Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Linguistics

Die Rechtschreibreform

Title: Die Rechtschreibreform

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stephanie Ebert (Author)

German Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Durch den Übergang zur Schrift stellt sich für jede Sprache nicht nur die Frage nach der Art der Schriftzeichen, des Alphabets, sondern auch die Frage nach der Schreibweise. Anfangs versucht jede Schreibung eine möglichst vollkommene Übereinstimmung mit der Aussprache herstellen zu können. Nicht neu ist allerdings die Tatsache, daß es in keiner Sprache gelungen ist, Schriftzeichen und Lautung ganz zur Deckung zu bringen.
Das lateinische Alphabet, das sich den frühdeutschen Übersetzern und Dichtern für ihre landschaftlich bestimmte Sprache anbot, hatte schon im Lateinischen nicht zur Bezeichnung aller Laute ausgereicht, und es genügt im Deutschen noch weniger. Daher trat schon im frühmittelalterlichen Deutsch die mangelhafte, meist fehlende Unterscheidung zwischen kurzen und langen Vokalen auf. Bei den o-Lauten wurde der offene und der geschlossene Charakter überhaupt nicht, bei den e-Lauten meist nicht unterschieden.
Dieser Armut an Zeichen entsprach auf der anderen Seite ein Überfluß, der auch noch im Mittelhochdeutschen zu finden war: die Doppelheiten i - j, u [uu], - v [vv], c - z, k - c, dazu pf und ph (althochdeutsch auch fph, bph, pff, fpf, mittelhochdeutsch auch pph, ppf ) und das bis ins heutige Neuhochdeutsch mitgeschleppte Nebeneinander von f und v, das etymologische Zusammenhänge auseinanderreisst (vgl. nhd. Fülle - voll, für - vor, fliegen - Vogel usw.).
Schon am Beginn der Verschriftung unserer Sprache traten grosse Unregelmässigkeiten und Widersprüche auf. Gleichzeitig ergab sich, wie bei jeder anderen Sprache auch, eine andere Schwierigkeit: die Schrift hielt mit der lebendigen Sprachentwicklung nicht mit. Die Schrifttradition stellte sich beharrlicher als die Entfaltung der Laute dar. Es entstanden neue Laute, für die es zunächst keine Zeichen gab. Wie auch bei jeder anderen Sprache, konnte im Deutschen zu Anfang der Schreibentwicklung die spätere lautliche Entfaltung der Sprache nicht vorausgesehen werden. Im Mittelhochdeutschen des Hoch- und Spätmittelalters wurde der sich immer weiter ausbreitende Umlaut entweder gar nicht oder aber dann auf eine sehr mannigfache Weise ausgedrückt. So erscheint o für die Laute o, o, ö, oe; v für u, u, ü. Überhaupt bezeichnen die hoch- und noch mehr die spätmittelalterlichen Schreiber die gleichen Laute mit einer Virtuosität auf verschiedene Weise. Auch hier ergab sich wieder neben einer Armut ein Überfluß an Zeichen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Geschichte der deutschen Rechtschreibung

1.1.1 Das historische Verhältnis von Sprache und Schreibung

1.2 Heutige Situation der deutschen Orthographie

2. Hauptteil

2.1 Warum eine Rechtschreibreform und mit welchem Ziel

2.1.1 Klarheit und Vereinfachung für Neulerner

2.1.2 Linguistische Sauberkeit

2.1.3 „Eindeutschung“ von Fremdwörtern

2.2 Problembereiche

3. Schluss

3.1 Die öffentliche Diskussion um die Rechtschreibreform

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe, Zielsetzungen und Problematiken der deutschen Rechtschreibreform. Sie analysiert, inwieweit die Neuregelungen zu einer Vereinfachung für Neulerner beitragen, linguistische Konsistenz herstellen und die öffentliche Debatte um den Reformprozess widerspiegeln.

