Interpretation des Werkes "Die gefesselte Phantasie" von Ferdinand Raimund


Seminararbeit, 1997

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Der Autor Ferdinand Raimund
1.2 Das Wiener Volkstheater im kurzen Überblick

2. Hauptteil
2.1 Der Bezug des Titels zum gesamten Werk
2.1.1 Was versteht man unter einem Zauberspiel?
2.1.2 Das Zauberspiel historisch eingeordnet
2.1.3 Die Gattungsfrage
2.2 Der Aufbau des Stückes
2.2.1 Der Ablauf der Szenen
2.2.2 Die Schauplätze des Stückes
2.3 Die Personen/Figuren
2.3.1 Die Figurenkonstellation
2.4 Das Thema des Stückes
2.4.1 Die ideelle Kernaussage des Stückes
2.4.2 Das Spiegelmotiv des Stückes
2.4.3 Die Mythologie

3. Schluß
3.1 Raimund und sein Publikum
3.2 Raimunds Motivation für dieses Werk
3.2.1 Die Einordnung der „gefesselten Phantasie“ in die Reihe seiner gesamten Werke

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Der Autor Ferdinand Raimund

Im Jahre 1790 wurde Ferdinand Raimund als Sohn eines Kunstdrechslers in Wien geboren. Durch den Besuch des Hofburgtheaters in seiner Kindheit entwickelte sich bei ihm die intensive Neigung zur Schauspielkunst. In dieser Zeit wurde von ihm der Entschluß gefaßt, nie eine andere Richtung einzuschlagen, als die der Schauspielkunst. An erster Stelle standen bei Raimund die Trauerspiele, für das Lustspiel konnte er sich weniger begeistern, wobei er für die Posse überhaupt keine Begeisterung aufbringen konnte.

Als Ferdinand Raimund gerade fünfzehn Jahre alt war, starben seine Eltern. Seine Schwester nahm Ferdinand in ihre Obhut; sie war aber nicht in der Lage seine Bildung weiter zu fördern, wie einst ihre Eltern es taten. Daher versuchte man Ferdinand zu überreden, einen anderen Weg als den des Künstlers einzuschlagen, doch von seinem Traum ließ er sich nicht abbringen. Lieber wollte er hungern als seinen Entschluß zu revidieren.

Einige Jahre lang unternahm er vergebliche Versuche, an eine der Wiener Bühnen zu gelangen. Als alle seine Hoffnungen scheiterten, lernte er einen herumziehenden Direktor kennen, der ihn mit nach Ungarn nahm. Dort war es Ferdinand nicht möglich, sich mit dem neuen „Kunstleben“ anzufreunden, es konstrastierte zu sehr mit dem Ideal, welches in seinem Inneren lebte. Beinahe wäre dadurch sein in der Kindheit gefaßter Entschluß ins Wanken gekommen, wenn ihn nicht ein überaus glücklicher Zufall in das Engagement des Direktors Kunz gebracht hätte.

Im Jahre 1813 wurde ihm angeboten, an das Theater in der Josephstadt in Wien zu wechseln. Dieses Angebot nahm er auch an und debütierte in der Rolle des Franz Moor und in der Rolle des Pächters Feldkümmel. In Wien mußte er sich in erster Linie dem Lokalfach widmen. Mit der Rolle des eifersüchtigen Musikanten Adam Kratzerl hatte er zum ersten Mal das Glück, die allgemeine Aufmerksamkeit des Wiener Publikums zu erregen. Raimund verkörperte die Rolle des Musikanten in einer Lokalposse von Gleich, von der fünf Teile geschrieben wurden.

Im Jahre 1817 wurde er dann endlich in dem Theater in der Leopoldstadt angestellt. Einige Jahre später, im Jahre 1820, heiratete Ferdinand die Schauspielerin Louise Gleich. Das Ehepaar führte eine unglückliche Ehe und sie trennten sich relativ schnell wieder voneinander.

Als Autor machte Ferdinand im Jahre 1823 den ersten Versuch mit der Bearbeitung des Märchens „ Die Prinzessin mit der langen Nase“. Er selbst nannte das Märchen „Der Barometermacher auf der Zauberinsel“. Ermutigt durch den Erfolg dieser Zauberposse, wagte er einen zweiten Versuch. Er suchte dennoch die Ursache des Erfolges in dem gewählten Kindermärchen, welches sich sehr gut zur dramatischen Bearbeitung eignete, war aber um einen ähnlichen Stoff für seinen zweiten Versuch verlegen. Daher las er die Märchen der „Tausend und einen Nacht“. Unter allen Märchen erschien ihm das mit der rosenroten Statue zur Bearbeitung am geeignetsten, obwohl es sich um keinen anspruchsvollen Text handelte.

