Die heutigen Unternehmen sehen sich zunehmender Dynamik und Komplexität in Bezug auf ihre Umweltfaktoren gegenüber.Ein wesentlicher Treiber hierfür ist der technische Fortschritt. Er verstärkt die Tendenzen zu steigender Veränderungsgeschwindigkeit der Umwelt und kürzeren Marktlebenszyklen, gleichzeitig aber auch zu wachsender Komplexität technischer Lösungen. Unternehmen produzieren mit Technologien, nutzen technologische Infrastrukturen und bieten technologische Produkte und Systeme an. Die technologischen Entwicklungen haben damit entscheidenden Einfluss auf die Weiterentwicklung und Existenz der Unternehmen; sie bergen Risiken aber auch Chancen. Neue Technologien, technologisches Know-how und technologische Kompetenzen erweisen sich damit heute nicht nur in „hightech“ -Branchen, sondern in nahezu allen Industriebranchen als ein entscheidender Wettbe-werbsfaktor.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Technologie als Teil von Kernkompetenzen
2.1 Begriff und Arten von Technologie
2.2 Wesen von Kernkompetenzen
2.3 Technologie und Technologiekompetenzen als Schlüsselkomponente von Kernkompetenzen
2.4 Management von technologieorientierten Kernkompetenzen
3. Die Verwendung von Roadmaps zur Identifikation und Abstimmung von neuen Technologien
3.1 Wesen und Aufbau von Roadmaps
3.2 Identifikation von neuen Technologien und Technologielücken durch Roadmaps
3.2 Orientierungshilfen zur Gestaltung von Technologie-Roadmaps
3.4 Die Abstimmung von Technologie auf Kernkompetenzen durch Roadmaps
4. Akquisition von neuem technologischem Know-how
4.1 Interne Entwicklung durch eigene F&E
4.2 Interne Entwicklung mit externer Unterstützung
4.3 Kooperative Entwicklung durch eine strategische Allianz
4.4 Bezug von Wissen auf externen Märkten
4.5 Die Portfolioanalyse zur Analyse von Know-how-Akquisitionsstrategien
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch Roadmapping Technologien identifizieren können, die außerhalb ihrer Kernkompetenzen liegen, um diese strategisch in ihre langfristige Planung zu integrieren und Wettbewerbsvorteile zu sichern.
- Verhältnis zwischen Technologie und Kernkompetenzen
- Funktionsweise und Aufbau von Technologie-Roadmaps
- Identifikation von Technologielücken
- Methoden der Akquisition von technologischem Know-how
- Strategische Abstimmung von Technologie und Unternehmenszielen
Auszug aus dem Buch
Die Identifikation von neuen Technologien und Technologielücken durch Roadmaps
Roadmaps dienen als Methode der Technologiefrühaufklärung. Das entsprechende Technologie-Roadmapping ist dabei ein mehrstufiger Prozess, der mit der Ermittlung der zu betrachteten Technologien beginnt (siehe Abbildung 5). Um die Beschränkung auf ein zu enges technologisches Spektrum zu vermeiden, helfen an dieser Stelle Kreativitäts- und Analysetechniken, um bedeutende Technologien nicht zu vernachlässigen. Hinzu kommt die Einbeziehung der Analyse des marktseitigen Bedarfs und des technologischen Potenzials. Insbesondere für die Bewertung der Relevanz der Technologie ist darum eine Bedarfs- und Potenzialanalyse essentiell. Die darauf aufbauende Prognose wird mittels Entwicklungspfaden und Entwicklungsfolgebeziehungen zusammengeführt und in der Technologie-Roadmap visualisiert. Hierbei können Technologien erkannt werden, die nicht Teil der Kernkompetenzen des Unternehmens sind. Roadmaps unterstützen somit das Aufzeigen und Schließen von technologischen Lücken.