  • Historische Entwicklung der deutschen Orthographie
  • Strukturprinzipien der deutschen Rechtschreibung
  • Ziele der Reform: Vereinfachung und Systematisierung
  • Herausforderungen der Getrennt- und Zusammenschreibung
  • Gesellschaftliche Akzeptanz und öffentliche Diskussion

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Das historische Verhältnis von Sprache und Schreibung

Durch den Übergang zur Schrift stellt sich für jede Sprache nicht nur die Frage nach der Art der Schriftzeichen, des Alphabets, sondern auch die Frage nach der Schreibweise. Anfangs versucht jede Schreibung eine möglichst vollkommene Übereinstimmung mit der Aussprache herstellen zu können. Nicht neu ist allerdings die Tatsache, daß es in keiner Sprache gelungen ist, Schriftzeichen und Lautung ganz zur Deckung zu bringen.

Das lateinische Alphabet, das sich den frühdeutschen Übersetzern und Dichtern für ihre landschaftlich bestimmte Sprache anbot, hatte schon im Lateinischen nicht zur Bezeichnung aller Laute ausgereicht, und es genügt im Deutschen noch weniger. 1 Daher trat schon im frühmittelalterlichen Deutsch die mangelhafte, meist fehlende Unterscheidung zwischen kurzen und langen Vokalen auf. Bei den o-Lauten wurde der offene und der geschlossene Charakter überhaupt nicht, bei den e-Lauten meist nicht unterschieden. 2

Dieser Armut an Zeichen entsprach auf der anderen Seite ein Überfluß, der auch noch im Mittelhochdeutschen zu finden war: die Doppelheiten i - j, u [uu], - v [vv], c - z, k - c, dazu pf und ph (althochdeutsch auch fph, bph, pff, fpf, mittelhochdeutsch auch pph, ppf ) und das bis ins heutige Neuhochdeutsch mitgeschleppte Nebeneinander von f und v, das etymologische Zusammenhänge auseinanderreisst (vgl. nhd. Fülle – voll, für – vor, fliegen – Vogel usw.). 3

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtlichen Ursprünge der deutschen Rechtschreibung sowie die strukturellen Herausforderungen bei der Verschriftung einer Sprache.

2. Hauptteil: Hier werden die Motive für die Rechtschreibreform, wie Vereinfachung und linguistische Konsistenz, detailliert dargestellt und kritisch anhand der Problemfelder wie Getrennt- und Zusammenschreibung beleuchtet.

3. Schluss: Das Fazit fasst die öffentliche Diskussion zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit von Kompromissen in einem normierten Schriftsystem.

Schlüsselwörter

Rechtschreibreform, deutsche Orthographie, Sprachwandel, Schriftkultur, Linguistik, Rechtschreibregeln, Getrenntschreibung, Zusammenschreibung, Fremdwörter, Eindeutschung, Sprachgeschichte, Normierung, Reformkommission, Schriftsprache, Konsonantenverdoppelung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Begründung und praktischen Umsetzung der deutschen Rechtschreibreform sowie den damit verbundenen Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Orthographie, die Systematisierung der Regeln und die Auswirkungen der Reform auf die Sprachpraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ziele der Reformbemühungen darzulegen und aufzuzeigen, ob diese zu einer tatsächlichen Vereinfachung für Lernende und Anwender führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fachwissenschaftliche Analyse der Orthographiegeschichte und der linguistischen Prinzipien, die das Regelwerk bestimmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Reformziele, wie die Vereinfachung für Neulerner, linguistische Sauberkeit und die Problematik der Getrennt- und Zusammenschreibung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rechtschreibreform, Orthographie, Sprachwandel und linguistische Normierung geprägt.

Warum ist die Getrennt- und Zusammenschreibung ein Problembereich?

Sie gilt als unregelbar, da Sprecher oft neue Bedeutungen durch Wortkombinationen schaffen, was die eindeutige Festlegung durch starre Regeln erschwert.

Welche Rolle spielte die Öffentlichkeit bei der Reformdebatte?

Die öffentliche Diskussion war geprägt von Skepsis und Widerständen, da die Rechtschreibung als festes Kulturgut wahrgenommen wurde, dessen Änderung als Eingriff empfunden wurde.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Die Rechtschreibreform
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophischen Fakultät)
Course
Hauptseminar: Orthographie des Deutschen
Grade
2,0
Author
Stephanie Ebert (Author)
Publication Year
2000
Pages
20
Catalog Number
V5984
ISBN (eBook)
9783638136853
Language
German
Tags
Rechtschreibreform Hauptseminar Orthographie Deutschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Ebert (Author), 2000, Die Rechtschreibreform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5984
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint