Historische und gegenwartsbezogene Perspektiven der Pressegeschichte


Hausarbeit, 2004

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I EINLEITUNG

II HAUPTTEIL
1. Was den Stein zum Rollen brachte – Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern und seine Folgen
2. Verbreitung der Presse und ihre Medien
2.1 Die Entwicklung der Thurn- und Taxischen Post (ehemals Taxische Reichspost)
2.2 Verschiedene Druckwerke – nichtperiodisch
2.2.1 Flugblätter
2.2.2 Flugschriften
2.2.3 Briefe
2.2.4 Fuggerzeitungen
2.3 Verschiedene Druckwerke – periodisch
2.3.1 Messrelationen
2.3.2 Rorschacher Monatsschrift
2.3.3 Avisen, Relationen, Intelligenzblätter
2.3.4 Wochenschriften
3. Exkurs: Ein Redakteur und freier Schriftsteller des 18. Jahrhunderts – Gotthold Ephraim Lessing
3.1 Lessing und die Vossische Zeitung

III SCHLUSS

IV LITERATURVERZEICHNIS

I EINLEITUNG

Die Entwicklung unserer Zivilisation ist geprägt vom geschrieben Wort. Die Alltäglichkeit des Lesens und somit die Aufnahme von Informationen durch Zeitungen und Bücher sind für uns so selbstverständlich, dass wir diese Tätigkeit kaum reflektieren. Dennoch haben Bücher in der Vergangenheit die Welt und den Einzelnen verändert und tun dies auch heute weiterhin.

Georg Christoph Lichtenberg rechtfertigte mit seiner Aussage

"Mehr als das Blei in den Kugeln hat das Blei in den Setzkästen die Welt verändert"

bereits vor über 200 Jahren die enorme Beachtung und Bewunderung, die Johannes Gutenberg auch heute noch zuteil wird[1].

Vor über 600 Jahren wurde Johannes Gutenberg (Henne Gensfleisch) in Mainz geboren. Seine Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern hat seine Zeit damals so sehr verändert wie das Internet unsere Gegenwart.

Mit dem Druck mit beweglichen Lettern beginnt auch die Geschichte der Presse, nämlich um die Mitte des 15. Jahrhunderts.

Im Folgenden wird die deutsche Pressegeschichte mit ihren wesentlichen Bestandteilen (Nachrichtenbeförderung, diverse Druckwerke) grob skizziert.

In einem Exkurs wird Gotthold Ephraim Lessing als Beispiel für einen herausragenden Autoren des 18. Jahrhunderts vorgestellt.

II HAUPTTEIL

1. Was den Stein zum Rollen brachte – Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern und seine Folgen

Das Zitat von Rudolf Stöber „Um Gutenbergs Leistung zu würdigen, muss sie zunächst relativiert werden.“ (Deutsche Pressgeschichte. Konstanz 2000. S. 18.), wirkt auf den ersten Blick befremdlich; hat Gutenberg doch so Enormes, so Großes geleistet. Dennoch muss Stöber zugestimmt werden. Denn Gutenberg hat nicht etwa eine bis dahin unbekannte Entdeckung gemacht wie einst Kolumbus; vielmehr hat er auf bereits Bekanntes und Bewährtes zurückgegriffen und es optimiert. Denn schon lange vor 1540 wurde gedruckt. Allerdings mit viel aufwändigeren und komplizierteren Methoden.

Der Annahme, Gutenberg habe nicht die Revolutionierung der Drucktechnik erreichen wollen, sondern ihm sei es lediglich um die ästhetische Perfektion der Buchgestaltung gegangen, widerspricht Stöber jedoch vehement. Seiner Ansicht nach wird in dieser Aussage vieler Literaten Gutenbergs „ökonomisches Kalkül“[2] unterschätzt.

Um Bedeutung und Ausmaß von Gutenbergs Erfindung zu begreifen, muss man sich in die damalige Lebenssituation und damit in die Welt des 15. Jahrhunderts hineinversetzen, die sich in vielen Punkten sehr von der unsrigen heutigen unterschied.

Die Welt um 1450 sah nicht nur anders aus als heute, die Menschen, die in ihr lebten, waren auch vollkommen anders; sie zeichneten sich durch tiefe Frömmigkeit aus; die Mehrzahl der Bevölkerung lebte damals auf dem Land[3].

Trotz offensichtlicher Unterschiede lassen sich auch entscheidende Gemeinsamkeiten erkennen. So erinnert das 15. und 16. Jahrhundert an unsere heutige „Zeit der Globalisierung“[4].

Denn auch im 15. und 16. Jahrhundert schon waren Städte Zentren der Modernität und des Fortschritts[5]. Wie auch heute noch in den Ballungszentren Deutschlands liefen auch damals die Stränge der Aktualität besonders in den Großstädten zusammen. Dazu zählten in Deutschland insbesondere Köln, Hamburg, Lübeck und Augsburg, im benachbarten Ausland vor allem Wien, Paris, Antwerpen und London.

Durch stetige Verdichtung des Handels sowie durch die Zunahme politisch einschneidender Ereignisse wuchs die allgemeine Neugierde und somit das Informationsbedürfnis der Bevölkerung[6].

Im 17. Jahrhundert hatte besonders der Dreißigjährige Krieg in der Bevölkerung einen Nachrichtenhunger erzeugt[7].

Um den Drang der Bevölkerung nach Informationen zu befriedigen, bedurfte es vor allem zuverlässiger Nachrichtenbeförderung und regelmäßiger Verbindungen[8].

Doch unverzichtbar war allem voran die schnelle Produktion und Vervielfältigung von Nachrichten. Und dies machte nun einmal Gutenbergs Erfindung möglich. Er hatte, wenn auch wahrscheinlich unbewusst, „die erste Massenproduktion vollständig identischer Kopien eingeführt“[9].

Aber es gab noch eine ganze Reihe weiterer Folgen, die die Erfindung mit sich brachte. All diese sind eng miteinander verbunden und waren in ihrer Gesamtheit die Initialzündung für die entstehende Presse.

Durch die schnellere Vervielfältigung von Texten hatten diese dann auch eine größere und schnellere Verbreitung. Nachrichten kamen also weitaus zügiger beim Rezipienten an. Somit gab es allmählich eine immer größere Ausdehnung und Steigerung der Kommunikations-reichweite.

Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Druckwerke immer erschwinglicher wurden. Denn je mehr und schneller produziert werden konnte, umso günstiger wurden auch die Herstellungs- und Personalkosten.

Und des Weiteren bestand nun die Möglichkeit, Druckwerke zu konservieren, ihnen eine größere Überlebenschance zu ermöglichen[10].

2. Verbreitung der Presse und ihre Medien

Da die Verdichtung des Handels nicht plötzlich von einem auf den nächsten Tag geschah, sondern allmählich schon seit dem Mittelalter eine Entwicklung durchgemacht hatte, entstand auch das Überbringungsnetz mit den Verkehrsverbindungen nicht unvermittelt.

Von besonderer Wichtigkeit war die Taxische Reichspost, später Thurn- und Taxische Post genannt.

2.1 Die Entwicklung der Thurn- und Taxischen Post(ehemals Taxische Reichspost)

Im Jahre 1490 beauftragte Kaiser Maximilian I. die Familie Taxis, die bereits seit Mitte des 15. Jahrhunderts in italienischen Kurierdiensten für den Papst, Venedig und Mailand tätig war, mit dem Aufbau eines Postnetzes im Habsburger Reich.

Der Unterschied zum herkömmlichen Botenwesen lag darin, dass die Nachrichtenbeförderung nun mit Pferden erfolgte, wobei an festgelegten Stationen Reiter und Pferd gewechselt wurden. So erhöhte sich die Verkehrsgeschwindigkeit von durchschnittlich 25 auf 166 Kilometer am Tag.

Später im 17. Jahrhundert konnte sich die Thurn- und Taxische Post aus der kaiserlichen Abhängigkeit lösen und eigenständig ein immer engeres und besser strukturiertes Netz über Deutschland spannen.

Insgesamt hielt sie sich bis zum Jahre 1867 für insgesamt mehr als 370 Jahre in Deutschland, bis das Bundesverfassungsgericht sie schließlich beseitigte[11].

[...]


[1] vgl. Füssel, Stephan: Gutenberg und seine Wirkung. Frankfurt/Main 1999. S. 12 ff.

[2] Stöber, Rudolf: Deutsche Pressgeschichte. Konstanz 2000. S. 21.

[3] vgl. Ebd. S.13.

[4] vgl. Ebd., S. 13.

[5] vgl. Ebd., S. 13.

[6] vgl. Ebd., S. 14.

[7] vgl. Lorenz, Dagmar. Journalismus. Stuttgart/Weimar 2000. S. 16.

[8] vgl. Stöber 2000. S. 14 f.

[9] Ebd., S. 20.

[10] vgl. Wilke, Jürgen: Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte.
Köln/Weimar 2000. S. 1 ff.

[11] vgl. Stöber. S. 15 f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Historische und gegenwartsbezogene Perspektiven der Pressegeschichte
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Zeitungen und Zeitschriften im Literaturunterricht
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V59691
ISBN (eBook)
9783638535571
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Historische, Perspektiven, Pressegeschichte, Zeitungen, Zeitschriften, Literaturunterricht
Arbeit zitieren
Petra Brumshagen (Autor), 2004, Historische und gegenwartsbezogene Perspektiven der Pressegeschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59691

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