, Delisch-Attischer Seebund, Thukydides, Pseudo-Xenophon, Aristophanes, Außenpolitik, Seebundspolitik, Tyrannis, Hegemonie, Recht des Stärkeren, Melierdialog, Peloponnesischer Krieg, Bundesgenossen, Machtideologie, Machtakkumulation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wahrnehmung und Beurteilung der athenischen Außen- und Seebundspolitik im 5. Jahrhundert v. Chr. durch Zeitgenossen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Kritik an Athens Herrschaftsgebaren, die Analyse der Vorwürfe bezüglich Rechtswidrigkeit und Tyrannis sowie die Untersuchung athenischer Rechtfertigungsdiskurse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Athen von seinen Bündnern und äußeren Feinden wahrgenommen wurde und mit welchen Argumenten die Stadt ihre hegemoniale Machtstellung rechtfertigte.

Welche wissenschaftlichen Quellen werden primär verwendet?

Die Untersuchung stützt sich primär auf die literarischen Zeugnisse von Thukydides, die Streitschrift des Pseudo-Xenophon sowie Komödien des Aristophanes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Darstellung der Kritik an der athenischen Politik und eine detaillierte Analyse der von Athen angeführten historischen und ideologischen Rechtfertigungsgründe.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind die athenische Hegemonie, der Begriff der Tyrannis, das "Recht des Stärkeren" und die Machtakkumulation innerhalb des Attischen Seebundes.

Wie bewerten die untersuchten Autoren das Verhalten Athens gegenüber seinen Bündnern?

Die Autoren, insbesondere Pseudo-Xenophon und Aristophanes, stellen das Verhältnis eher als ein ausbeuterisches Herren-Sklaven-Verhältnis dar, in dem den Bündnern kaum eigene Rechte zugestanden werden.

Warum wird im Kontext der athenischen Rechtfertigung so oft der Melierdialog genannt?

Der Melierdialog gilt als Musterbeispiel für die athenische Machtideologie, da Athen hier das "Recht des Stärkeren" als ein von den Göttern toleriertes Naturgesetz propagiert.

Warum gibt es laut der Arbeit kaum Kritik von den Bündnern selbst?

Thukydides deutet an, dass Furcht vor Repressalien durch die Hegemonialmacht Athen die Betroffenen davon abhielt, ihre Kritik offen zu äußern.

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Details

Title
Athenische Außen- und Seebundspolitik in zeitgenössischer Beurteilung
College
University of Münster  (Seminar für Alte Geschichte )
Course
Hauptseminar: Der Erste Attische Seebund
Grade
2,0
Author
Maret Hosemann (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V59559
ISBN (eBook)
9783638534659
ISBN (Book)
9783638810357
Language
German
Tags
Athenische Außen- Seebundspolitik Beurteilung Hauptseminar Erste Attische Seebund
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maret Hosemann (Author), 2006, Athenische Außen- und Seebundspolitik in zeitgenössischer Beurteilung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59559
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