Ich möchte in meinen Ausführungen über Rechtsextremismus näher auf das Thema „Die Entstehung der Skinheadbewegung von damals bis heute“ eingehen. Hauptteil wird dabei die Entstehung der Szene in England sein. Aus diesem Grund wird der aktuelle Stand der Skinheadbewegung nur in kurzen Zügen angerissen.
In Teil eins werden die verschiedenen Skin-Strömungen zum besseren Verständnis der historischen Hintergründe dargelegt, zu denen die Oi-, Fascho-, Sharp- und die Red Skins gehören. Ausführungen dazu sollen im ersten Abschnitt erörtert werden. Dabei soll die Frage beleuchtet werden, ob der Begriff Skinhead immer mit Ausländerhass gleichzusetzen ist oder ob bei den verschiedenen Strömungen auch unterschiedliche Einstellungen dazu vorhanden sind.
In Abschnitt zwei wird die Entwicklung der Skinheadbewegung in England näher beleuchtet, auf die das Hauptaugenmerk dieser Arbeit gerichtet sein soll. Da zwar heutzutage das Vorhandensein von Skinheads nicht zu verleugnen ist, aber nicht umfassend über die eigentliche Entstehung dieser Bewegung bekannt ist, wird die Betrachtung dieses Punktes Mittelpunkt dieses Werkes sein. Es sollen die Einflüsse jugendlicher Subkulturen, der Aufschwung sowie der Niedergang und wie der Punk diese Zeit mitgestaltet hat, dargelegt werden. Des Weiteren wird auf den Einfluss der National Front, die dramatischen Ereignisse in Southall und auf die Person Ian Stuart und dessen Band Skrewdriver eingegangen. In Folge dessen soll heraus kristallisiert werden, welchen Einfluss Ian Stuart zur damaligen Zeit hatte.
Im dritten und letzten Abschnitt wird die Skinheadszene in Deutschland abgehandelt und deren Entstehung thematisiert. Dabei werden die Skinheads in der DDR, das Fortbestehen der Szene nach der Wende, das Dasein in der BRD und die Ereignisse in Mölln-Solingen herausgearbeitet. Abschließen soll diese Ausführungen der Stand der Skinheadbewegung bis zum Jahr 2000.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Skinströmungen
1.1. Oi-Skins
1.2. Fascho-Skins
1.3. Sharp-Skins
1.4. Red-Skins
2. Die Entwicklung der Skinheadbewegung in England
2.1. Einflüsse jugendlicher Subkultur
2.2. Aufschwung und Niedergang
2.3. Die Zeiten des Punk
2.4. Der Einfluss der National Front (NF)
2.5. Southall
2.6. Ian Stuart und Skrewdriver
3. Die Skinheadszene in Deutschland ab1979
3.1. Skinheads in der DDR
3.1.1. Skinheads und der DDR Staat
3.1.2. Überfall auf die Zionskirche
3.2. Das Ende der DDR und Mölln-Solingen
3.3 Die Szene seit 1994
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung und die inhaltliche Ausdifferenzierung der Skinheadbewegung. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich die Subkultur von ihren Ursprüngen in England bis hin zu ihrer Entwicklung in Deutschland gewandelt hat und inwieweit politische Strömungen diesen Prozess beeinflussten.
- Historische Herkunft und sozioökonomische Hintergründe der Skinheadbewegung in England
- Differenzierung der verschiedenen Strömungen (Oi-Skins, Fascho-Skins, Sharp-Skins, Red-Skins)
- Einfluss von jugendlichen Subkulturen und der Punkbewegung auf die Szene
- Politische Vereinnahmung durch Organisationen wie die National Front
- Entwicklung und Dynamik der deutschen Skinheadszene in der DDR und nach der Wiedervereinigung
Auszug aus dem Buch
2.5. Southall
Auch in Southall, ein eher ruhiger Stadtteil wo viele Asiaten wohnten, sollte ein Konzert stattfinden. Nur ist es dort zu einem gefährlichen Ort für weiße Rechtsradikale und Rassisten geworden, nachdem dort 1976 ein 18jähriger Asiate von weißen Jugendlichen in eine Falle gelockt und erstochen wurde. Nachdem Polizei und Politiker verkündet hatten, dass es sich hierbei nicht um einen rassistischen Mord gehandelt hätte, hatten die dort wohnhaften Jugendlichen die Verteidigung selbst in die Hand genommen und standen dem Oi-Musikfestival alles andere als wohlwollend gegenüber. Schon vor dem Konzert gab es Prügeleien und die Schaufenster mehrerer asiatischer Läden wurden mit NF-Parolen beschmiert, bwohl die auftretenden Bands nicht an eine nazistische Provokation dachte. Es sollte als Dankschön für ihre Westlondoner Fans dienen. Kurz nach Konzertbeginn im Hambrough Tavern Club mit ca. 500 Besuchern, davon ca. 250 Rechtsgesinnte, sammelten sich draußen asiatische Jugendliche und Polizei. Fensterscheiben