In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema: „Ökumenische Perspek-tiven im Religionsunterricht“ und gehe dabei der Frage nach: „Wie kann man konfes-sionell- kooperativen Religionsunterricht umsetzen?“.
Ich verfasse diese Arbeit im Rahmen des Seminars „„Wenn dein Kind dich morgen fragt,…“- der Evangelische Kirchentag in ökumenischer Perspektive (konfessionell- kooperatives Seminar)“, in dem sich mit verschiedenen Themen und Veranstaltun-gen des im Mai 2005 stattgefundenen ökumenischen Kirchentages in Hannover be-schäftigt wurde. Das Interesse für das Thema dieser Hausarbeit ergab sich u.a. durch den Besuch der Kirchentagsveranstaltung „Ökumenische Perspektiven im Re-ligionsunterricht“ von Frau Scheidler und Herrn Böhm, wo mir bereits ein kleiner Ein-blick in die Thematik gegeben wurde. Ich verwende in meiner Arbeit den Begriff „Ö-kumene“, da dieser von der evangelischen Kirche stammt, wohl wissend, dass das Pendant dazu bei der katholischen Kirche „Evangelisatorische Erziehung“ heißt, auf die ich in meiner Arbeit aber nicht näher eingehen werde.
Ich werde zunächst den Begriff „Ökumene“ beschreiben, um danach auf die Sicht der Ökumene aus evangelischer und katholischer Sicht einzugehen. Dann beschreibe ich die Diskussion über konfessionell bzw. konfessionell- kooperativen Religionsun-terricht in der Schule, bevor ich zum Hauptteil meiner Arbeit gelange: Ökumenisches Lernen im schulischen Kontext. Dort werde ich zunächst das konfessionelle und das konfessionell- kooperative- Konzept vorstellen und ihren Beitrag zur Ökumene darle-gen. Im weiteren Verlauf werde ich dann näher auf die letztere Konzeption eingehen, indem ich die Ziele ökumenischen Lernens des konfessionell- kooperativen Religi-onsunterrichts beschreibe, Themen, die man im Unterricht behandeln kann, nenne und schließlich noch Chancen und Grenzen aufführe. Im Schlussteil ziehe ich dann ein Resümee über meine Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ÖKUMENE UND ÖKUMENISCHES LERNEN
2.1 ÖKUMENE AUS EVANGELISCHER UND KATHOLISCHER SICHT
2.2 GESCHICHTE DER DISKUSSION ÜBER KONFESSIONELLEN BZW. KONFESSIONELL- KOOPERATIVEN RELIGIONSUNTERRICHT
3 ÖKUMENISCHES LERNEN IM SCHULISCHEN KONTEXT
3.1 KONZEPTIONEN DES RELIGIONSUNTERRICHTS UND IHR BEITRAG ZUM ÖKUMENISCHEN LERNEN
3.1.1 Der konfessionelle Religionsunterricht
3.1.2 Der konfessionell- kooperative Religionsunterricht
3.1.2.1 Ziele ökumenischen Lernens im konfessionell kooperativen Religionsunterricht
3.1.2.2 Konfessionell- kooperative Themen für den Religionsunterricht in der Grundschule
3.1.2.3 Chancen und Grenzen konfessionell- kooperativen Religionsunterrichts
4 SCHLUSSTEIL
5 LITERATUR
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen einer praktischen Umsetzung von konfessionell-kooperativem Religionsunterricht in der Schule, um das ökumenische Lernen im schulischen Kontext zu fördern und die ökumenische Zusammenarbeit zu stärken.
- Grundlagen der Ökumene und des ökumenischen Lernens
- Historische und theologische Diskussion über die Zusammenarbeit der Konfessionen
- Konzeptionen des konfessionellen versus des kooperativen Religionsunterrichts
- Praktische Umsetzungsmöglichkeiten und Kooperationsformen
- Ziele, Chancen und Grenzen des konfessionell-kooperativen Ansatzes
Auszug aus dem Buch
3.1.2.3 Chancen und Grenzen konfessionell- kooperativen Religionsunterrichts
Konfessionell- kooperativer Unterricht bietet viele Vorteile gegenüber einem konfessionellen Religionsunterricht. Konfessioneller Unterricht erweitert den eigenen Horizont und bietet bessere Möglichkeiten Fächerübergreifende Einheiten durchzuführen, da eine Absprache mit nur einem Klassenlehrer von Nöten ist. Die Freiarbeitsmaterialien zu Themen des Religionsunterrichts bleiben auch während anderer Stunden im Klassenraum, so dass an ihnen auch während Freiarbeitsphasen anderer Unterrichtsstunden oder in Pausen gearbeitet werden kann. Für Kinder in der Grundschule ist es zudem hilfreich, dass sie in der Anfangsphase nicht von ihrem Klassenverband getrennt werden (vgl. Battke/ Fitzner/ Isak/ Lochmann 2002, S. 126). Konfessionell kooperativen Religionsunterricht trägt durch sein Konzept der Gemeinschaft, der Kommunikation und Humanisierung einer Schule bei, die sich durch die moderne, ausdifferenzierte und individualisierte Gesellschaft verändert hat.
