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Die Novellenform - Unterrichtsvorschläge zu Franz Kafkas Die Verwandlung

Title: Die Novellenform - Unterrichtsvorschläge zu Franz Kafkas Die Verwandlung

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Zahra Botorabi (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Den Ausführungen zur Novellentheorie liegen zwei Bücher zugrunde, die sehr unterschiedliche Strategien verfolgen. Hugo Aust gibt in seinem Handbuch zur Novelle in den ersten beiden Kapiteln eine systematische Übersicht über konstitutive Kennzeichen dieser Gattung.
Hannelore Schlaffer bezieht sich in ihrer „Poetik der Novelle“ auf Boccaccios „Decameron“. Schlaffer nennt die Novelle eine „Gattung ohne Poetik“. Ihr fehle, im Vergleich zu den hohen Gattungen Epos und Tragödie die antike Legitimation eines Aristoteles. Damit verfolgt sie den traditionellen Ansatz zur Gattungsbestimmung, der auf einer Poetik beruht, also auf einer Vorschrift, wie eine Gattung „auszusehen“ hat. Die Novelle galt daher auch um 1800 als wenig bedeutsame, wenngleich nicht unpopuläre Unterhaltungslektüre. Schlaffers Meinung nach ist aber die Minderwertigkeit nicht als Defizit zu bewerten, sondern als 1. Stilmerkmal der Gattung. Der Name „Novelle“ impliziere eine Neuigkeit und unterstütze mit der Konnotation der Sensation die Abwertung der Gattung. Die fingierte Mündlichkeit, so Schlaffer, mache „die Novelle zum Produkt der Fabulierlust, nicht der Inspiration“.
Im Folgenden werden die Novellen-Merkmale nach Aust aufgelistet und erklärt sowie Ergänzungen aus Schlaffers Ausführungen an passenden Stellen eingefügt. Sie sollen als Anhaltspunkte zur Gattungsbestimmung der Novelle dienen.
Darüber hinaus werden Unterrichtsvorschläge zu Franz Kafkas "Die Verwandlung" gegeben.
Die Schüler/innen sollen anhand der gattungsspezifischen Theorieansätze zur Novelle, den Text „Die Verwandlung“ gattungstheoretisch einordnen. Dabei sollen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Zuordnung von Franz Kafkas Text erörtert werden. Der Fokus liegt auf der Novellentheorie.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Sachanalyse

1.1. Thematische Einführung

1.2. Merkmale einer Novelle

1.2.1. „Gespräch“

1.2.2. „Absicht“

1.2.3. „Länge“

1.2.4. „Begebenheit“

1.2.4.1. „Wahr“

1.2.4.2. „Unerhört“

1.2.4.3. „Neu“

1.2.5. „Konzentration“

1.2.5.1. „Wendepunkt“

1.2.5.2. „Symbole“

1.2.6. „Rahmen“

1.2.7. „Sammelbarkeit“

1.3. Die Falkentheorie von Paul Heyse

2. Intention

2.1. Lernziele

3. Realisierung

3.1. Gliederung eines Unterrichtsmodells

4. Reflexion

5. Literaturliste

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ gattungstheoretisch im Kontext der klassischen Novellentheorie zu verorten und entsprechende Unterrichtsvorschläge für die Sekundarstufe II zu entwickeln. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit Kafkas Werk als Novelle klassifiziert werden kann und welche didaktischen Möglichkeiten bestehen, Schülerinnen und Schüler zur kritischen Auseinandersetzung mit literarischen Gattungskonventionen anzuregen.

  • Theoretische Grundlagen der Gattung Novelle nach Hugo Aust und Hannelore Schlaffer.
  • Analyse novellenspezifischer Merkmale (u.a. „Falkentheorie“, Wendepunkt, Symbolik).
  • Entwicklung eines strukturierten Unterrichtsmodells zur literarischen Textanalyse.
  • Reflexion didaktischer Ansätze zur Förderung selbstständiger Erarbeitung von Gattungsmerkmalen.

Auszug aus dem Buch

1.2. Merkmale einer Novelle

Folgende Merkmale können auf der Basis einer typologisch orientierten Novellenforschung als novellen-spezifisch bezeichnet werden. Aust nennt neben der typologischen Klassifizierung fünf weitere Ausrichtungen, mit denen sich die Gattungsforschung beschäftigt:

1. die biologische Perspektive, die sich mit Entwicklungsformen einer Gattung beschäftigt

2. die poetologische Perspektive, die sich an Regelsystemen (über Formkonstitution bis Formbruch) orientiert

3. die „detektivische“ Perspektive, die nach Urformen sucht

4. die rezeptionsgeschichtliche Perspektive, die sich mit den Erwartungen auseinander setzt, die ein Werk hervorruft

5. die funktionsgeschichtliche Perspektive fokussiert den Zweck eines Textes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Sachanalyse: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Grundlage, indem es wesentliche Merkmale der Novellengattung definiert und die spezifischen Ansätze der Novellentheorie nach Aust und Heyse erläutert.

2. Intention: Hier werden die Lernziele für die Schülerinnen und Schüler dargelegt, wobei der Fokus auf der Anwendung der erarbeiteten Gattungstheorien auf Kafkas „Die Verwandlung“ liegt.

3. Realisierung: Dieser Teil beschreibt konkret die methodische Umsetzung des Unterrichtsmodells, unterteilt in einen Einführungs-, Durchführungs- und Sicherungsblock.

4. Reflexion: Der Autor hinterfragt kritisch die didaktische Eignung der Novellentheorie in Bezug auf ein "offenes" Werk wie Kafkas Erzählung und erörtert den Erkenntnisgewinn durch das Arbeiten an Gattungsfragen.

5. Literaturliste: Eine Zusammenstellung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Novellengattung sowie zu Franz Kafka.

Schlüsselwörter

Novelle, Gattungstheorie, Franz Kafka, Die Verwandlung, Falkentheorie, Unterrichtsmodell, Sekundarstufe II, Literaturdidaktik, Erzählanalyse, Wendepunkt, Symbolik, Literaturwissenschaft, Epik, Interpretation, Literaturunterricht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Analyse der Novellenform und wendet diese theoretischen Erkenntnisse auf Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ an, um ein Unterrichtskonzept für die Sekundarstufe II zu erstellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Gattungsmerkmale der Novelle, wie sie etwa bei Hugo Aust oder Paul Heyse beschrieben werden, sowie die kritische Reflexion darüber, wie diese Theorien im Deutschunterricht an komplexen Texten angewendet werden können.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Schülerinnen und Schüler durch die Anwendung novellentheoretischer Kriterien zu einem tieferen Verständnis der Gattung gelangen und wie sie das Werk „Die Verwandlung“ in diesen theoretischen Rahmen einordnen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse der Novellenforschung sowie auf die Erstellung eines didaktisch-methodischen Unterrichtsentwurfs.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Sachanalyse der Novellenmerkmale, die Festlegung von Lernzielen sowie eine praktische Gliederung des Unterrichtsmodells in verschiedene Blöcke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Novellentheorie, Gattungsbestimmung, Kafka, literarische Analyse und didaktische Unterrichtsplanung charakterisiert.

Warum wurde Franz Kafkas „Die Verwandlung“ für die Analyse gewählt?

Die Autorin wählte das Werk, da es aufgrund seiner Komplexität und interpretatorischen Offenheit eine besondere didaktische Herausforderung darstellt und die Schüler motiviert, sich aktiv mit Gattungsfragen auseinanderzusetzen, anstatt nur ein Positivbeispiel zu analysieren.

Welche Rolle spielt die sogenannte „Falkentheorie“?

Die Falkentheorie nach Paul Heyse dient im Unterricht als Sicherungsmethode, um die Konzentration auf ein zentrales Handlungsmotiv („den Falken“) innerhalb des Textes zu üben und die strukturelle Eigenart des Textes als Novelle zu prüfen.

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Details

Title
Die Novellenform - Unterrichtsvorschläge zu Franz Kafkas Die Verwandlung
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
Zahra Botorabi (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V59585
ISBN (eBook)
9783638534826
ISBN (Book)
9783638776875
Language
German
Tags
Novellenform Unterrichtsvorschläge Franz Kafkas Verwandlung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Zahra Botorabi (Author), 2005, Die Novellenform - Unterrichtsvorschläge zu Franz Kafkas Die Verwandlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59585
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