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Die interaktive Konstruktion von Geschlecht übertragen auf die virtuelle Interaktion

Título: Die interaktive Konstruktion von Geschlecht übertragen auf die virtuelle Interaktion

Trabajo de Seminario , 2004 , 26 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Karoline Lazaj (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Unsere Gesellschaft ist augenscheinlich in zwei „Arten“ von Menschen getrennt: Frauen und Männer. Der Unterschied der beiden Geschlechter wird rigoros aufrechterhalten und in vielen Situationen bestätigt. Fakt ist jedoch, dass- da die biologischen Unterschiede nicht sichtbar sind- das Geschlecht auf andere Weise dargestellt wird und unsere sozialen Situationen dominiert. Somit ist interessant zu hinterfragen, warum man von der Dichotomizität der Geschlechter bestimmt ist und auf was die Ungleichheit zurückzuführen ist. Die soziologische Perspektive nimmt an, dass die Wahrheit, die wir als objektiv annehmen, subjektiver Natur ist. Geschlecht als solches, als natürlicher Fakt, gibt es nicht an sich, sondern das System der Zweigeschlechtlichkeit ist sozial konstruiert, d.h. die Menschen sind es, die sich in zwei „Arten“ aufteilen und nicht die Natur. Die Kultur legt fest, was typisch männlich bzw. weiblich ist, so dass Geschlecht als ein von der Menschheit erschafftes Phänomen zu betrachten ist. Somit muss das sozial konstruierte Geschlecht auch durch bestimmte Prozesse aufrechterhalten und gestützt werden (institutionell von der Sozialstruktur, aber auch vor allem in der kleinsten soziologischen Einheit der face- to- face- Interaktion).

Auch Goffman bearbeitet dieses Phänomen ausführlich in seiner Abhandlung „Das Arrangement der Geschlechter“, indem er vor allem auf die interaktionelle Darstellung von Geschlecht eingeht. Er untersucht, wie die geläufigen Vorstellungen der Geschlechter in Interaktionen zum Ausdruck kommen, sich gegenseitig bestätigen und reproduzieren. Im folgenden werde ich versuchen, seine Ergebnisse näher herauszuarbeiten, stütze mich dabei auch auf weitere Soziologen des Faches wie Hirschauer, West/ Fenstermaker und Tyrell. Zuerst werde ich auf die interaktive Darstellung von Geschlecht eingehen, worauf dann der Goffman’sche Begriff der institutionellen Reflexivität zu erläutern sein wird. Am Schluss des theoretischen Teils werde ich mich noch mit dem Regelwerk des Hofierens auseinandersetzen. Darauf wird der empirische Teil folgen, indem ich versuche, die Ergebnisse auf eine andere Ebene der Kommunikation zu übertragen: den Chat im Internet. Es wird zu untersuchen sein, ob das sozial konstruierte Geschlecht auch im Internet die Handlungen der Akteure beherrscht und wie dies zum Ausdruck kommt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.1. Interaktive Praxis der Darstellung und Attribution

2.2. institutionelle Reflexivität

2.3. Das Regelwerk des Hofierens und das System des höflichen Umgangs

3. Geschlechtsdarstellung in der virtuellen Interaktion

4. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die soziologische Theorie der interaktiven Konstruktion von Geschlecht – insbesondere nach Erving Goffman – auf die virtuelle Kommunikation in Internet-Chats übertragbar ist. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob das sozial konstruierte Geschlecht auch in einem anonymen, textbasierten Raum handlungsleitend bleibt und wie Akteure versuchen, Geschlechtsidentität trotz fehlender physischer Präsenz sichtbar zu machen oder zu konstruieren.

  • Die Anwendung soziologischer Konzepte der Geschlechterkonstruktion auf den digitalen Raum.
  • Die Analyse der interaktiven Praxis der Darstellung und Attribution unter Bedingungen der Anonymität.
  • Die Bedeutung von Sprache, Schreibstil und Symbolen als funktionale Äquivalente für körperliche Geschlechtsmerkmale.
  • Die Untersuchung von Chat-Interaktionen als potenzielle Räume für das "System des Hofierens".

Auszug aus dem Buch

3. Geschlechtsdarstellung in der virtuellen Interaktion

Nach dieser Abhandlung über die soziale Konstruktion von Geschlecht ist es nun interessant, das Blickfeld auf den Bereich der virtuellen Kommunikation zu erweitern. Natürlich kann man die Begriffe Goffmans nicht eins zu eins übertragen, da wesentliche Voraussetzungen einer face- to- face Interaktion nicht gegeben sind: Die Teilnehmer sind zwar alle in einem (virtuellen) Raum anwesend, jedoch können sie sich nicht gegenseitig wahrnehmen. So ist Kommunikation nur auf schriftlicher Ebene möglich. Jeder muss seine Gefühle und Absichten explizit artikulieren um sich den Interaktionspartnern mitzuteilen. Nonverbale Ausdrucksmittel wie Mimik und Gestik, die bei einer face- to- face Interaktion – wenn auch unterbewusst und ungewollt- in diese mit einwirken und sie beeinflussen, fallen auf den ersten Blick weg. Jedoch können diese Ausdrucksmittel kompensiert werden wie z.b. durch emoticons/ smileys oder auch Akronyme zum Ausdruck der Gefühlslage. Der wesentliche Unterschied wird jedoch deutlich: Während man bei einer face- to- face Interaktion auch mit unterbewussten Signalen die Situation beeinflussen kann, so ist die virtuelle Interaktion auf ein anderes Level der Kommunikation gehoben, indem man hier alles bewusst mitteilt (auch Mimik oder Gefühlslage). Man will, dass die Teilnehmer wissen, in welcher Verfassung man sich befindet, aber andererseits kann man seine Gemütsstimmung auch verbergen ohne sich anstrengen zu müssen, dass die anderen diese herausfinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die soziologische Perspektive ein, dass Geschlecht sozial konstruiert ist, und legt das Ziel fest, Goffmans Thesen zur Geschlechtsdarstellung auf Internet-Chats anzuwenden.

