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Theorien zur Erklärung von Kriminalität - Kriminalitätstheorien / kriminologische Theorien

Titre: Theorien zur Erklärung von Kriminalität - Kriminalitätstheorien / kriminologische Theorien

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 24 Pages

Autor:in: Dipl.-Sozialpäd. Stefan Dannheiser (Auteur), Isabel Chowanietz (Auteur)

Droit - Procédure pénale, Criminologie, Régime pénitentiaire
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Résumé Extrait Résumé des informations

In dem Seminar „Einführung in die Kriminologie“ unter der Leitung von W.M. Christian Behrens widmeten wir uns dem Begriff der Kriminologie an sich und den verschiedenen Erscheinungsformen der Kriminalität. Eingangs beschäftigten wir uns mit der Frage, wo der Ursprung der Kriminologie zu suchen sei, erörterten den Begriff des „Verbrechens“ und legten das Aufgabengebiet der Kriminologen fest. Wir erfuhren, dass die Kriminologie in vier Ebenen unterteilt werden kann (Tat, Täter, Opfer und Gesellschaft) und dass die Kriminologie zu den nichtjuristischen Kriminalwissenschaften gehört. Als Definition arbeiteten wir heraus, dass Kriminologie eine interdisziplinäre Tatsachenwissenschaft ist, die Tat, Täter und Opfer eines möglicherweise strafbaren Verhaltens, seine gesellschaftlichen Ursachen sowie die Reaktion auf Kriminalität durch Polizei und Justiz untersucht. Im weiteren Verlauf sprachen wir über die wichtige Stellung der Kriminalstatistik und über das damit verbundene Dunkelfeld. Anschließend widmeten wir uns den verschiedenen Formen der Kriminalität wie der Kinder- und Jugendkriminalität, der Ausländerkriminalität oder der Gewaltkriminalität. In der nun folgenden Ausarbeitung wollen wir verschiedene Theorien zur Erklärung von Kriminalität vorstellen. Nachdem wir eine kurze Einleitung in das Thema gegeben und die Aufgaben der Theorien geklärt haben, werden wir auf wichtige personenbezogene Theorien und Ansätze eingehen, diese näher erläutern und kritisch betrachten. Danach werden wir uns den gesellschaftsbezogenen Theorien und Ansätzen zuwenden, wichtige Vertreter dieser Richtung vorstellen und die einzelnen Theorien ebenfalls kritisch beleuchten. Ferner möchten wir uns vertiefend mit dem Thema „freier Wille“ auseinandersetzten und zum Abschluss die Theorien und Ansätze kritisch würdigen und ein Fazit ziehen. Die vorliegende Arbeit setzt sich wie folgt zusammen: Die Punkte 1; 3 - 3.1.2 sowie 4 - 5 wurden von Isabel Chowanietz, die Punkte 3.2 - 3.3.2.3; 6 von Stefan Dannheiser erarbeitet. Der übrige Punkt (2) entstand in gemeinsamer Zusammenarbeit. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen und Theoriebegriff

3. Personenbezogene Theorien und Ansätze

3.1 Biologische Theorien / Anlagetheorien

3.1.1 Lombroso

3.1.2 Anlage-Umwelt-Theorie

3.2 Psychologische Ansätze

3.2.1 Psychoanalyse

3.2.1.1 Freud

3.2.1.2 „Sündenbocktheorie“

3.2.2 Psychopathie und Soziopathie

3.3 Sozialpsychologische Ansätze

3.3.1 Lerntheorien

3.3.1.1 differentielle Kontakte (n. Sutherland)

3.3.1.2 differentielle Identifikation (n. Glaser)