Vielen Schülern, die keiner Konfession angehören oder in ihrer Konfession nicht beheimatet sind, bieten die vielen Menschheits- und Umweltprobleme die angesprochen werden eine interessante Alternative an einem solchen Unterricht teilzunehmen. Außerdem wird während des Unterrichts gezeigt, dass bei solchen Problemen der christliche Glaube eine große Relevanz hat und während der Zeit des Engagements für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung hilft. Ökumenisches Lernen kann also konfessionelle Identität und ökumenische Begegnungen fördern, was zum Engagement für die Einheit der Menschheit führen kann, aber auch die Entwicklung der Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit fördert. Schüler, die bereits zu ihrer Konfession stehen, können dies auch zur Sprache bringen. Das dient sehr gut zur Lernanregung für die übrigen Schüler.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Autorin legt die Motivation und das Ziel der Arbeit dar, das darin besteht, die Umsetzungsmöglichkeiten von konfessionell-kooperativem Religionsunterricht unter Berücksichtigung ökumenischer Perspektiven zu untersuchen.
2 ÖKUMENE UND ÖKUMENISCHES LERNEN: In diesem Kapitel werden der Begriff der Ökumene und die theoretischen Grundlagen des ökumenischen Lernprozesses erläutert, wobei auf die evangelische und katholische Sicht sowie die historische Diskussion eingegangen wird.
3 ÖKUMENISCHES LERNEN IM SCHULISCHEN KONTEXT: Dieses zentrale Kapitel analysiert verschiedene Konzeptionen des Religionsunterrichts, vergleicht konfessionelle mit kooperativen Ansätzen und diskutiert Ziele, Themenbeispiele sowie die spezifischen Chancen und Grenzen dieser Unterrichtsform.
4 SCHLUSSTEIL: Die Arbeit schließt mit einem Resümee, das die Notwendigkeit der Überwindung konfessioneller Trennungen in der Schule betont, um den Auftrag Jesu zur Einheit zu erfüllen.
5 LITERATUR: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Fachliteratur zur ökumenischen Didaktik und Schulentwicklung.
Schlüsselwörter
Ökumene, Religionsunterricht, konfessionell-kooperativ, ökumenisches Lernen, Grundschule, Konfession, Kooperation, Religion, Schulentwicklung, Religionspädagogik, Interreligiös, Identität, Christentum, biblische Orientierung, Bildungskonzept
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Umsetzung von konfessionell-kooperativem Religionsunterricht und beleuchtet, wie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen im schulischen Alltag realisiert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des ökumenischen Lernens, die Analyse der geltenden Lehrkonzepte, die Möglichkeiten der praktischen Kooperation sowie eine kritische Würdigung der Chancen und Grenzen dieses Modells.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht als zukunftsweisendes Modell vorzustellen, das konfessionelle Identität mit ökumenischer Offenheit verbindet und zur Schulentwicklung beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse, in der sie sich auf grundlegende Denkschriften, kirchenamtliche Stellungnahmen und religionspädagogische Forschungsprojekte bezieht, um das Thema wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem schulischen Kontext, stellt die Konzepte des konfessionellen und konfessionell-kooperativen Unterrichts gegenüber und listet konkrete Kooperationsformen sowie Themenvorschläge für die Grundschule auf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Ökumene, Religionsunterricht, Kooperation, ökumenisches Lernen, konfessionelle Identität und Religionspädagogik.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "konfessionell" und "konfessionell-kooperativ" wichtig?
Sie ist wichtig, weil sie verschiedene Ansätze zur Identitätsbildung der Schüler widerspiegelt: Während der konfessionelle Unterricht die spezifische Tradition betont, zielt der kooperative Unterricht auf den Dialog und das gegenseitige Verständnis ab, ohne den eigenen Standpunkt aufzugeben.
Welche konkreten Kooperationsmöglichkeiten werden für Grundschulen genannt?
Genannt werden unter anderem gemeinsames Planen, der Austausch von Lehrkräften bei speziellen Themen, Projektunterricht, gemeinsame Schulgottesdienste und die Nutzung gemeinsamer Unterrichtsmaterialien.
Welche Grenzen sieht die Arbeit für den konfessionell-kooperativen Unterricht?
Die Autorin weist darauf hin, dass Schüler Phasen konfessioneller Identitätsbildung benötigen und dass eine reine Kooperation an Grenzen stoßen kann, wenn beispielsweise auf die spezifische Vorbereitung auf Erstkommunion oder Konfirmation verzichtet würde.
- Quote paper
- Kathrin Rühling (Author), 2005, Ökumenische Perspektiven im Religionsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59812