2.1. Interaktive Praxis der Darstellung und Attribution: Dieses Kapitel erläutert, wie Geschlecht durch alltägliche Verhaltensweisen, körperliche Merkmale und "materielle Artefakte" als ständig präsente soziale Realität inszeniert und wahrgenommen wird.

2.2. institutionelle Reflexivität: Hier wird die Makroebene betrachtet, wobei aufgezeigt wird, wie soziale Strukturen, wie die räumliche Trennung von Geschlechtern, dazu dienen, das System der Zweigeschlechtlichkeit zu stützen und zu legitimieren.

2.3. Das Regelwerk des Hofierens und das System des höflichen Umgangs: Das Kapitel analysiert die rituellen Muster der Paarbildung und die soziale Pflicht zum Schutz des vermeintlich "schwachen" Geschlechts als Mittel zur Aufrechterhaltung der Geschlechterhierarchie.

3. Geschlechtsdarstellung in der virtuellen Interaktion: Dieser Hauptteil untersucht anhand von Chat-Beispielen, wie Nutzer trotz Anonymität durch Nicks, Farben und Schreibstile Geschlechtsidentitäten konstruieren und warum das Bedürfnis nach Geschlechtszuordnung im Chat bestehen bleibt.

4. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass Geschlecht auch in der virtuellen Welt hochrelevant bleibt, da der Wunsch nach einer geschlechtsspezifischen Interaktion als zentraler Anreiz für die Chat-Nutzung fungiert.

Schlüsselwörter

Soziale Konstruktion von Geschlecht, Interaktion, Virtuelle Interaktion, Erving Goffman, Doing Gender, Attribution, Geschlechtsidentität, Anonymität, Chat, Institutionelle Reflexivität, Hofieren, Zweigeschlechtlichkeit, Rollendifferenzierung, Online-Kommunikation, Geschlechtsklassifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das sozial konstruierte Geschlecht in der virtuellen Umgebung von Internet-Chats inszeniert, wahrgenommen und aufrechterhalten wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der interaktiven Darstellung von Geschlecht, institutionelle Reflexivität, das System des Hofierens und deren Übertragbarkeit auf digitale, textbasierte Kommunikationsformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin geht der Frage nach, ob die Geschlechtszugehörigkeit in einem anonymen Chat-Raum relevant bleibt und welche Mittel die Akteure nutzen, um trotz fehlender physischer Sichtbarkeit eine Geschlechtsidentität zu kommunizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Arbeit, die auf soziologischen Konzepten (insbesondere von Erving Goffman) basiert und diese durch empirische Beobachtungen und Chat-Protokolle illustriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen, durch die Chat-Teilnehmer ihre Geschlechtlichkeit durch Nicks, Symbole und Schreibstile markieren, sowie die Dynamik, mit der Nutzer eine Geschlechtszuordnung bei ihrem Gegenüber einfordern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Soziale Konstruktion von Geschlecht", "Doing Gender", "Interaktion", "Anonymität" und "Virtuelle Interaktion" definieren.

Warum spielt die Anonymität im Chat eine so große Rolle für die Geschlechtsdarstellung?

Da im Chat visuelle Indizien fehlen, müssen Identitäten aktiv durch Sprache oder andere Zeichen konstruiert werden, was die Frage aufwirft, wie stabil diese Identitäten in einem Raum sind, in dem Täuschung theoretisch leicht möglich wäre.

Wie unterscheidet sich die Geschlechtsdarstellung im Chat vom "echten Leben"?

Während im realen Leben der Körper ständig als Träger von Geschlechtsmerkmalen fungiert, müssen Akteure im Chat diese Merkmale bewusst durch Kommunikation (z.B. den Nickname oder den Schreibstil) simulieren oder explizit artikulieren.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Rolle von Geschlecht im Internet?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Bedürfnis nach Geschlechterdifferenzierung so tief verwurzelt ist, dass selbst in anonymen virtuellen Räumen die Frage nach dem Geschlecht ("m oder w?") zentral bleibt, da das Inkontakttreten mit dem anderen Geschlecht ein Hauptanreiz der Chat-Nutzung darstellt.

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Detalles

Título
Die interaktive Konstruktion von Geschlecht übertragen auf die virtuelle Interaktion
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Curso
Virtuelle Interaktion
Calificación
2,0
Autor
Karoline Lazaj (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
26
No. de catálogo
V59824
ISBN (Ebook)
9783638536585
ISBN (Libro)
9783638726962
Idioma
Alemán
Etiqueta
Konstruktion Geschlecht Interaktion Virtuelle Interaktion
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Karoline Lazaj (Autor), 2004, Die interaktive Konstruktion von Geschlecht übertragen auf die virtuelle Interaktion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59824
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