3.3.1.3 Differentielle Verstärkung (n. Burgess/Akers)

3.3.1.4 Eysencks Kriminalitätstheorie

3.3.2 Der Kontrollansatz (Halt- und Bindungstheorien)

3.3.2.1 Reiss

3.3.2.2 Reckless

3.3.2.3 Hirschi

4. Gesellschaftsbezogene Theorien und Ansätze

4.1 Sozialstruktur und Kriminalität (Anomietheorie)

4.1.1 n. Durkheim

4.1.2 n. Merton

4.2 Kultur und Kriminalität

4.2.1 Theorie des Kulturkonflikts (n. Sellin)

4.2.2 Subkulturtheorien

4.2.2.1 n. Cloward u. Ohlin

4.2.2.2 n. Cohen

5. „Am Ende steht der freie Wille“

6. Kritische Würdigung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der systematischen Vorstellung und kritischen Analyse verschiedener kriminologischer Theorien, um die Ursachen und Hintergründe von Kriminalität besser zu verstehen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, ob und wie Kriminalität durch personenbezogene oder gesellschaftliche Faktoren erklärt werden kann und welche Rolle die philosophische Debatte um den freien Willen in diesem Zusammenhang spielt.

  • Grundlagen und theoretische Einordnung kriminologischer Ansätze
  • Analyse personenbezogener Theorien (biologisch, psychologisch, sozialpsychologisch)
  • Betrachtung gesellschaftsbezogener Erklärungsmodelle (Anomie, Kulturkonflikt, Subkultur)
  • Kritische Diskussion des Determinismus und der Relevanz des freien Willens
  • Synthese und kritische Würdigung des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstands

Auszug aus dem Buch

3.3.2.3 Hirschi

In seiner Bindungstheorie versucht Hirschi die Ebenen und Bereiche des äußeren sowie des inneren Haltes unter Berücksichtigung empirisch gesicherter Bestände der Kriminologie zu systematisieren (vgl. Göppinger (1997:112)). Göppinger (1997:112) unterscheidet zwei Fassungen dieser Theorie – die (ursprüngliche) Theorie der vier Bindungen und die Theorie der „low self-control“.

In seiner Theorie der vier Bindungen misst Hirschi die Angepasstheit des Verhaltens einer Person anhand des Grades der Einbindung des Individuums in die Gesellschaft (vgl. Göppinger (1997:112)). Hierbei differenziert er vier Ebenen: 1. attachement (to meaningful persons) – „Das emotionale Band, welches das Individuum mit seinen Bezugspersonen verbindet, erzeugt eine ständige Verpflichtung, sich mit Rücksicht auf diese Bezugsperson konform zu verhalten.“ (zit. n. Göppinger (1997:112)). 2. commitment (to conventional goals) – eigenes Handeln (Lebensplanung) wird zielgerichtet (auf konventionelle Ziele hin) strukturiert; Bindungswirkung entsteht auch unter Berücksichtigung dessen, was man zu verlieren hat. 3. involvement (in conventional activities) – durch berufliches sowie freizeitliches Eingebundensein (örtliche, zeitliche und personelle Bezüge) sind weder Zeit noch Gelegenheit für abweichendes bzw. delinquentes Verhalten gegeben. 4. belief (in social rules) – „Die innere Billigung des konventionellen Wertesystems hält die eigene Werteorientierung in Übereinstimmung mit den gesellschaftlichen Normen und Werten […]“ (zit. n. Göppinger (1997:113)).

Später hat Hirschi in Kooperation mit Gottfredson seine Theorie im Sinne einer generellen Verbrechenstheorie („Genral Theory of Crime“) weiter vereinheitlicht – Theorie der low self-control (vgl. Göppinger (1997:113). Ausgangspunkt war hier die Perspektive der alltäglichen Polizei- und Gerichtspraxis, d.h. Kriminalität findet überwiegend im Rahmen spontaner, strukturloser und in ihrer Ausführung trivialer Taten statt (vgl. ebd.). Daraus schließt Hirschi, dass Delinquenz im Wesentlichen die Folge einer geringen Selbstkontrolle („low self-control“) ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Aufgabenstellung des Seminars ein, definiert den Begriff der Kriminologie als interdisziplinäre Tatsachenwissenschaft und skizziert den Aufbau der vorliegenden Arbeit.

2. Grundlagen und Theoriebegriff: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Grundströmungen des kriminologischen Denkens, insbesondere die Debatte zwischen Determinismus und Indeterminismus.

3. Personenbezogene Theorien und Ansätze: Hier werden Theorien vorgestellt, die die Ursachen für kriminelles Verhalten im Individuum selbst suchen, unterteilt in biologische, psychologische und sozialpsychologische Modelle.

4. Gesellschaftsbezogene Theorien und Ansätze: Dieses Kapitel widmet sich soziologischen Ansätzen, die Kriminalität als Produkt gesellschaftlicher Strukturen, Kulturkonflikte oder sozialer Milieus erklären.

5. „Am Ende steht der freie Wille“: Eine vertiefende philosophische und neurobiologische Auseinandersetzung mit der Frage, ob menschliches Handeln durch Triebe determiniert ist oder auf einer freien Willensentscheidung basiert.

6. Kritische Würdigung und Fazit: Abschließende Reflexion über die Aussagekraft der vorgestellten Theorien und das Eingeständnis, dass derzeit keine allgemeingültige „Theorie generalis“ existiert.

Schlüsselwörter

Kriminologie, Kriminalitätstheorien, Determinismus, Indeterminismus, Personenbezogene Theorien, Gesellschaftsbezogene Theorien, Anomietheorie, Lerntheorien, Psychologie, Soziologie, Sozialisation, Bindungstheorie, Selbstkontrolle, Freier Wille, Delinquenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Kriminologie und verschiedenen wissenschaftlichen Modellen zur Erklärung von Straftaten und abweichendem Verhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind personenbezogene Theorien (biologische, psychologische und sozialpsychologische Ansätze) sowie gesellschaftsbezogene Theorien (soziologische Modelle).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die wichtigsten kriminologischen Theorien zu geben und kritisch zu prüfen, ob diese das Phänomen Kriminalität umfassend erklären können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autoren nutzen eine literaturgestützte Analyse und Zusammenfassung bedeutender kriminologischer Konzepte und fachwissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung individueller, psychologischer und gesellschaftlicher Erklärungsmodelle sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Willensfreiheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Kriminologie, Kriminalitätstheorien, Anomietheorie, Bindungstheorie, Determinismus und Delinquenz.

Welche Rolle spielt die „Sündenbocktheorie“ im psychoanalytischen Ansatz?

Die Sündenbocktheorie beschreibt den Abwehrmechanismus der Projektion, bei dem Gesellschaftsmitglieder eigene verbotene Wünsche auf Verbrecher übertragen, um sich durch deren Bestrafung von eigenen Schuldgefühlen zu entlasten.

Wie unterscheidet Hirschi zwischen der Bindungstheorie und „low self-control“?

Die ursprüngliche Bindungstheorie erklärt konformes Verhalten durch die soziale Einbindung in vier Bereiche (Attachment, Commitment, Involvement, Belief), während die Theorie der „low self-control“ Delinquenz auf einen generellen Mangel an Selbstkontrolle zurückführt.

Wie bewerten die Autoren die moderne Hirnforschung in Bezug auf das Strafrecht?

Die Autoren diskutieren die kontroverse Frage, ob Hirnforschung unser Verständnis von Schuld und Sühne durch die Leugnung eines freien Willens revolutionieren oder infrage stellen könnte.

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Résumé des informations

Titre
Theorien zur Erklärung von Kriminalität - Kriminalitätstheorien / kriminologische Theorien
Université
University of Lüneburg  (Institut für Sozialpädagogik)
Cours
Einführung in die Kriminologie
Auteurs
Dipl.-Sozialpäd. Stefan Dannheiser (Auteur), Isabel Chowanietz (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
24
N° de catalogue
V59658
ISBN (ebook)
9783638535359
ISBN (Livre)
9783656247111
Langue
allemand
mots-clé
Theorien Erklärung Kriminalität Kriminalitätstheorien Theorien Einführung Kriminologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dipl.-Sozialpäd. Stefan Dannheiser (Auteur), Isabel Chowanietz (Auteur), 2005, Theorien zur Erklärung von Kriminalität - Kriminalitätstheorien / kriminologische Theorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59658
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Extrait de  24  pages
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