Das Abbilden von Funktionen als Graphen sowie das Aufstellen von Funktionsgleichungen anhand bestimmter Informationen wurde intensiv im 11. Schuljahr behandelt und stellt somit im geplanten Unterricht eine Wiederholung von Bekanntem dar. Im Bereich der Differenzialrechnung verfügen die Schüler über keinerlei Kenntnisse, auch der Grenzwertbegriff ist ihnen fremd. Der Steigungsbegriff ist ihnen lediglich in Verbindung mit linearen Funktionen als Parameter b bzw. aus dem Alltag bekannt. Die geplante Aufgabe, ob der Geländewagen ohne fremde Hilfe aus dem Krater kommt, ist eine Einleitung in das Gebiet der Differenzialrechnung und stellt somit höchste Anforderungen an die Schüler, da ihnen Instrumente wie die Differenzialrechnung unbekannt sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Lehr- und Lernbedingungen
2. Didaktisch-methodische Begründung
3. Zielsetzung der geplanten Unterrichtsstunde:
4. Geplanter Verlauf der Unterrichtsstunde
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Einführung in die Differenzialrechnung durch die mathematische Modellierung eines realen, anwendungsorientierten Problems, um bei den Schülern Verständnis für dynamische Prozesse und Steigungsbegriffe zu wecken.
- Mathematisierung komplexer, praxisnaher Problemstellungen
- Einsatz von Gruppenarbeit zur Förderung der methodischen Kompetenz
- Entwicklung und kritische Reflexion eigener Lösungsansätze
- Verständnis der Bedeutung von Differenzialrechnung für Extremalprobleme
- Förderung der eigenständigen Wissenskonstruktion durch offene Aufgabenstellungen
Auszug aus dem Buch
Didaktisch-methodische Begründung
Im folgenden Kapitel möchte ich die Vorgehensweise in der geplanten Unterrichtsstunde erklären und begründen. Zunächst möchte ich versuchen, den Inhalt mit der Begründungsstruktur nach Klafki zu legitimieren.
Die Gegenwartsbedeutung des Inhaltes ist für die Schüler sicherlich nicht allzu hoch. Die Schüler machen sich kaum Gedanken um die Ausprägungen von Steigungen. Sie werden allenfalls mit Steigungen konfrontiert, wenn sie Berge besteigen, Ski fahren oder mit dem Auto Hänge hinabfahren. Im Grunde genommen interessieren sie sich aber nicht für Steigungen, sei denn sie sind auffällig groß bzw. klein wie z. B. bei steilen Pisten, weil Schüler gern besonders schnell fahren wollen oder weil sie sich nicht trauen, auf solchen Pisten zu fahren. In der Schule werden sie bereits mit Bereichen der Differenzialrechnung konfrontiert, ohne dass ihnen dies bewusst ist, so z. B. bei Deckungsbeiträgen im wirtschaftlichen Bereich bzw. bei Beschleunigungen im Bereich der Physik.
Dieser Zustand sollte sich bei den Schülern ändern. Die Schüler sollten die Differenzialrechnung erlernen bzw. Steigungen wahrnehmen, da durch sie auch Extremalprobleme gelöst werden können. Bleiben die Schüler im Wirtschaftsbereich, so ist für sie äußerst bedeutsam, wann z. B. der maximale Gewinn erwirtschaftet werden kann bzw. die niedrigsten Kosten anfallen. Optimale Zustände lassen sich nur bestimmen, wenn Kenntnisse über Steigungen vorhanden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lehr- und Lernbedingungen: Analyse der Klassensituation, der methodischen Vorkenntnisse der Schüler sowie der organisatorischen Rahmenbedingungen für die geplante Unterrichtsstunde.
2. Didaktisch-methodische Begründung: Theoretische Herleitung der Unterrichtsplanung unter Anwendung der Klafki-Struktur sowie Erläuterung der fachdidaktischen Relevanz des Themas.
3. Zielsetzung der geplanten Unterrichtsstunde:: Auflistung der pädagogischen und fachlichen Lernziele, die in der Unterrichtsstunde erreicht werden sollen.
4. Geplanter Verlauf der Unterrichtsstunde: Strukturierte tabellarische Darstellung der zeitlichen und methodischen Planung der einzelnen Unterrichtsphasen.
Schlüsselwörter
Differenzialrechnung, Steigung, Modellierung, Gruppenarbeit, Mathematikunterricht, Krater, Problemlösung, Extremalprobleme, Didaktik, Lernbedingungen, Anwendungsorientierung, Funktionsgleichung, Wissenskonstruktion, Fachgymnasium, Wirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt eine detaillierte Unterrichtsskizze für eine Mathematikstunde in der gymnasialen Oberstufe dar, die als Einstieg in das Thema Differenzialrechnung dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Differenzialrechnung, das Verständnis von Steigungen sowie die mathematische Modellierung realer Probleme.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist, dass Schüler durch eine offene Problemaufgabe ("Lama-Trophy") eigenständig Ansätze zur Lösung eines praktischen Problems entwickeln und dabei die Notwendigkeit von Differenzialrechnung erkennen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine didaktische Planung nach der Begründungsstruktur von Klafki, kombiniert mit der Methode des problemorientierten, kooperativen Lernens in Gruppen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse der Lernvoraussetzungen, die didaktische Begründung des Unterrichtsinhalts sowie den konkreten zeitlichen Verlaufsplan der Doppelstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Differenzialrechnung, Modellierung, Gruppenarbeit und praxisnahe Anwendung definiert.
Warum wurde das Beispiel des Meteoritenkraters gewählt?
Das Beispiel bietet einen anschaulichen, anwendungsorientierten Kontext, um Steigungsbegriffe außerhalb des rein abstrakten mathematischen Raumes greifbar zu machen.
Wie reagieren die Schüler auf die offene Aufgabenstellung?
Der Autor schätzt die Lernbereitschaft hoch ein und berichtet, dass die Schüler bei offenen Aufgabenstellungen mit Ehrgeiz arbeiten und Kreativität im Problemlösungsprozess entwickeln.
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- Andreas Wolf (Author), 2006, Differentialrechnung - Wer schafft den Krater?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59949