wurden von den asiatischen Jugendlichen mit Steinen und Flaschen eingeworfen. Durch den Hintereingang drangen sie in den Konzertraum ein und stürmten auf die Konzertbesucher mit Stuhlbeinen etc. los. Alle Konzertbesucher mussten evakuiert werden. Ein Polizeiauto wurde angesteckt und in die Kneipe gefahren. Und während diese bis auf die Grundmauern abbrannte, lieferten sich draußen Polizisten, Skins und asiatische Jugendliche eine stundenlange Straßenschlacht. Das Ergebnis waren 110 zum Teil Schwerverletzte und damit das Aus für Oi. Für die Medien kam dies genau richtig und wurde als „Der Rassenkrieg von Southall“ betitelt. Das rechtsradikale Image der Oi-Skins ließ sich nicht mehr abwenden, zwei der Bands verloren ihre Plattenverträge, darunter die „4-Skins“. Viele Altglatzen ließen sich daraufhin die Haare wachsen und verließen die Szene. Aber trotz allem wächst die Szene weiter. Eine Menge rechter Jugendlicher wurde auf die Skinheads aufmerksam und füllte die entstandenen Lücken auf. Auch die National Front verstärkte ihre Bemühungen um die Skinheads.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung und den Aufbau der Arbeit, wobei der Fokus auf der historischen Herleitung der Skinheadbewegung liegt.
1. Skinströmungen: Dieses Kapitel definiert und differenziert die wichtigsten Ausprägungen der Skinheadszene, von unpolitischen bis hin zu rechtsextremen und antirassistischen Strömungen.
2. Die Entwicklung der Skinheadbewegung in England: Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Subkultur in den 1960er Jahren, ihre soziologischen Ursprünge sowie den Einfluss von Punk, Politik und Schlüsselpersonen wie Ian Stuart.
3. Die Skinheadszene in Deutschland ab1979: Dieses Kapitel betrachtet den Transfer der Subkultur nach Deutschland, die Besonderheiten innerhalb der DDR sowie die Radikalisierung nach der Wende.
Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die Entwicklung und die politische Diversität der Bewegung.
Schlüsselwörter
Skinhead, Subkultur, England, Rechtsextremismus, Oi-Skins, Fascho-Skins, Sharp-Skins, Red-Skins, National Front, DDR, Punk, Ian Stuart, Neonazismus, Arbeiterklasse, Rassismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der Skinheadbewegung von den Anfängen in England in den 1960er Jahren bis zum Stand des Jahres 2000.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die historische Entstehung, die sozioökonomischen Hintergründe, die verschiedenen internen Strömungen sowie die politische Vereinnahmung durch rechtsextreme Gruppierungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Skinheadbewegung zu vermitteln und aufzuzeigen, dass der Begriff Skinhead nicht pauschal mit Ausländerfeindlichkeit gleichzusetzen ist, auch wenn rechtsextreme Tendenzen dominant sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung historischer Hintergründe sowie soziologischer Studien zur Subkulturforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Strömungen, die Entstehungsgeschichte in England unter Berücksichtigung von Einflüssen wie dem Punk und der National Front sowie die spezifische Entwicklung in Deutschland.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Skinhead-Bewegung, soziopolitischer Kontext, politische Radikalisierung sowie die Unterscheidung zwischen politisch motivierten und subkulturell geprägten Skinheads.
Welche Rolle spielte der Überfall auf die Zionskirche für die DDR-Szene?
Das Ereignis markierte eine Zäsur, da es die Präsenz organisierter rechtsextremer Gewalt in der DDR öffentlich sichtbar machte und die staatliche Totschweigepolitik beendete.
Wie unterschied sich die Einschätzung der Skinheads durch den DDR-Staat?
Lange Zeit leugnete der Staat das Problem und stigmatisierte Skinheads erst spät, wobei er gleichzeitig versuchte, die Jugendlichen durch Überwachung und Repression in das sozialistische System einzubinden.
Welchen Einfluss hatte Ian Stuart auf die Skinheadbewegung?
Ian Stuart war eine zentrale Figur, die durch seine Band Skrewdriver und die Organisation Blood and Honour die Skinheadbewegung maßgeblich ideologisch in Richtung des Rechtsextremismus lenkte.
- Citation du texte
- Dipl. Sozialpädagogin FH Ina Clauhs (Auteur), 2005, Die Entstehung der Skinheadbewegung in England und in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59884