In dem Theater der Leopoldstadt wollte das Publikum in solchen Stücken kein ernsthaftes Liebesverhältnis mehr sehen, in jeder Szene wollte man etwas zu lachen haben. Raimund hingegen wollte seinem Märchen nicht seine kindliche moralische Bedeutung entziehen. Aus diesem Grund bemühte er sich, das Märchen mit zahlreichen komischen Szenen zu versehen.

Mit diesem Stück hatte er schließlich großen Erfolg, auch wenn es den Erfolg - seiner Meinung nach - nicht verdient hatte.

Animiert durch seinen Erfolg wurde er selbstsicherer und begann selber seine Stücke zu schreiben, so entstand der „Bauer als Millionär“. Er versah dieses Stück nur mit vielen läppischen Kleinigkeiten, weil er befürchtete, das Publikum könnte es ansonsten zu ernsthaft finden.

Durch Raimunds fortwährende geistige und physische Anstrengungen und durch Enttäuschungen, die er in seinem Leben erfuhr, erkrankte er im Jahre 1824 an seinen Nerven. Fünf Monate mußte er daher aus gesundheitlichen Gründen der Bühne fern bleiben.

Selbst das Publikum nahm Anteil an seiner Krankheit, und nachdem es ihm wieder möglich war die Bühne zu betreten, beehrte man ihn mit einer Gedächtnismünze.

Die Krankheit verzögerte die Aufführung des „Bauers als Millionär“ um ein Jahr. Dieses Stück hatte dann einen dermaßen großen Erfolg, daß Neider Raimund nicht als den Verfasser gelten lassen wollten. Selbst bei dem Verfassen vieler Lieder schrieb er gleich die Melodien mit dazu. Da er in dieser Hinsicht sehr gewissenhaft war, ärgerte ihn die Ungerechtigkeit „er sei nicht der Verfasser“ so sehr, daß ihm die Idee der „gefesselten Phantasie“ kam. Mit Hilfe dieser Idee wollte er beweisen, daß man auch ein Gedicht verfassen kann, ohne ein Gelehrter zu sein. Dieses Stück erhielt ebenfalls Lob, konnte sich aber nicht an den Erfolgen der früheren Stücke messen. Dem Publikum war es nicht komisch genug und die Idee war nicht populär, dieses hatte Raimund im Vorfeld schon befürchtet.

Danach folgte das tragische Original-Märchen „Moisasurs Zauberfluch“, welches noch ernster als die „gefesselte Phantasie“ war.

1828 übernahm Ferdinand Raimund die technische Leitung des Leopoldstädter Theaters, in dieser Zeit schrieb er den „Alpenkönig“ und die „Unheilbringende Krone“.

Im Jahre 1830 ging sein zehnjähriger Vertrag zu Ende, im Anschluß daran übernahm er Gastrollen in Berlin, Hamburg und in München.

Sechs Jahre später, 1836, beging Ferdinand Raimund Selbstmord.

1.2 Das Wiener Volkstheater im kurzen Überblick

Das Wiener Volkstheater bietet ein komplexes Forschungsfeld, unter anderem für Literatur-, Theater- und Medienwissenschaft, Kultur- und Sozialgeschichte, Volkskunde und Pädagogik. Immer wieder wurde und wird die Einzigartigkeit des Phänomens „Wiener Volkstheater“ im deutschsprachigen Raum betont. Eine Feststellung von R.M. Werners in der Einleitung der Schriften Stranitzkys: „Die Geschichte des Wiener Volkstheaters ist noch immer der Tummelplatz dilettierender Alt-Wiener, welche meist kritiklos das Material von ihren Vorgängern herübernehmen.“ (Hein, Das Wiener Volkstheater 2. Aufl.)

Unter Einbeziehung der Stücke Raimunds spricht man von den Jahren 1817-1830 von der höchsten Blüte des Volkstheaters.

Über die Grundlinien der Entstehung des Wiener Volkstheaters herrscht in der Forschung weitestgehend Einigkeit. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehen Jesuiten- und Schuldrama und die barocke Prunkoper (italienische Oper am Wiener Kaiserhof) mit der Wanderbühne und der volkstümlichen Komik die Synthese zur Wiener Volkskomödie ein. Das nicht-höfische Theater beginnt sich zur selben Zeit institutionell zu etablieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Interpretation des Werkes "Die gefesselte Phantasie" von Ferdinand Raimund
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Philosophischen Fakultät)
Veranstaltung
Grundseminar: Ferdinand Raimund (Wiener Volkstheater)
Note
2,0
Autor
Jahr
1997
Seiten
24
Katalognummer
V5987
ISBN (eBook)
9783638136884
ISBN (Buch)
9783638639163
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interpretation, Werkes, Phantasie, Ferdinand, Raimund, Grundseminar, Volkstheater)
Arbeit zitieren
Stephanie Ebert (Autor), 1997, Interpretation des Werkes "Die gefesselte Phantasie" von Ferdinand Raimund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5987

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