Die Entwicklung unserer Zivilisation ist geprägt vom geschriebenen Wort. Die Alltäglichkeit des Lesens und somit die Aufnahme von Informationen durch Zeitungen und Bücher sind für uns so selbstverständlich, dass wir diese Tätigkeit kaum reflektieren. Dennoch haben Bücher in der Vergangenheit die Welt und den Einzelnen verändert und tun dies auch heute weiterhin.
Georg Christoph Lichtenberg rechtfertigte mit seiner Aussage
"Mehr als das Blei in den Kugeln hat das Blei in den Setzkästen die Welt verändert"
bereits vor über 200 Jahren die enorme Beachtung und Bewunderung, die Johannes Gutenberg auch heute noch zuteil wird1.
Vor über 600 Jahren wurde Johannes Gutenberg (Henne Gensfleisch) in Mainz geboren. Seine Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern hat seine Zeit damals so sehr verändert wie das Internet unsere Gegenwart.
Mit dem Druck mit beweglichen Lettern beginnt auch die Geschichte der Presse, nämlich um die Mitte des 15. Jahrhunderts.
Im Folgenden wird die deutsche Pressegeschichte mit ihren wesentlichen Bestandteilen (Nachrichtenbeförderung, diverse Druckwerke) grob skizziert.
In einem Exkurs wird Gotthold Ephraim Lessing als Beispiel für einen herausragenden Autoren des 18. Jahrhunderts vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Was den Stein zum Rollen brachte – Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern und seine Folgen
2. Verbreitung der Presse und ihre Medien
2.1 Die Entwicklung der Thurn- und Taxischen Post (ehemals Taxische Reichspost)
2.2 Verschiedene Druckwerke – nichtperiodisch
2.2.1 Flugblätter
2.2.2 Flugschriften
2.2.3 Briefe
2.2.4 Fuggerzeitungen
2.3 Verschiedene Druckwerke – periodisch
2.3.1 Messrelationen
2.3.2 Rorschacher Monatsschrift
2.3.3 Avisen, Relationen, Intelligenzblätter
2.3.4 Wochenschriften
3. Exkurs: Ein Redakteur und freier Schriftsteller des 18. Jahrhunderts – Gotthold Ephraim Lessing
3.1 Lessing und die Vossische Zeitung
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Arbeit skizziert die wesentlichen Etappen der deutschen Pressegeschichte, ausgehend von Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks bis hin zur Entwicklung der frühen periodischen und nichtperiodischen Medienformen, und beleuchtet ergänzend die Rolle von Gotthold Ephraim Lessing als einflussreichen Publizisten des 18. Jahrhunderts.
- Die fundamentale Bedeutung der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern für die Massenkommunikation.
- Die historische Notwendigkeit und Entwicklung eines Nachrichtenüberbringungsnetzes durch die Post.
- Differenzierung und Charakterisierung früher Druckwerke (Flugblätter, Flugschriften, Messrelationen, Wochenschriften).
- Biographische und publizistische Analyse von Gotthold Ephraim Lessing im Kontext seiner Zeit.
Auszug aus dem Buch
1. Was den Stein zum Rollen brachte – Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern und seine Folgen
Das Zitat von Rudolf Stöber „Um Gutenbergs Leistung zu würdigen, muss sie zunächst relativiert werden.“ (Deutsche Pressgeschichte. Konstanz 2000. S. 18.), wirkt auf den ersten Blick befremdlich; hat Gutenberg doch so Enormes, so Großes geleistet. Dennoch muss Stöber zugestimmt werden. Denn Gutenberg hat nicht etwa eine bis dahin unbekannte Entdeckung gemacht wie einst Kolumbus; vielmehr hat er auf bereits Bekanntes und Bewährtes zurückgegriffen und es optimiert. Denn schon lange vor 1540 wurde gedruckt. Allerdings mit viel aufwändigeren und komplizierteren Methoden.
Der Annahme, Gutenberg habe nicht die Revolutionierung der Drucktechnik erreichen wollen, sondern ihm sei es lediglich um die ästhetische Perfektion der Buchgestaltung gegangen, widerspricht Stöber jedoch vehement. Seiner Ansicht nach wird in dieser Aussage vieler Literaten Gutenbergs „ökonomisches Kalkül“ unterschätzt.
Um Bedeutung und Ausmaß von Gutenbergs Erfindung zu begreifen, muss man sich in die damalige Lebenssituation und damit in die Welt des 15. Jahrhunderts hineinversetzen, die sich in vielen Punkten sehr von der unsrigen heutigen unterschied. Die Welt um 1450 sah nicht nur anders aus als heute, die Menschen, die in ihr lebten, waren auch vollkommen anders; sie zeichneten sich durch tiefe Frömmigkeit aus; die Mehrzahl der Bevölkerung lebte damals auf dem Land.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was den Stein zum Rollen brachte – Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern und seine Folgen: Dieses Kapitel erläutert die technologische Grundlage der Pressegeschichte durch Gutenbergs Erfindung und ordnet sie historisch sowie ökonomisch ein.
2. Verbreitung der Presse und ihre Medien: Hier wird die Entwicklung der Nachrichtenübermittlung durch Postnetze sowie die Vielfalt der frühen periodischen und nichtperiodischen Druckwerke detailliert dargestellt.
3. Exkurs: Ein Redakteur und freier Schriftsteller des 18. Jahrhunderts – Gotthold Ephraim Lessing: Dieser Abschnitt widmet sich der Biographie Lessings und seiner Tätigkeit als Kritiker und Redakteur, insbesondere in Bezug auf die Vossische Zeitung.
Schlüsselwörter
Pressegeschichte, Johannes Gutenberg, Buchdruck, Nachrichtenbeförderung, Thurn- und Taxische Post, Flugblätter, Messrelationen, Wochenschriften, Gotthold Ephraim Lessing, Vossische Zeitung, Publizistik, Medienentwicklung, 18. Jahrhundert, Literaturgeschichte, Massenkommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anfänge der deutschen Pressegeschichte und die technologischen sowie organisatorischen Voraussetzungen für die Verbreitung von Nachrichten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Erfindung des Buchdrucks, der Aufbau des Postwesens, die Einteilung historischer Druckmedien und das Wirken von Gotthold Ephraim Lessing.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklungslinien von der Erfindung beweglicher Lettern bis zur Etablierung periodischer Medien im 18. Jahrhundert grob zu skizzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung medienhistorischer Zusammenhänge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Gutenbergs Erfindung, die Rolle der Post bei der Nachrichtenverteilung und verschiedene Publikationsformen, vom Flugblatt bis zur Wochenschrift.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Pressegeschichte, Gutenberg, Medienentwicklung, Postwesen, periodische Druckwerke und Gotthold Ephraim Lessing sind die zentralen Begriffe.
Warum war die Thurn- und Taxische Post so wichtig?
Sie schuf durch ein strukturiertes System von Reiterstationen die notwendige Geschwindigkeit und Regelmäßigkeit für den grenzüberschreitenden Nachrichtenverkehr.
Welche Rolle spielte Lessing bei der Vossischen Zeitung?
Er fungierte als Redakteur der Beilage "Das Neueste aus dem Reich des Witzes" und prägte den Rezensionsstil sowie die inhaltlichen Maßstäbe des "gelehrten Artikels".
Was unterscheidet Flugblätter von Flugschriften?
Flugblätter sind knappe Einblattdrucke für aktuelle Tagesereignisse, während Flugschriften umfangreicher sind und häufiger zu Propagandazwecken genutzt wurden.
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- Petra Brumshagen (Author), 2004, Historische und gegenwartsbezogene Perspektiven der Pressegeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59691