Lücken entsprechen beispielsweise Technologien, die noch entwickelt werden müssen, weil von ihnen die Realisierung anderer Technologien abhängt. Plant das Unternehmen einem speziellen Pfad in der Roadmap zu folgen, müssen die relevanten identifizierten Lücken geschlossen werden. Technologie-Lücken können auch im Hinblick auf zukünftige Produkte identifiziert werden. Grundlage bildet hier ein Roadmap-Abgleich zwischen den einzelnen Produktmerkmalen und -funktionen innerhalb der Produkt-Roadmap und den jeweiligen Technologien innerhalb der Technologie-Roadmap (siehe Abbildung 6). Diese Zuordnung ist auf vorhandene und neue Technologie und auf das gegenwärtige und zukünftige Produktionsprogramm ausgerichtet und zeigt erste Prioritäten im Handlungsbedarf auf. Speziell diese Verknüpfung kann neben den Technologielücken zusätzlich auch neue Ideen für Produktentwicklungen liefern. Dies ist der Fall, wenn bei der Konsistenzprüfung im Rahmen des Roadmap-Prozesses die Technologien in der Technologie-Roadmap betrachtet werden, die innerhalb der Produkt-Technologie-Verknüpfung nicht zugeordnet werden können. So lassen sich auch Lücken in der Produkt-Roadmap entdecken und weitere Produktentwicklungen anstoßen. Je nach Unternehmensstrategie und Branche wird der Roadmap-Abgleich eher vom Markt, von der Technologie oder von beiden zugleich getrieben werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung technologischer Entwicklungen für die Wettbewerbsfähigkeit und definiert die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit.
2. Technologie als Teil von Kernkompetenzen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Technologien, Kernkompetenzen und deren Management im Kontext unternehmerischer Strategien.
3. Die Verwendung von Roadmaps zur Identifikation und Abstimmung von neuen Technologien: Hier wird Roadmapping als zentrales Instrument der Technologiefrühaufklärung und strategischen Planung eingeführt, um Technologielücken zu identifizieren und abzustimmen.
4. Akquisition von neuem technologischem Know-how: Das Kapitel analysiert verschiedene Wege der Wissensbeschaffung, von interner F&E bis hin zu strategischen Allianzen und Portfolioanalysen.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Rolle von Roadmaps für die proaktive Steuerung technologischer Veränderungen zusammen und unterstreicht deren Bedeutung als Planungsinstrument.
Schlüsselwörter
Technologiemanagement, Kernkompetenzen, Roadmap, Roadmapping, Technologiefrühaufklärung, Innovationsfähigkeit, Technologielücken, Strategische Planung, F&E, Wettbewerbsvorteile, Technologie-Roadmap, Produktentwicklung, Know-how-Akquisition, Disruptive Technologie, Strategische Allianz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung für Unternehmen, technologische Entwicklungen, die außerhalb ihrer derzeitigen Kernkompetenzen liegen, zu erkennen und strategisch in ihre Unternehmensplanung zu integrieren.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Die zentralen Themen sind das Management von Kernkompetenzen, der Einsatz von Roadmapping-Methoden sowie verschiedene Akquisitionsstrategien für neues technologisches Know-how.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie durch Roadmaps strategierelevante Technologien identifiziert werden können, die nicht Teil der aktuellen Kernkompetenzen sind, und welche Möglichkeiten zur Beschaffung des notwendigen Wissens bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Seminararbeit, die auf einer umfassenden Analyse existierender Management-Literatur, Konzepten des Technologie-Roadmappings und der Portfolioanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Technologie und Kernkompetenzen, die detaillierte Beschreibung des Roadmapping-Prozesses zur Identifikation von Technologielücken und die Analyse verschiedener Akquisitionsstrategien (Make-or-Buy).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Technologiemanagement, Kernkompetenzen, Roadmapping, strategische Planung und Innovationsmanagement.
Wie unterscheidet sich die Technologie-Roadmap von einer Produkt-Roadmap?
Die Technologie-Roadmap visualisiert die zeitliche Entwicklung und Verknüpfung von Technologien, während die Produkt-Roadmap sich auf Produktmerkmale und -funktionen konzentriert; beide werden im Roadmap-Abgleich miteinander verzahnt.
Warum ist die Identifikation disruptiver Technologien für etablierte Unternehmen so problematisch?
Disruptive Technologien werden anfangs oft als uninteressant eingestuft, da sie etablierte Technik vom Markt verdrängen können, ohne dass dies unmittelbar absehbar ist, was die bestehenden Kompetenzen eines Unternehmens entwerten kann.
Welche Rolle spielt die Portfolioanalyse bei der Akquisitionsentscheidung?
Die Portfolioanalyse dient als Entscheidungshilfe, um basierend auf der eigenen Innovationsfähigkeit und dem Wert der Technologie zu bestimmen, ob eine interne Entwicklung („Make“) oder eine externe Beschaffung („Borrowing“ oder „Buy“) vorzuziehen ist.
- Arbeit zitieren
- Christian Bauer (Autor:in), 2006, Roadmaps und die Reaktion auf Technologien, die außerhalb der Kernkompetenzen liegen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59938